Folgen Sie uns

Indizes

Aktienrückkäufe – der US-Konzerns Kohlˋs, Spezialist im Financial Engineering

Avatar

Veröffentlicht

am

Was ist durch die Aktienrückkäufe in den USA ausgelöst worden? Die Auswirkungen dieser Aktienrückkäufe sieht man beispielhaft am US-Konzern Kohl´s: Der US-Einzelhändler Kohlˋs ist mit seinen 1150 Filialen zwar kein Riese wie Walmart, aber mit seinen 140 000 Beschäftigten ist das Unternehmen aber doch einer der Großen in den USA. Zuletzt machte der Konzern durch seine Zusammenarbeit mit Amazon von sich reden, vor allem dadurch, dass er ab Juli alle von Amazon bestellten Waren im Falle einer Rücksendung zurücknimmt. Und das in 48 Bundesstaaten. Was aber gestern bei der Vorlage seiner Quartalszahlen wieder ins Bewusstsein gerückt war, ist die Tatsache, dass es sich bei diesem Unternehmen um ein wahres Aktien-Rückkaufmonster handelt.

Die Aktienrückkäufe von Kohlˋs – eine Orgie

Wie bereits öfters berichtet wurde, war die große Aktienhausse der letzten Dekade in den USA zu einem großen Teil auf die Aktienrückkäufe der Unternehmen zurückzuführen. Man spricht davon, dass es bei 75 Prozent aller Unternehmen im S&P 500 solche Rückkäufe gegeben hat und in ähnlicher Höhe soll sich auch der Anteil der Buybacks an der Hausse ausgewirkt haben. Zuerst initiiert durch die superniedrigen Zinsen und in der letzten Phase speziell durch die Steuerreform von Donald Trump mit all ihren Bonusregeln bei der Repatriierung von Auslandsgeldern. Profitiert durch diese Form der Aktienbestandsreduzierung haben nicht nur die Aktionäre, sondern ganz besonders die Führungskräfte, die nicht selten von an das KGV des Unternehmens geknüpfte Bonusregeln gewaltige Zahlungen erhalten haben.

Als wahres Monster in Sachen Aktienrückkäufe hat sich dabei die Einzelhandelskette Kohlˋs im vergangenen Jahrzehnt erwiesen. Von über 300 Millionen Aktien wurde die Zahl der ausstehenden Aktien bis auf knapp 170 Millionen reduziert – eine Verknappung um sagenhafte 47 Prozent.

Jetzt spürte man die Auswirkungen des US-Handelsstreits, gerade im Hinblick auf die Zölle ab 1. September. Als Vertreiber von Bekleidung, Haushaltsgeräten, Elektoartikeln u.ä. im niedrigen bis mittleren Preissegment wäre man natürlich von einer Bezollung Chinas besonders betroffen.

Ergo:

Kohlˋs hat in der Vergangenheit zum einen profitiert von der ungezügelten Kauflaune der US-Verbraucher, wie auch von seiner speziellen Form des „Financial Engineerings“, welches einen Anstieg des Aktienkurses auch ohne substanzielle Gewinnsteigerungen im Unternehmen ermöglichte.

Was aber wird in der Zukunft mit Kohlˋs und seine Konkurrenten wie Kmart, Target, Walmart, Dillardˋs, Macyˋs und anderen geschehen, falls die beiden Haupttreiber einbrechen sollten?

Der US-Konzern Kohl´s steht beispielhaft für Aktienrückkäufe

By MB298 – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46873103

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    21. August 2019 13:54 at 13:54

    @Wolfgang, Ihre Artikel ganz allgemein, und mehr noch die mit Schwerpunkt USA und deren fast perversem Erfindungsreichtum in Sachen „Financial Engineering“ und anderer Kapriolen an Wertschöpfungsmechanismen des eigenen Börsenwertes finde ich immer wieder sehr lesenswert und informativ. Davon ist an anderer Stelle so gut wie nie zu lesen.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      21. August 2019 15:00 at 15:00

