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Aktuell: HSH Nordbank für 1 Milliarde Euro verkauft an Höllenhunde und Heuschrecken

Und da ist die offizielle Bestätigung! Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein bestätigen den Verkauf ihrer HSH Nordbank-Anteile über 94,9%. Den Zuschlag erhält ein Konsortium von mehreren Private Equity-Investoren, die man auch als…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Und da ist die offizielle Bestätigung! Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein bestätigen den Verkauf ihrer HSH Nordbank-Anteile über 94,9%. Den Zuschlag erhält ein Konsortium von mehreren Private Equity-Investoren, die man auch als Mega-Heuschrecken bezeichnen dürfte (aus der Hölle, wie dieser Artikel es bezeichnet?). Aus den offiziellen Worten der beiden Länder hört man, wie viel man doch erwarte. Zum Beispiel glaubt man nun an eine weitere Entwicklung der Bank, Sicherung der Standorte bla bla bla.

Für die HSH Nordbank selbst wohl kaum gute Nachrichten

Aber wer sich im Finanzgeschäft nur ein klein wenig auskennt, der weiß: Solche Finanzinvestoren interessieren sich nicht eine Sekunde für Standorte, für Menschen, oder dafür irgendetwas zu entwickeln. Sie werden sich die Kredit-Portfolios der HSH Nordbank ausführlich angesehen haben, und scheinen offenbar der Meinung zu sein, dass man die Forderungen höher verscherbeln kann, als sie aktuell in den Büchern stehen. Nur dann macht für sie der Kauf einen Sinn. Denn die Bank selbst, mit ein bisschen Mittelstandsgeschäft hier, und ein bisschen Windrad-Finanzierungsgeschäft da, das braucht im großen Gesamtbild niemand wirklich. Die Bank wird man aller Voraussicht nach zerlegen, abbauen, verwerten. So vermuten wir es mal.

Die Käufer sind Cerberus (Höllenhund aus der griechischen Mythologie), J.C. Flowers, GoldenTree,  Centaurus Capital und BAWAG. Die übrigen 5,1% gehörten übrigens schon sei Jahren J.C. Flowers. Der Kaufpreis von 1 Milliarde Euro kann sich noch reduzieren für den Fall, dass die HSH Nordbank die Länder-Bürgschaft über 10 Milliarden Euro doch nicht in voller Höhe in Anspruch nehmen sollte. Denn wenn die HSH Nordbank zum Beispiel nur 9,7 Milliarden Euro Bürgschaft in Anspruch nimmt, verzichtet sie quasi auf einen Wertgegenstand in Höhe von 300 Millionen Euro. Dementsprechend würde wohl auch der Kaufpreis reduziert werden – das nur als Beispiel!

Die Bürgschaft wird schon bald zur Realität für die Länderhaushalte

Aber mal ehrlich. Natürlich wird die HSH Nordbank die vollen 10 Milliarden Euro in Anspruch nehmen. Die neuen Eigentümer haben mit den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein mit der heutigen Vereinbarung auch klar gestellt, dass die 10 Milliarden Euro-Garantie vorzeigt beendet wird. Das bedeutet, dass die Länder diese Summe an die HSH Nordbank auszahlen in Cash – damit werden die beiden Landeshaushalte zügig ganz real 10 Milliarden Euro mehr Schulden haben, und nicht erst in ein, zwei, drei oder fünf Jahren. Für die vorzeitige Bürgschaftsbeendigung zahlt die HSH Nordbank den beiden Ländern eine „Belohnung“ von 100 Millionen Euro. Wie lustig!

Jetzt müssen noch die Parlamente in Hamburg und Kiel zustimmen, sowie EU-Kommission, EZB und die BaFin. Aber das ist alles nur noch Formsache. Die HSH Nordbank hat finanzstarke Käufer gefunden, und damit ist die Sache besiegelt! Die beiden Länder hatten schon für mehrere Milliarden Euro totale Schrottkredite aus der HSH Nordbank herausgekauft, und in ihre eigenen Bücher genommen in Form einer Zweckgesellschaft. Die musste den Wert des Schrotts unlängst nach unten korrigieren. Der tatsächliche Schaden durch die HSH Nordbank wird für die Länder also irgendwo bei 11 oder 12 Milliarden Euro liegen.

Zwei kleine positive Aspekte kann man in der heutigen Verkündung erkennen: Erstens ist die Bank endlich weg (aus Sicht der Länder). Und zweitens kann man die volle Schuldenhöhe schon bald in vollem Umfang in den Länderhaushalten sehen – dann wissen die Steuerzahler der Nordländer demnächst, woran sie wirklich sind, und nicht erst scheibchenweise in ein paar Jahren. Was wird das heißen für die Bürger im Norden in den nächsten Jahrzehnten im Vergleich zu anderen Bundesländern? Weniger Schulen, weniger Lehrerstellen, weniger Straßenreparaturen, schlechterer Bürgerservice, höhere Gebühren überall, und und und?

Hier die aktuelle Verlautbarung der Stadt Hamburg im Wortlaut:

Bei den Käufern handelt es sich um Cerberus European Investments LLC, J.C. Flowers & Co. LLC, GoldenTree Asset Management UK LLP, Centaurus Capital LP sowie BAWAG P.S.K. Der Vertrag sieht einen Kaufpreis von rund einer Milliarde Euro für 94,9 Prozent der an der HSH Nordbank gehaltenen Aktien vor.

Voraussetzung für den Verkauf ist die Beendigung der 2009 übernommenen sogenannten Sunrise-Garantie, mit der die Länder im Umfang von zehn Milliarden Euro für Verluste aus den Altgeschäften der früheren HSH Nordbank haften. Der Kaufpreis kann sich verringern, wenn die Länder nach abschließender Überprüfung weniger als die volle Garantiesumme auszahlen. Für die vorzeitige Beendigung und Auszahlung der Garantie erhalten die Länder einen Ausgleichsbetrag in Höhe von 100 Millionen Euro. Durch den Fortbestand der Bank werden die Risiken aus der Gewährträgerhaftung für die Länder reduziert.

Der Vollzug des Kaufvertrags (Closing) erfordert die Zustimmung des Schleswig-Holsteinischen Landtags und der Hamburgischen Bürgerschaft. Weitere Voraussetzungen für das Closing sind zudem die Zustimmung der Europäischen Kommission und der Europäischen Bankenaufsicht, die eng in den Privatisierungsprozess eingebunden sind.

Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein: „Wir haben heute ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zum Verkauf der Landesanteile an der HSH Nordbank erreicht. Rückblickend bleibt festzuhalten, dass das Engagement des Landes sehr teuer für den Steuerzahler geworden ist. Das ist bitter für beide Länder. Mit der heutigen Unterzeichnung des Kaufvertrags haben wir dennoch etwas erreicht, das viele noch vor einem Jahr für unmöglich gehalten hätten. Ziel war es stets, das Landesvermögen so weit wie möglich zu schonen. Es gab eine Reihe von Interessenten und am Ende hat das wirtschaftlich beste Angebot den Zuschlag erhalten. Ich wünsche mir, dass es gelingt, die neuen Besitzer von den Stärken unseres Standorts und den Stärken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier in Kiel zu überzeugen. “

Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren haben die Länder geeignete Käufer für die HSH Nordbank gefunden und ein gutes Verhandlungsergebnis erzielt. Ich hoffe, dass nach den Beratungen in den Landesparlamenten auch die EU-Kommission und die zuständigen Aufsichtsbehörden zügig grünes Licht für den Verkauf geben werden. Mit der Privatisierung können wir den Schaden für die Länder, der durch die verantwortungslose Expansionsstrategie der Bank in den Jahren 2003 bis 2008 entstanden ist, so gering wie möglich halten.“

Monika Heinold, Finanzministerin von Schleswig-Holstein: „Heute ist kein Tag der Freude, sondern ein Tag, an dem wir zu unserer Verantwortung stehen. Mein Ziel war es immer, das Landesvermögen so gut es geht zu schützen. Der Verkaufsvertrag ist dafür eine gute Grundlage, auch wenn der Gesamtschaden für den Landeshaushalt insgesamt sehr hoch ist. Es war ein hartes Stück Arbeit bis zum Abschluss des Kaufvertrages und noch sind wir nicht fertig. Der Schlussstrich unter das Kapitel HSH Nordbank ist erst gezogen, wenn das sogenannte Closing stattgefunden hat und alle Altverpflichtungen in den Landeshaushalt übernommen sind.“

Dr. Peter Tschentscher, Finanzsenator der Freien und Hansestadt Hamburg: „Seit 2009 haben die Länder ihre Risiken aus der damals bestehenden Gewährträger-haftung von 65 Milliarden Euro konsequent reduziert. Mit der Privatisierung erhalten wir einen nennenswerten Kaufpreis und verhindern eine Abwicklung der Bank, die mit zusätzlichen Kosten und neuen Risiken verbunden wäre. Das ist ein gutes Verhandlungsergebnis.“

HSH Nordbank Cerberus Höllenhund
Der Hauptinvestor Cerberus hat sich als Firmennamen aus der griechischen Mythologie einen Höllenhund ausgesucht. Wie nett… Foto: William Blake / Gemeinfrei

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    leser

    28. Februar 2018 13:48 at 13:48

    Mir wäre ein ordentliches Involvenzverfahren lieber.

    Der Verkauf vermindert die Transparenz der Abläufe und Verantwortlichkeiten nur zusätzlich. Wetten, dass die Politiker, die dem Verkauf jetzt zustimmen, weder den Vertrag komplett gelesen, geschweige die Details verstanden haben? Da flüchtet man lieber in die Grotesko nach Berlin. Im Ergebnis bleibt, dass Milliarden an Steuergeldern versenkt wurden und niemand seinen Kopf dafür hinhält. Ein Skandal mehr in der an Skandalen reich gesegneten Republik.

  2. Avatar

    Lossless

    28. Februar 2018 15:40 at 15:40

    Hätte man die 11 bis 12 Milliarden an Steuergelder in die Bildung investiert, dir Rendite wäre unbezahlbar.

