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Aktienmarkt: Wie geht es weiter im Iran-Konflikt?

Was aber noch nichts Endgültiges bedeuten muss, denn keiner weiß, wie weit die fanatischen iranischen Kämpfer in ihren Revanchegelüsten gehen werden. Die Straße von Hormus und der Ölpreis sind die entscheidenden Faktoren. Aber selbst bei Terroranschlägen gibt es eine US-Statistik:

Nach militärischen US-Attacken oder größeren Terroraktionen verlor der S&P im Durchschnitt fünf Prozent, er erreichte seinen Boden nach 22 Tagen und hatte nach 47 Tagen das alte Niveau wieder erreicht.

Das Korrekturpotenzial am Aktienmarkt, unabhängig vom Irankonflikt

Trotz der großen Sorgen, die in den Kommentaren zur Auswirkung des eskalierenden Irankonflikts zum Ausdruck kommen, bleiben die Anleger erstaunlich gelassen, die Euphorie der Vortage ist kaum deutlich abgekühlt. Am besten erkennbar am amerikanischen Fear&Greed-Index, der trotz der Kriegsgefahr am Montag immer noch bei 93 Punkten steht.

Erstaunlich auch die wöchentliche Umfrage des Handelsblatts (AnimusX) unter Privatanlegern, die erst nach dem US-Manöver beendet war und Erstaunliches offenbarte: Die Stimmung hat sich im Vergleich zur Vorwoche nur unwesentlich verschlechtert (minus 0,2 Punkte), während die Investitionsbereitschaft um vier Punkte gestiegen ist. Es ist wie oft in einer Phase der Euphorie, man will auch dabei sein, eine Art FOMO eben.

„Anleger betrachten die Korrektur als Gelegenheit, Positionen aufzubauen“, so der Leiter der Umfrage Stephan Heibel. Nach seiner Ansicht, sei die Korrektur aber noch nicht abgeschlossen. Als Erklärung führte er die Erfahrungen der Anleger nach den letzten Nahostkriegen ins Felde, bei denen die mittelfristigen Auswirkungen auf die Finanzmärkte stets überschaubar waren. Außerdem sei das deutsch-iranische Handelsvolumen mit rund drei Milliarden Euro vergleichsweise gering.

Anders die USA. Hier sind nach den Erhebungen von AnimusX die Stimmung der Anleger noch viel zu bullish für den Aktienmarkt. Dort wettet man weiter stark auf steigende Kurse, erkennbar am Put-Call-Ratio. Auch die Investitionsquote der US-Fondsmanager sei mit 87 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau, der Short Range Oscillator hingegen notiere bei 3,5, einem Wert, der sich nahe an der Schwelle von vier befinde, die auf eine anstehende Korrektur hindeutet.

In Deutschland haben Anleger – Private und Institutionelle – anscheinend mit einer Korrektur am Aktienmarkt gerechnet und ihre Spekulation auf steigende Kurse schon vor dem Ereignis etwas zurückgefahren. Summa summarum gehe die Masse der Befragten erst einmal von einer Seitwärtsbewegung in den kommenden Wochen aus.

Fazit

Die eigentliche Korrektur am Aktienmarkt steht noch aus – unabhängig vom Irankonflikt. Zu hoch ist immer noch die Euphorie, zu gering die Absicherung an den Terminmärkten. Was wird sie auslösen? Gewinnmitnahmen nach dem Phase 1 Deal am 15. Januar, steuerlich bedingte Verkäufe von Anlegern, Racheaktionen der Iraner – die aber bei weitem nicht so selbstmörderisch veranlagt sind, wie mancher meint, denn dann hätte es in den vergangenen Monaten / Jahren schon mehr offene Attacken gegen die USA gegeben? Jeder kennt die Kriegsmaschinerie der USA mit 10 Flugzeugträgern und Tausenden von Kriegsflugzeugen und noch mehr Raketen.

Der Aktienmarkt zeigt sich nach der Tötung Soleimanis bislang recht unbeeindruckt

By Khamenei.ir – http://farsi.khamenei.ir/photo-album?id=41944#i, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77282895



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4 Kommentare

  1. Ist natürlich Blödsinn das sich 47% „in Händen“ der Schmuckindustrie beginden solle, das waren wohl mal die Abnahmemenge historisch…Schmuckindustrie lebt aber davon Gold zu verarbeiten und es dann zu verkaufen man darf also davon ausgehen das ein Beträchtlicher Teil dieser 47% ebenfalls in Privaten Händen ist, ich alleine habe schon mehr als 100 Gramm reiner Goldschmuck. Insofern kann man davon ausgehen das beim Gold mehr als 50% sich in Privaten Händen befindet.

    1. @Bretton Wood. Natürlich bedeuten 47 Prozent Schmuckindustrie Privatbesitz und die 21 Prozent Privatbesitz den reinen Goldbesitz als Geldanlage. Ein Darstellungsfehler von mir, aber ging es nicht ein bisschen freundlicher?
      Grüße

      1. Da möchte ich Mich Entschuldigen ich schreibe gerne Pointiert dabei möchte ich aber niemanden diskreditieren insbesondere niemanden der Verfasser hier ich schätze die Beiträge sehr! Bitte um Nachsicht!

        1. @Bretton Wood. Alles klar. Bin auch froh um Argumente, wenn ich schief liege. Schreibe die Beiträge manchmal zu nachtschlafender Zeit, weil ich sie bereits vor acht Uhr an Markus übermittle.
          Ohne Lektor rutscht mir da sicher manch ein Fehler durch. 😪
          Viele Grüße

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