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Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis und Ölpreis mit Bewegung – Rekord bei ETF

Claudio Kummerfeld

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Goldbarren Beispielfoto

Wie laufen Goldpreis und den Ölpreis kurz vor dem Wochenende, und nach den wichtigen Konjunkturdaten aus den USA? Schauen wir uns das mal an. Die US-Arbeitsmarktdaten kamen vorhin eigentlich besser rein als erwartet, und zwar mit 225.000 neuen Stellen im Januar. Die 160.000-Erwartung wurde also gut übertroffen. Dennoch notiert der Dow 30 gut 80 Punkte tiefer als kurz vor den Zahlen (vorhin schon -200 Punkte). Laut Zerohedge waren die gefühlten Erwartungen auch dank der deutlich besseren ADP-Daten von gestern weit höher als 160.000. Von daher reagiert der Aktienmarkt jetzt erstmal ein wenig enttäuscht.

Goldpreis mit Bewegung, dazu ein ETF-Rekord

Der Goldpreis reagiert aktuell auf die US-Arbeitsmarktdaten. Bis kurz vor 14:30 Uhr notierte Gold noch bei 1.565 Dollar, um danach bis auf 1.574 Dollar anzusteigen (aktuell 1.569 Dollar). Also, ein kleiner einfacher Trade? Aktien schwächeln, und der Goldpreis als Gegenpol steigt ein klein wenig. Und im größeren Bild? Schauen wir uns mal den folgenden Chart an. Er zeigt den Verlauf im Goldpreis seit November 2019. Die Entwicklung ist robust und aufwärts gerichtet. Kann das einen strukturellen Grund haben, nämlich eine robuste Nachfrageseite?

Denn laut heutiger Info von Thorsten Polleit von Degussa betrug der Zufluss in Gold-ETFs (börslich gehandelte Fonds) im Januar weltweit 61,7 Tonnen. Der Drang in die ETFs sei mit +29,2 Tonnen und +33,0 Tonnen vor allem aus Nordamerika und Europa gekommen. Die Gold-ETF-Bestände hätten damit einen Rekordwert von 2.947 Tonnen erreicht. Der Drang in die Gold-ETFs dürfte zum einen strukturelle Gründe haben, so Polleit. Anleger würden es als zusehends attraktiv erachten, mittels ETFs an der Preisentwicklung von Gold teilzuhaben. Zudem spiele natürlich das geringe Zinsniveau eine ganz wichtige Rolle. Angesichts von niedrigen Zinsen beziehungsweise Nullzinsen werde das Halten von Gold zusehends attraktiver.

Chartverlauf im Goldpreis seit November

Ölpreis geht schwach ins Wochenende – warten auf nächsten Freitag?

Der Ölpreis lässt sich derzeit eher nicht von den US-Daten beeinflussen, denn danach bewegte er sich gut 90 Minuten fast gar nicht. Man ist grundsätzlich immer noch enttäuscht von dem gestrigen Nicht-Gelingen einer gemeinsamen Linie zwischen der OPEC und Russland. Vor allem die Saudis wollen die Fördermenge an Öl weiter kürzen, um mit einer Angebotsverknappung den Ölpreis pushen zu können. Grund hierfür ist die wohl massive Nachfrageschwäche aus China, dank dem Coronavirus. Russland aber stellt sich quer. Laut aktuellen Berichten sagen russische Vertreter, dass sie mehr Zeit benötigen für die Entscheidung, ob man einer Fördermengenkürzung zustimmt. Angeblich soll Ende nächster Woche ein OPEC-Treffen stattfinden. Bleibt dieses Thema also noch eine Woche in der Schwebe? Der Markt ist jedenfalls enttäuscht, und das schon seit gestern. Die Verknappung des Angebots hängt in de Luft, und so fällt der Ölpreis seit dem Hoch von gestern. WTI-Öl notiert aktuell bei 50,66 Dollar.

