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Europa

Aktuell: BIP Deutschland schwächer als erwartet – knapp an der Rezession vorbei!

Markus Fugmann

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am

Das mit Spannung erwartete BIP aus Deutchland (4.Quartal; Vorabschätzung) ist mit 0,0% schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war +0,1%; Vorquartal war -0,2%)

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Hier die Details vom Statistischen Bundesamt:

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im vierten Quartal 2018 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – etwa auf demselben Niveau wie im Vorquartal. Die konjunkturelle Lage in Deutschland war damit im Jahr 2018 zweigeteilt: Nach einem schwungvollen ersten Halbjahr (+ 0,4 % im ersten Quartal, + 0,5 % im zweiten Quartal) gab es im zweiten Halbjahr eine kleine Delle (-0,2 % im dritten Quartal, 0,0 % im vierten Quartal), teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mit. Für das gesamte Jahr 2018 ergibt sich daraus ein Anstieg von 1,4 % (kalenderbereinigt: 1,5 %). Das Wachstum fällt damit etwas niedriger aus als im Januar gemeldet.

Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) vor allem aus dem Inland: Es wurde im vierten Quartal deutlich mehr investiert als im dritten Quartal 2018, insbesondere in Bauten, aber auch in Ausrüstungen. Während die Konsumausgaben der privaten Haushalte leicht anstiegen, erhöhte der Staat seine Konsumausgaben zum Jahresende deutlich. Die außenwirtschaftliche Entwicklung lieferte im vierten Quartal dagegen keine Wachstumsimpulse: Nach vorläufigen Berechnungen stiegen Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen im Vorquartalsvergleich etwa in derselben Größenordnung.

Im Vorjahresvergleich hat sich das Wirtschaftswachstum – gemessen an den Ursprungswerten – verlangsamt: Das preisbereinigte BIP stieg im vierten Quartal 2018 um 0,9 % (kalenderbereinigt: 0,6 %), nach + 1,1 % im dritten Quartal 2018 (auch kalenderbereinigt), + 2,3 % im zweiten Quartal 2018 (kalenderbereinigt: 2,0 %) und + 1,4 % im ersten Quartal 2018 (kalenderbereinigt: + 2,1 %).

Nach aktuellem Rechenstand gab es keinen messbaren statistischen Überhang zum Ende des Jahres 2018. Beim statistischen Überhang handelt es sich um die Veränderungsrate des BIP, die sich für das Jahr 2019 schon dann ergäbe, wenn das saison- und kalenderbereinigte BIP in allen Quartalen dieses Jahres gegenüber dem vierten Quartal 2018 unverändert bliebe.

Die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2018 wurde von 45,2 Millionen Erwerbs­tätigen erbracht, das waren 507 000 Personen oder 1,1 % mehr als ein Jahr zuvor.

Neben der Erstberechnung des vierten Quartals 2018 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse der ersten drei Quartale und des Jahres 2018 überarbeitet und, soweit erforderlich, neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen der Ergebnisse einbezogen. Dabei kann es, wie üblich bei saison- und kalenderbereinigten Reihen, zu geänderten Ergebnissen in der gesamten Zeitreihe ab 1991 kommen.

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Europa

Bruttoinlandsprodukt für 2020: Statistisches Bundesamt präsentiert erste Daten

Claudio Kummerfeld

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am

Deutschland Flagge

Laut vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten ist das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland (anhand vorläufiger Berechnungen) im Gesamtjahr 2020 um 5,0 Prozent gesunken. Die deutsche Wirtschaft sei somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der konjunkturelle Einbruch fiel aber im Jahr 2020 den vorläufigen Berechnungen zufolge insgesamt weniger stark aus als 2009 mit -5,7 Prozent.

Grafik zeigt Bruttoinlandsprodukt im Verlauf seit dem Jahr 2005

BIP-Zahlrenreihen

Hier einige aktuelle Aussagen der Statistiker im Wortlaut:

Corona-Krise traf Industrie und Dienstleistungsbereiche hart – nur das Baugewerbe legte zu

Die Corona-Pandemie hinterließ im Jahr 2020 deutliche Spuren in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Die Produktion wurde sowohl in den Dienstleistungsbereichen als auch im Produzierenden Gewerbe teilweise massiv eingeschränkt.

