Folgen Sie uns

Aktien

Aktuell: Headlines der Pressekonferenz von Mario Draghi – zuversichtlicher für Konjunktur, aber wohl kein weiterer Anstieg der Inflation!

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Das Wichtigste (von FMW zusammengefasst): Draghi und die EZB sehen die Konjunktur deutlich optimistischer, Risiken zwar noch abwärtsgerichtet, aber deutlich weniger; Risiken kommen von auswärts, nicht aus der Eurozone – das alles ist Euro-positiv!

Aber: die EZB erwartet scheinbar kein weiteres Anziehen der Inflation nach dem April – das wiederum ist Euro-negativ. Bislang hält sich Euro-positives und Euro-negatives damit die Waage!

Headlines:

– Draghi betritt das Podium, es geht los!

– QE wird im Volumen von 60 Mrd. Euro bis Dezember oder darüber hinaus weiter gehen

– Daten aus der Eurozone werden immer solider, aber Kern-Inflation bleibt auf niedrigem Niveau

– Abwärtsrisiken haben weiter abgenommen

– sind zuversichtlich, dass die Erholung weiter geht

– Ausländische Nachfrage dürfte Erholung der Eurozone weiter stützen

– Kerninflation hat sich von niedrigen Niveaus erholt

– Kerninflation wird im April steigen und dann auf dem erhöhten Niveau bleiben

– Risiken aufgrund globaler Faktoren

– Kreditbedingungen haben sich weiter verbessert

FMW: Draghi „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen. Auffallend ist, dass die EZB sehr viel zuversichtlicher für die Eurozonen-Wirtschaft ist, daher steigt auch der Euro..

– alle Mitglieder haben ähnliche Auffassung zur Inflationsentwicklung

– alle Mitglieder einig, dass Risiken nach wie vor abwärtsgerichtet sind, aber sich deutlich reduziert haben (FMW: Draghi weist hier extra daraufhin, dass das ein Unterscheid zu den Aussagen der letzten Sitzung ist)

– wichtig ist, dass Inflation anzieht, auch wenn Geldpolitik nicht mehr unterstützt (FMW: heißt, die EZB glaubt nicht, dass die Inflation hoch oder höher gehen würde, ohne ultralaxe Geldpolitik – das bringt den Euro jetzt wieder unter Druck!)

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

– Draghi auf die Frage nach Kritik von Schäuble an EZB-Geldpolitik: ironisch, dass diejenigen die EZB kritisieren, die ihre Unabhängigkeit ansonsten verteidigen


EZB-Chef Mario Draghi
Foto: EZB

Hier eine Einschätzung zur heutigen EZB-Sitzung von Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank:

„Die heutige Entscheidung der EZB, den Leitzins unverändert zu belassen, überrascht nicht. Denn dass Mario Draghi so kurz vor der Stichwahl in Frankreich seinen lockeren geldpolitischen Kurs ändern würde, war unwahrscheinlich.

Doch im Kessel brodelt es: Zum einen haben sich die Stimmungsindikatoren für die Eurozone seit der letzten EZB-Zinssitzung entgegen den Erwartungen weiter klar verbessert – sie signalisieren für die Eurozone inzwischen immerhin ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent. Zum anderen haben sich einige der geopolitischen Risiken, die die Konjunkturentwicklung lähmen könnten, abgeschwächt: Die USA sind auf Annäherungskurs – China ist zumindest in Donald Trumps Augen doch kein Währungsmanipulator mehr. Auch das Thema Handelsprotektionismus scheint entschärft. Die Stichwahl um das französische Präsidentenamt am übernächsten Sonntag birgt nur noch wenig Bedrohungspotenzial. Für Nervosität sorgt allenfalls die Situation in Nordkorea.

Vor diesem Hintergrund dürfte es Draghi immer schwerer fallen, die Falken im EZB-Rat – also diejenigen Mitglieder, die eher eine restriktive Geldpolitik befürworten – ruhig zu halten. Seine Argumente gegen einen geldpolitischen Richtungsschwenk sind vor allem die Gefahr eines stärkeren Euro und schneller als erwartet steigende Renditen an den Rentenmärkten. Schon die Erleichterungs-Rallye an den Devisenmärkten sowie die Kursrückgänge an den Rentenmärkten nach der ersten Abstimmung zur französischen Präsidentschaftswahl gaben der EZB einen Vorgeschmack darauf, was ein Schritt in Richtung Zinsnormalisierung für die Märkte bedeuten würde.

Und doch: Die Wahrscheinlichkeit, dass die europäischen Währungshüter eher früher als später wieder eine härtere geldpolitische Gangart einlegen, ist gestiegen. Diesen Geist bekommt Draghi wahrscheinlich nicht mehr in die Flasche zurück. Möglicherweise treiben fortan die Märkte die EZB und nicht mehr umgekehrt.“

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    leser

    27. April 2017 15:00 at 15:00

    Weshalb gibt es unverändert den Glauben an zentral gelenkte Preise für Güter? Obwohl es längerfristig noch nirgends funktioniert hat? Ich versteh’s einfach nicht…

  2. Avatar

    Columbo

    27. April 2017 18:12 at 18:12

    „Abwärtsrisiken abgenommen, zuversichtlich…..“
    Er hat sicher recht, das Glas ist halbvoll. Alitalia ist pleite(Lufthansa hat abgewinkt) und ebenso Monte dei Paschi, eine der Großbanken Italiens. Die Wirtschaft dieses Landes kommt nicht auf die Füße. Aber warum nur sehe ich das Glas immer halbleer?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage