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Aktuell: Bewegung bei Britischem Pfund und Türkischer Lira

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Die türkische Zentralbank hat heute eine geldpolitische „Verknappung“ zurückgenommen, die sie jüngst durchführte. Was das volkswirtschaftlich oder finanziell im großen Bild bringen soll, sei dahin gestellt, aber gut. Vor zwei Wochen benutzte die Zentralbank ihre Overnight Rate von 25,5% um Banken Geld anzubieten. Heute nun beginnt sie Kredite anzubieten mit 24% gemäß der einwöchigen Repo-Rate. Also eine gewisse Art von Zinssenkung?

Na ja… vielleicht wollte Erdogan unbedingt eine Zinssenkung, und die Notenbanker haben versucht ihm irgendwas zu präsentieren, was danach aussieht? Die türkische Lira zeigte heute eine leichte Abwertung. Euro vs Lira steigt seit heute früh von 6,73 auf 6,76. USD vs Lira steigt von 6,03 auf 6,06. Bewegung ja, aber hey… was für ein Move… Präsident Erdogan wünscht sich seit geraumer Zeit deutlich niedrigere Zinsen. Dass man damit die Lira nicht zum Steigen bekommt, hat ihm das schon jemand gesagt?

Britisches Pfund mit tagelanger Abwärtsstrecke

Das britische Pfund schwächelt weiter. Von gestern Mittag bis jetzt verliert es gegen den US-Dollar weitere 35 Pips. Aber insgesamt ist die Abwärtsbewegung der letzten Tage schon massiv. Seit einem Hoch am 3. Mai verliert das Pfund in einem langen Abwärts-Strich von 1,3170 auf heute 1,2695. Es sieht mehr und mehr danach aus, dass Parlamentarier aus ihren eigenen Reihen sich gegen die vierte Abstimmung des Brexit-Deals stemmen wollen. Ganz aktuell aber berichtet die BBC , dass das Kabinett Theresa May´s Plan unterstützen wolle, ein wenig „Kompromiss“ mit einzubauen, damit ihr Deal schon irgendwie durchkommt (vereinfacht ausgedrückt).

 

Im Laufe des Nachmittags oder Abends will May wohl ihren „neuen Plan“ vorstellen, der vermutlich der alte Plan ist, garniert mit ein paar winzigen Schmankerln. Der Devisenmarkt reagiert just in diesen Sekunden, wo wir diesen Artikel fertig schreiben. Aktuell steigt GBPUSD ein wenig um 30 Pips auf 1,2725. Ein klein wenig Anstieg. Mehr bisher nicht! Mal abwarten, was Theresa May da präsentieren wird. Aber man kann trotzdem vermuten, dass das Klima in Londn derart vergiftet zu sein scheint, dass nur noch eine Maßnahme hilft. May muss weg, neues Personal muss her – fast schon egal wer.

Pfund vs USD
Pfund vs USD seit 8. April.

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Devisen

Türkische Lira fällt weiter: Syrien-Eskalation, Zentralbank und miese Konjunkturdaten

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Die türkische Lira wertet seit Tagen ab, und zwar in mehreren Schüben. Das hat mehrere Gründe, die wir in diesem Artikel besprechen wollen. Schauen wir dazu auf den folgenden Chart. Er zeigt den Verlauf US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Ab dem 12. August war USDTRY im Zuge des globalen Risk Off-Trades (hier genauer erklärt) gestiegen von 5,49 auf 5,61. Die Lira wertete also ab. Es war ein Sog raus aus der Lira und anderen Währungen hin zum US-Dollar.

USD vs Türkische Lira seit 23. Juli

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Türkische Lira fällt weiter

Vor drei Tagen senkte die türkische Zentralbank Mindestreserveanforderungen für Banken. Hört man sich am Devisenmarkt um, hat sich die Stimmung seitdem geändert. Komisch, so meinen wir. Vorher bei einer Zinssenkung von 4,25% durch die Zentralbank fiel die türkische Lira nicht, aber sie fällt jetzt aufgrund der Lockerung bei den Mindestreserveanforderungen. Naja. Seit Montag dieser Woche ist USDTRY weiter gestiegen in drei einzelnen Schüben, von 5,59 auf 5,76. Die Lira wertet also weiter ab.

Diese Woche steigen auch die Ängste, dass die Türkei militärisch gegen Syrien aktiv werden wird. Denn es gab einen syrischen Angriff auf einen türkischen Militärkonvoi. Das kann die Türkei eigentlich kaum unbeantwortet lassen. So ein mögliches Eskalations-Szenario zwischen Assad und Erdogan unterstützt aktuell die Schwächung für die türkische Lira.

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Konjunkturdaten

Und man darf nicht vergessen, dass jüngst wirklich schwache Konjunkturdaten durch das offizielle türkische Statistikamt veröffentlicht wurden. Sie dürften Präsident Erdogan und die ihm jetzt wohlgesonnene Zentralbank womöglich dazu bringen, noch mehr Richtung weiterer Zinssenkungen zu tendieren als ohnehin schon! So ist heute das Verbrauchervertrauen für die Türkei veröffentlicht worden mit einem Indexstand von 58,3. Vor einem Jahr lag der Index noch bei 68,2 Punkten. Laut aktuellsten Daten ist die türkische Industrieproduktion im Juni 3,9% schwächer gewesen als im Vorjahr. Und in der Türkei sind im Juli die Hausverkäufe gegenüber Juli 2018 um 17,5% gesunken!

Zentralbank und Syrien voraus

Wie geht es weiter? Nun, im Augenblick scheint die türkische Lira generell im Abwertungs-Modus zu stecken. Bis 9. August sah es ja noch anders aus. Nun stellt sich die Frage: Wird Erdogan militärisch auf Syriens Angriff antworten? Und wird die Zentralbank in Ankara am 12. September erneut kräftig die Zinsen senken? Beides spräche eigentlich für eine weiter fallende Lira. Aber die letzten Wochen und Monate zeigten, dass der Verlauf der Währung gegen den US-Dollar nicht anhand von Fakten oder Nachrichten 1:1 geplant werden kann.

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Devisen

Angriff auf den Petro-Dollar

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Der Begriff „Petro-Dollar“ bedeutet, dass sich vor allem arabische Produzenten schon vor Jahrzehnten verpflichteten ihr Öl auf dem Weltmarkt nur in US-Dollar zu verkaufen. Folglich müssen Käufer überall auf der Welt in Massen US-Dollar auf dem Devisenmarkt kaufen, und erst dann können sie das dringend benötigte Öl kaufen, bezahlt in US-Dollar. Somit wird der Dollar als Währung unverzichtbar! Eine echte Machtbasis für die USA.

Nun aber hat laut Berichten der russische Ölproduzent Rosneft, der 40% aller russischen Ölförderungen repräsentiert, sich offenbar dazu entschieden demnächst nur noch in Euro abzurechnen. Termingeschäfte für den Export sollen nur noch in Euro laufen. Bestätigt ist das offiziell noch nicht von Rosneft. Aber wenn es so kommt, wäre das schon ein derber Schlag gegen den US-Dollar. Denn dann müssten die Käufer von einem Großteil russischen Öls zukünftig erstmal Euro kaufen, bevor sie in Russland Öl einkaufen können. Somit gewinnt der Euro an Wichtigkeit.

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Erst richtig an Bedeutung verlieren würde der Petro-Dollar, wenn die OPEC und allen voran die Saudis verkünden würden nicht mehr exklusiv den Dollar als Verkaufswährung zu nutzen. Aber ob das jemals passiert? Denn dann wären die Amerikaner wohl wirklich, wirklich verärgert, und man könnte den Saudis den dauerhaften Schutz entziehen, der sie bislang quasi immun macht gegen mögliche Gegner wie den Iran. Aber dennoch. Diese aktuelle Nachricht ist schon ein Angriff auf den Petro-Dollar, auch wenn dies vielleicht nicht die ursprüngliche Absicht der Russen war. Denn angeblich will Russland sich damit vor möglichen weiteren US-Sanktionen schützen.

Übrigens: Rosneft hat gestern seine neuesten Finanzkennzahlen veröffentlicht. Die Details können Sie hier einsehen.

Petro-Dollar
Foto: Unsplash / @mariapaganc

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Aktuell: Trump volle Pulle gegen Powell, und der Dollar auf angeblichem „Allzeithoch“

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Laut ganz aktueller Aussage von Donald Trump notiert der US-Dollar derzeit auf einem Allzeithoch, was die Grafik im dritten Tweet widerlegt. In den 80ern und 2000ern stand er schon deutlich höher! Richtig ist, dass er aktuell auf dem höchsten Niveau seit 2017 steht (Chart des Dollar-Index seit 2016). Abgesehen davon feuert Trump aktuell mal wieder volle Kanne gegen die Fed und deren Chef Jerome Powell. Es laufe gut mit China und anderen Handels-Deals. Nur die Fed sei eben das Problem. Alle anderen Länder hätten höhere Zinsen. Die USA hätten keine Inflation, und müssten die eigenen Zinsen unter die Niveaus der anderen Länder senken, so Trump.

Dollar-Index

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