Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmarkt: Wie geht es weiter im Iran-Konflikt?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Es ist das Hauptthema in allen Medien, es ist auch das Hauptthema für den Aktienmarkt: die Tötung des iranischen Generals Suleimani und seines hochrangigen Begleiters und die daraus resultierende Eskalation im schwelenden Irankonflikt. Manch Kommentator sprach schon von der Gefahr eines Dritten Weltkriegs. Übertrieben? Einmal mehr die „German Angst“? Betrachtet man sich die immer noch gemäßigte Reaktion am Aktienmarkt, so könnte man davon ausgehen. Gold schießt hingegen als „sicherer Hafen“ in die Höhe, aber das wesentlich Wichtigere ist der eher gemäßigte Anstieg des Ölpreises, der sich in Richtung Septemberhoch bewegt hat – aber noch weit davon entfernt ist, eine Mangelversorgung einzupreisen.

Gesponserter Inhalt

Wollen Sie aktiv Devisen oder Rohstoffe handeln? bietet ein besonders hochwertiges Trading-Tool für Sie! Je enger die Spreads sind, also je geringer der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs, desto schneller kommen Sie bei einem positiven Trade in die Gewinnzone. Sichern Sie sich für bestimmte Märkte besonders günstige Sonderkonditionen für ihren aktiven Börsenhandel, . Eröffnen Sie hier ein Konto und starten Sie Ihr Trading. Viel Erfolg!

Gold und Ölpreis – die Krisenindikatoren für den Aktienmarkt

Gold hat eine lange Geschichte und ist zweifellos das Element mit dem größten Werterhalt, aufgrund seines Mangels – es werden derzeit nur rund 3300 Tonnen pro Jahr gefördert. Der Allzeitbestand des jemals geförderten Goldes beträgt rund 193.000 Tonnen (Stand Ende 2018), mit einem aktuellen Gegenwert von gut 8 Billionen Dollar.

Daraus wird deutlich, dass es auch nur schwerlich zu einem System der Golddeckung in der Gegenwart kommen kann. Bei circa 70 Billionen Dollar ausstehenden Staatsanleihen, von denen derzeit über 10 Billionen im Negativ-Zinsbereich rebtieren und einem globalen Aktienmarkt, der eine Marktkapitalisierung von 87 Billionen Dollar aufweist. Von den 250 Billionen Dollar Gesamtschulden weltweit gar nicht zu reden. Von dieser Goldmenge, die einem Würfel mit einer Kantenlänge von gut 21,5 Metern entspricht, befinden sich etwa 47 Prozent in Händen der Schmuckindustrie, 17 Prozent im Besitz der Notenbanken und nur 23 Prozent in Händen der privaten Anleger. Klar, dass ein so seltenes und fast unzerstörbares Metall immer einen Wert behalten wird. Ein permanenter Mangelzustand, würde man das Gold gleichmäßig auf die 7,7 Milliarden Erdbewohner verteilen, bekäme jeder nur gerade einmal 25 Gramm. Daher steigt der Wert immer in Krisenzeiten.

Öl hat hingegen eine zentrale Bedeutung in allen Volkswirtschaften der Welt. Nicht nur als Element mit einer unglaublichen Energiedichte für den Verkehrssektor, auch in der Chemieindustrie ist es zu 90 Prozent Grundbestandteil. Deshalb haben in der Regel dauerhafte Preisanstiege Auswirkungen auf Inflation, Konsum und Konjunktur, wie ich in meinem gestrigen Artikel dargelegt habe. Bei 95 Millionen Barrel Ölförderung pro Tag und einem Ölpreis von 65 Dollar bedeutet dies schon einen Tagesumsatz von 6,1 Milliarden Dollar, im unverarbeitenden Zustand.

Ein längerer Ölpreisanstieg wäre in der jetzigen Situation der Fingerzeig für die Frage nach einer Rezession, Markus Fugmann hat gestern in seinem Marktausblick mehrere Argumente hierzu geliefert. Scheinbar glaubt man nicht an einen dauerhaften Anstieg.

