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Europa

Aktuell: ifo Index besser als befürchtet – aber Gewerbe weiter fallend, starke Dienstleister retten

Markus Fugmann

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am

Der ifo Index (Januar) ist mit 99,8 besser ausgefallen als erwartet (Prognose war 98,7; Vormonat war 98,5). Das ist der erste Anstieg seit sechs Monaten!

Das Verarbeitende Gewerbe hat jedoch laut ifo weiter nachgegeben! Die Erwartung fiel auf den niedrigsten Stand seit November 2012. Vor allem der Handel aber bleibt robust, daher die Gesamtzahl besser als im letzten Monat..

Die Geschäftserwartungen liegen bei 95,6 (Prognose war 94,0; Vormonat war 93,8)

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei 103,1 (Prognose war 102,9; Vormonat war 103,4).


ifo-Chef Clemens Fuest
Von Institut der deutschen Wirtschaft Köln – Flickr: Wissenschaftliche Round-Table-Jahrestagung 2012, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32259341

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Montaigne

    25. März 2019 10:05 at 10:05

    Sehr gespannt auf Ihre Einordnung Herr Fugmann!

  2. Avatar

    Angsthase

    25. März 2019 10:23 at 10:23

    Na siehste , alles nicht so schlimm… da passiert nichts.

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    Urs Scheufele

    25. März 2019 10:27 at 10:27

    Was für ein Zufall – „Besser als erwartet“! Na wenn da nicht nochmal in letzter Minute die Daten nochmal optimiert wurden ;-)

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    Hannes Zipfel

    25. März 2019 10:40 at 10:40

    Die Mainstream-Ökonomen feiern gerade in ihren Kommentaren bei Reuters den „überraschenden“ Anstieg des ifo-Geschäftsklima-Index. Ja, schon eine Überraschung, dass ab März witterungsbedingt der Bau, der Tourismus und der Einzelhandel besser laufen als in den Wintermonaten. Gleichwohl liegen auch bei Bau, Dienstl. und Handel die Daten signifikant unter den Werten vom März 2018. Der ifo-Index für das verarbeitende Gewerbe kollabiert weiter von 9,1 im Feb. auf 6,6 im März (Vorjahr war 27,78!). Da der tertiäre Sektor (Dienstl., Handel) dem sekundären Sektor (Industrie) zyklisch nachläuft, sollte man die Party nicht zu früh feiern. Natürlich werden die Stimuli aus China irgendwann wirken, aber eben nur durch noch mehr Kredit und Absenkung der Prime Lending Rate (aktuell 4,35% = bereits historischer Tiefstwert). Aber an dem Grundproblem des abnehmenden Grenznutzens des schuldengetriebenen Wachstums ändert das mittelfristig nichts. Zumal die stimulierenden Effekte immer schneller verpuffen (siehe die 1,5 Billionen USD Zinssenkungsorgie in den USA). Die Prognosen für das erhoffte Wachstumswunder sind alle zu Staub zerfallen bzw. um eine Stelle nach rechts hinters Komma verrutscht). Der Megatrend Verschuldung fordert eben seine Opfer. Gesund ist das nicht. Wer am Aktienmarkt investiert ist, sollte zumindest wissen, warum die Kurse steigen. Sie tun es nicht, weil die Wirtschaft gesund ist oder „wächst“. Echtes Wachstum gibt es nur bei den Schulden. In der Konsequenz sind weltweite Zinserhöhungen illusorisch (Anstieg der Kreditkosten) oder eben katastrophal (siehe Türkei). Ohne permanente künstliche geld- und fiskalpolitische Stimuli gibt es auch kein Pseudowachstum mehr – auch nicht im Ifo-Index. Es lebe die Hausse und 1929 war nur ein böser Traum.

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      Denker

      25. März 2019 11:14 at 11:14

      Hallo Herr Zipfel,

      die wenigsten wissen nicht wie ein Fiatmoneyponzimindestreservesystem funktioniert.
      Wieviele Ökonomen kennen sich damit wirklich aus? Die wenigsten…
      Der Tag kommt an dem dieses System glattgestellt wird. ich persönlich erwarte einen Zinsschock mit der kompletten Einfrierung des Geldmarktes. Und so lange wird man leider noch viele leichtgläubige in die Zinsfalle locken. Auf einer amerikanischen Wirtschaftsinformationseite las ich dieses Woche das dies alles ein vorsätzlicher Akt sei…A Deliberate Act. So sehe ich dies leider auch, und 1929 war dagegen ein schöner Traum.

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    BG

    25. März 2019 10:40 at 10:40

    Der Index fällt seit 7 Monaten und es hat nur geringfügig interessiert. Diesen Monat ist die Zahl weltweit beachtet und vielleicht ausschlaggebend für den weiteren Verlauf an den Märkten und dann steigt sie auf einmal. Nunja ?

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    Hannes Zipfel

    25. März 2019 10:41 at 10:41

    *Korrektur: 1,5 Billionen USD Steuersenkungsorgie in den USA

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    Macwoiferl

    25. März 2019 11:04 at 11:04

    Vielmehr als die „Daten“ selbst ist doch die Frage interessant:
    Wie kommt es dass sich IFO auf solchen Pumpfanz einlässt?
    Jede Wette dass die Zahlen politisch motiviert = manipuliert sind!
    Da gab es Druck von oben. In 14 Tagen wird man dann „revidieren“: upsi, die „Neun“ war ja eine „Null“.
    Erstaunlich auch dass FMW gleich mit drei Stories in diesen Fake einsteigt.
    Bin selbst Dienstleister und kann nur sagen: es läuft rein gar nix gerade!
    Aber das ist das reale Leben.
    Und mit Wirklichkeit haben Börse und Medien nix mehr zu tun…

    • Avatar

      Wolfgang M.

