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Dollar-Stärke, Rezession, EZB-Desaster Aktuell: Euro fällt unter die Parität gegen den US-Dollar

1 Euro kostet jetzt weniger als 1 US-Dollar.

Euro-Geldscheine

Vor wenigen Augenblicken ist der Euro gegen den US-Dollar unter die Parität gefallen. Ein Euro kostet nun also weniger als 1 US-Dollar. Aktuell notiert das Währungspaar EURUSD knapp unter 1,0000. Dies ist der tiefste Stand der Gemeinschaftswährung seit Herbst 2002.

Seit Anfang diesen Jahres allein hat der Euro damit gegenüber dem US-Dollar 11,4 Prozent an Wert verloren – in den letzten zwölf Monaten war es ein Minus von 15,6 Prozent. Die fatale Folge: Europäische Importeure müssen für Waren auf dem Weltmarkt (die in US-Dollar gehandelt werden) immer mehr Euros aufbringen. Diese steigenden Importkosten reichen sie über die Preiskette letztlich an die Endverbraucher weiter. Der fallende Euro heizt damit die Inflation also noch weiter an.

Gründe für den fallenden Euro

Die Gründe für den fallenden Euro sind vielfältig. Da wäre zunächst die eigenständige Dollar-Stärke. Denn die US-Notenbank Fed erhöht die Zinsen derzeit massiv, und das in großen Schritten. Dies macht den Dollar-Raum für Anleger attraktiver. Auf der anderen Seite hat die Gemeinschaftswährung eine eigene Schwäche in Relation zum Dollar, weil die EZB bisher die Zinsen noch gar nicht angehoben hat. Erst am 21. Juli will sie den Leitzins um einen winzigen Schritt von 0,25 Prozentpunkten anheben, und das trotz sehr hoher Inflation von 8,6 Prozent in der Eurozone. Das ist viel zu wenig um den Euro zum Ansteigen zu bewegen. Auch sollte man nicht unterschätzen, dass die EZB mit ihrer bald startenden Kontrolle von Staatsanleihen-Renditen („spread control“) eine Art Planwirtschaft einführt, die das grundsätzliche Vertrauen in sie und den Euroraum schwächt. Dazu kommt noch als gewichtiges Argument die Rezessionsangst in Europa aufgrund der Energiekrise, die den Euro fallen lässt.

Hinweis: Man hat das „Gefühl“, dass bei der Parität Stützungskäufe erfolgen – die symbolische Aussage eines Falls unter die Marke von 1,0 bei Euro-Dollar ist sicherlich nicht gerade angenehm für EZB & Co..



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2 Kommentare

  1. Bald sind wir alle Millionär.

  2. Der Euro kämpft noch. Doch dieser Kampf dürfte nicht nachhaltig sein könnnen.

    Schon der heutige FMW-Artikel „Unser Handel mit Russland…“ zeigt, werden von den Sanktionen profitiert und wer verliert – heftig sogar.

    Jetzt schmiedet Russland mit dme Iran und dser Türkei (ja, der Türkei!!!) eine Allianz.

    Morgen werden wir ja sehen, hören was Biden mit den Saudis aushandelt. Ich bin espannt, wie hoch der Preis (in Waffen) sein wird. Wenn da Biden nicht als klarer Sieger vom Platz geht, wird das Spiel schnell aus sein.

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