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Aktuell: Gaspreis steigt – Russland dreht Polen Gashahn ab? Was ist hier los?

Gas-Flamme

Der europäische Terminmarkt-Gaspreis Dutch TTF (Liefertermin Mai) ist in den letzten Minuten sprunghaft angestiegen von unter 92 Euro auf 104 Euro – das ist ein Tagesplus von 12 Prozent. Und zack, jetzt ist er schon wieder gefallen auf 98,17 Euro, ein Tagesplus von nur noch 5,7 Prozent. Laut aktuellen Meldungen soll Russland den Gastransport über die Yamal-Pipeline nach Polen gestoppt haben. Russland habe die Gaslieferungen an Polen im Rahmen des Yamal-Vertrags gestoppt, berichtet die Website Onet.pl unter Berufung auf nicht näher genannte polnische Regierungsquellen. Onet sagte es habe die Nachricht bei PGNiG, Polens dominierendem Gasunternehmen, bestätigt.

Bei ForexLive sieht man die Meldung etwas kritischer. Man sei da etwas vorsichtig bezüglich dieser Meldung, weil er sich auf die Yamal-Pipeline bezieht und es Falschmeldungen gegeben haben soll, wonach Russland die Pipeline ganz abgeschnitten hat. Zum Teil handele es sich laut ForexLive dabei einfach um Unterschiede in Bezug auf den Zeitpunkt und die Durchflussmengen. Der ursprüngliche Bericht von einem polnischen Portal besage im Wesentlichen, dass das Gas einfach nicht mehr fließt und dass es keine Erklärung oder Warnung seitens Russlands gab.

Stimmt diese Meldung über den zugedrehten Gashahn von Russland Richtung Polen aber doch, was ist dann mit Deutschland? Nun, Russland beliefert Deutschland auch über eine nördlich und südlich an Polen vorbei laufende Pipeline. Wenn nur Yamal betroffen wäre, würde über andere Wege immer noch Gas nach Deutschland fließen können – vorausgesetzt natürlich es wäre ein isoliertes Ereignis, das nur diese Pipeline betrifft, die durch Polen läuft.



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12 Kommentare

  1. Bei solchen Themen is FMW oft schneller als Twitter. Respekt!

    1. Das liegt sicher daran, dass Sie sich kategorisch weigern, Medien wie nt-v zu lesen und lieber twittern.
      Ich kannte die Meldung schon 10 Minuten vor der Veröffentlichung auf FMW.
      https://www.n-tv.de/wirtschaft/der_boersen_tag/Der-Boersen-Tag-am-Dienstag-26-April-2022-article23289352.html

      1. Selber twittern würde ich nie. Den Verweis auf einen CSU-Politiker wer bei Twitter schreibt erspare ich Ihnen. Ich *lese* Twitter nebenbei und meistens *trenden* relevante Themen lange bevor sie irgendwo in der Breite thematisiert werden (von einzelnen Artikeln abgesehen, einer ist immer der erste…).

        N-TV würde ich mittlerweile nicht mehr auch nur im Browser öffnen. Das ist hinsichtich Meinungsvielfalt, ausgewogener Berichterstattung und ideologischer Agitation mittlerweile das private Pendant zu ARD&ZDF. Ich wünsch Ihnen viel Spass weiterhin beim „Informieren“…

        1. Maja, der Börsenticker von nt-v ist eher selten politisch-ideologisch.

  2. Gazprom wird hierfür sicherlich eine Erklärung haben.

  3. Auch mein Kompliment zur Schnelligkeit!

  4. Ach herrje! Die Jamal wurde doch bereits im Dezember 2021 sowie im Januar und Februar 2022 so gut wie nicht gebucht. Teilweise wurde von Gazprom sogar Gas aus Deutschland nach Polen gepumpt, um den dortigen Verträgen nachzukommen.
    Wer weiß, vielleicht ist der russische Schrott in den Hightech-Abschnitten Russland und Belarus einfach defekt. Dort befinden sich schließlich massenweise Verdichter- und Verteilerstationen usw.
    Anders ist es nur schwer zu erklären, warum durch die Pipelines im Kriegsgebiet Ukraine weiterhin ungewöhnliche Rekordmengen gepumpt werden.
    Wundern würde mich das bei dem Steinzeit-Land nicht wirklich.

    1. Ja das finde ich an der Meldung auch sehr sonderbar. Jamal war doch angeblich schon vor Wochen so gut wie tot…

  5. Das war doch absehbar, dass Putin bei einer weiteren Eskalation die „Gas-Waffe“ einsetzen würde. Wie ein schlauer Kommentator hier schon vor ein paar Tagen erwähnte, war das wahrscheinlich auch der Grund warum Scholz bei den schweren Waffen so gezögert hat – schlicht und einfach aus Angst vor der „Gas-Waffe“. Putin hat damit viele europäische Länder „an den Eiern“, und kann deren Wirtschaft in den Kollaps schicken. Ein Atombömbchen braucht er dann gar nicht mehr…

  6. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Die Flut hebt alle Boote und bei Ebbe sehen wir wer nackt badet. Warren Buffet

    Ich darf daran erinnern das der Rohölpreis und der Gaspreis ist meist nicht weit weg schon öfters stark schwankte.
    Im Sommer 08 noch bei über 140 Dollar pro Barrel Öl, im Spätherbst des Jahres 08 bei unter 30,im Sommer 14 bei über 110 im Februar 16 bei unter 30,vor der Corona Krise bei über 80 während des Crashs wieder bei unter 30.
    Die Notenbanken sollen die Zinsen massiv erhöhen dann haben die Spekulanten auch weniger Stoff die Preise nach oben zu treiben.
    Und Biden soll endlich seinen Widerstand gegen das Fracking aufgeben, Obama hat sich auch nicht so angestellt. Unter Obama wurden 11,5 Millionen Barrel pro Tag gefrackt unter Biden nur noch 1,5 Millionen Barrel pro Tag. Diese 10 Millionen Barrel pro Tag auf den Markt geworfen und schon geht’s abwärts mit der Herrlichkeit! Zudem müssen die Notenbanken die Preise ( Zinsen) erhöhen, dass entzieht den Spekulanten den Treibstoff Geld.

  7. Also kommen sie doch nicht in Polen ohne russisches Gas über die Runden. Und es ist Frühling.
    Kauft Deutschland nun mehr Gas in Russland, oder wird es zusätzlich aus den deutschen Speichern genommen?

    ntv mobil: Polen kauft laut Gazprom weiter russisches Gas

    https://www.n-tv.de/23296676

  8. Ich bin gespannt ,wie lange es dauert bis DIE ENERGIE ABHÄNGIGEN total verschuldeten Länder merken,dass sie ein wenig verschuldetes ENERGIEREICHES LAND nicht in kurzer Zeit wirtschaftlich zerstören können.Das Gegenteil wird der Fall sein, der Stellvertreterkrieg wird die EU noch weiter in den Abgrund schicken.Nur schon die Aufrüstung der Bundeswehr wird DE Milliarden kosten, die neue Flüchtlingswelle, die im schlimmsten Fall wegen Hungersnot auch auf Afrika übergreifen könnte, würde das Problem noch verschärfen.Ein Glück, dass man das Ganze aus SONDERVERMÖGEN bezahlen kann und es nicht NEUE SCHULDEN nennen muss.Ganz böse Zungen behaupten,dass die Schwächung der EU mit den Flüchtlingsstömen zur Strategie von Russland gehört.

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