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Aktuell: China hebt Margin-Handel auf, selber Fehler wie vor dem Crash?

FMW-Redaktion

Die Börsen in Shnaghai und Shenzhen haben vor wenigen Minuten bekannt gegeben, faktisch den Handel auf Margin abzuschaffen. Die Margin-Anforderungen werden von 50% auf 100% erhöht – und damit ist in der Praxis ein gehebelter Handel nicht mehr möglich. Die neuen Regularien sollen am 23.November in Kraft treten. Sie dienen, wie die Börsen auf ihren Webseiten betonen, der Eingrenzung von Risiken, die sich aus dem Handel mit Margin (also mit Hebel) ergäben.

Das weckt Erinnerungen an die Abläufe vor dem Crash, als die Börsen den Margin-Handel einschränkten und gegen „illigalen Margin-Handel“ vor allem ausländischer Investoren, die sich dabei einheimischer Broker bedienten, vorgingen. Die Folge war ein Zusammenbruch des Marktes, der Shanghai Composite verlor zwischen Juni und August 45%.

Der Schritt der Börsen in Shanghai und Shenzhen ist aus Timing-Gesichtspunkten problematisch: Chinas Märkte standen heute wieder unter Druck, die abshebare Anhebung der Zinsen in den USA dürfte die Finanzmärkte Chinas weiter belasten – und zu weiteren Kapitalabflüssen aus dem Reich der Mitte führen.

Nach Angaben der Börse in Shanghai habe im Zuge der Erholung der Aktienmärkte seit September in China der Margin-Handel wieder rapide zugenommen, immer mehr Investoren würden sich Geld leihen um Aktien zu kaufen, die schon stark gestiegen seien. Daher seien die eingegangenen Risiken bereits zu hoch, die Anhebung der Margin sei daher das richtige Instrument, diese Risiken zu begrenzen. Laut Angaben der Shnaghai Stock Exchange hatte der Margin-debt gestern mit 706,4 Milliarden Yuan das höchste Niveau seit August erreicht.

Zu erwarten ist nun, dass die Märkte in China nach dem Wochenende tiefrot eröffnen werden – schon alleine deshalb, weil die Trader bis zum 23.November ihre Positionen reduzieren müssen, um die Verdopplung der Margin noch „finanzieren“ zu können! Daran dürfte auch nichts ändern, dass die Verlinkung der Börsen in Shenzzhen und Hongkong nach Angaben der Behörden bereits Anfang 2016 starten soll. Was jetzt droht, ist nicht weniger als die Wieherolung jener Ereignisse, die auch Europas Aktienmärkte schwer unter Druck brachten und am 24.August zum „Black Monday“ geführt hatten!



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2 Kommentare

  1. Dann bin ich mal auf nächste Woche gespannt!

  2. Mit der Schwarzmalerei diverser Wochentage sollte man noch inne halten: welcher Tag derjenige war, welcher sich als der Schlimmste der Schlimmen herausstellt, weiß man erst nachher. Und man wird sich wieder darüber streiten, welcher denn nun genau.

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