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Europa

Aktuell: Chicago Einkaufsmanagerindex schwächer – Warten auf die massive Revision?

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Der Chicago Einkaufsmanagerindex ist mit 58,9 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 60,0; Vormonat war 65,7)

Hinweis: die Reputation des ISM Chicago, das die Daten erhebt, hatte zuletzt, vorsichtig formuliert, etwas gelitten, nachdem das Institut zweimal in kurzer Zeit zunächst Zahlen genannt hatte, die dann gut eine Stunde später drastisch nach oben korrigiert wurden -zuletzt im Vormonat. Wir hatten darüber am 30.Juni folgendermaßen berichtet:

„Vor einem Monat war es zu einem peinlichen Zwischenfall gekommen bei der Veröffentlichung des Chicago Einkaufsmanagerindex: zunächst war der Wert mit 55,2 und damit deutich unter der Erwartung (57,0) veröffentlicht worden. Ca. eineinhalb Stunden später dann plötzlich die Korrektur auf 59,4 – das war dann plötzlich der beste Wert seit November 2014.

Nun heute ein ähnliches Malheur: ISM Chicago, das die Daten veröffentlicht, bietet zahlenden Kunden an, die Daten fünf Minuten vor der offiziellen Veröffentlichung bekannt zu geben. Und diese Abonnenten bekamen einen schwächeren Wert als die erwarteten 58,0. Dann aber, um 15.45Uhr deutscher Zeit, plötzlich wieder die Korrektur, der Wert wurde mit 65,7 angegeben, der beste Wert seit drei Jahren! Dabei die Ordereingänge mit +10,5 Punkten auf 71,9, die Beschäftigung leicht schwächer, die „order backlogs“ steigen auf den besten Wert seit 1994!

Irgendwie sehr seltsam alles – das riecht nach alternativen Fakten im Stile Trumps..“

Also: wir zählen jetzt die Minuten, bis die Daten wieder massiv nach oben korrigiert werden!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Masud79

    31. Juli 2017 16:00 at 16:00

    Wie schmerzbefreit sind die amis. Sie steigen egal in positive oder negative news. Herr Fugmann erklären Sie mir das sonst muss ich wieder mit dem kopf gegen die gummizellenwand schlagen

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      31. Juli 2017 16:03 at 16:03

      @Masud, das wird schon! Sonst einfach die Gummizelle wechseln! :)

  2. Avatar

    Beobachter

    31. Juli 2017 16:58 at 16:58

    Da kann ich nur zustimmen,wenn eine so grosse Nummer wie Amazon bei 70% Gewinneinbruch sich kaum bewegt ist das schon komisch,vielleicht ist das das nächste Problem,wenn Aktien auf hohem Niveau nicht mehr steigen,u.wegen Manipulation nicht fallen= keine Bewegung= keine Kommissionen =keine Gewinne für Banken , irgendwann ist der Spass vorbei.

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Europa

Auftragseingänge der Industrie: Juhu, die Krise ist vorbei

Claudio Kummerfeld

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Verschiedene Metallerzeugnisse

Heute früh hat das Statistische Bundesamt die Auftragseingänge der Industrie (genauer gesagt für das Verarbeitende Gewerbe) für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Vergleich zu September steigen sie um 2,9 Prozent. Wichtiger: Im Jahresvergleich zu Oktober 2019 steigen sie um 1,8 Prozent. Noch wichtiger: Gegenüber Februar 2020, dem letzten Monat vor Ausbruch der Coronakrise, lagen die Auftragseingänge der Industrie um 0,8 Prozent höher.

Also kann man basierend auf diesen Zahlen sagen, dass zumindest für die Auftragseingänge der Industrie die Coronakrise vorbei ist. Der Chart, der bis zum Jahr 2012 zurückreicht, zeigt eine abgeschlossene V-förmige Erholung. Klar erkennbar ist, dass die Aufträge aus dem Ausland (wohl vor allem aus China) den Schnitt nach oben ziehen.

Chart zeigt den Verlauf der Auftragseingänge der Industrie seit 2012

Hier Detailaussagen der Statistiker im Wortlaut:

In der größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, der Automobilindustrie, stieg der Auftragseingang im Oktober 2020 weiter an (+1,0 % zum Vormonat) und lag damit 6,0 % über dem Vorkrisenniveau im Februar 2020.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Aufträge aus dem Inland im Oktober 2020 um 2,4 %, die Auslandsaufträge erhöhten sich um 3,2 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 0,5 % zu. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen um 4,8 %.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im Oktober 2020 um 2,3 % über dem Vormonatsniveau. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg um 3,8 % und im Bereich der Konsumgüter fielen die Aufträge um 2,2 %.

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Allgemein

Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone November: Deflation den vierten Monat in Folge!

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse wird zusammengepresst

Soeben hat Eurostat als Vorabschätzung die Verbraucherpreise der Eurozone für den Monat November veröffentlicht. Im Jahresvergleich ist es ein Wert von -0,3 Prozent nach ebenfalls -0,3 Prozent im Oktober. Erwartet für heute wurde eine Veränderung von -0,2 Prozent. Damit erlebt die Eurozone (basierend auf dem Modell des Harmonisierten Verbraucherpreisindex) den vierten Monat in Folge Deflation! Dies hängt natürlich auch mit der seit Juli geltenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland zusammen, welche in vier Wochen wieder rückgängig gemacht wird.

Man sieht: Die Preissteigerung bei Lebensmitteln bleibt relativ konstant mit +1,9 Prozent. Ebenfalls ändern sich die Verbraucherpreise im Negativen auch relativ konstant. Die Energiepreise sinken um 8,4 Prozent – das sind ähnlich hohe negative Werte wie in den Vormonaten. Wie gesagt, ab Januar könnte der Gesamtschnitt wieder Richtung Null-Linie tendieren mit den steigenden deutschen Mehrwertsteuersätzen.

Datenblatt zeigt aktuelle Verbraucherpreise in der Eurozone

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