Als die Nicht-Einigung der Partner gestern Mittag durchsickerte, notierte der Ölpreis noch bei 51,90 Dollar. Und so geht es aktuell sogar darum, ob die 50 Dollar-Marke wieder in den Fokus der Betrachter rückt. Jasper Lawler von der London Capital Group hat schon heute früh folgende Meinung zu dem Thema veröffentlicht. Es gäbe zaghafte Anzeichen für eine Erholung, da die Angst vor dem Coronavirus nachlasse. Brent-Öl sei diese Woche um 5% gesunken. Er denke, dass Russland wahrscheinlich die richtige Entscheidung getroffen habe, indem man die saudischen Bemühungen der OPEC um eine weitere Kürzung der Fördermengen blockiert habe. Es wäre zu früh gewesen um zu handeln, wenn es keine Beweise für die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus gegeben habe. Das Ergebnis sei, dass die Öl-Investoren jetzt wissen würden, dass die OPEC ihnen nicht den Rücken freihalte, was den Aufschwung im Ölpreis wahrscheinlich begrenzen werde. Während Goldpreis und Aktienkurse derzeit also eine kleine Korrelation aufweisen, kocht der Ölmarkt sein eigenes Süppchen.

Ölpreis WTI im Verlauf der letzten 30 Tage
Der WTI-Ölpreis im Verlauf der letzten 30 Tage.

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Gold/Silber

Warum der Goldpreis nach einem Biden-Sieg kräftig ansteigen könnte

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis ist gestern weiter gestiegen auf bis zu 1.931 Dollar im Hoch. Heute Vormittag fällt er ein klein wenig zurück auf 1.917 Dollar. Aber er hält sich (unglaublich aber wahr) nach einer wochenlangen Qual um die 1.900 Dollar nun deutlich über dieser Marke. Seit Tagen schien es mit dem Goldpreis aufwärts zu gehen, weil die Hoffnungen zunahmen, dass es in Kürze eine Einigung in Washington DC geben würde für ein neues billionenschweres Konjunkturpaket.

Aber aktuell sieht es nicht nach einer Einigung aus. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat hat durchblicken lassen, dass er vor der Wahl keine Abstimmung mehr über ein neues Stimulus-Paket zulassen will. Also egal ob sich Demokraten und Trump-Administration nun doch noch einigen, wird es vor der Wahl Anfang November wohl nichts mehr werden. Ein neuer Billionen-Stimulus würde bedeuten, dass die Wirtschaft angekurbelt würde, und damit tendenziell auch die Inflation in den USA steigen würde. Hinzu käme natürlich ein dramatischer weiterer Anstieg der US-Staatsverschuldung. Beides wäre gut für den Fluchthafen Gold, und der Goldpreis könnte wahrscheinlich profitieren.

Warum der Goldpreis kräftig zulegen könnte

Aber da dieses Szenario kurzfristig offenbar nicht funktioniert, schwächelt der Goldpreis heute. Aber wo die Stimulus-Hoffnung gerade abzuflauen scheint, da flammt sie gleich schon wieder auf. Denn es ist kein Geheimnis. Wie auch die SPD in Deutschland stärker als die CDU, so tendieren auch die Demokraten in den USA eher dafür deutlich mehr Schulden zu machen und mehr Staatsausgaben zu tätigen – die blinde Gläubigkeit an den Nachfrage-Push! Wo die Republikaner an ein „kleines Sümmchen“ denken, da haben Joe Biden und die Demokraten offenbar viel Größeres im Sinn.

So merkt der Commerzbank-Analayst Daniel Briesemann heute früh an, dass mit der US-Wahl die Karten neu gemischt werden. Sollte Joe Biden neuer US-Präsident werden und die Demokraten die Mehrheit im Senat erobern, könnte laut Daniel Briesemann ein noch viel größeres Fiskalpaket auf den Weg gebracht werden – die Rede sei von 5 Billionen US-Dollar. Davon sollte der Goldpreis grundsätzlich profitieren.

Meine Anmerkung dazu: Nehmen wir an Joe Biden gewinnt wirklich die Wahl. Dann gäbe es erst noch eine wochenlange Übergangsphase, bevor er wirklich als Präsident vereidigt wird. Dennoch könnte der Goldpreis nach Verkündung des Wahlergebnisses Anfang November nach oben springen, wenn konkreter verkündet wird, welchen Mammut-Stimulus er im Sinn hat. Es würde den US-Dollar womöglich weiter schwächen und den Goldpreis stärken.

US-Dollar

Wo wir schon beim US-Dollar angekommen sind. Seine Schwäche hatte jüngst dem Goldpreis nach oben geholfen. Von Montag früh bis gestern Abend war der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) deutlich gefallen von 93,75 auf 92,46 Indexpunkte. Seitdem konnte er auf dem Weg nach unten eine Pause einlegen und notiert jetzt bei 92,69 Indexpunkten. Dies hat für den jüngsten Rücksetzer im Goldpreis gesorgt. Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf der letzten 30 Tage. Ist die Marke von 1.900 Dollar nun wirklich, aber so richtig nachhaltig nach oben überlaufen worden? Und geht es nach einem möglichen Biden-Sieg wirklich kräftig bergauf?

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf der letzten 30 Tage

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Rüdiger Born: Gold steigt – was für Trader machbar ist

Rüdiger Born

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Beginnt jetzt der große Anstieg im Gold? Das schaue ich mir im folgenden Video am Chart genauer an. Eine Short-Idee war gescheitert. Aber ist nun der aktuelle Anstieg nachhaltig?

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Gold/Silber

Goldpreis steigt spürbar an – Experte erklärt aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis steigt aktuell spürbar an. Gestern um 16 Uhr noch müde bei 1.900 Dollar, ist Gold seitdem bis heute früh durchgehend gestiegen auf aktuell 1.921. Dollar. Ist das (endlich?) der Durchbruch, nachhaltig und kräftig, wie es viele Bullen schon seit Wochen erwarten? Wir sprachen die letzten Tage in unseren Berichten über die gestrige Deadline der Demokraten in den USA wegen einem neuen Billionen-Stimulus. Und siehe da… die Demokraten räumen nun Zeit bis Ende der Woche ein, und sind optimistisch, dass es funktionieren wird, eine Einigung mit den Republikanern und Donald Trump zu finden. Ob es wirklich eine Einigung geben wird?

Ein neuer Billionenstimulus, das würde deutlich mehr Staatsschulden für die USA bedeuten, und ein mögliches Anheizen der Inflation durch mehr wirtschaftliche Aktivität. Daher verliert der US-Dollar seit gestern bis heute früh deutlich weiter an Boden. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt seit gestern Mittag von 93,27 auf aktuell 92,74 Indexpunkte. Schon seit Montag früh ist der US-Dollar am Fallen. Je schwächer der US-Dollar, desto besser für den Goldpreis.

Experte über aktuelle Lage im Goldpreis

Daniel Briesemann, Analyst für Industriemetalle und Edelmetalle bei der Commerzbank, schildert die aktuelle Lage im Goldpreis und für andere Metalle folgendermaßen. Die gute Stimmung an den Finanzmärkten, die sich in einem hohen Risikoappetit der Marktteilnehmer widerspiegele, habe gestern den Goldpreis in Schach gehalten. Dieser dümpelte um die Marke von 1.900 USD je Feinunze (wir berichteten). Dass andere Assetklassen stärker gefragt waren, sehe man nicht nur in der Preisentwicklung von Gold zum Beispiel gegenüber den Industriemetallen, sondern auch in einem ETF-Abfluss von 3,7 Tonnen.

Über Nacht habe der Goldpreis dann aber doch bis auf 1.920 Dollar zugelegt. Unterstützt werde es laut Daniel Briesemann durch den US-Dollar, der weiter abwertet. EUR-USD notiert heute Morgen auf einem 4-Wochenhoch von 1,186. Obwohl die von der demokratischen Mehrheitsführerin im US-Repräsentantenhaus, Pelosi, gesetzte Deadline gestern Abend verstrichen ist, gehen die Verhandlungen zwischen den Parteien über ein neues Hilfspaket für die US-Wirtschaft weiter. Nach Gesprächen mit Finanzminister Mnuchin äußerte sich Pelosi optimistisch, dass noch diese Woche – und damit vor der Präsidentenwahl – ein Kompromiss gefunden werden könne.

Dies habe den US-Dollar weiter unter Druck gesetzt, und der Goldpreis habe entsprechend profitiert. Wohl angetrieben durch die stark steigenden Industriemetallpreise legten Silber, Platin und Palladium deutlich stärker zu als Gold. Mit einem Plus von 2,5% auf über 2.400 USD je Feinunze wies Palladium die beste Preisentwicklung auf. Platin verteuerte sich zwischenzeitlich ebenfalls um über 2% auf gut 880 USD je Feinunze. Platin handelt seit mittlerweile mehreren Wochen entlang der 200-Tage-Linie, die offenbar eine wichtige Stütze für den Preis ist, so Daniel Briesemann.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten zehn Tagen

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