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Aktienmarkt vor Crash? Ein Faktor spricht dagegen

Achtung! Heftige Korrekturen mit einkalkulieren

Dennoch kann es zu temporären Schocks kommen, wie wir sie bereits mehrfach in diesem Zyklus erlebt haben. Dies war zum einem vor einem Jahr der Fall, als die US-Notenbank mit ihrem Versuch der „Normalisierung“ der Geldpolitik zu weit ging und zum anderen als im September dieses Jahres in Folge der Bilanzreduzierung der Fed die Liquidität im Bankensystem knapp wurde und Stress am Repo-Markt auftrat, der fast zu Verwerfungen am gesamten Geldmarkt geführt hätte. Nur dank eines neuen, inoffiziellen QE-Programms gab es keinen Crash am Aktienmarkt. Im Gegenteil sehen wir seit dem Eingreifen der Fed eine Zins- und Liquiditätsgetriebene Hausse. Die Reaktion der Notenbanker war diesmal sehr schnell und das präventive QE-Programm in Höhe von 60 Mrd. US-Dollar pro Monat hat sein Übriges zur aktuellen Kursrallye am Aktienmarkt beigetragen.

Darüber hinaus gibt es aktuell noch ein Risiko: eine große Blase der Illusionen, die kurzfristig zu heftigen Kurseinbrüchen führen kann. Die größten Illusionen der Amerikaner betreffen einen möglichen Handelsdeals mit China, den Fortgang der US-Konjunktur sowie die tatsächliche Verschuldungssituation Amerikas. Kommt es hier zu Ernüchterungen, könnten die speziell seit Mitte Oktober entstandenen Kursgewinne rasch wieder abgebaut werden.

Fazit und Ausblick

Davon ausgehend, dass die Fed ihre Lektion gelernt hat, ist zumindest ein ausgedehnter Aktiencrash in nächster Zeit unwahrscheinlich. Was aber nicht bedeutet, dass jede zweistellige prozentuale Korrektur der Aktienkurse gleich eine Ad-hoc-Reaktion der Fed auslöst. Weitere Zinssenkungen sind aber in den USA, wie in allen historisch stark verschuldeten Volkswirtschaften, unausweichlich.

Teuflisch anmutende Sonderereignisse wie der Flash-Crash im Sommer 2010 kann man für die Zukunft ebenfalls nicht ausschließen: damals fiel der Aktienmarkt in den USA (S&P 500) am 6. Mai innerhalb von 6 Minuten um fast 6 Prozent.

Die Feststellung, dass jeder der letzten Wachstumsperioden (von 2003 bis 2007, von 2009 bis 2014 sowie von 2016 bis 2018) ohne massives Eingreifen der Politik nicht stattgefunden hätte, ist die entscheidende Information für den Anlageerfolg in den kommenden Jahren.

Nach dem Prinzip Ursache und Wirkung wissen Anleger heute genau, worauf sie zu achten haben und worauf sie sich einlassen. Was bleibt, ist das Risiko, dass auch die Fiskal- und Geldpolitiker mit den Möglichkeiten der positiven Einflussnahme auf Konjunktur und Märkte irgendwann an ihre Grenzen stoßen – allein schon wegen der unvermeidbaren Nebenwirkungen. Wäre es anders, würde der Kommunismus dank Notenpresse tatsächlich funktionieren, was empirisch bisher nicht bestätigt werden kann und kognitiv unmöglich erscheint.

Die Rally am Aktienmarkt und die lauernden Gefahren



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3 Kommentare

  1. Es muss ja nicht unbedingt ein Crash sein, aber es gibt da noch einige Unterschiede zu 2009.
    1.Die US Aktien sind heute mehr als 100% höher.
    2. Das Zinssenkungspotential war damals viel höher.
    3.Haben die Chinesen mit einer irrsinnigen Verschuldung damals die Weltwirtschaft hochgezogen, was jetzt nicht mehr möglich oder gar nicht mehr gewünscht ist.
    4.Ist das Wachstum der letzten 10Jahre direkt oder indirekt von China ausgegangen.
    Wieder einmal F.Zulauf googeln: ACHTUNG DIE ACHTERBAHN BEGINNT BALD.

  2. Pingback: Meldungen vom 19.11.2019 – Teil 2! | das-bewegt-die-welt.de

  3. Pingback: Wie sicher sind Kryptowährungen wie Bitcoin & Co.?

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