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Aktuell: China zieht „nukleare Option“: erhebt Gegenzölle, droht US-Staasanleihen zu verkaufen und Stopp von Kauf von US-Agrarprodukten

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Vorhin hatte Trump China noch gewarnt, Gegenzölle zu erheben – und genau das passiert jetzt! Peking hat soeben bekannt gegeben, US-Importe im Volumen von 60 Milliarden Dollar zwischen 5% und 25% zu bezollen. Betroffen sind über 5000 Produkte.

Aber wichtiger noch: man droht US-Staatsanleihen zu verkaufen, wie der Chefredakteur der Global Times twittert – das ist gewissermaßen die „nukleare Option“:

China notiert genüßlich den Abverkauf der US-Futures:

Und: Peking erwägt den Stopp von Käufen von US-Agrarprodukten und eine Senkung der Boeing-Käufe:

12 Kommentare

12 Comments

  1. Columbo

    13. Mai 2019 14:43 at 14:43

    Irgendwie paßt die Reaktion der Börse nicht zum ganzen Lärm. Der S&P ist mitten im Getöse nicht einmal 2% im Minus. Kann sich noch ändern, ok, aber es scheint, die Märkte preisen immer noch eine Einigung ein und bekommen womöglich wieder einmal recht.
    Einen derartigen Krieg will und kann sich niemand leisten und deshalb gibt es plötzlich wieder was „Wunderbares“.

  2. Columbo

    13. Mai 2019 14:49 at 14:49

    PS: FMW ist wieder mal in 5g Geschwindigkeit unterwegs. Kompliment&Danke?

    • leftutti

      13. Mai 2019 16:03 at 16:03

      @Columbo, Sie meinten sicherlich eher Mach 5, denn 5g wäre ein Maß für das 5-fache der Erdbeschleunigung (Schwerebeschleunigung, Fallbeschleunigung)…

      Das Gscheithaferl 😉

      • Nico

        13. Mai 2019 16:28 at 16:28

        @Leftutti. Weder noch. Ich schätze @Columbo meinte mit 5g den neuen Mobilfunkstandard 5G (Fifth Generation) und damit indirekt die Geschwindigkeit, mit der FMW über die neue Eskalationsstufe im Handelsstreit berichtete. ?

        • leftutti

          13. Mai 2019 19:56 at 19:56

          @Nico, das ist natürlich auch eine, inzwischen bestätigte, Möglichkeit. Wobei wissenschaftlich betrachtet natürlich der Begriff Geschwindigkeit hier so gar nicht angebracht ist. Denn dieser definiert, grob gesagt, die räumliche Veränderung in einem gewissen Zeitraum (also z. B. die durchschnittliche Autobahn-Geschwindigkeit eines typisch umwelt- und risikobewussten, verantwortungsvollen deutschen Autofahrers >= 250 km/h) 😉

          Mobilfunkwellen bewegen sich aber unabhängig von ihrer Frequenz mit derselben Geschwindigkeit fort, egal ob G5, G4, G3, LTE, UMTS oder GSM. Gemeint ist eigentlich die Datenübertragungsrate bzw. Bandbreite. Eine deutlich größere Menge an Daten wird in einem gewissen Zeitraum übertragen. Warum so viele Menschen hier immer von Geschwindigkeit sprechen, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

          Ein mit 5 Menschen besetztes Auto mit >= 250 km/h hat doch auch keine höhere Geschwindigkeit als wäre es nur mit dem irren Fahrer besetzt. Es hat lediglich eine höhere Aufprallenergie bei einem Unfall, eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für mehr Todesopfer und einen höheren Spritverbrauch.

          Auch die FMW hat nicht in einer gewissen Geschwindigkeit berichtet, sondern in kurzer Zeit nach Bekanntwerden. Also reaktionsschnell, hochaktuell.
          Das nur augenzwinkernd am Rande, weil doch immer alle so gesteigerten Wert auf sachlich und fachlich korrekte Diskussionen legen 😉

          • Columbo

            13. Mai 2019 20:41 at 20:41

            Gut @leftutti, sehr gut, etwas Physik schadet Ökonomen und sonstigen professionellen und selbsternannten Marktbeobachtern wirklich nicht. So verhindert man das Überhandnehmen von Astrologen?.

          • leftutti

            13. Mai 2019 21:48 at 21:48

            @Columbo, nur Astrologen? Was ist mit all den Trollen, den Politclowns und andauernd kontostandsabhängigen Finanzjunkies?

            Mathematik und Physik aus der 5. Klasse sollten tatsächlich Trainingsgrundlage eines Gehirns sein, bevor man öffentlich zu wesentlich komplexeren Themen Stellung nimmt.

