Märkte

Aktuell: IEA mit offizieller Info über 240 Mio Barrel Öl-Flut – Deutschland mit 6,5 Mio dabei

Öl-Bohrvorrichtung

Vor wenigen Minuten gab es von Seiten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) die offizielle Bestätigung. Man wird umfangreich Öl aus seinen Reserven auf den Markt werfen. Offiziell bringen die Mitgliedsländer der IEA gemeinsam 120 Millionen Barrels Öl auf den Markt, und die USA nochmal oben drauf 120 Millionen – also insgesamt 240 Millionen. Laut veröffentlichter Liste ist Deutschland mit 6,5 Millionen Barrels dabei.

Die einstimmige Einigung der IEA-Mitgliedsländer vom 1. April (aber jetzt erst gab es die offizielle Info) auf eine zweite gemeinsame Aktion in diesem Jahr war laut IEA eine Reaktion auf die erheblichen Spannungen auf den Ölmärkten infolge des russischen Einmarsches in der Ukraine. In den Tagen nach der Entscheidung habe jedes IEA-Mitglied geprüft, wie viel es angesichts seiner nationalen Gegebenheiten zu dem angekündigten Reaktionsplan beitragen kann.

Die von den Mitgliedern vorgelegten Zusagen belaufen sich auf 120 Millionen Barrel, die über einen Zeitraum von sechs Monaten freigegeben werden sollen, was von großer Einigkeit zeugt. Die USA werden etwa 60 Millionen Barrel beisteuern, die Teil der am 31. März angekündigten größeren Entnahme aus ihrer strategischen Erdölreserve (SPR) sind. In den nächsten sechs Monaten werden dem Weltmarkt rund 240 Millionen Barrel an Erdölnotvorräten zur Verfügung gestellt, was weit über 1 Mio. Barrel pro Tag entspricht.

„Die beispiellose Entscheidung, im Abstand von nur einem Monat zwei Notvorräte freizugeben, und zwar in einem größeren Umfang als je zuvor in der Geschichte der IEA, spiegelt die Entschlossenheit der Mitgliedsländer wider, die Weltwirtschaft vor den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen eines Ölschocks nach Russlands Aggression gegen die Ukraine zu schützen“, so IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol im Wortlaut. „Diese jüngste gemeinsame Aktion zeigt einmal mehr die Einigkeit der IEA-Mitgliedsländer in ihrer Solidarität mit der Ukraine und ihre Entschlossenheit, den Ölmarkt in dieser schwierigen Zeit zu stabilisieren. Die Ereignisse in der Ukraine werden von Tag zu Tag beunruhigender, und die IEA muss jetzt handeln, um die angespannte Lage auf den Energiemärkten zu entspannen.“

Zu Beginn des russischen Einmarsches verfügten die IEA-Mitgliedsländer über 1,5 Milliarden Barrel an öffentlichen Reserven und etwa 575 Millionen Barrel an Verpflichtungen gegenüber der Industrie. Die beiden IEA-Sammelaktionen in diesem Jahr in Höhe von 62,7 Mio. Barrel, die am 1. März vereinbart wurden, und 120 Mio. Barrel machen somit 9 Prozent der gesamten Notvorräte aus, so die IEA.

Bei den Erdölsicherheitsvorräten der IEA-Mitgliedsländer handelt es sich laut IEA entweder um öffentliche Vorräte (im Besitz der Regierung oder von Sonderorganisationen) oder um Vorräte, die von der Industrie im Auftrag der Regierung gehalten werden. Bei den öffentlichen Vorräten können diese über Ausschreibungen oder Anleihen auf dem Markt freigegeben werden, die in den kommenden Wochen und Monaten je nach dem spezifischen Vorratssystem und den Marktbedürfnissen in jedem Land eingeleitet und freigegeben werden. Bei den Pflichtvorräten der Industrie werden die Verpflichtungen durch Rechtsverordnungen oder Verwaltungsmandate herabgesetzt, um die Mengen für den Verbrauch verfügbar zu machen.

Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung des Öls, das von jedem der teilnehmenden Länder zur Verfügung gestellt wird. Zu gegebener Zeit werden weitere Einzelheiten über die Aufteilung der zugesagten Barrel in Rohöl und Produkte sowie die öffentlichen und obligatorischen Industrievorräte bekannt gegeben.

IEA Öl-Mengen



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

3 Kommentare

  1. Es muss jedem klar sein: damit lässt man die Hosen komplett herunter! Die Aktion bringt kurzfristige Entspannung, die anschließend ins Gegenteil umschlagen wird…
    Aber wir werden ja sehen, was draus wird…

    1. Und die OPEC schaut tatenlos zu wie ihr Geschäft torpediert wird?

  2. Das ist ja Wahnsinn. Immerhin die Produktionsmenge von 2,5 Tagen. Das ist ja wirklich gewaltig. Und dann über sechs Monate gestreckt. Das wird bestimmt zu einem totalen Zusammenbruch der Preise über Jahre hinweg führen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage