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Mike Wilson von Morgan Stanley Aktienmarkt mit Risiko von erster nennenswerter Korrektur seit März-Tief

Ein Top-Stratege der Wall Street sieht die Gefahr. Der Anleihemarkt könnte dem Aktienmarkt die erste Korrektur seit März bringen.

Mike Wilson. Foto: Victor J. Blue/Bloomberg

Der Aktienmarkt ist aktuell unter Druck. Wie wir heute bereits schrieben: Ein weiter steigender Ölpreis, Trumps neue Drohungen gegen den Iran und die steigende Ängste vor noch mehr Inflation für noch längere Zeit lassen die Anleiherenditen ansteigen. Der „Druck auf den Kessel“ nimmt weiter zu. Und jetzt sehen wir, dass einer der absoluten Top-Strategen der Wall Street wegen dem Anleihemarkt die Möglichkeit einer ersten richtigen Korrektur bei Aktien seit dem März-Tief anspricht.


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Aktienmarkt kurzfristig mit Rückschlagpotenzial

Sollte der Anleihemarkt volatiler werden und die langfristigen Zinsen weiter steigen, „würden wir die erste nennenswerte Korrektur am Aktienmarkt seit dem Markttief Ende März erwarten“, so schreibt es das Team um Mike Wilson laut Bloomberg in einer Mitteilung. Inflationsängste aufgrund anhaltend hoher Energiepreise infolge des Iran-Kriegs haben die Renditen von US-Staatsanleihen über die gesamte Kurve hinweg nach unten gedrückt, wobei die Rendite für 30-jährige Anleihen auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren stieg. Auch in Japan stiegen die Renditen auf den höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten.

Der Anstieg der Renditen für US-Staatsanleihen und der strengere Ton der Federal Reserve spiegeln die steigenden Ölpreise sowie eine starke Wirtschaft wider, so Mike Wilson. Die Anleihemärkte bräuchten eine dauerhafte Lösung des Iran-Konflikts, bevor die Zinsen wieder sinken könnten, fügte er hinzu.

Im größeren Bild positiv gestimmt


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Dennoch hielten die Strategen an ihrer längerfristigen optimistischen Prognose für den Aktienmarkt fest. Sie erhöhten ihr 12-Monats-Ziel für den US-Leitindex S&P 500 letzte Woche auf 8.300 Punkte, gestützt auf das stärkste Gewinnwachstum seit mehr als zwei Jahrzehnten, abgesehen von Erholungen nach größeren Schocks. Sie betonten, dass Anleger insbesondere unterschätzt hätten, inwieweit das starke Gewinnwachstum über die KI-Nutznießer hinausging, und fügten hinzu, dass die Bereitschaft, Risiken in Bereichen einzugehen, die von einer Ausweitung des Gewinnwachstums profitieren könnten, weiterhin begrenzt sei.

„Während eine breit angelegte Erholung der Gewinne an Fahrt gewinnt, sind die Marktteilnehmer im Allgemeinen nicht darauf eingestellt“, so sagt es Mike Wilson. „Die wichtigsten Variablen, die diese Ausweitung des Handels beschleunigen dürften, sind Ölpreise und Zinsen, die von ihren jüngsten Höchstständen zurückgehen.“

Equity Risk Premium für den amerikanischen Aktienmarkt

„Eine Korrektur ist unvermeidlich“

Hier noch eine aktuelle Analystenaussage mit einer größeren Perspektive in Sachen KGV-Bewertung (sehr wichtig meiner Meinung nach): Das KGV des Nasdaq 100 liegt heute bei über 38, was bedeutet, dass eine Korrektur am Aktienmarkt tatsächlich gesund wäre, um die Bewertungen wieder auf ein vernünftigeres – und realistischeres – Niveau zu bringen. So sagt es heute Ipek Ozkardeskaya, Senior Analystin beim Broker Swissquote. Sollte sich das KGV des Nasdaq 100 wieder in Richtung seines historischen Bereichs bewegen – also etwa zwischen dem 25- und 30-fachen des Gewinns – würde dies wahrscheinlich einen deutlichen Rückgang der Aktienkurse bedeuten, es sei denn, das Gewinnwachstum beschleunigt sich schnell genug, um die aktuellen Bewertungen zu rechtfertigen.

Wie stark? Reine Mathematik legt nahe, dass ein Rückgang vom KGV von 38 auf 30 eine Korrektur von etwa 20–22 % bedeuten würde, sofern die Gewinnerwartungen unverändert bleiben, so die Aussage von Ipek Ozkardeskaya. Unter der Annahme, dass die Gewinne weiter wachsen, sei jedoch eine Korrektur von 10–15 % plausibler. Das würde den Nasdaq 100 als Leitindex für den Tech-Aktienmarkt in den USA in Richtung des 23,6 %-Fibonacci-Retracement-Niveaus der Rallye von April 2025 bis heute bringen, nahe 26.600, und möglicherweise in Richtung 25.200, nahe dem aktuellen 200-Tage-Durchschnitt. Theoretisch dürfte ein solcher Rückgang ihrer Aussage nach den positiven Trend nicht umkehren, der oberhalb der 24.800-Marke intakt bliebe, aber er würde der Rallye etwas Luft nehmen und einen gesünderen Aufwärtstrend ermöglichen.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. Klingt realistisch. Gesunde Korrekturen führen meist an die 200-Tage-Linie zurück. Aber im Juni mit dem IPO von SpaceX beginnt der nächste Hype. Das könnte den Aufwärtstrend verlängern und eine spätere Korrektur stärker ausfallen lassen.
    Bei weniger öffentlichem Interesse beginnt auch gerade noch eine weitere potentielle Wachstumsgeschichte: psychedelische Medikamente. Donald Trump hat im Beisein von Joe Rogan den Startschuss dafür gegeben. Da sollte man den einen oder anderen Euro riskieren.

  2. oh no…wenn der Wilson Mike als schärfster Kontraindikator unter den „Top-Strategen der Wallstreet“ fallende Kurse sieht, dann geht es wohl erstmal noch weiter nach oben…viel wichtiger ist daher der Fugi-Holiday-Indikator…@Fugi…wann ist denn dieses Jahr in den Sommerferien Urlaub geplant?…gibt es da schon Informationen, damit ich mal planen kann einen kleinen Short zu setzen?…

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