Europa

Aktuell: ifo Index besser als befürchtet – aber Gewerbe weiter fallend, starke Dienstleister retten

Der ifo Index (Januar) ist mit 99,8 besser ausgefallen als erwartet (Prognose war 98,7; Vormonat war 98,5). Das ist der erste Anstieg seit sechs Monaten!

Das Verarbeitende Gewerbe hat jedoch laut ifo weiter nachgegeben! Die Erwartung fiel auf den niedrigsten Stand seit November 2012. Vor allem der Handel aber bleibt robust, daher die Gesamtzahl besser als im letzten Monat..

Die Geschäftserwartungen liegen bei 95,6 (Prognose war 94,0; Vormonat war 93,8)

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei 103,1 (Prognose war 102,9; Vormonat war 103,4).


ifo-Chef Clemens Fuest
Von Institut der deutschen Wirtschaft Köln – Flickr: Wissenschaftliche Round-Table-Jahrestagung 2012, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32259341



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14 Kommentare

  1. Sehr gespannt auf Ihre Einordnung Herr Fugmann!

  2. Na siehste , alles nicht so schlimm… da passiert nichts.

  3. Was für ein Zufall – „Besser als erwartet“! Na wenn da nicht nochmal in letzter Minute die Daten nochmal optimiert wurden ;-)

  4. Die Mainstream-Ökonomen feiern gerade in ihren Kommentaren bei Reuters den „überraschenden“ Anstieg des ifo-Geschäftsklima-Index. Ja, schon eine Überraschung, dass ab März witterungsbedingt der Bau, der Tourismus und der Einzelhandel besser laufen als in den Wintermonaten. Gleichwohl liegen auch bei Bau, Dienstl. und Handel die Daten signifikant unter den Werten vom März 2018. Der ifo-Index für das verarbeitende Gewerbe kollabiert weiter von 9,1 im Feb. auf 6,6 im März (Vorjahr war 27,78!). Da der tertiäre Sektor (Dienstl., Handel) dem sekundären Sektor (Industrie) zyklisch nachläuft, sollte man die Party nicht zu früh feiern. Natürlich werden die Stimuli aus China irgendwann wirken, aber eben nur durch noch mehr Kredit und Absenkung der Prime Lending Rate (aktuell 4,35% = bereits historischer Tiefstwert). Aber an dem Grundproblem des abnehmenden Grenznutzens des schuldengetriebenen Wachstums ändert das mittelfristig nichts. Zumal die stimulierenden Effekte immer schneller verpuffen (siehe die 1,5 Billionen USD Zinssenkungsorgie in den USA). Die Prognosen für das erhoffte Wachstumswunder sind alle zu Staub zerfallen bzw. um eine Stelle nach rechts hinters Komma verrutscht). Der Megatrend Verschuldung fordert eben seine Opfer. Gesund ist das nicht. Wer am Aktienmarkt investiert ist, sollte zumindest wissen, warum die Kurse steigen. Sie tun es nicht, weil die Wirtschaft gesund ist oder „wächst“. Echtes Wachstum gibt es nur bei den Schulden. In der Konsequenz sind weltweite Zinserhöhungen illusorisch (Anstieg der Kreditkosten) oder eben katastrophal (siehe Türkei). Ohne permanente künstliche geld- und fiskalpolitische Stimuli gibt es auch kein Pseudowachstum mehr – auch nicht im Ifo-Index. Es lebe die Hausse und 1929 war nur ein böser Traum.

    1. Hallo Herr Zipfel,

      die wenigsten wissen nicht wie ein Fiatmoneyponzimindestreservesystem funktioniert.
      Wieviele Ökonomen kennen sich damit wirklich aus? Die wenigsten…
      Der Tag kommt an dem dieses System glattgestellt wird. ich persönlich erwarte einen Zinsschock mit der kompletten Einfrierung des Geldmarktes. Und so lange wird man leider noch viele leichtgläubige in die Zinsfalle locken. Auf einer amerikanischen Wirtschaftsinformationseite las ich dieses Woche das dies alles ein vorsätzlicher Akt sei…A Deliberate Act. So sehe ich dies leider auch, und 1929 war dagegen ein schöner Traum.

  5. Der Index fällt seit 7 Monaten und es hat nur geringfügig interessiert. Diesen Monat ist die Zahl weltweit beachtet und vielleicht ausschlaggebend für den weiteren Verlauf an den Märkten und dann steigt sie auf einmal. Nunja ?

  6. *Korrektur: 1,5 Billionen USD Steuersenkungsorgie in den USA

  7. Vielmehr als die „Daten“ selbst ist doch die Frage interessant:
    Wie kommt es dass sich IFO auf solchen Pumpfanz einlässt?
    Jede Wette dass die Zahlen politisch motiviert = manipuliert sind!
    Da gab es Druck von oben. In 14 Tagen wird man dann „revidieren“: upsi, die „Neun“ war ja eine „Null“.
    Erstaunlich auch dass FMW gleich mit drei Stories in diesen Fake einsteigt.
    Bin selbst Dienstleister und kann nur sagen: es läuft rein gar nix gerade!
    Aber das ist das reale Leben.
    Und mit Wirklichkeit haben Börse und Medien nix mehr zu tun…

    1. Wann wurde der Ifo-Index jemals nachträglich verändert und wie soll man die Aussagen von 9000 Firmen manipulieren? Soll die Mannschaft um Clemens Fuest die Daten beim Auswerten verändern? Glauben Sie , dass ausgerechnet Prof. Sinn so etwas zugelassen hätte? Fragen über Fragen!

  8. @Wolfgang M:
    Gottvertrauen ist eine schöne Eigenschaft.
    Könnten Sie von Ihrem was abgeben? Wenigstens ein bisschen?
    Es ist schön zu sehen dass es Menschen gibt die jeden Schmu blind glauben :-)

    Wie wird der IFO ermittelt?

    Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate als „günstiger“, „gleich bleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Die Antworten werden nach der Bedeutung der Branchen gewichtet und aggregiert. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „gut“ und „schlecht“, der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „günstiger“ und „ungünstiger“. Das Geschäftsklima ist ein Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen.

    So. Wir haben bereits jede Menge schwankungsanfällige Größen im Spiel! Es werden ja nur relative Fragen gestellt bzw. relative Aussagen erfasst, keine Fakten.
    Was also, wenn unter politischem Druck (das IFO ist an der Münchner Uni angesiedelt) aus einigen „befriedigend“ im Indikator plötzlich „gut“ werden? Auch ein Herr Sinn wird sich erbaut zeigen von eventuellen Dankbarkeitsgesten gegenüber seinem Institut…

    @BG oben schreibt ganz richtig: der siebenmonatige Rückgang hat niemanden interessiert, geschweige denn die Börse.
    Und nun plötzlich…

    1. Ja ja, es hat noch keinen interessiert. Ich schreibe zwar schon über ein Jahr über die Aussagekraft des Ifo-Index und seine jahrelange Indikationsfunktion, aber sei ˋs drum. Nicht schön finde ich, dass Sie mir blinden Glauben an „jeden Schmu“ unterstellen, ein schönes Werturteil über meine Fähigkeiten zur kritischen Marktbeurteilung.
      Schönen Tag

  9. Bitte diese Zahlen nicht zu ernst nehmen, wichtig ist der mittlere/ längere Trend. Was haben wir doch gerade bei Aktien u. Bonds Ausbrüche nach oben u.unten erlebt.In jedem Trend gibt es immer wieder Gegenbewegungen.

  10. Es mag zu hart geklungen haben, entschuldigen Sie @Wolfgang M.
    Ihre Kommentare schätze ich an sich sehr als Bereicherung für dieses Forum!
    Wie auch Markus Fugmanns kritisch-hinterfragende Analysen, zumeist jedenfalls…
    Die Welt ist m.E. zur Truman-Show geworden. Ich sehe mich außerhalb und gerate außer Atem…
    Medien im fröhlichen Verbund mit Politik und „Wissenschaft“ bauen an Potjemkinschen Dörfern.
    Wenn es Wohltaten zu erhaschen gibt lässt sich jede noch so „valide“ Statistik und Erhebung „ändern“.
    Das wollte ich sagen damit!
    Schönen Tag!

    1. Alles klar, Macwoiferl.
      Viele Grüße

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