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Aktienmarkt vor Crash? Ein Faktor spricht dagegen

Der Vergleich zwischen der aktuellen Situation am Aktienmarkt und früheren Zyklen offenbart einen wesentlichen Unterschied

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Obwohl es auch Parallelen gibt, ist ein vergleichbarer Crash am Aktienmarkt, wie zum Beispiel nach dem Platzen der US-Immobilienblase, heute unwahrscheinlich. Der Vergleich zwischen der aktuellen Situation am Aktienmarkt und früheren Zyklen offenbart einen wesentlichen Unterschied.

Die Parallelen am Aktienmarkt

Vom Februar 2003 bis zum Juni 2007 erlebten die USA einen dynamischen Konjunkturaufschwung nebst Aktien-Hausse. Die Hauptursache für diese Periode der Prosperität war im Wesentlichen eine lockere Zinspolitik der US-Notenbank (Fed), die ihren Leitzins vom November des Jahres 2000 bis zum Juli des Jahres 2003 insgesamt zwölf Mal von 6,5 auf 1,0 Prozent absenkte. Die Fed musste diese radikale Zinspolitik verfolgen, um die massiven ökonomischen Schäden zu bekämpfen, die durch das Platzen der New-Economy-Blase entstanden waren und eine schwere Depression auszulösen drohten. Außerdem waren die USA mit dem Trauma des 11. September 2001 belastet.

Als Folge dieser radikalen Zinsmaßnahmen der Fed haussierten die Aktienmärkte in den Jahren vom März 2003 bis zum dem damals vorläufigen Höhepunkt der Kursrallye am 6. Oktober 2007. Neben den Aktienmärkten stiegen auch die Preise für Immobilien wegen der stark gesunkenen Hypothekenzinsen massiv an. Bei einer Wohneigentumsquote von einstmals knapp 70 Prozent (aktuell 64,8 Prozent) ergab sich aus den Preisanstiegen bei den Vermögenswerten ein signifikant positiver Vermögenseffekte. Durch die Beleihung von Aktien und Häusern sowie die Aufnahme von Konsumkrediten wurde die zu über 70 Prozent vom Konsum abhängige US-Wirtschaft bis zum Sommer 2007 massiv angeheizt. Danach platzte die Immobilienblase und mündete in eine weltweite Finanzkrise historischen Ausmaßes, die zu einem ausgedehnten Crash am Aktienmarkt führte.

Der ab 2009 folgende Aufschwungzyklus war wiederum im Wesentlichen auf die Stimulation durch die Geldpolitik zurückzuführen, die erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg neben der Zinspolitik auch das Anwerfen der Notenpresse beinhaltete (QE-Programme 1-3).

Der jüngste Aufschwung in den USA dauerte, gemessen an den Frühindikatoren der OECD, vom April 2016 bis zum April 2018. Auch diesmal war der Zyklus durch zwei stimulierende Sondereffekt ausgelöst worden: Erstens durch die Ankündigung und Umsetzung der 1,5 Billionen US-Dollar schweren Reform der Einkommens- und Körperschaftssteuer in den USA, der den Konsum anfachte, die Repatriierung von Auslandsguthaben großer US-Konzerne auslöste sowie die Rückkäufe von Aktien auf Pump anheizte, und zweitens wirkten massive kreditstimulierende Maßnahmen in China einem damals bereits weltweit drohenden Abschwung stark entgegen.

Wie im Chart zu sehen ist, war zum Zeitpunkt der Wahl Donald J. Trumps zum US-Präsidenten die US-Wirtschaft eigentlich bereits wieder im Abkühlungsmodus und konnte nur dank dieser beiden Sonder-Effekte noch einmal die Kurve kriegen.

Die Diskrepanz zwischen Aktienmarkt und US-Wirtschaft

Der Aktienmarkt profitierte sowohl von den geldpolitischen Stimuli, als auch von fiskalpolitischen Stimuli. Sinkende Steuern, sinkende Zinsen und die Ausweitung der Geldmenge kommen der Anlageklasse Aktien ebenso zugute, wie die deutliche Verknappung ausstehender Aktien durch Wertpapierrückkäufe im Zuge der US-Steuerreform.