Kriegsgefahr im Nahen Osten

Haben wir nicht in jedem Jahr permanent irgendwo eine Kriegsgefahr? War es im vorletzten Jahr nicht Kim Jong-un und seine Atomversuche, nach denen er von Donald Trump schon mit absoluter Vernichtung bedroht wurde (Fire and Fury)? Oder in den Jahren zuvor der Syrienkonflikt, in den sogar die Atommacht Russland mit eingegriffen hat? Erst recht, wenn ich die letzten 40 Jahre zurückblicke, zum Beispiel an die 1980-er Jahre, in denen es im Kalten Krieg fast zu einem Atomkrieg zwischen Russland und den USA gekommen wäre. Beide Nationen besitzen derzeit noch zusammen fast 13000 Atomsprengköpfe, mehr als das Zehnfache aller anderen Staaten zusammen. Seither gilt die „mutual assured destruction“, das Gleichgewicht des Schreckens oder die „gegenseitig versicherte Vernichtung“. (Dazu noch mehrere Golfkriege, den Libyenkonflikt, den arabischen Frühling, den Krieg im Sudan und in der Ukraine, um nur ein paar Beispiele zu nennen). DerAktienmarkt reagiert wie in den Golfkriegen immer dann heftig, wenn die Versorgung der Welt mit dem schwarzen Gold in Frage stand.

Ich erinnere mich auch sehr gut an den 11. September 2001, an den Nachmittag mit den Angriffen auf die Zwillingstürme in New York. Beim Blick in die Nachrichten bei n-tv dachte ich zuerst in der Splitscreen-Einblendung an einen neuen Hollywoodfilm, bis ich die Reaktion des Dax bemerkte. 400 Punkte Einbruch in wenigen Minuten und das bei einem Dax-Stand, der nur einem Drittel des heutigen Wertes entsprach. Bei großer Kriegsgefahr war die Reaktion der Märkte stets wesentlich heftiger als derzeit.

Die Reaktion am Aktienmarkt, drei Tage nach dem Ereignis

Zu Wochenbeginn gab es eine typische Reaktion am Aktienmarkt: Europa stürzte zunächst zwei Prozent ins Minus, die USA fingen sich nach anfänglichen Verlusten und kletterten sogar wieder ins Plus. Vor allem erholte sich der Ölpreis etwas nach seinem großen Anstieg. Mit der Standardmaßnahme der Fed am Repo-Markt hat das aus meiner Sicht wenig zu tun, diese Aktionen laufen bereits seit Ende September. Aber würde der Ölpreis aufgrund eines Versorgungsproblems steigen, hätte man vonseiten der Fed ein echtes Problem mit dem Inflationsanstieg.

Man rechnet einfach nicht damit, dass sich der sehr impulsive US-Präsident in ein Kriegsabenteuer stürzen wird. Was hatte er nicht Nordkorea und dem „kleinen Raketenmann“ alles angedroht?

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

Seiten: 1 2

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    BrettonWood

    7. Januar 2020 09:08 at 09:08

    Ist natürlich Blödsinn das sich 47% „in Händen“ der Schmuckindustrie beginden solle, das waren wohl mal die Abnahmemenge historisch…Schmuckindustrie lebt aber davon Gold zu verarbeiten und es dann zu verkaufen man darf also davon ausgehen das ein Beträchtlicher Teil dieser 47% ebenfalls in Privaten Händen ist, ich alleine habe schon mehr als 100 Gramm reiner Goldschmuck. Insofern kann man davon ausgehen das beim Gold mehr als 50% sich in Privaten Händen befindet.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      7. Januar 2020 09:58 at 09:58

      @Bretton Wood. Natürlich bedeuten 47 Prozent Schmuckindustrie Privatbesitz und die 21 Prozent Privatbesitz den reinen Goldbesitz als Geldanlage. Ein Darstellungsfehler von mir, aber ging es nicht ein bisschen freundlicher?
      Grüße

      • Avatar

        BrettonWood

        7. Januar 2020 11:12 at 11:12

        Da möchte ich Mich Entschuldigen ich schreibe gerne Pointiert dabei möchte ich aber niemanden diskreditieren insbesondere niemanden der Verfasser hier ich schätze die Beiträge sehr! Bitte um Nachsicht!

        • Avatar

          Wolfgang M.

