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Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis schwächelt und hängt an wichtiger Kante

Redaktion

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Gold Barren Beispielfoto

Der Goldpreis zeigt derzeit Schwäche. Wir erinnern hier vorab nochmal an unseren Artikel vom Montag vor dem Absturz, weil Gold sich tagelang sehr robust zeigte. Auf diese vorigen Niveaus über 1.500 Dollar kann er wieder zurückgehen, wenn sich das aktuelle Börsenszenario wieder pulverisiert. Aber das nur kurz vorab. Dienstag Abend hatten wir die plötzliche Schwäche bei Gold und auch im Euro angesprochen, und eine Verbindung zum starken US-Dollar aufgezeigt. Der wiederum zeigt Stärke aufgrund des steigenden Optimismus rund um den Handelskrieg! Der starke US-Dollar drückte und drückt auch heute noch gegen Gold. Aber auch die aktuell weltweit steigenden Anleiherenditen lassen die Vermutung wachsen, dass der Goldpreis weiter fallen könnte.

Anleihen und Dollar drücken gegen Goldpreis

Robert Zach von investing.com schrieb in seiner gestrigen Analyse über die Korrelation von US-Anleiherenditen und Goldpreis, Zitat auszugsweise:

Sollte sich die Zehnjahresrendite aus den USA über das Niveau von 1,90 Prozent aufschwingen, wäre eine Bodenbildung abgeschlossen, woraus sich ein Zinsabstieg von gut 45 Basispunkte ableiten lassen würde. Steigen die TIPS im gleichen Umfang an, so bestünde ein theoretisches Abschlagspotenzial bei Gold von gut 160 Dollar je Feinunze (ausgehend vom aktuellen Niveau). JP Morgan hatte Ende Oktober in ihrem vierteljährlichen Metallausblick geschrieben, dass „jede 25-Basispunkte-Bewegung der Realrendite (TIPS) den Goldpreis um 80 Dollar je Feinunze in die entgegengesetzte Richtung bewegen sollte“.

Derzeit liegt die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen bei 1,88%, also knapp vor dem erwähnten Niveau von 1,90%. Besteht jetzt noch weiteres Abwärtspotenzial für Gold?

Gold an wichtiger Chart-Marke

Durch den Rückfall im Goldpreis hat sich am Dienstag und heute ein Boden auf dem aktuellen Niveau bei 1.481-1.483 Dollar gebildet. Eine noch eher kleine schwache Unterstützung. Es muss derzeit die Frage geklärt werden, ob der Goldpreis sich nach diesem Rücksetzer Anfang der Woche vom Top bei 1.513 nun um die 1.483 Dollar stabilisieren kann, oder ob es zu einem Folge-Schub nach unten kommt.

Goldpreis in US-Dollar Verlauf seit Anfang der Woche

Auch das folgende größere Bild (Chart seit 8. Oktober) zeigt, dass der Goldpreis diverse Male an der Marke von 1.480 Dollar halten konnte. So klein . und unwichtig ist diese Marke als Unterstützung also doch nicht! Hält er das Niveau, oder gibt es einen nächsten starken Rutsch? Gibt es weitere positive Signale vom Handelskrieg, weiter steigende Renditen und Aktienkurse, könnte der nächste Abwärtsschub schnell kommen.

Goldpreis Verlauf seit dem 8. Oktober

US-Dollar vor weiterem Aufwärtsschub?

Und zum Schluss nochmal kurz ein Blick auf den US-Dollar. Der Dollar-Index (Chart seit 15. Oktober) steht vor einem weiteren möglichen Schub nach oben. Neben den positiven Zeichen vom Handelskrieg halfen zuletzt auch positive Konjunkturdaten aus den USA beim Anstieg. Gut sichtbar ist im Chart, dass er seit dem Aufwärtsschub von vorgestern auf dem erhöhten Niveau von 97,80 Indexpunkten hängt und nicht zurückfällt. Auch hier würde ein weiterer Schub nach oben Druck auf den Goldpreis ausüben.

US Dollar Index seit dem 15. Oktober

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Gold/Silber

Gold: Angebot und Nachfrage auf Talfahrt laut World Gold Council

Jörg Bernhard

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Am frühen Morgen veröffentlichte die internationale Interessenvertretung der Goldindustrie World Gold Council (WGC) aktuelle Quartalszahlen zur weltweiten Entwicklung von Angebot und Nachfrage bei Gold – mit interessanten Erkenntnissen.

Gold: Licht und Schatten im dritten Quartal

Aufgrund der Pandemie gab es im dritten Quartal sowohl beim Angebot als auch bei der Nachfrage negative Vorzeichen zu vermelden. Insgesamt sank das Angebot an Gold gegenüber dem Vorjahresquartal um drei Prozent auf 1.223,6 Tonnen, was vor allem auf den Rückgang der Minenproduktion zurückzuführen war.

Überraschenderweise hat sich trotz der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten auch die Nachfrage nach Gold markant reduziert. In den Monaten Juli bis September sank diese mit 892,3 Tonnen sogar auf den niedrigsten Wert seit Q3 2009 und verbuchte damit ein Minus von 19 Prozent p.a. Doch in den diversen Marktsegmenten gab es mitunter kräftige Verwerfungen zu beobachten.

Einen regelrechten Nachfrageboom gab es zum Beispiel im Investmentsektor zu beobachten, wo summa summarum ein Anstieg um 21 Prozent auf 494,6 Tonnen gemeldet worden war. Bei Gold-ETFs beschleunigten sich zum Beispiel die Nettozuflüsse von 258,7 auf 272,5 Tonnen und trieben damit deren gehaltene Goldmenge Ende September mit 3.880 Tonnen auf einen neuen Rekordwert. Noch deutlicher bergauf ging es bei Barren & Münzen, wo ein Nachfrageplus von 149,4 auf 222,1 Tonnen (+49 Prozent) registriert worden war.

Besonders schlimm hat es in Q3 allerdings den Schmucksektor erwischt, der auf Jahressicht von 468,1 auf 333,0 Tonnen (-29 Prozent) regelrecht eingebrochen ist, was vor allem auf den Absatzeinbruch in Indien (-48 Prozent) und China (-25 Prozent) zurückzuführen war. Und auch der Notenbankensektor ist im dritten Quartal eher negativ in Erscheinung getreten. Weil sich die Notenbanken der Türkei (22 Tonnen) und Usbekistans (35 Tonnen) von signifikanten Goldmengen getrennt haben, gab es im Notenbanksektor mit minus 12,1 Tonnen erstmals seit Q4 2010 wieder Nettoverkäufe zu vermelden, nachdem im Vorjahresquartal netto 141,9 Tonnen Gold gekauft wurden.

Wichtig zu wissen: Trotz der negativen Tendenz der WGC-Quartalszahlen sollten Anleger auf keinen Fall außer Acht lassen, dass bei einer massiven Kapitalflucht in den „sicheren Hafen“ Gold erhebliche Versorgungsengpässe auftreten dürften. Vergleicht man zum Beispiel den Marktwert sämtlicher Gold-ETFs mit dem Billionen-Dollar-Unternehmen Apple fällt auf, dass das US-Technologieunternehmen um den Faktor 8,6 höher bewertet wird. Massive Umschichtungen aus Aktien, Immobilien oder Anleihen würde der Goldmarkt höchstwahrscheinlich gar nicht verkraften.

Die Nachfrage nach Gold ist gefallen

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Goldpreis reagiert nicht wie gedacht – was ist da los? Expertenkommentare

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis fungierte diese Woche eindeutig nicht als sicherer Fluchthafen für Anleger, die vor Unsicherheit am Aktienmarkt fliehen wollen aufgrund der sich deutlich verschärfenden Corona-Lage, wodurch die globale Konjunktur in Mitleidenschaft gezogen wird. Gestern berichteten wir schon über den Absturz im Goldpreis zusammen mit dem Absturz an den Aktienmärkten. Ein ähnlicher Verlauf wie schon im März. Aktien, Öl und Goldpreis fielen kräftig, der US-Dollar als weltweit großer vermeintlicher sicherer Hort konnte profitieren. So auch gestern.

Goldpreis weiter unter der Fuchtel des starken US-Dollar

Der Goldpreis fiel von 1.910 Dollar im Tief bis auf 1.869 Dollar. Über Nacht konnten sich Märkte wie Aktien und Gold beruhigen, und das Edelmetall notiert jetzt bei 1.877 Dollar. Aber es kann weiter bergab gehen. Im Chart sehen wir im Vergleich seit Ende letzter Woche in blau den Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün. Es ist wie schon im Frühjahr erstaunlich, dass Gold als Fluchthafen überhaupt nicht funktioniert. Braucht es an den Aktienmärkten erst wieder eine gewisse Beruhigung, bis die Gold-Bullen voll auf steigende Kurse setzen? Heute um 13:45 Uhr steht die EZB-Zinsentscheidung an, und wichtiger wird dann die PK der EZB ab 14:30 Uhr sein. Aussagen von Christine Lagarde könnten Aktienmärkte, Devisenkurse und auch den Goldpreis in Bewegung bringen.

Expertenkommentare

Daniel Briesemann von der Commerzbank kommentiert ganz aktuell die Entwicklung bei Gold. Die Risikoaversion an den Finanzmärkten nehme dramatisch zu, und Gold befinde sich im Abwärtssog der Finanzmärkte. Der Goldpreis habe gestern nicht von der hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer im Zuge der Ankündigung neuer Lockdown-Maßnahmen in verschiedenen europäischen Ländern profitiert, und sei mit in den Abwärtssog der Finanzmärkte geraten. Dabei sei der Goldpreis auch unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie gerutscht, was zu Anschlussverkäufen führte. Anzulasten sei der Preisrutsch dem festen US-Dollar, der als sicherer Hafen gefragt war. Dass Gold von dieser Eigenschaft nicht profitiert hat, erstaunt uns, so Daniel Briesemann. Der Preisrückgang sei diesmal nicht als Kaufgelegenheit erachtet worden. Die ETFs verzeichneten mit 7,6 Tonnen sogar die höchsten Abflüsse seit fünf Wochen. Die industriellen Edelmetalle seien wesentlich stärker gefallen als Gold. Silber brach zeitweise um 5,5% auf 23 USD je Feinunze ein. Palladium rutschte im selben Ausmaß ab. Platin hielt sich mit einem Minus von 3% noch halbwegs. Erst im späten Handel haben sich Gold und Co. etwas erholt.

Jasper Lawler von der London Capital Group kommentiert die Lage bei Gold aktuell so, dass der US-Dollar der klare Nutznießer gewesen sei – er habe einen fallenden Goldpreis und fallende Kurse bei wichtigen Devisen verursacht. EUR/USD fiel trotz 1,18 und GBP/USD schloss unter 1,30. Sogar Bitcoin fing etwas Flak ein und zog sich von einem 18-Monats-Hoch zurück, so Jasper Lawler.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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