Die Parallelität der jetzigen Situation zu den Zyklen seit der Jahrtausendwende liegt also in der massiven Stimulierung vonseiten der Politik. Wobei von Zyklus zu Zyklus die Amplitude der wirtschaftlichen Alimentierung aufgrund der wachsenden Schuldenproblematik ansteigt. Die Kombination aus verschiedenen geld- und fiskalpolitischen Stimuli verschärft dabei die Problematik der Überschuldung im Zeitverlauf weiter und führt zu noch aggressiveren politischen Maßnahmen.

Der Aktienmarkt boomt, die US-Wirtschaft eher nicht

Der wesentliche Unterschied

Der wesentliche Unterschied früherer Aktienzyklen zu heute ist der, dass sowohl nach dem Platzen der New-Economy-Blase, als auch nach dem Platzen der US-Immobilienblase die Fiskal- und Geldpolitik erst im Nachhinein auf die Ereignisse reagierte.

Die Regierung in den USA rettete zum Beispiel erst im September 2008 die Banken, in dem man deren faule Hypothekendarlehen im Rahmen des staatlichen TARP-Programms aufkaufte, um einen drohenden Kollaps des gesamten US-Finanzsystems zu verhindern.

Die US-Notenbank senkte im Zuge des Platzens der US-Immobilien-Blase die Zinsen erst im Juni 2007, obwohl bereits im Februar die ersten Hypothekenbanken in Kalifornien und Florida kollabiert waren. Der Lehman Kollaps erfolgte übrigens erst 15 Monate später, am 15. September 2008, weshalb der Begriff „Lehman-Krise“ unzutreffend ist. Der Kollaps der New Yorker Investmentbank war lediglich die Folge der US-Immobilienkrise und nicht deren Auslöser.

In den Jahren nach der großen Weltfinanzkrise ab 2008 haben die Notenbanken ausgefeilte geldpolitische Instrumente entwickelt, um schnell und vor allem im Vorfeld auf Krisen reagieren zu können und unser überschuldetes System am Laufen zu halten.

Der Unterschied zu früheren Zyklen ist also der präventive Charakter der Geldpolitik, den man aktuell überall auf der Welt beobachten kann. Diese vorsorgliche Notfallpolitik hat auch zu dem perversen Phänomen geführt, dass die Notenbanken weltweit massiv die Zinsen senken und die digitalen Notenpressen erneut rotieren lassen, während gleichzeitig die Fiskalpolitiker feiern, dass es entgegen der Prognosen vieler Ökonomen bislang doch noch keine technische Rezession gibt.

Durch die vorauseilend akkommodierende Geldpolitik der Notenbanken ohne größere Reaktionsverzögerung ist ein ausgedehnter Crash am Aktienmarkt heute sehr viel unwahrscheinlicher geworden.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    17. November 2019 21:15 at 21:15

    Es muss ja nicht unbedingt ein Crash sein, aber es gibt da noch einige Unterschiede zu 2009.
    1.Die US Aktien sind heute mehr als 100% höher.
    2. Das Zinssenkungspotential war damals viel höher.
    3.Haben die Chinesen mit einer irrsinnigen Verschuldung damals die Weltwirtschaft hochgezogen, was jetzt nicht mehr möglich oder gar nicht mehr gewünscht ist.
    4.Ist das Wachstum der letzten 10Jahre direkt oder indirekt von China ausgegangen.
    Wieder einmal F.Zulauf googeln: ACHTUNG DIE ACHTERBAHN BEGINNT BALD.

  2. Pingback: Meldungen vom 19.11.2019 – Teil 2! | das-bewegt-die-welt.de

  3. Pingback: Wie sicher sind Kryptowährungen wie Bitcoin & Co.?

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Aktienmärkte: Die unheimliche Aktien-Entwicklung einiger Impfstofffirmen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte leben von der Hoffnung und bewerten die Zukunft. Für dieses Prinzip ist das Coronajahr 2020 wieder einmal ein schönes Beispiel. Die monatelangen Spekulationen auf die Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegen Covid-19 scheinen für einige Firmen zur Realität heranzureifen. Aber ist deren Kursentwicklung an den Börsen in allen Fällen gerechtfertigt und lohnt sich jetzt noch ein Einstieg? Eine an sich ständig wiederkehrende Fragestellung bei jedweder innovativer Produkteinführung.

