Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis und Ölpreis springen, Iran-Krise über Nacht!

Die Kriegsgefahr im Nahen Osten steigt

Goldpreis und Ölpreis springen über Nacht nach oben. Was ist passiert? So ist es nun eben manchmal an der Börse. Alles läuft eigentlich bestens, die Aktienkurse steigen parallel mit dem Ölpreis immer weiter an, weil dank mutmaßlichem Handelsdeal mit China der Konjunkturoptimismus vorhanden ist. Alles bestens, alles super. Und dann kommt völlig unerwartet irgendein Ereignis, mit dem niemand gerechnet hat, und alles ändert sich. Heute Nacht hat der Iran bestätigt, dass Qasem Soleimani, dem Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden, getötet wurde. Dies geschah auf Anweisung von Donald Trump (hier weitere Details nachlesen). Der Iran schwört Rache. Denn Qasem Soleimani war nicht irgendwer, sondern vielleicht sogar der zweit wichtigste Mann im Iran. Natürlich kann man es nicht 1:1 vergleichen, aber es wäre ungefähr so, als hätte man den US-Verteidigungsminister oder Generalstabschef getötet. Für das Pentagon war diese gezielte Tötung ein „Akt der Verteidigung“ um weitere Angriffe auf US-Kräfte zu verhindern (hier das gesamte Statement des Pentagon lesen).

Dass der Iran nun irgendetwas tun muss um sein Gesicht zu wahren, ist nachvollziehbar. Nun droht eine Eskalation am Golf. Was wird passieren? Wird der Iran über die Huthis im Jemen militärisch gegen die Saudis vorgehen, weil sie enge Verbündete der Amerikaner sind? Wird der Iran die Schifffahrtsrouten im Golf angreifen? Wie auch immer. Für den Kapitalmarkt bedeutet das womöglich erstmal „Flucht in Sicherheit“. Der Dax wird heute früh wohl gut 100 Punkte tiefer reinkommen, und der Dow 30 zeigt jetzt schon ein Minus von 240 Punkten.

Goldpreis steigt

Wo der Markt bei Risiko-Anlagen wie Aktien wohl kurzfristig etwas vorsichtiger agiert (Risk On Risk Off Trades), so erkennt man ganz klar die aktuelle Flucht in den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Den kräftigen Anstieg im Goldpreis hatten wir zuletzt gestern besprochen. Heute Nacht ist er sprunghaft gestiegen. Bis 1 Uhr heute früh war der Goldpreis bereits auf 1.530 Dollar geklettert. Von da an geht es schnell nach oben auf einen aktuellen Höchstwert von 1.543 Dollar. Bei der eigenständigen Hausse der letzten Tage, und jetzt noch diese Krisen-Nachricht rund um den Iran und einer damit steigenden Kriegsgefahr, kann Gold im Wert nun immer weiter zulegen? Im folgenden Chart sieht man den Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate. Den jüngsten Anstieg sieht man ganz rechts im Chart auch in so einem langfristigen Verlauf deutlich. Alte Höchststände aus September bei über 1.550 Dollar sind nun in greifbarer Nähe.

Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate

Ölpreis steigt

Und wo der Ölpreis die letzten Tage aufgrund der Konjunkturhoffnungen (und vor allem des schwachen Dollar) parallel mit den Aktienkursen stieg, so koppelt er sich aktuell von den Aktien ab. Denn wo die Aktien Angst bekommen, so gibt es zwar auch Angst am Ölmarkt. Aber dort geht es in Krisenzeiten immer um eine Angst vor Angebotsverknappung. Kriegsgefahr am Golf bringt sofort Angst vor der Einschränkung von Lieferungen aus der Region auf den Weltmarkt. Daher steigt Öl an. Bis heute um Mitternacht stieg WTI-Öl auf 61,15 Dollar. Dann nach der Iran-Nachricht sprang der Ölpreis auf bis zu 63,80 Dollar in die Höhe (aktuell 63,01 Dollar). Auch hier scheint die Tendenz weiter nach oben gerichtet zu sein, auch wenn es dafür natürlich keine Garantie gibt! Man verfolge hierzu nun die weitere Entwicklung rund um den Iran. Eskaliert die Lage weiter, könnte der Ölpreis auch weiter steigen. Wir werden heute Nachmittag um 17 Uhr über die staatlichen Öl-Lagerbestände in den USA berichten, die normalerweise extrem wichtig sind. Fraglich ist aufgrund dieser aktuellen Entwicklung rund um den Iran aber, ob die US-Lagerdaten heute noch die selbe Relevanz für den Ölpreis haben werden. Im folgenden Chart sieht man den Ölpreis-Verlauf der letzten 30 Tage.

Ölpreis Verlauf seit Anfang Dezember



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3 Kommentare

  1. Da spricht Hr. Trump davon, dass er ein Mann des Friedens ist. Dort findet es Hr. Erdogan notwendig sich in den Konflikt in Lybien einzumischen. Sind denn alle verrückt geworden?
    Die so lapidare Mitteilung des Pentagon über den Einsatz einer Rakete gegen 2 Militärs des Iran (ohne Genehmigung des Kongresses) bezeichne ich als Mord. Irgendwie erinnert mich das an eine Wortwahl und Situation wie vor rd. 81 Jahren: „Seit 05.45 wird zurückgeschossen“!
    So ganz nebenbei sitz in Nordkorea ein Wahnsinniger dessen Bevölkerung verhungert und er nichts anderes im Sinne hat als Interkontinentalraketen zu testen und sein Nuklearwaffenprogramm auszubauen, weil ja Hr. Trump nicht in der Lage ist mit ihm eine vernünftige Abrüstungsstrategie zu vereinbaren.
    Jetz wird wohl ein Vergeltungsschlag der Iraner erfolgen und sich schön langsam aber sicher das Pulverfass „Naher Osten“ entzünden.
    Auf gut wienerisch die Aufforderung: „Schleichts euch doch alle nach Hause – dort habt ihr alle genug zu tun“!

    1. Der Trump ist ja so böse. Und der Friedensfürst und Nobelpreisträger Obama?
      https://www.deutschlandfunkkultur.de/drohnenkrieg-obamas-toedliches-erbe.1005.de.html?dram:article_id=376686
      @deutschlandfunk: Während der Präsidentschaft von Barack Obama wurden Tötungen per Drohne zur Staatsdoktrin, jede Woche unterschrieb er die sogenannte „Kill List“. Und in Zukunft wird ein Donald Trump das tun – dank seines Vorgängers, den Friedensnobelpreisträger Obama.
      .
      Da hab ich solche Meldungen in den Qu-Medien und Foren vermißt.

    2. @deutschlandfunk: Afghanistan ist das am meisten von Drohnen bombardierte Land der Welt. Unzählige Menschen wurden bei diesen Angriffen getötet oder verloren ihre Liebsten. … Ein Krieg, der während der Präsidentschaft Barack Obamas seinen bisherigen Höhepunkt erreicht hat. Doch amerikanische Drohnenangriffe finden nicht nur dort statt, sondern auch im Irak und in Syrien. Obama hat den Drohnenkrieg auch in Länder getragen, in denen die USA offiziell gar keinen Krieg führen, etwa in den Jemen, nach Somalia oder nach Pakistan. „Ich bin wohl gut im Töten“, scherzte der Friedensnobelpreisträger Obama einst über seinen Drohnenkrieg.
      .
      Ich will das Attentat oder Trump hier nicht verteidigen, aber auch nicht die Anschläge der Irak-Iraner im Irak. Ich kann da gar nix sagen, weil ich keine Geheimdienst-Infos habe. Aber es ist halt komisch, das damals diese zahlreichen Morde unter Obama in Nichtkriegsgebiet (!) in den Massenmedien fast nirgends erwähnt wurde. Natürlich ist der Tod des 2. Mannes im Iran nochmal wichtiger, als damals z.B. ein syrischer Unteroffizier mit seiner Familie. Aber …

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