      @leftutti. Danke für die Blumen. Ihr politisch-soziologisches Grundwissen, gepaart mit sprachlicher Eloquenz, ist aber auch nicht „von schlechten Eltern“.
      Grüße in den hohen Norden

      • Avatar

        leftutti

        21. August 2019 15:40 at 15:40

        @Wolfgang, tja, nur leider wird das häufig gar nicht oder missverstanden, was mir dann regelmäßig „schlimme“ verbale Prügel beschert und zu skurrilen Trollaktionen in der Kommentarspalte führt. Vielleicht sollte ich die Texte vom sensationellen Google Translator in Trollsprache transkribieren lassen und parallel posten :D

  2. Avatar

    Altbär

    21. August 2019 14:30 at 14:30

    Ja das tödliche Spiel mit den Aktienrückkäufen funktioniert eben nur solange die dafür verwendeten Kredite tiefer sind als die Dividende der Aktien.Darum mussten die Amis wohl die Zinsnormalisierung brüsk umkehren, weil der Aktienmarkt allergisch reagiert hat.Das Endspiel geht in die Verlängerung u.dann gibt es noch Elfmeterschiessen u.am Schluss werden Alle verlieren, im Gegenstz zum Fussball.

    • Avatar

      Shong09

      21. August 2019 17:33 at 17:33

      Falsch, einige wenige gewinnen bei dem Spiel in der Regel. Lesen Sie mal ein paar Bücher (oder zumindest Reminiscenes of a stock operator, Jesse Livermore und Co Autor) über die Börsenzeit 1880 bis 1930. Da werden Sie viele Namensväter von Unternehmen kennenlernen.

      • Avatar

        leftutti

        21. August 2019 18:59 at 18:59

        @Shong09 @Altbär
        Ganz verwegen könnte man behaupten, es sind und waren immer wieder dieselben Namen, die profitieren. In guten, wie in schlechten wirtschaftlichen Perioden, vor, inmitten und nach Kriegszeiten, technischen Revolutionen oder globalen sozio-politischen Umwälzungen.

        Doch irgendwo ist das auch relativ. Denn der Profit in einer Krise wird oft auch im Verhältnis zum gewohnten „Lebensstandard“ sinken, währenddessen er gleichzeitig, verglichen mit den restlichen 99,97% der Menschheit, sogar zu steigen vermag.

        Ich denke also, weder falsch, noch richtig auf beiden Seiten. Einigen wir uns auf unentschieden, weil im Elfmeterschießen die Reservespieler ausgegangen sind.

        • Avatar

          Shong09

          22. August 2019 00:09 at 00:09

          Großteils haben Sie im ersten Absatz Recht, aber Sie lassen außer Acht, dass einerseits einige wenige gerade in den großen Krisen/Depression erst zu ihrem Vermögen kommen (wenn man ehrlich ist bietet eben gerade das Shorten auch dem Normalo das größte Gewinnpotential, nur leider eben auch beim größten Risiko), welches man sich mit einem Mindestmaß an Intelligenz auch nicht mehr nehmen lassen braucht, und andererseits viel schwerwiegender lassen Sie das Verhalten der Profitierenden unbetrachtet. Gerade dies ist jedoch von Belang, ob gesetzestreu und moralisch einwandfrei oder ganz und gar nicht.
          Es gibt z.B. eine (Bankers-)Familie in Amerika, welche immer noch im Kongress/Senat sitzt, welche zur Zeit des WWII in Europa eine große Waffenfabrik besaß und an die Deutschen lieferte, und diese auch nach Aufforderung durch Organe der USA nicht aufgab.
          Diverse der mächtigen Akteure profitieren in der Krise, teilweise auch nur unmittelbar danach, noch viel mehr als im normalen Aufschwung, oftmals auch durch rechtswidrige Methoden. Und manche dieser führen die Krise deswegen absichtlich herbei.

          Ich halte es für sehr wichtig, dass man sich dessen bewusst ist. Ansonsten kann man sich weder darauf einstellen, noch dem entgegenwirken.

  3. Avatar

    Quintus

    21. August 2019 14:45 at 14:45

    Wolfgang Müller, der deutsche Tyler Durden.
    Auch ich freue mich immer wieder über ihre detaillierten und „des Wahnsinns offenbarenden“ Berichte aus dem Land der unbegrenzten Gier.
    Weiter so!

  4. Avatar

    Altbär

    22. August 2019 06:38 at 06:38

    Es gab schon grosse Diskussionen über den Sinn der Aktienrückkäufe. Eigentlich ganz einfach, diese sind nur sinnvoll wenn sie nicht überbewertet sind.Wenn ein Manager für seine Firma Aktien zurückkauft um seine Bezüge zu erhöhen ( durch schizophrene Lohnsysteme gefördert) dann schädigt er seine eigene Firma ,was man rein theoretisch als ungetreue Geschäftsführung auslegen könnte, aber in der heutigen Finanzwelt als legaler Diebstahl gross in Mode.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Aktienmärkte: Heißer Oktober voraus – Unheil mit Ansage?

Unheil an der Börse baut sich immer unerwartet auf – und wird dann in kurzer Zeit in die Aktienmärkte eingepreist. Die aktuellen Belastungsfaktoren sind dagegen allen bekannt..

Avatar

Veröffentlicht

am

Der September geht zu Ende und in diesem Jahr macht er seinem Ruf als schlechtester Börsenmonat für die Aktienmärkte alle Ehre. Vier Wochen fallende Kurse beim Dow Jones sowie beim S&P 500 und ein kleines Wochenplus beim Nasdaq haben etwas Luft aus der Überspekulation aus den Märkten genommen. Aber sind die Abschläge, die die Indizes knapp in den Korrekturmodus von minus zehn Prozent gebracht haben, schon genug? Oder spült der Zinsnotstand die Großanleger wieder zurück in die Aktienmärkte, die in den letzten Wochen ordentlich Kasse gemacht haben? Im Gegensatz zu einem Heer von Kleinanlegern. Die Unsicherheiten an den Märkten haben in der letzten Woche nicht abgenommen, ganz im Gegenteil.

Aktienmärkte: Die derzeitigen Belastungsfaktoren

Es ist Allgemeingut in der Szene, dass derzeit drei große Themen auf den Börsen lasten, abseits von Markttechnik, Saisonalität oder Marktpsychologie:

  • Covid-19
  • das fünfte Stimuluspaket
  • und die großen Spekulationen um den Wahlausgang am dritten November.

In Sache Corona gibt es einfach keine Entspannung, ganz im Gegenteil, die Fälle steigen deutlich an und selbst, wenn es sich um vorwiegende um jüngere Menschen handelt, gibt es sofort behördliche Gegenmaßnahmen: Örtliche Lockdowns (z.B. Madrid), Reisewarnungen, Schulschließungen, mit all den Folgen für die Corona-sensitiven Branchen, aus den x-fach dargestellten Wirtschaftsbereichen. Immer schön an den Börsenkursen ablesbar, Fluggesellschaften als zweites Corona-Worldometer.

Dauerthema Nummer zwei für die Aktienmärkte ist das nächste Rettungspaket, das für viele Menschen unerlässlich ist, um weiter über die Krise hinwegzukommen. Natürlich auch für den Konsum in den USA als Konjunkturpfeiler par excellence. Wie sagte eine US-Expertin letzte Woche im Fernsehen? „Immer noch leben 30 Millionen Amerikaner von so etwas wie Arbeitslosenunterstützung, jeder 10. Haushalt sagt, er habe nicht genug zu essen, man hat zwar immer noch das Moratorium, das vor Zwangsräumungen schützt, aber wenn das ausläuft, stehen Millionen Amerikaner auf der Straße.“

In dieser Situation werden auch politische Taktikspielchen betrieben, weil es den Demokraten bewusst ist, dass fallende Aktienmärkte dem Amtsinhaber schaden. Und dann haben wir natürlich noch die großen Imponderabilien, die direkt mit dem 3. November zusammenhängen.

Das große Damoklesschwert Ausgang der US-Wahlen

Fünf Wochen vor dem großen Wahltag versuchen die Aktienmärkte in irgendeiner Form einzupreisen, welche Folgen nach einem Wahlsieg Bidens oder Trumps zu erwarten sein könnten. Das ganze Spektrum inklusive unterschiedlicher Konstellationen im Kongress. Markus Fugmann hat bereits am Freitag die große Problematik mit der Briefwahl angesprochen, die in diesem Jahr den Wahlausgang zu einer elend langen Prozedur gestalten könnte. Es ist nicht so sehr der Ausgang als solcher, – auch ein Joe Biden wird in den USA keine wirtschaftsfeindliche Politik machen, er ist ein Mann der Mitte.

Aber die große Unsicherheit für die Aktienmärkte geht von einer anderen Thematik aus. Wieso hat Donald Trump schon so früh angekündigt, dass er eine Wahlniederlage nicht akzeptieren werde? Wieso hält er seine Steuerunterlagen der Vor-Präsidentschaftszeit mit aller Macht zurück, entgegen Gerichtsbeschlüssen? Wieso fabuliert er ständig von lebenslanger Präsidentschaft, die eigentlich von der US-Verfassung ausgeschossen ist? Fürchtet er die Aufdeckung von Verstößen gegen US-Gesetze, aktuell noch einmal angefacht durch die Ermittlungen gegen Banken wegen Verstößen gegen die Geldwäsche, auch bei der Deutschen Bank, deren langjähriger Kunde er ist? Es ist bekannt, dass er als Immobilienmogul Geschäfte mit Russland gemacht hat. Was würde eine Wahlniederlage bedeuten? Natürlich den Verlust des präsidialen Schutzes durch die Immunität, die einen Präsidenten vor strafrechtlichen Ermittlungen bewahrt. Ein Strafverfahren gegen den größten POTUS –  für Trump und seine Persönlichkeit die Maximalkatastrophe.

Darin liegt für mich eine große Gefahr, dass er mit allen Mitteln eine mögliche Wahlniederlage zu verhindern versucht und diese auch nicht eingesteht, weit vor der Wahl schon von Manipulation spricht, trotz entgegen anders lautender Beteuerungen der Sicherheitsdienste. Dass ihn nicht einmal Ausschreitungen und bürgerkriegsähnliches Zustände im Lande davon abhalten könnten, das möglicherweise Unvermeidliche einzugestehen. Hunderte Juristen, ehemalige Regierungsbeamte, Wahlexperten und Journalisten spielen bereits das Szenario durch, wie Trump mittels Secret Service aus dem Weißen Haus entfernt werden könnte. Ein Projekt der Juraprofessorin Rosa Brooks hat den Namen Transition Integrity Project (TIP).

Noch ist es lange nicht soweit und es muss auch nicht zu einem extremen Szenario kommen, aber das Ganze ist für die Aktienmärkte eine große psychologische Klippe. Der jetzige Amtsinhaber könnte auch im Amt bestätigt werden und unter Berücksichtigung dieses „autokratischen Verhaltens“ des Präsidenten, kommt den großen Wahlkampfauftritten der Gegenspieler eine besondere Bedeutung zu.

Weitere Wolken am Börsenhimmel

Wir stehen vor dem Ende des dritten Quartals, was zu Umschichtungen in großen Depots, dem so genannten Re-Balancing führen könnte. Die US-Großbank JPMorgan rechnet mit Aktienverkäufen in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar: US-amerikanische Pensionsfonds, den japanischen Government Pension Fund und den norwegischen Ölfonds betreffend. Da die Aktienmärkte die Anleihen weit outperformt haben, könnte es wegen der vorgegebenen Asset Allocation zu Umschichtungen kommen.