Aktienmärkte und das Das Rennen um den begehrten Impfstoff

Es wurde schon den ganzen Herbst darüber gemutmaßt – es gibt bald einen Impfstoff gegen Covid-19 – und am 9. November preschte BioNTech/Pfizer mit seinem mRNA-Vakzin vor und sprach von einem Antrag auf Notzulassung von BNT162b2, die auch am 20. November für die USA erfolgte. Der US-Rivale Moderna ließ nicht lange auf sich warten, man zog nicht nur mit der Wirksamkeit des Impfstoffes jenseits der 90 Prozent-Marke nach, sondern auch mit dem Antrag für die Zulassung in Europa. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will ihre Bewertung spätestens bis zum 29. Dezember abschließen. Die EU-Kommission, die eine Marktzulassung in Europa genehmigen muss, versprach innerhalb weniger Tage den Weg für die Impfung freimachen. BioNTech versicherte innerhalb von Stunden, mit der Auslieferung starten zu können.

Es ist angerichtet für den Start der großen Impfaktion, in Deutschland sollen die Impfzentren schon am 15. Dezember einsatzbereit sein.

Nicht zu vergessen die deutsche Firma CureVac, die ebenfalls mit der mRNA-Technik arbeitet, aber noch etwas in Verzug ist mit den klinischen Studien. Allerdings will man ein Präparat präsentieren, welches bei plus 5 Grad im Kühlschrank lagerbar ist. Mit einer Zulassung des eigenen Impfstoffs rechnet Curevac im Frühjahr oder Sommer 2021.

Die Aktien schießen durch die Decke

Die Hoffnungen auf einen Durchbruch haben die Aktienmärkte euphorisiert und zu großen Ausschlägen geführt, allerdings mit dem großen Drang nach oben. Die Performance der aussichtsreichsten Impfstoff-Aktien seit Jahresbeginn:

Der Kurs der sehr volatilen US-Firma Moderna hat eine Versiebenfachung hingelegt, der Wert von BioNTech hat sich fast verfünffacht und der Börsenwert des erst im August an die Börse gegangenen Tübinger BioTech- Unternehmens CureVac ist um knapp 80 Prozent gestiegen. Obwohl BioNTech die erste große Welle mit seiner Meldung am 9. November losgetreten hat, ist der US-Konkurrent Moderna der große Gewinner im November. Plus 100 Prozent gegenüber plus 44 Prozent bei der deutschen Konkurrenz. Neben dem Problem der großen Kühltemperatur von BioNTechs Impfstoff (minus 80 Grad Celsius) hat der US-Hersteller anscheinend die größeren Impfstoffvertröge abgeschlossen und dies anscheinend auch zu höheren Preisen. Nach Angaben der US-Großbank Goldman Sachs verlangt Moderna für die ersten 100 Millionen Impfstoffdosen in den USA 15,25 Dollar, für die nächsten 100 Millionen 16,50 Dollar. In Europa soll das Unternehmen für 160 Millionen Impfdosen 25 Dollar pro Dosis verlangen. Dies würde in der Summe 7,2 Milliarden Dollar Umsatz ergeben, ein Quantensprung umgangssprachlich ausgedrückt, für ein Unternehmen mit bisher knapp 60 Millionen Dollar Umsatz.

Und was ist mit den anderen Konkurrenten, die stets mit genannt wurden?

Der große britische Konzern AstraZenecca brachte seinen Vektor-Impfstoff AZD1222 nicht sehr geschickt in die Öffentlichkeit, sondern ließ mit der Wirksamkeit von 70 Prozent im Gegensatz zu seinen Konkurrenten Zweifel aufkommen. Das Ergebnis ist, dass der Aktienkurs des britischen Pharmakonzerns sogar zwei Prozent unter seinem Kurs von zu Jahresbeginn notiert. Nicht besser ergeht es dem Impfstoffkandidaten Johnson & Johnson, der immer noch fünf Prozent in derselben Periode im Minus liegt und dies obwohl man gerade den Zulassungsprozess in Europa und Kanada vorangetrieben hat. Vorläufige Ergebnisse hätten gezeigt, dass das Vakzin die Produktion von Antikörpern und Immunzellen gegen das Virus auslösen würde. Die Aktienmärkte starfen also jede Form deds leistesten zweifels sofort ab!

Die hohe Bewertung der Impfstoffhersteller

Wer zuerst kommt, malt zuerst. So salopp könnte man formulieren, wenn man sich die Bewertung der Impfstoffkandidaten betrachtet. Die US-Firma Moderna ist aktuell bereits bei über 58 Milliarden Dollar angekommen, BioNTech schon bei über 25 Milliarden Euro und selbst Neuling CureVac bei fast 15 Milliarden Euro. Die Bewertung der großen Pharmafirmen Johnson & Johnson (320 Milliarden Euro), Pfizer (182 Mrd. Euro) und AstraZenecca (116 Mrd. Euro) liegen noch in anderen Dimensionen, allerdings haben diese erheblich größere Produktpaletten.

Deshalb stellt sich die Frage für Anleger, ob es jetzt noch Sinn macht in die „frühen Zwei oder Drei“ einzusteigen? Man hat die Nase vorne, die Kurse sind aber schon weit gelaufen. Viele Analysten suchen nach weiterem Potenzial der Biotech-Aktien. Nicht gerade einfach für Laien.

Das Mainzer Unternehmen BioNTech hat noch weitere Impfkandidaten in der Vorbereitung, gegen HIV, gegen Tuberkulose oder auch gegen Krebs.

Moderna ist Spezialist für mRNA-Impfungen und für alle möglichen Infektionskrankheiten (z.B. das Zika-Virus).

Es ist sicherlich nicht verkehrt in der aktuellen Situation Vorsicht walten zu lassen. Jederzeit können Gewinnmitnahmen der Aktienmärkte einsetzen, wie es an der Wall Street gestern der Fall war, trotz der Zulassung des Impfstoffes von BioNTech/Pfizer in Großbritannien. Jede Impfstoffmeldung könnte zu heftigen Kursausschlägen führen, nur bei welchem Unternehmen? Angesichts der großen Kursgewinne der Aktienmärkte insgesamt und der Impfstoff-Aktien im Besonderen in kurzer Zeit  juckt es vielen Anlegern in den Fingern, um auf den Kauf-Button zu drücken – oder aber auch auf sein rotes Gegenstück.

Fazit

Neben der großen Bedeutung für die Medizin und vor allem für die Gesundheitsvorsorge von Abermillionen von Menschen haben die Aktienmärkte einen Hype entwickelt um ein Produkt, welches sich zu einem kleinen Meilenstein entwickeln könnte. Wer macht das Rennen um das Vakzin mit der mRNA-Technologie, die auf neuartige Weise zur Bildung von Antikörpern anregt? Oder können wirklich viele Unternehmen von dem großen Impfstoffprojekt in der Geschichte der Menschheit profitieren? Oder gilt hier nicht der „First Mover Advantage“ und es reüssieren Nachzügler? Es gibt einmal mehr das Risiko der Einzelanlage, nur hier in besonderer Ausprägung. Wie man bei AstraZenecca gesehen hat, genügt nur eine kleine Meldung über Nebenwirkungen, um einen Kurseinbruch auszulösen. Es wäre schön und in unser aller Interesse, wenn sich diese in Grenzen hielten.

Der Hype der Aktienmärkte um den Impfstoff und die Impfstofffirmen

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Finanznews

Aktienmärkte: Kaufen, kaufen, kaufen! Videoausblick

Inzwischen sind die amerikanischen Aktienmärkte teurer als während der Euphorie von 1929 kurz vor der Weltwirtschaftskrise. Kaufen – kaufen?

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind weiter im Modus: es kann nichts schief gehen, also kaufen, kaufen, kaufen! Der Leitindex S&P 500 gestern erneut mit einem Allzeithoch, während der Dax nicht mitzieht (wohl wegen des starken Euros, der über die 1,21er-Marke klettert). Inzwischen sind die amerikanischen Aktienmärkte teurer als während der Euphorie von 1929 (kurz danach brach die Weltwirtschaftskrise aus) – der Glaube an die heilende Wirkung des Corona-Impfstoffs und an die Notenbanken läßt viele glauben, dass Bewertungen keine Rolle mehr spielen würden. Aber aktuelle Bewertungen sind nichts anderes als die Redite-Chanchen der Zukunft! Unterdessen wird auch in den USA die Corona-Lage ernster: Los Angeles verhängt jetzt einen lockdown wie im Frühjahr..

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DAX daily: Der starke Euro drückt auf die Stimmung im Dax

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Der Dax kam im gestrigen Handel wieder nicht von der Stelle. Das liegt vor allem an dem immer stärker werdenden Euro, der zunehmend auf die Stimmung der Anleger drückt. Der Euro konnte gegen den US-Dollar auf den höchsten Stand seit 2018 ansteigen, dabei überschritt er erstmals wieder die Marke von 1,21 EUR/USD. Für eine Export-Nation wie Deutschland könnte es nachteilig sein, wenn der hohe Wechselkurs auf die Auslandsnachfrage drückt.

Den Handel beendete der deutsche Leitindex schließlich mit einem Abschlag von 69 Punkten (-0,52%) bei 13.313. Dabei pendelte der Index in einer engen Spanne von nur 87 Punkten hin und her. Sollte sich die Rally im Euro fortsetzen, dann dürfte es für den Dax schwieriger werden das noch offene Gap bei 13.500 zu schließen. Es fehlt derzeit an Impulsen, trotz erfolgter Impfstoff-Zulassung in England, gab es erneut keinen Auftrieb im deutschen Leitindex.

News und fundamentale Daten

Die gestern veröffentlichten ADP Beschäftigungszahlen aus den USA waren im Grunde genommen eine Enttäuschung. Die Daten fielen mit 307 Tsd. Stellen deutlich schwächer als erwartet aus (Prognose 410 Tsd.; vorher 365 Tsd.). Das ist ein bitterer Vorgeschmack auf die Non-Farm Payrolls am Freitag. Heute liegt der Fokus bei den Wirtschaftsdaten auf den Einkaufsmanagerindizes im Dienstleistungssektor. Zuerst erscheinen um 9:55 Uhr die EMI-Daten aus Deutschland. Kurz danach folgen um 10:00 Uhr die Daten aus der Eurozone.

Anschließend sehen wir noch die Daten aus den USA. Spannend wird es ab 15:45 Uhr, wenn zunächst der Einkaufsmanagerindex Dienstleistung veröffentlicht wird und anschließend um 16:00 Uhr der ISM-Index folgt. Dabei gilt die Aufmerksamkeit der Anleger sicherlich dem ISM-Index, dieser gilt nämlich als einer der einflussreichsten Wirtschaftsindikatoren. Zuvor werden um 14:30 Uhr auch noch die wöchentlichen Erstanträge und Folgeanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Damit erscheinen wieder jede Menge Daten, besonders die Einkaufsmanagerindizes könnten für Schwung in den US-Indizes und dem Dax sorgen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Dem Dax fehlt es derzeit an Dynamik, das könnte auch an der sich fortsetzenden Euro-Rally liegen. Vorbörslich notiert der Index etwas schwächer. Um wieder die Aufwärtsrichtung aufzunehmen, muss der Dax zunächst das Nachthoch bei 13.325 überwinden. Beim gestrigen Tageshoch liegt ein weiterer Widerstandsbereich bei 13.359/372. Dort entscheidet sich kurzfristig, ob der Dax nochmal den Widerstand bei 13.430 testet oder wie gestern zurück in die Range fällt. Ein Überschreiten der 13.430 würde den Dax zuerst zum September-Hoch führen und anschließend könnte er das noch offene Corona-Gap bei 13.500 schließen.

Auf der Unterseite hat sich in den letzten Tagen eine Unterstützungszone zwischen 13.270 und 13.235 etabliert. Dort konnte der Dax immer wieder drehen. Durchbricht er allerdings die Zone und rutscht unter die 13.235 dann könnte er zunächst die 13.140 anlaufen. Darunter dürfte der Index erst wieder bei 13.050 oder 13.020 Halt finden.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Ausblick 03.12. - H1-Chart - Euro drückt auf die Stimmung

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.455 – Pivot Punkt R2

13.380 – Pivot Punkt R1

13.324 – Pivot Punkt

13.249 – Pivot Punk.t S1

13.194 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.272 – Tagestief 02.12.

13.235 – Tagestief 25.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.370 – WS aus dem H1

13.434 – Tageshoch 01.12.

13.460 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

13.530 – 261,8 % Extension

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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