  3. Avatar

    Christoph

    28. Februar 2018 18:31 at 18:31

    Weiß jemand wieciel die HSH in den guten Jahren den Ländern eingebracht hat?

  4. Avatar

    Gixxer

    1. März 2018 11:27 at 11:27

    Ist doch ein prima Deal. Ich gebe jemandem 10 Mrd und er gibt mir im Gegenzug dafür 1 Mrd. Prima Geschäft!

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Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

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Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

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Old Economy: Gewinnexplosion voraus – Werbung

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Lieber Börsianer,

welche Unternehmen werden zwischen 2020 und 2022 die größten Gewinnzuwächse verbuchen? Netflix, Amazon, SAP oder etwa Nvidia? Was ist Ihre Prognose?

Ich lehne mich aus dem Fenster: In den kommenden 2 bis drei Jahren werden die großen „Gewinndynamiker“ nicht aus der Technologie-Branche kommen, sondern – ja Sie lesen ganz richtig – aus der Old Economy. Alt eingesessene Unternehmen, die wir alle schon seit Jahrzehnten kennen, stehen vor einem beispiellosen Gewinnschub. Hier steht eine Erholung bevor, wie wir sie selbst in den Boomjahren der Nachkriegszeit nicht gesehen haben. Ich habe Ihnen drei Beispiele aus der DACH-Region mitgebracht.

Beispiel BASF: Der deutsche Chemie- und Ölkonzern wird aller Voraussicht nach das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust von mindestens 1 Euro je Aktie abschließen. Dann wird BASF allerdings eine mächtige Aufholjagd starten und im Geschäftsjahr 2022 einen Gewinn je Aktie von rund 3,70 Euro ausweisen. Das ist noch weit entfernt vom Niveau der Vorkrise, als man rund 9 Euro je Aktie verdiente. Aber von unter Null auf 3,70 Euro je Aktie ist sehr viel Holz.

Beispiel Wienerberger: Die Österreicher haben in diesem Coronajahr auch nur wenig Spaß gehabt. Das Unternehmen der Baustoff-Branche wird den Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr wahrscheinlich fünfteln. Aber danach wird man wieder mächtig durchstarten. So erwarten die Analysten, dass Wienerberger seinen Gewinn bis 2022 um rund 360 % steigern wird.

Ein kleiner Vergleich: Der Video-Streaming Spezialist Netflix erwartet bis 2022 eine einfache Gewinnverdopplung. Auch das natürlich eine großartige Zahl, aber verglichen mit den erwarteten Gewinnzuwächsen von BASF oder Wienerberger nimmt sich die eher bescheiden aus.

Beispiel Swatch: Der Schweizer Uhrenhersteller litt ebenfalls erheblich unter der Pandemie und erlebte einen Gewinneinbruch wie noch nie zuvor in seiner Unternehmensgeschichte. Das klingt nicht gut, oder? Nun, die Swatch Group erwartet eine mächtige Gewinnexplosion. So wird man in den…..

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Umsätze der Wirtschaft genau so hoch wie im Februar? Ziemlich erstaunlich!

Claudio Kummerfeld

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Ein Arbeiter in der Metallverarbeitung

Die Umsätze in der gewerblichen Wirtschaft (Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen) lagen im Oktober nur noch 0,3 Prozent unter dem Niveau aus Februar, als direkt vor Ausbruch der Coronakrise. So sagt es heute das Statistische Bundesamt. Der folgende Chart zeigt die Umsätze als Index. Es ist eine fast V-förmige Erholung. Von September auf Oktober stiegen die Umsätze um 1,5 Prozent. Gut, man darf annehmen, dass sie nun im November dank dem Lockdown für die Gastronomie wieder schrumpfen werden. Aber dass man bis Oktober die Delle quasi komplett aufgeholt hat, ist doch erstaunlich.

Die Statistiker sprechen bei ihrer heutigen Veröffentlichung von einem Frühindikator. Was wichtig sein könnte: Diese Betrachtung der Umsätze in der gewerblichen Wirtschaft wurde von den Statistikern aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen ermittelt. Dazu muss man wissen: Viele kleine Unternehmen melden nur quartalsweise an die Finanzämter. Und das gigantische Heer an Solo-Selbständigen reicht gar keine Umsatzsteureerklärungen (und somit auch keine Voranmeldungen) ein, weil die Einnahmen unter der Mindestschwelle liegen. Es ist also unklar, in wie weit die oft völlig erodierten Umsätze dieser Selbständigen in dieser Statistik mitgezählt oder geschätzt werden.

Man müsste doch eigentlich annehmen, dass diese dramatischen Umsatzausfälle von Millionen von Ein-Personen-Dienstleistern immer noch eine riesige Lücke gegenüber Februar reißen. Oder man darf in diesem Fall eher annehmen, dass die Statistiker nur jene Umsätze mit früheren Umsätzen vergleichen, die auch schon damals umsatzsteuerpflichtig waren. Dann allerdings hätte diese Statistik wenig Aussagekraft, weil sie das gesamte Bild der Umsatzentwicklung der deutschen Wirtschaft nicht vollständig darstellt.

Chart zeigt Umsätze der Wirtschaft in den letzten Jahren

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