Von konjunktureller Seite ist ein gemischtes Bild zu erkennen, wie bei den letzten Zahlen zum Häusermarkt (positiv), aber auch dem Arbeitsmarkt (leicht negativ). An diesem Freitag steht wieder einmal der große monatliche Arbeitsmarkt auf der Agenda, erfassungstechnisch sehr fragwürdig, aber der Markt glaubt an die Zahlen. Ganz übergeordnet ist bei der Markterholung ein eindeutiges, aber unvollendetes V erkennbar, unter anderen hängen die letzten 10 Prozent von der Entwicklung der Pandemie ab. Das spiegelbildliche Wurzelzeichen eben, selbst langsam erkennbar an unserem Ifo-Index.

Die Entlastungsfaktoren

Natürlich hat sich an der Anlagesituation im Hinblick auf die Konkurrenz Aktien versus Anleihen noch nichts Wesentliches geändert. Der derzeitig aus taktischen Gründen vorgeschobene Attentismus der US-Notenbank (Druck auf die politischen Streithähne) kann jederzeit wieder in einen Befreiungsschlag münden – bei weiteren Verlusten. Schließlich ist es Jerome Powells oberstes Ziel, die Wirtschaft zu stützen. Außerdem sind von dem billionenschweren Corona-Hilfspaket des US-Kongresses derzeit bis zu 380 Milliarden Dollar noch nicht genutzt worden, wie auch Finanzminister Steven Mnuchin erklärt hat. Das Geld könnte seinen Weg zu Haushalten und Unternehmen machen, wenn die Abgeordneten den Weg frei machten.

Natürlich können zu jeder Zeit (erzwungene) Meldungen über die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffes kommen, wenn selbst die Chefs von milliardenschweren Biotech- und Pharmafirmen immer wieder sehr optimistische Aussagen zur Entwicklungssituation abgeben.

War im letzten Monat die Investitionsquote der aktiven Fondsmanager nicht drastisch nach unten gefahren worden? Was passiert eigentlich, wenn die Korrektur der Akztienmärkte nicht weiter geht und die passiven Fonds (ETFs) schon wieder im Vorteil sind. Schon wieder Pain Trades? Man darf es nicht außer Acht lassen: es liegen derzeit 5 Billionen Dollar auf kaum verzinsten Cashkonten. „Sie werden wieder in den Aktienmarkt kommen, aber zur falschen Zeit“, so ein Investor im US-Fernsehen.

Fazit

Der ungeliebte Börsenmonat geht mit seiner fast schon erwarteten Minusbilanz der Aktienmärkte zu Ende, aber kommt jetzt ein goldener Oktober? Betrachtet man die Belastungsfaktoren vor den US-Wahlen nüchtern, könnte man sofort ausrufen: nie und nimmer.

Aber Unheil an der Börse baut sich nach meiner Erfahrung immer unerwartet auf – und wird dann in kurzer Zeit eingepreist. Die oben genannten Belastungsfaktoren sind jedem Vermögensverwalter bekannt, selbst die Optionen auf den SPX ab November preisen schon eine höhere Volatilität ein. Auch war der September ein sehr schwankungsfreudiger Monat. Beim Nasdaq gab es an 82 Prozent der Handelstage Veränderungen von über einem Prozent auf Tagesschlusssicht.

Was könnte die Aktienmärkte jetzt nach oben bringen? Vielleicht eine Rückeroberung der 50-Tage-Linie, frisches Geld zu Monatsanfang? Spannung dürfte das TV-Duell zwischen dem Herausforderer und Präsident Trump in der Nacht zum Mittwoch bringen.

Schlussendlich könnte das Bonmot der Börse dann doch wieder einmal gelten: „Politische Börsen haben kurze Beine“. Aber das ist schon ein wenig weit gedacht..