      25. März 2019 11:26 at 11:26

      Wann wurde der Ifo-Index jemals nachträglich verändert und wie soll man die Aussagen von 9000 Firmen manipulieren? Soll die Mannschaft um Clemens Fuest die Daten beim Auswerten verändern? Glauben Sie , dass ausgerechnet Prof. Sinn so etwas zugelassen hätte? Fragen über Fragen!

  8. Avatar

    Macwoiferl

    25. März 2019 11:52 at 11:52

    @Wolfgang M:
    Gottvertrauen ist eine schöne Eigenschaft.
    Könnten Sie von Ihrem was abgeben? Wenigstens ein bisschen?
    Es ist schön zu sehen dass es Menschen gibt die jeden Schmu blind glauben :-)

    Wie wird der IFO ermittelt?

    Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate als „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Die Antworten werden nach der Bedeutung der Branchen gewichtet und aggregiert. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „gut“ und „schlecht“, der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „günstiger“ und „ungünstiger“. Das Geschäftsklima ist ein Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen.

    So. Wir haben bereits jede Menge schwankungsanfällige Größen im Spiel! Es werden ja nur relative Fragen gestellt bzw. relative Aussagen erfasst, keine Fakten.
    Was also, wenn unter politischem Druck (das IFO ist an der Münchner Uni angesiedelt) aus einigen „befriedigend“ im Indikator plötzlich „gut“ werden? Auch ein Herr Sinn wird sich erbaut zeigen von eventuellen Dankbarkeitsgesten gegenüber seinem Institut…

    @BG oben schreibt ganz richtig: der siebenmonatige Rückgang hat niemanden interessiert, geschweige denn die Börse.
    Und nun plötzlich…

    • Avatar

      Wolfgang M.

      25. März 2019 12:11 at 12:11

      Ja ja, es hat noch keinen interessiert. Ich schreibe zwar schon über ein Jahr über die Aussagekraft des Ifo-Index und seine jahrelange Indikationsfunktion, aber sei ˋs drum. Nicht schön finde ich, dass Sie mir blinden Glauben an „jeden Schmu“ unterstellen, ein schönes Werturteil über meine Fähigkeiten zur kritischen Marktbeurteilung.
      Schönen Tag

  9. Avatar

    Prognostiker

    25. März 2019 12:27 at 12:27

    Bitte diese Zahlen nicht zu ernst nehmen, wichtig ist der mittlere/ längere Trend. Was haben wir doch gerade bei Aktien u. Bonds Ausbrüche nach oben u.unten erlebt.In jedem Trend gibt es immer wieder Gegenbewegungen.

  10. Avatar

    Macwoiferl

    25. März 2019 12:35 at 12:35

    Es mag zu hart geklungen haben, entschuldigen Sie @Wolfgang M.
    Ihre Kommentare schätze ich an sich sehr als Bereicherung für dieses Forum!
    Wie auch Markus Fugmanns kritisch-hinterfragende Analysen, zumeist jedenfalls…
    Die Welt ist m.E. zur Truman-Show geworden. Ich sehe mich außerhalb und gerate außer Atem…
    Medien im fröhlichen Verbund mit Politik und „Wissenschaft“ bauen an Potjemkinschen Dörfern.
    Wenn es Wohltaten zu erhaschen gibt lässt sich jede noch so „valide“ Statistik und Erhebung „ändern“.
    Das wollte ich sagen damit!
    Schönen Tag!

    • Avatar

      Wolfgang M.

      25. März 2019 12:42 at 12:42

      Alles klar, Macwoiferl.
      Viele Grüße

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Europa

ifo Index schwächer, erster Rückgang seit sechs Monaten

„Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für Oktober veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 92,7 (Prognose war 93,0; Vormonat August war 93,4) – der erste Rückgang nach fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,3 (Prognose war 89,9 ; Vormonat war 89,2)

– Erwartungen: 95,0 (Prognose war 96,5; Vormonat war 97,7)

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

„Die Stimmung unter den Unternehmenslenkern hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 92,7 Punkte gesunken, nach 93,2 Punkten[1] im September. Dies ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Ihre aktuelle Situation beurteilten sie hingegen etwas besser als im Vormonat. Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu.

Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich. Deutlich mehr Firmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Unternehmen konnten ihre Kapazitätsauslastung im letzten Quartal deutlich von 75,3 auf 79,8 Prozent steigern. Der zuletzt aufgekommene Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate hat aber einen merklichen Rückschlag erhalten.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima hingegen merklich verschlechtert. Die Dienstleister waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Zudem ist der Optimismus der Vormonate zur weiteren Geschäftsentwicklung wieder verschwunden.

Im Handel ist Geschäftsklimaindikator leicht gesunken. Während die Händler pessimistischer auf die kommenden Monate schauen, waren sie mit den laufenden Geschäften zufriedener.

Auch im Bauhauptgewerbe ist die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas gestoppt. Die Unternehmen korrigierten ihre sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage deutlich nach unten. Auch ihre Erwartungen fielen etwas pessimistischer aus.“

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Von

Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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