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Aktuell: Bayer streicht 12.000 Stellen – „mehr Produktivität, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit“

Geht es vielleicht darum Geld freizuschaufeln für die Milliarden-Forderungen von krebskranken Amerikanern, welche die neue Bayer-Tochter Monsanto gerade mit Klagen überziehen? Aber nein, was wissen wir schon. Bayer feuert gerade eine Orgie aus Worthülsen ab, die derzeit so ziemlich jeder Konzern bringt (siehe gerade erst GM), wenn man massive Entlassungen verkündet.

So will Bayer seine Life-Science-Kerngeschäfte weiter stärken. Produktivität sowie die Innovationskraft sollen erhöht und damit die Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert werden. Man schaffe damit die Voraussetzungen für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg in langfristig attraktiven Wachstumsmärkten. Und so könnte man endlos weiter machen mit diversen netten Aussagen. Aber kommen wir doch zum wirklich wichtigen Teil der aktuellen Aussage von Bayer. Zitat:

Im Rahmen aller geplanten Effizienz- und Strukturmaßnahmen sind – einschließlich der erwarteten Synergien aus der Monsanto-Übernahme – ab 2022 jährliche Beiträge in Höhe von 2,6 Milliarden Euro vorgesehen. Dies geht einher mit einem geplanten Abbau von rund 12.000 der weltweit 118.200 Arbeitsplätze, ein signifikanter Teil davon in Deutschland, der allerdings sozialverträglich erreicht werden soll. Details werden in den kommenden Monaten ausgearbeitet. Die insgesamt erwarteten Einmalkosten für diese Maßnahmen liegen im Bereich des 1,7-Fachen der jährlichen Beiträge. Ein Teil der frei werdenden Mittel soll in den kommenden Jahren genutzt werden, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Divisionen zu verstärken. Allein bis Ende 2022 sind Zukunftsinvestitionen von insgesamt rund 35 Milliarden Euro vorgesehen. Mehr als zwei Drittel davon will Bayer in Forschung und Entwicklung investieren und knapp ein Drittel in Sachanlagen.

Für das bereinigte Ergebnis je Aktie erwartet das Unternehmen unter der Annahme eines konstanten Portfolios und konstanter Wechselkurse 6,80 Euro im Jahr 2019 (2018: 5,70 bis 5,90 Euro). In den Folgejahren soll das bereinigte Ergebnis je Aktie bis auf rund 10 Euro im Jahr 2022 ansteigen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen des Bayer-Konzerns soll im Zeitraum bis 2022 auf mehr als 30 Prozent steigen. In den Divisionen Consumer Health und Pharmaceuticals fallen im 4. Quartal 2018 voraussichtlich außerplanmäßige, nicht zahlungswirksame Abschreibungen in der Größenordnung von insgesamt 3,3 Milliarden Euro an.

Die Aktie stieg vorhin zügig um 1,6 Euro, um dann aber wieder abzusacken. Jetzt notiert sie sogar 1,5 Euro tiefer als vor der Meldung. Eigentlich jubelt die Börse doch bei so massiven Stellenstreichungen. An dieser Stelle mögen die Erwähnungen von Abschreibungen wohl negativ gewirkt haben. Hier noch auszugsweise im Wortlaut von Bayer Aussagen zur geschäftlichen Umstrukturierung. Zitat:

So will sich Bayer von seinem Animal-Health-Geschäft trennen und prüft entsprechende Optionen. Zwar bieten sich hier Wachstumsoptionen in einem attraktiven Markt. Die dazu notwendigen Investitionsmittel sollen jedoch für die Kerngeschäfte Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science eingesetzt werden.

Für die Division Consumer Health wurden Maßnahmen initiiert, um in den kommenden Jahren wieder an das Marktwachstum anzuschließen und die Profitabilität zu verbessern. Dazu gehört auch ein geplanter Rückzug aus Produktkategorien, die außerhalb von Bayer ein besseres Entwicklungspotenzial haben. Neben der bereits angekündigten Veräußerung der rezeptpflichtigen Dermatologie-Produkte werden in den kommenden Monaten strategische Optionen geprüft, sich von den Bereichen Sonnenschutz (Coppertone(TM)) und Fußpflege (Dr. Scholl’s(TM)) zu trennen. Damit will sich das Unternehmen bei Consumer Health auf das profitable Wachstum der Kernkategorien konzentrieren.

Darüber hinaus führt Bayer Gespräche über eine Veräußerung seines 60-prozentigen Anteils am deutschen Standortdienstleister Currenta. Nach der erfolgreichen Trennung von Covestro steht die Nutzung der Dienstleistungen von Currenta in keinem Verhältnis mehr zum Besitzanteil von Bayer.
Zusätzlich zu den geplanten Portfoliomaßnahmen soll auch die Kostenstruktur deutlich verbessert werden. Ziel ist es, die Innovationskraft und Produktivität weiter zu stärken, den Zugang zu Zukunftstechnologien zu beschleunigen, die Wettbewerbsfähigkeit und die Profitabilität weiter zu erhöhen und in diesem Zusammenhang auch die Querschnittsfunktionen und Services effizienter aufzustellen.

Bayer
Der Bayer-Aktienkurs seit heute früh.



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