Im Produzierenden Gewerbe ohne Bau, das gut ein Viertel der Gesamtwirtschaft ausmacht, ging die preisbereinigte Wirtschaftsleistung gegenüber 2019 um 9,7 % zurück, im Verarbeitenden Gewerbe sogar um 10,4 %. Die Industrie war vor allem in der ersten Jahreshälfte von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen, unter anderem durch die zeitweise gestörten globalen Lieferketten.

Besonders deutlich zeigte sich der konjunkturelle Einbruch in den Dienstleistungsbereichen, die zum Teil so starke Rückgänge wie noch nie verzeichneten. Exemplarisch hierfür steht der zusammengefasste Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, dessen Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 6,3 % niedriger war als 2019. Dabei gab es durchaus gegenläufige Entwicklungen: Der Onlinehandel nahm deutlich zu, während der stationäre Handel zum Teil tief im Minus war. Die starken Einschränkungen in der Beherbergung und Gastronomie führten zu einem historischen Rückgang im Gastgewerbe.

Ein Bereich, der sich in der Krise behaupten konnte, war das Baugewerbe: Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm hier im Vorjahresvergleich sogar um 1,4 % zu.

Massiver Rückgang der in- und ausländischen Nachfrage

Auch auf der Nachfrageseite waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich sichtbar. Anders als während der Finanz- und Wirtschaftskrise, als der gesamte Konsum die Wirtschaft stützte, gingen die privaten Konsumausgaben im Jahr 2020 im Vorjahresvergleich preisbereinigt um 6,0 % zurück und damit so stark wie noch nie. Die Konsumausgaben des Staates wirkten dagegen mit einem preisbereinigten Anstieg von 3,4 % auch in der Corona-Krise stabilisierend, wozu unter anderem die Beschaffung von Schutzausrüstungen und Krankenhausleistungen beitrug.

Die Bruttoanlageinvestitionen verzeichneten preisbereinigt mit -3,5 % den deutlichsten Rückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Dabei legten die Bauinvestitionen entgegen diesem Trend um 1,5 % zu. In Ausrüstungen – das sind vor allem Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – wurden im Jahr 2020 dagegen preisbereinigt 12,5 % weniger investiert als im Vorjahr. Die Investitionen in sonstige Anlagen – darunter fallen vor allem Investitionen in Forschung und Entwicklung – fielen ersten Schätzungen zufolge preisbereinigt um 1,1 %.

Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf den Außenhandel massiv aus: Die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen gingen im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Besonders groß war der Rückgang der Dienstleistungsimporte, was vor allem am hohen Anteil des stark rückläufigen Reiseverkehrs lag.

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Europa

Industrieproduktion hat Corona-Lücke fast aufgeholt

Claudio Kummerfeld

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Zahnräder

Die Industrieproduktion in Deutschland (Produktion im Produzierenden Gewerbe) hat die Corona-Lücke fast aufgeholt. Sie ist im November im Vergleich zu Oktober um 0,9 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute veröffentlicht hat. Im Jahresvergleich ist es ein Minus von 2,6 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie, war die Produktion im November 2020 saison- und kalenderbereinigt noch 3,8 Prozent niedriger. Der Chart, der bis 2012 zurückreicht, zeigt die Industrieproduktion als blaue Linie. Hier sieht man für Februar 2020 einen Indexwert von 102,9 Punkten, und im November von 99.

Chart zeigt Verlauf der Industrieproduktion seit 2012

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone Dezember: Fünfter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

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Geldmünzen mit Taschenrechner

Die Verbraucherpreise in der Eurozone wurden soeben für den Monat Dezember als Erstmeldung von Eurostat veröffentlicht. Sie sind um 0,3 Prozent rückläufig. Damit sehen wir auf europäischer Ebene nun den fünften Monat in Folge deflationäre Preise! Wie gestern auch in Deutschland, so sehen wir im Eurozonen-Gesamtschnitt heute auch eine kleinere Preissteigerung bei Lebensmitteln als in den Vormonaten. Jetzt sind es nur noch +1,4 Prozent, nach vorher +1,9 Prozent, 2,0 Prozent usw. Dies sorgt zusammen mit -6,9 Prozent bei den Energiepreisen für einen negativen Gesamtschnitt.

Details der Verbraucherpreise im Dezember

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