Gewaltige Unterstützung für den US-Aktienmarkt in den nächsten Jahren? Wenn Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen, sinkt das Angebot der Aktien am freien Markt. Weniger Angebot bedeutet Aufwärtsdruck bei den Aktienpreisen – ein im täglichen Handel nicht spürbarer Faktor, der aber langfristig Unterstützung bietet! Laut den Strategen von JPMorgan könnten die Aktienrückkäufe in den USA in den kommenden Jahren um 600 Milliarden Dollar steigen.
Ein Team um Nikolaos Panigirtzoglou erwartet laut Bloomberg News, dass der Dollarwert der Aktienrückkäufe nach dem Erreichen eines Rekordwerts von 1,5 Billionen Dollar im Jahr 2025 weiter steigen wird. Der Trend wird durch eine Erholung des Rückkaufvolumens auf 3 % bis 4 % der Aktienmarktkapitalisierung vor der Pandemie angetrieben, gegenüber derzeit 2,6 %. „Die Kraft der Aktienrückkäufe, die den US-Aktienmarkt in diesem Jahr stark beflügelt hat, dürfte in den kommenden Jahren noch stärker werden“, schrieben sie heute in einer Mitteilung an ihre Kunden.

Weltweit haben die Aktienrückkäufe in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 bereits das Gesamtvolumen des Vorjahres erreicht. Die Rückkäufe in Verbindung mit einer verhaltenen IPO-Aktivität haben das Aktienangebot negativ gehalten, so die Strategen. „Aus Sicht des Angebots bleiben börsennotierte Aktien zum vierten Mal in Folge in beispielloser Weise gut unterstützt, da die Zahl der börsennotierten Aktien weiter schrumpft“, schrieben Panigirtzoglou und seine Kollegen.
Aktienrückkäufe waren in diesem Jahr ein wichtiger Faktor für die Aktienperformance. US-Aktien mit der höchsten Rückkaufquote im Verhältnis zu ihrer Marktkapitalisierung haben den gleichgewichteten S&P 500-Referenzindex seit Jahresbeginn um fast sechs Prozentpunkte übertroffen.
Dennoch könnten andere Kräfte die Aktienrückkäufe in Schach halten. Strategen von Goldman Sachs, darunter Ben Snider, sagten Anfang dieser Woche, dass das Wachstum der Rückkäufe bei den S&P-500-Unternehmen nach einem rekordverdächtigen ersten Halbjahr zuletzt ins Stocken geraten sei. „Erhöhte Zinssätze und steigende Investitionsausgaben werden das Wachstum der Aktienrückkäufe bremsen, sofern die Aktienbewertungen nicht unerwartet sinken oder die Investitionen in KI stark zurückgehen“, schrieben die Goldman-Strategen.
FMW/Bloomberg
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