Dass Trump schon im Vorfeld der Wahl am rechtmäßigen Ausgang zweifelt, belastet die Aktienmärkte

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Abverkauf oder Rally? Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte starten in eine wahrscheinlich turbulente Handelswoche! Im Fokus die Debatte zwischen Trump und Biden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Es gibt einige Faktoren wie die Saisonalität kurz vor der US-Wahl, die für einen fortgesetzten Abverkauf der Aktienmärkte sprechen – der Dow Jones und der S&P 500 nun vier Wochen in Folge im Minus und damit mit der längsten Verluststrecke seit August 2019. Aber es gibt auch für die Bullen Hoffnung, da die Stimmung inzwischen komplett gedreht hat und vor allem institutionelle Investoren extrem short positioniert sind (mit dem Potential für einen Short Squeeze). Heute dreht sich einmal mehr fast alles um Donald Trump..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Indizes

DAX daily: Startschuss zu einer Erholung? Tages- und Wochenausblick

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Haben wir am Freitagnachmittag den Startschuss für eine Erholung gesehen? Am Freitag hat der Dax zwar mit einem weiteren Abschlag von 137 Punkten (-1,09 %) eine rabenschwarze Woche beendet, dennoch konnte er am Nachmittag kräftig zulegen. Auf Wochensicht beläuft sich der Verlust auf insgesamt 647 Punkte (-4,93 %). Dabei ist er auf das tiefste Niveau seit Ende Juli abgerutscht. Sein Tagestief markierte der deutsche Leitindex bei 12.341 Punkten, wohingegen das Tageshoch bei 12.622 lag. Schließlich ist der Handelstag und somit auch die Börsenwoche bei 12.469 zu Ende gegangen. Einmal mehr haben die Corona-Sorgen die europäischen Aktienmärkte belastet. Derzeit ist es aufgrund der starken Ausbreitung des Virus kaum vorhersehbar welche Maßnahmen seitens der Regierungen getroffen werden und wie sich das auf die Konjunktur auswirkt. Wenn die Börse eins nicht mag, dann ist das die Unsicherheit.

Auf der anderen Seite haben die US-Börsen am Freitag einen ersten Impuls gen Norden gesetzt. Dadurch hat sich auch das Blatt im Dax gewendet. Angetrieben durch starke US-Indizes konnte der Leitindex nachbörslich immerhin noch bis 12.576 ansteigen. Im Tageschart hat er folglich eine Kerze mit einer langen Lunte hinterlassen. Beim großen Bruder vom Dax dem S&P500 hat sich auf Tagesbasis sogar ein „Morning Star“ gebildet, diese Chart-Formation deutet auf eine Bodenbildung bzw. Trendumkehr hin und könnte der Startschuss für eine ausgedehnte Erholung sein.

Nicht nur die Marke von 12.750 ist diese Woche ein neuralgischer Punkt im Dax, sondern auch die 12.900 und die runde 13.000er Marke. Um das Chartbild wieder aufzuhellen, muss der Dax entsprechend per Tageschlusskurs über den jeweiligen Niveaus schließen. Demgegenüber wäre ein Rückfall unter die Marke von 12.500 ein weiteres Anzeichen für Schwäche im deutschen Leitindex.

News und fundamentale Daten

Am heutigen Montag sehen wir keine interessanten Konjunkturdaten, stattdessen könnte die Rede von EZB-Präsidentin Lagarde um 15:45 Uhr den Dax bewegen. In ihrer Ansprache äußert sie sich zur europäischen Geldpolitik, dabei spielt ihre Rhetorik eine entscheidende Rolle, da sie mit ihren Worten die Erwartungen von Analysten und Anlegern bestätigen und enttäuschen kann.

Am Dienstag steht das Verbrauchervertrauen im Blickpunkt, das als Schlüsselgröße für das Verhalten des Konsumenten und der Inflation gilt. Zuerst erscheint der Verbraucherpreisindex aus Deutschland, bevor wir das vom Conference Board erhobene US-Verbrauchervertrauen sehen. Das Highlight der Woche ist sicherlich der Mittwoch. Dann werden die Einkaufsmanagerindizes aus China veröffentlicht. Zudem erscheinen die Einzelhandelsumsätze und die Veränderung der Arbeitslosenquote aus Deutschland. Aus der Euro-Zone sehen wir außerdem noch den Verbraucherpreisindex. Darüber hinaus erscheinen die ADP-Arbeitsmarktdaten sowie das Bruttoinlandsprodukt aus den USA. Die zahlreichen Konjunkturdaten können für richtig Schwung im Dax sorgen und im positiven Fall die Erholung unterstützen.

Auch der Donnerstag ist vollgepackt mit Wirtschaftsdaten. Zuerst erscheint der wichtige Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe aus Deutschland. Danach findet das Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU statt. Zu guter Letzt sehen wir noch die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten sowie den viel beachteten ISM Einkaufsmanagerindex aus den USA. Zum Abschluss der Woche erscheint am Freitag der Verbraucherpreisindex der Euro-Zone sowie die US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft. Damit stehen diese Woche eine Masse an Trading-Events auf der Agenda. Nicht nur im Dax, sondern auch bei den US-Indizes, in den Devisen und bei den Edelmetallen kann es zu erhöhter Volatilität kommen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Vorbörslich notiert der Dax knapp 200 Punkte im Plus, entsprechend geht es mit einem großen Aufwärts-Gap in die neue Handelswoche. Zur Eröffnung kann es daher erstmal einen Rücksetzer geben, bevor sich die Erholung fortsetzt. Um die begonnene Erholung von Freitagnachmittag fortzusetzen, muss der Dax die nächsten Widerstände bei 12.665 und 12.700 herausnehmen. Bei einem Anstieg über die 12.711 würde der Dax ein neues Hoch markieren und den Trend kurzfristig umkehren. Darüber wartet dann der entscheidende Widerstandsbereich zwischen 12.745 (PP R1) und 12.765 (38,2 % Retracement), dazwischen liegt noch der neuralgische Punkt bei 12.750. Schafft es der Dax den Bereich zu überwinden, dann geht es zum Tageshoch vom 24.09. bei 12.830. Ein Überschreiten der Marke wäre ein bullisches Signal und eröffnet weitere Ziele auf der Oberseite bei 12.900 und der runden 13.000er Marke.

Wie gesagt, nach einem derartig großen Gap zum Freitagsschlusskurs kann es zu einem Rücksetzer kommen. Eine erste Unterstützung liegt an der 12.620. Dort kann der Dax auch schon wieder nach oben abdrehen, ansonsten folgen die nächsten Unterstützungen bei 12.565 und am Pivot Punkt bei 12.542. Findet der Dax dort auch keinen Halt, dann folgt bei 12.500 eine wichtige Unterstützung, diese sollte er halten, um die Erholung nicht zu gefährden. Ein Unterschreiten wäre ein Zeichen der Schwäche und würde ihn zum Gap-Close bei 12.469 bringen. An dieser Stelle liegt auch eine Unterstützung aus der Bodenbildung bei 12.463. Darunter könnte es für den Dax wieder düster werden. Dann ergeben sich Ziele bei 12.341 (Tief 25.09.) und tiefer.

DAX daily: Tages- und Wochenausblick - M30-Chart - Startschuss zur Erholung

Dax Unterstützungen (US):

12.565 – Stundenchart

12.542 – Pivot Punkt

12.505 – Tagestief 21.09.

12.469 – Gap 25.09.

12.463 – US aus Bodenbildung (Tief 12.341)

12.341 – Tagestief 25.09.

12.280 – Tief 03.08.

12.209 – Tief 31.07.

12.177 – SMA200 Tagesbasis

Dax Widerstände (WS):

12.670 – vorbörsliches Hoch

12.665 – 261,8 % Extension (Tief 12.341)

12.700 – mehrfacher WS (H1)

12.745 – Pivot Punkt R1

12.750 – neuralgischer Punkt

12.765 – 38,2 % Retracement (Hoch 13.460)

12.830 – Tageshoch 24.09.

12.900 – 50 % Retracement (Hoch 13.460)

13.000 – psychologische Marke

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen