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Aktuell: Galeria Karstadt Kaufhof schützt sich vor Gläubigern – was sagt uns das?

Galeria Kaufhof Karstadt ist noch nicht offiziell insolvent

Galeria Karstadt Kaufhof war auch vor der Coronakrise seit Jahren nicht gerade auf Rosen gebettet. Und nun machte man das, was H&M, Adidas und Co auch gemacht haben – nämlich erst mal die Mieten aussetzen. Und nun? Der nächste logische Schritt wäre es eine der Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung zu nutzen, um mit dieser bereitgestellten Liquidität durch die Krise zu kommen.

Aber wie Aussagen von Galeria Karstadt Kaufhof in aktuellen Berichten (siehe SPON) nahe legen, scheint es für das Unternehmen gar nicht so einfach zu sein an Staatskredite zu kommen. Zwar habe man sich in den vergangenen Wochen bereits um staatliche Hilfen bemüht. Doch habe sich eine Einigung mit den Banken schwieriger als erhofft erwiesen. Der Prozess, in dem die Banken eine entscheidende Rolle spielen (Ausfallgarantie nur zu 90% von KfW), sei bürokratisch und koste wertvolle Zeit. Nun habe man nicht mehr länger warten können, und hat jetzt beim Amtsgericht Essen ein sogenanntes „Schutzschirmverfahren“ beantragt, was auch genehmigt wurde.

Damit kann Galeria Karstadt Kaufhof sich vor dem Zugriff von Gläubigern schützen, muss aber offiziell noch keine Insolvenz anmelden. Aber es riecht doch verdammt stark nach einer dramatischen Situation. Die Geschäftsführung des Unternehmens kann weiter arbeiten und selbst versuchen zu sanieren. Ob die Banken nach der Eröffnung dieses Schutzschirmverfahrens eher geneigt sind Kredit zu geben? Natürlich nicht. Die Rettung könnte wohl darin bestehen, dass die KfW-Kredite von 90 Prozent Staatshaftung auf 100 Prozent Staatshaftung erhöht werden. Dann könnten die Banken natürlich zügig Gelder freimachen, so darf man es wohl annehmen.

Oder käme das Unternehmen für den neuen Staatsfonds von Olaf Scholz in Frage, wo der Bund sich nun vorübergehend in der Krise an Unternehmen beteiligen kann? Man wird sehen. Was sagt uns das? Galeria Karstadt Kaufhof könnte recht haben mit seiner Kritik am wohl problematischen Vergabeverfahren. Wir teilen diese Kritik, was wir in einigen Artikeln schon zum Ausdruck gebracht haben. Aber natürlich könnte man gerade in diesem Fall auch sagen: Bloß kein gutes frisches Geld dem schlechten Geld hinterher werfen, bloß keine Steuerzahlerkohle für ein quasi gescheitertes Unternehmen, dass schon vor der Krise seit Jahren in einer Dauerkrise war.



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6 Kommentare

  1. Die Zeiten sind vorbei, in dem Unternehmen dem freien Markt überlassen und abgewickelt wurden.
    Galeria wird geholfen da darf man sicher sein.
    Willkommen in der Planwitschaft.

  2. Schutzschirmverfahren ist eine freundlichere Umschreibung für Insolvenz. Der Laden ist pleite, wird aber aufgrund politischen Willens Staatshilfe erhalten.

  3. Wir sind tatsächlich in der Planwirtschaft angekommen. Die Freie Marktwirtschaft gibt es nicht mehr. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Börsen, deren Gesetzmäßigkeiten sich nun ebenfalls in Auflösung befinden. Vergleiche mit der Vergangenheit helfen jetzt nur noch bedingt und sind mit Vorsicht zu genießen.

  4. Hallo Herr Fugmann.
    Ich frage mich ernsthaft, ob hier die Bundesregierung mit zweierlei Maß messen wird. Nämlich großen Firmen mit hohen Mitarbeiterzahlen helfen wird , OBWOHL diese bereits schon VOR Corona in Schwierigkeiten steckten. Siehe auch ESPRIT oder VAPIANO.
    Denn … die Bedingung für kleine Selbstständige und Solofirmen lauten, dass nur denen geholfen wird, die vorher KEINE Probleme hatten und UNMITTELBAR von Corona betroffen sind. Was ist Ihre Meinung dazu ?

  5. Planwirtschaft ist der Vorläufer kapitaler Pleiten.
    Wenns denn sein muss auch ganzer Staaten.
    Argentinien, Venezuela eígentlich sämtlicher links regierten Wirtschaftsruinen.

    1. Der Zensor wieder im Land. Kritik ist unerwünscht.
      Wie immer im Sozialismus.

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