          7. Januar 2020 11:59 at 11:59

          @Bretton Wood. Alles klar. Bin auch froh um Argumente, wenn ich schief liege. Schreibe die Beiträge manchmal zu nachtschlafender Zeit, weil ich sie bereits vor acht Uhr an Markus übermittle.
          Ohne Lektor rutscht mir da sicher manch ein Fehler durch. 😪
          Viele Grüße

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Dax schwächer als Wall Street – Rotation vorbei? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Dax ist wieder erkennbar schwächer als die großen Indizes der Wall Street: während der deutsche Leitindex noch nicht einmal den Stand kurz vor dem Corona-Crash erreicht hat, steigen S&P 500 und Nasdaq auf neue Allzeithochs. Bereits gestern liefen die Tech-Werte besser als die „Corona-Verlierer“, die ab 09.November (Meldung von Pfizer) so stark steigen konnten – heute setzt sich dieses Muster weiter fort. Ist die Rotation damit schon wieder vorbei, weil der Glaube an eine schnelle Wiederauferstehung von Value-Aktien schwindet? Der Dax jedenfalls tut sich schwer im Bereich der 13400er-Marke – langsam muß der Ausbruch auf der Oberseite erfolgen, denn was nicht steigt, tendiert dann zu fallen. Ist es der starke Euro, der bremst?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Gold/Silber

Goldpreis: Abverkauf als Vorbote für Crash der Aktienmärkte?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Goldpreis ist zuletzt stark unter Druck gekommen – hat das auch etwas für die Aktienmärkte zu bedeuten? Derzeit herrscht an den Märkten bekanntlcih Impfstoff-Euphorie – die US-Indizes mit exztrem starker Performance im November, es waren vor allem die Aktien und Indizes, die in der Coronakrise am Stärksten verloren hatten, die massiv stiegen. Daher hatte etwa der US-Nebenwerte-Index Russell 2000 (wichtigstes ETF: IWM) seinen besten Monat der Geschichte, obwohl knapp die Hälfte der in diesem Index enthalenen Unternehmen Verluste schreiben und in der Coronakrise ihre Verschuldung massiv nach oben geschraubt hatten, um die Krise finanziell zu überstehen. Nicht zufällig ist daher der Russell 2000, der die breite Wirtschaft der USA abbildet, der mit Abstand „teuerste“ Index der Wall Street.

Goldpreis und Aktienmärkte: ein seltsamer Zusammenhang

Der Goldpreis ist bekanntlich nun zweistellig im Minus seit seinem Hoch im August knapp unter der 2100-Dollar-Marke, alleine im November verlor das gelbe Edelmetall 5%. Heute folgt eine kleien Gegen-Reaktion bei Gold mit einem Anstieg über die 1900er-Marke, aber eines ist doch auffällig: die Aktienmärkte erwarten durch die Impfstoffe eine baldige Lösung der Coronakrise nach dem Motto: im Jahr 2021 wird alles so wie früher, oder sogar besser (Allzeithoch vieler Aktien-Indizes). Mit anderen Worten: die Menschen leben wie früher, die Nachfrage zieht an, wodurch tendentiell Inflation entsteht. Das ist die Sicht der Aktienmärkte.

Aber einiges ist hier ungewöhnlich! Zunächst einmal, dass der Goldpreis fällt, obwohl der Dollar schwach ist. Weiterhin ist auffällig, dass die Anleihemärkte eine andere Botschaft senden: denn hier steigen die Renditen nicht, was ja eigentlich passieren müsste, wenn die Wirtschaft wieder stark anzieht nach Ende der Coronakrise (starke Wirtschaft geht tendentiell einher mit infaltionären Tendenzen). Die Anleihemärkte also sehen diese Rückkehr in die alte Welt also offenkundig nicht – und es ist kein Geheimnis, dass die Anleihemärkte als „smarter“ gelten als die Aktienmärkte. Jene Aktienmärkte, die lange die Dimension des Corona-Problems ignoriert und verdrängt hatten, um dann plötzlich in Panik zu verfallen.

Zurück zum Goldpreis: warum fällt Gold? Offenkundig gehen die Investoren nicht davon aus, dass eine von den Aktienmärkten bereits eingepreiste Rückkehr zur Vor-Corona-Realität bald eintreten wird  – sonst müsste Gold eigentlich als bewährter Schutz vor Inflation steigen. Auch die Anleihemärkte sehen das Positiv-Szenario der Aktienmärkte offenkundig nicht.

Wenn nun der Goldpreis deutlich fällt, ist darin eine Botschaft enthalten, wie in folgendem Video von „Game of Trade“ erklärt. Das Video beginnt mit einer Analyse der Aktienmärkte, zeigt dann die derzeit euphorische Stimmung der Investoren – und erklärt dann den zentralen Aspekt: dass der fallende Goldpreis ein Vorbote ist für fallende Renditen, was wiederum absehbar auf erheblichen Streß für die Aktienmärkte hindeutet:

 

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

 

Fallender Goldpreis als Vorbote für einen Crash der Aktienmärkte?

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage