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Aktuell: Bank of England mit Zinsentscheidung

Claudio Kummerfeld

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Die Bank of England hat soeben ihre Zinsentscheidung verkündet. Man hat beschlossen den Leitzins bei 0,75% zu belassen. Der Notenbankrat hat diese Entscheidung einstimmig getroffen. Die Erwartungen wurden damit bestätigt.

Die Bank of England verkündet dazu, dass die ihre Vorschau kein „No Deal-Szenario“ beinhalte. Man gehe weiter von einem sanften Brexit aus. Im Klartext: Diese Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus beruht auf der Annahme, dass Boris Johnson ein Handelsabkommen mit der EU abschließen wird, in dem keine Zölle vorgesehen sind! Zinsen können in beide Richtung gehen (je nach Ausgang des Brexit). Die Bank of England sieht das 2019-BIP jetzt bei 1,3% (vorher 1,5%). Für 2020 glaubt man an +1,3% (vorher 1,6%). Die Inflation soll in einem Jahr bei 1,9% liegen (bisher erwartet 1,72%).

Das britische Pfund vs USD reagiert momentan mit +14 Pips gegen den US-Dollar.

Hier das Statement der Bank of England im Wortlaut:

Since May, global trade tensions have intensified and global activity has remained soft. This has led to a substantial decline in advanced economies’ forward interest rates and a material loosening in financial conditions, including in the United Kingdom. An increase in the perceived likelihood of a no-deal Brexit has further lowered UK interest rates and led to a marked depreciation of the sterling exchange rate.

Brexit-related developments, such as stockbuilding ahead of previous deadlines, are making UK data volatile. After growing by 0.5% in 2019 Q1, GDP is expected to have been flat in Q2, slightly weaker than anticipated in May. Looking through recent volatility, underlying growth appears to have slowed since 2018 to a rate below potential, reflecting both the impact of intensifying Brexit-related uncertainties on business investment and weaker global growth on net trade. Evidence from companies, up to the middle of July, suggests that uncertainty over the United Kingdom’s future trading relationship with the European Union has become more entrenched. The labour market remains tight. Annual pay growth has been relatively strong. Consumer spending has remained resilient. CPI inflation was 2.0% in June and core CPI inflation was 1.8%.

The Committee’s updated projections are set out in the accompanying August Inflation Report. They continue to assume a smooth adjustment to the average of a range of possible outcomes for the United Kingdom’s eventual trading relationship with the European Union. In the central projection, conditioned on prevailing asset prices, underlying output growth is subdued in the near term, reflecting more entrenched Brexit uncertainties. This means that a margin of excess supply persists over the first year of the projection. Thereafter, GDP is projected to accelerate to robust growth rates, reflecting a gradual recovery in global growth and firming UK domestic demand growth, driven in large part by a recovery in investment growth as uncertainties dissipate in line with the Brexit conditioning assumption. The acceleration in GDP results in a significant build-up of excess demand, to around 1¾% of potential GDP by the end of the forecast period. After falling in the near term, CPI inflation is projected to rise above the 2% target, as building excess demand leads to firmer domestic inflationary pressures. Conditioned on prevailing asset prices, CPI inflation reaches 2.4% by the end of the three-year forecast period.

These projections are affected by an inconsistency between the smooth Brexit conditioning assumption underpinning the forecast and the prevailing market asset prices on which the forecasts are also conditioned. These asset prices reflect market participants’ perceptions of the likelihood and consequences of a no-deal Brexit. If, as assumed, Brexit proceeds smoothly to some form of deal, market interest rates would likely rise and the sterling exchange rate would likely appreciate. A more consistent forecast would therefore have somewhat lower paths for GDP growth and CPI inflation.

Increased uncertainty about the nature of EU withdrawal means that the economy could follow a wide range of paths over coming years. The appropriate path of monetary policy will depend on the balance of the effects of Brexit on demand, supply and the exchange rate. The monetary policy response to Brexit, whatever form it takes, will not be automatic and could be in either direction. In all circumstances, the Committee will set monetary policy appropriately to achieve the 2% inflation target.

The MPC judges at this meeting that the existing stance of monetary policy is appropriate.

Assuming a smooth Brexit and some recovery in global growth, a significant margin of excess demand is likely to build in the medium term. Were that to occur, the Committee judges that increases in interest rates, at a gradual pace and to a limited extent, would be appropriate to return inflation sustainably to the 2% target.

Bank of England
Die Zentrale der Bank of England in London. Foto: Diliff / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

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Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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