            Damit meine ich selbstverständlich weder Sie, noch @Nico, das möchte ich unbedingt klarstellen, auch wenn mein Kommentar auf einem ursprünglich von Ihnen beiden falsch verwendeten Begriff basiert.

  3. tm

    13. Mai 2019 15:20 at 15:20

    Wenn das wirklich die Drohnungen Chinas sind, war das sehr ungeschickt.

    „China may stop purchasing US agricultural products“

    Die USA sind größter Exporteuer landwirtschaftlicher Erzeugnisse und China benötigt viele Lebensmittel. Ein kompletter Stopp dürfte naehzu unmöglich sein.

    „reduce Boeing orders“

    Ähnliches Problem. Airbus kann kurzfristig nicht mehr liefern und darüber hinaus sind die Alternativen knapp.

    „Many Chinese scholars are discussing the possibility of dumping US Treasuries“

    China kauft seit Mitte 2010 netto keine US-Staatsanleihen mehr und hält ohnehin nur gut 5% der ausstehenden Anleihen. Ein Verkauf würde das US-Zinsniveau daher allenfalls temporär erhöhen, aber gleichzeitig zu einer CNY-Aufwertung führen. Das wäre im Grunde das, was die verschiedenen US-Regierungen seit langem fordern.

    Da hat China bessere Druckmittel.

  4. Marcus

    13. Mai 2019 15:58 at 15:58

    Das mit den Staatsanleihen könnte interessant werden. Ansonsten warte ich weiter ab ob nicht wieder merkwürdige Tweets abgesetzt werden die dann zu 500 Punkten Kursgewinn führen.

  5. Columbo

    13. Mai 2019 16:40 at 16:40

    @Nico
    Yes Sir, das meinte ich?

  6. Koch

    13. Mai 2019 17:09 at 17:09

    Handelskrieg(e)finde ich eher positiv.Die weltweit ungezügelte Wachstumswirtschaft ohne Limit plündert nur den Planeten aus und macht aus Millionären Milliardäre!Nutzen für die Menschheit=0.Ich bin schon länger Mitglied und Symphatisant diverser Naturschutzvereine und kann mich noch sehr gut an den Niedergang der DDR erinnern.Einer der wenigen Pluspunkte dieses Ereignisses war die Senkung der gesamtdeutschen Emissionen!Viva la Baisse.Dax/Dow/Nikkei/Shenzen,down,Planet up!Wie gefällt dir das,Greta?Tradewar(s)for Future!Ausserdem müssen alle Religionen abgeschafft werden,da sie kontraproduktiv sehr viele wichtige Menschheits und Planetentwickllungen beeinflussen.Vielweiberei,wachset und mehret euch,machet euch die Erde untertan usw.Was soll der Scheiss?5 Milliarden 2-beiner reichen dem Planeten.Stoppt den Heuschreckenwahnsinn,bevor alles kahlgefressen,verwüstet/klimabedingt überflutet ist.

  7. Walter Finger

    13. Mai 2019 18:09 at 18:09

    @tm
    Na so ganz ungeschickt waren die die Chinesen noch nie…bis jetzt haben sie ganz genau das gemacht was die usppa sprich trump der ja Nordamerikaner ist, richtig schmerzt…das Milliarden Volk steht mit über 80% hinter seiner Regierung und deren Politik…wenn ein Ausverkauf der us Staatsanleihen, der ja bekanntlich schon läuft..wenn auch zäh…beginnen würde, sollte man nicht unterschätzen was und wen das alles mit sich zieht…und was die Lebensmittel betrifft…daran geht ein China nicht unter…aber die landwirtschaftlichen Exporteure in Nordamerika haben jetzt schon riesige Probleme deshalb…sie sind nicht mehr der Mittelpunkt der Welt…also abschließend…die Chinesen denken in vollkommen anderen Dimensionen als die usppa amis und auch die EU….sie die amis verlieren das Spiel…nicht sofort…aber „Häppchenweise“…die Ressourcen der Chinesen sind gigantisch…und sie entwickeln sich erst mal richtig…Xi überlebt Trump und auch seine Nachfolger…ein Wettbewerbsvorteil ohne Gleichen…..

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Aktien

Der größte Vermögensverwalter der Welt mit 6 Billionen Dollar – sehenswerte Doku!

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Blackrock ist als Unternehmen in Deutschland nur Menschen ein Begriff, die sich mit der Börse beschäftigen. Goldman Sachs, den Namen hat jeder schon mal gehört, aber Blackrock? Mit 6 Billionen Dollar verwaltet niemand so viel Geld wie dieses Unternehmen. Damit keine Missverständnisse aufkommen. 6 Billionen Dollar ist nicht die Summe, die Blackrock besitzt, oder die auf Konten von Blackrock lagert. Das Unternehmen ist auch keine Bank. Man verwaltet das Geld von Dritten, vor allem von großen Institutionen wie Versicherungen, Pensionskassen etc. Auch wird ein großer Block von Kleinanleger-Geldern über börsengehandelte Fonds (ETF) verwaltet. Die allermeisten Kleinsparer und Rentenbeitragszahler sind in der Regel Kunde bei Blackrock, ohne es zu merken. Denn woher sollen Sie schon wissen, dass ihre Betriebspensionskasse die verwalteten Gelder auch bei Blackrock arbeiten lässt? Aber was macht die Firma genau? Wie arbeitet sie? Und wo könnten die Gefahren liegen, wenn ein einziger Verwalter so groß ist? Die folgende ausführliche Doku ist sehenswert! Der als Vorlage für „Gordon Gekko“ geltende extrem aggressive Investor Carl Icahn bezog gegen Blackrock-Chef Larry Fink schon mal ganz offen Stellung, als er sagte das Unternehmen sei gefährlich. Warum? Schauen Sie die Doku!

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Indizes

Attacke auf Saudi-Arabien – wer steckt dahinter?

Für die USA ist nun klar, wer für die Attacken auf die saudischen Raffinerien verantwortlich ist – militärischer Schlag gegen den Iran nur Frage der Zeit

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Die Attacken auf die saudischen Öl-Raffinierien sind fraglos das große Thema der Finanzmärkte – bekanntlich schoss der Ölpreis draufhin um 10% in die Höhe, die Wiederherstellung der Produktion könnte laut einem Experten eher Monate als Wochen dauern. Zwar haben sich die Huthi-Rebellen zu dem Anschlag bekannt und heute erneut betont, dass die saudischen Raffinerien jederzeit wieder Ziel eines solchen Anschlags werden könnten, doch bezweifeln die meisten Beobachter, dass die Huthi dazu technologisch in der Lage wären.

Wer auch immer es nun gewesen ist – entscheidender sind wohl die geopolitischen Folgewirkungen des Anschlags, sprich: wem wird der Angriff zugeschrieben, und welche Konsequenzen ergeben sich aus dieser Zuschreibung. Für US-Aussenminister Pompeo war schnell klar, wer der wirklich Schuldige sein müsse:

Nun hat der irakische Geheimdienst vor wenigen Minuten ebenfalls behauptet, dass der Angriff durch iranische Drohnen ausgeführt worden sei, und zwar von irakischem Staatsgebiet ausgehend:

Kurz nach diesem Statament des irakischen Geheimdienst dann die nächste klare Zuschreibung, diesmal in Gestalt des amerikanischen Energieministers Rick Perry bei einer Rede in Wien vor wenigen Minuten: demnach habe der Iran die Anschläge ausgeführt und werde dafür bestraft werden müssen – es sei nicht weniger als ein Anschlag auf die Energieversorgung der Welt.

Also: die Schuld-Zuschreibung scheint nun klar, die Frage ist, welche Konsequqnzen daraus erfolgen. Angesichts des impulsiven Temeraments von Donald Trumop und des saudischen starken Mannes Mohamad bin Salman dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis es zu militärischen Schlägen gegen den Iran kommen wird.

Vielleicht bereut ja Trump inzwischen die Entlassung von Sicherheitsberater John Bolton – der hatte stets zu einem Angriff auf de Iran geraten  und könnte nun bald vom US-Präsidenten wieder zu Rate gezogen werden..

 

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Indizes

Aktienmärkte – Start der unerwarteten Jahresendrally?

Kurseinbrüche der Aktienmärkte kommen vor der Rezession – und nicht umgekehrt..

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Was soll man von dieser Entwicklung der Aktienmärkte halten? Der Dow Jones ist acht Tage in Folge gestiegen, die Indizes in den USA stehen knapp unter ihren Höchstständen, selbst der Dax ist in den vergangenen vier Wochen um 1200 Punkte geklettert. Obwohl das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und das Ifo-Institut unser Land bereits in einer technischen Rezession wähnen, einer Schrumpfung der deutschen Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen. Selbst in den USA lässt das Wachstum des für die Gesamtwirtschaft so essenziellen Konsums nach. Was also steckt hinter den „wundersamen“ Kursanstiegen? Eine Suche nach Ursachen

 

Anzeichen der Stabilisierung – kaum beachtete Frühindikatoren

Ich denke, dass selbst die größten Optimisten nicht davon ausgehen, dass die Weltwirtschaft am Beginn eines neuen Konjunkturzyklus steht, wie nach 2009, in einer Welt voller Schulden. Die Fühindikatoren der OECD fallen in vielen Nationen schon seit 2018, in China bereits seit 2017. Deshalb haben die Notenbanken dieser Welt beschlossen, sich gegen die Rezession zu stemmen – fast 70 Zinssenkungen weltweit in 2019 geben davon Zeugnis und die wichtigste steht vermutlich am Donnerstag in den USA bevor.

Die Märkte rechnen eher mit einem kleinen Strohfeuer, einem aus der Not geborenen Zwischenaufschwung, der sich aus dem absoluten Anlagenotstand ergibt. Die große Rezession wird kommen, aber der Marktkonsensus geht von frühestens Ende 2020 – oder in den Jahren danach aus, wenn die Notenbanken ihr Pulver endgültig verschossen haben.

Aktienmärkte preisen in der Regel die Wirtschaftsentwicklung in sechs bis neun Monaten ein (wenngleich auch immer wieder mit Fehlsignalen), damit sehen sie Tendenzen, die sich aus aktuellen Wirtschaftsdaten nicht entnehmen lassen. Wenn es einen treffsicheren Frühindikator gäbe, der die Entwicklung mit hoher Sicherheit vorhersagen kann, wäre dessen Aussage ruckzuck eingepreist und einprogrammiert, seine Wirkung für die Zukunft verschlissen. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf eine Stablisierung der Weltwirtschaft hindeuten. Hinweise auf einen kleinen Aufschwung, die manche Akteure sogar in die Aktienmärkte  zurückzwingen und eine kleine Jahresendrally entfachen könnten.

Hier die Aufstellung:

  • Der weltweite Einkaufsmanagerindex PMI global hat sich im August, trotz des zu dieser Zeit eskalierenden Zollkrieges von 53,2 auf 53,5 Punkte verbessert.
  • Der Economic Surprise Index der Citigroup für die USA ist in kurzer Zeit von minus 60 Punkte in den positiven Punktebereich mit knapp 20 Punkten gesprungen. Hatte nicht erst kürzlich auch hat ein Indikator der Bank of America Merrill Lynch zum ersten Mal seit Januar ein Kaufsignal für Aktien generiert?
  • Der OECD Leading Indicator für China hat sich seit einiger Zeit gewaltig nach oben geschraubt. Auch die Einkaufsmanagerindizes Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistung befinden sich beide über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Das Schrumpfen des Wachstums Chinas war die große Sorge für viele Staaten (speziell auch für die Exportnation Deutschland), denn das globale Wirtschaftswachstum im letzten Jahrzehnt war bekanntermaßen stark auf Chinas (schuldenfinanzierter) Expansion zurückzuführen. Steht nochmal ein Schub bevor?
  • Wurde nicht selbst für Deutschland erst kürzlich ein Anstieg der Exportzahlen für den Monat Juli gemeldet, als Einzelmonat vielleicht nicht aussagekräftig genug, aber in der Abfolge kein Vergleich zu den Entwicklungen von 2009.
  • Rechnen nicht selbst die pessimistischen Wirtschaftsinstitute (IMK und Ifo) mit einer Stabilisierung der deutschen Wirtschaft für Q4 für 2019 und Q1 von 2020?
  • Was bedeutet eigentlich der starke Anstieg der Renditen an den Rentenmärkten in den USA bei den 10-jährigen Anleihen von 1,43 auf 1,91 Prozent in wenigen Tagen? Klar, einen großen Verlust für die letzten Einsteiger, aber ist es nicht auch ein Zeichen, dass der Rentenmarkt zumindest kurzfristig nicht mehr mit einem Absturz der Wirtschaft rechnet?

Auf eines muss man immer wieder hinweisen, in der jetzigen Zeit ist es wahrscheinlich noch bedeutsamer geworden: Kurseinbrüche der Aktienmärkte kommen vor der Rezession – und nicht umgekehrt. Diese wird durch den Crash geradezu befeuert – man denke nur an die riesige Vermögensillusion an den US-Märkten.

Auch sollte man derzeit ein Zweites nicht außer Acht lassen: noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg gab es ein so niedriges Zinsniveau, eine Konstellation, in der fast die Hälfte aller Staatsanleihen außerhalb der USA im negativen Bereich notieren. Welche Not muss es da in den Finanzabteilungen von Pensionsfonds, Versicherungen, ja sogar Stiftungen geben, die auf Kapitalzuflüsse angewiesen sind, um ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen?

Genau in diese Kerbe schlug am Samstag, der Chef der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, in seiner heftigen Kritik an Mario Draghi: „Er sei zu weit gegangen und bringe die Altersvorsorge in richtige Schwierigkeiten, es gäbe keine Rendite mehr, ohne das Risiko deutlich zu erhöhen.“ Ich weiß, dass viele das Akronym mit den vier Buchstaben nicht mehr lesen und hören können („TINA„), aber warum sollen Anleger aus Dividendenfonds aussteigen, die weltweit eine Dividende von 2 Prozent abwerfen, wenn keine Rezession droht? In einem solchen Fall wäre die Ausschüttung natürlich Makulatur und die Kurse brächen ein. Aber bei einem globalen Einkaufsmanagerindex von 53,5 Punkten?

Aktienmärkte und die eindeutige Positionierung der Großen

Erstaunlich ist die derzeitige Vermögensaufstellung (Asset Allocation) der aktiven US-Investmentfonds sowie der US-Hedgefonds. Die Investmentfonds hatten in der letzten Woche eine Aktienquote von 56 Prozent, was weit unter der Quote von 80 Prozent in optimistischen Zeiten liegt. Die US-Hedgefonds hatten im August die niedrigste Aktieninvestitionsquote seit 2008, also gäbe es noch jede Menge Kapital zum Einstieg, wenn die Fonds einsteigen müssen. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie so schief liegen mit ihrer Einschätzung der Aktienmärkte – dafür gibt es seit Oktober 2018 schon mehrere Beispiele.

Sollten die US-Indizes –  aus welchen Gründen auch immer, zum Beispiel durch die Bekanntgabe eines Deals mit China –  ihr Allzeithoch überwinden, wären die Fonds gezwungen in den Markt einzusteigen, also auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Das Erreichen neuer Allzeithochs ist bekanntlich eines der stärksten Kaufsignale, so seltsam es in der jetzigen Konjunkturlage auch klingen mag.

 

Aktienmärkte – das Sentiment

Die Kursanstiege der letzten Tage haben die Anleger optimistischer werden lassen, wie zum Beispiel am Fear & Greed-Index abzulesen ist. Mit 68 Punkten ist er doch deutlich in Richtung Gier gerückt. Deshalb ist aus sentimenttechnischer Sicht auch zunächst mit einem Rücksetzer zu rechnen. Acht Tage Kursanstieg im Dow rufen einfach nach Gewinnmitnahmen. Das mehrfach getestete Allzeithoch dürfte auch nicht so einfach zu überwinden sein.

Für ein Überschreiten müssen aus meiner Sicht zwei Faktoren zusammenspielen: Mr. Powell muss am Mittwoch mit einem kleinen Zinsschritt liefern und Mr. President weitere Hoffnungen auf irgendeinen „Plastik-Deal“ schüren. Ansonsten könnte es zu einer deutlicheren Korrektur führen, wenn der Ansturm auf die 3020 Punkte im S&P 500 ein weiteres Mal gescheitert ist.

Die aktuelle Entwicklung am Ölmarkt, infolge des Angriffs der Huthis auf saudi-arabische Ölanlagen, könnte schon einmal zu so einer Korrektur führen. Als Anlassgeber für Gewinnmitnahmen nach der langen Gewinnstrecke.

 

Fazit

Die Finanzmärkte gehen derzeit von einer Kombination aus, die noch mal zu einem temporären „Sugar Rush“ der Aktienmärkte führen könnte: Einer weltweit koordinierten Stützungsaktion der Notenbanken, eine kurzzeitig wirkende Halbeinigung der USA und China im Handelsstreit – aus ökonomischer Not heraus, und eingedenk der Tatsache, dass Donald Trump alles daran setzen wird 2020 wiedergewählt zu werden – und einem baldigen Einstieg vieler Länder in fiskalische Stützungsmaßnahmen zur Abbremsung des ökonomischen Abschwungs.

All dies erscheint mir als die wahrscheinlichste Interpretation der derzeitigen Entwicklung der Aktienmärkte. Die ökonomische Schwerkraft wird sich dennoch nicht aufhalten lassen, höchstens abbremsen – die Rezession wird kommen, die Eine-Million-Dollarfrage ist nur die nach dem Zeitpunkt.

Wenn man sich einmal die Mühe macht, um im Archiv die Prognosen über das Ende des Aufschwungs nachzublättern, findet man bereits ab dem Jahr 2012 eine Vielzahl von sachlich begründeten Analysen.

 

Die Aktienmärkte vor einer Jahresendrally trotz Rezessionsgefahr?

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