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Aktien

Aktuell im Fokus: Deutsche Bank, Lufthansa, Adidas, Bayer

Claudio Kummerfeld

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Ein Blick auf Lufthansa, Bayer, Adidas und Deutsche Bank

Heute ist was los bei wichtigen Dax-Aktien, siehe Lufthansa, Adidas und Bayer. Aber zuerst schauen wir auf die größte deutsche Bank. Die Deutsche Bank hat letzte Nacht überraschend vorzeitig Infos zu ihren Quartalszahlen bekanntgegeben, die sie eigentlich erst am Mittwoch veröffentlichen will. Das bleibt auch so. Aber weil die Zahlen zu deutlich von den Erwartungen der Analysten abweichen, musste die Deutsche Bank wohl als Ad Hoc-Mitteilung vorab die Daten veröffentlichen. Wir berichteten bereits heute früh. Der Ertrag (Umsatz) war spürbar höher, und statt einem Verlust wurde ein Gewinn nach Steuern vermeldet (hier die Details). Die Aktie reagiert natürlich positiv mit heute +10 Prozent gegenüber Freitag Abend. Das hilft dem Dax schon mal gut nach vorne heute.

Lufthansa

Obacht! Die Lufthansa-Aktie könnte diese Woche ein interessanter Trade werden! Am Freitag veröffentlichte man vorläufige Quartalszahlen (hier mehr Details). Endgültige Zahlen will man in der zweiten Maihälfte präsentieren. Im letzten Quartal gab es einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro, und für das laufende 2. Quartal könnte es deutlich düsterer werden! Das Unternehmen sprach am Freitag offiziell davon, dass man sich derzeit in „intensiven Verhandlungen mit den Regierungen seiner Heimatländer hinsichtlich verschiedener Finanzierungsinstrumente befinde, um kurzfristig eine nachhaltige Sicherung der Solvenz zu erreichen“. Puhhhhh, so ernst ist die Lage also! Die Lufthansa-Aktie zeigte diese dramatische Lage in einem dramatisch gefallenen Aktienkurs. Heute holt sie den Verlust mit +6,9 Prozent wieder auf. Nun könnte es diese Woche (schon heute?) jederzeit zu staatlichen Stützungsmaßnahmen für die Lufthansa kommen, und das in sehr großem Umfang. Würde das die Aktie plötzlich weiter hoch pushen? Also, Obacht!

Adidas

Adidas hat heute seine Quartalszahlen veröffentlicht. Während der Umsatz „nur“ um 19 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro sank, kollabierte der Gewinn um 97 Prozent auf nur noch 20 Millionen Euro. Wird dieser finanzielle Einbruch im aktuellen Quartal viel schlimmer werden? Die Adidas-Aktie ist heute nur mit 0,1 Prozent im Minus. Aber Vorsicht ist geboten. Denn Adidas sagt zu den Aussichten folgendes, Zitat:

Die allgemeine Umsatzentwicklung von adidas ist dennoch weiterhin stark von der signifikanten Anzahl der Store-Schließungen in Europa, Nordamerika, Lateinamerika, den Emerging Markets und Russland/GUS sowie in großen Teilen von Asien-Pazifik betroffen. Mehr als 70 % der adidas Stores sind derzeit noch geschlossen. Das Unternehmen nutzt zwar die Flexibilität seiner Betriebskosten, verzichtet aber größtenteils auf Maßnahmen, die die Zukunftsperspektiven des Unternehmens gefährden würden. Daher wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt im zweiten Quartal 2020 mit einem noch stärker ausgeprägten Umsatz- und Gewinnrückgang als im ersten Quartal gerechnet. Den Erwartungen zufolge wird der währungsbereinigte Umsatz mehr als 40 % unter dem Vorjahresquartal liegen und das Betriebsergebnis negativ ausfallen. Angesichts der derzeitigen Unsicherheiten – hauptsächlich in Bezug auf die Dauer der Store-Schließungen und das Tempo der Normalisierung nach ihrer Wiedereröffnung – lassen sich die weitere Entwicklung der Coronavirus-Pandemie und damit deren Auswirkungen auf das Geschäft des Unternehmens zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorhersagen. Daher kann adidas weiterhin keinen Ausblick geben, der die Auswirkungen für das Gesamtjahr 2020 mit einbezieht.+

Bayer

Bayer hat heute ebenfalls seine Quartalszahlen veröffentlicht. Man konnte seinen Umsatz um 6 Prozent auf 12,84 Milliarden Euro erhöhen. Der Gewinn (EBITDA) vor Sondereinflüssen stieg um 10,2 Prozent auf 4,39 Milliarden Euro. Die Bayer-Aktie legt heute 3 Prozent zu. Aufgrund der Produktpalette scheint Bayer zu den Profiteuren der Coronakrise zu gehören. Hier einige Aussagen von Bayer heute, im Wortlaut:

Zusätzlich konzentrieren wir uns darauf, dass Patienten, Landwirte und Verbraucher unsere Produkte erhalten, dazu gehören insbesondere auch lebensrettende Medikamente“, so Baumann.

Die COVID-19-Pandemie führte einerseits in einigen Geschäftsfeldern zu einer stark gestiegenen Nachfrage – teilweise zur Bevorratung – und entsprechendem Umsatzwachstum. Andererseits wird das Geschäft durch die mit der Pandemie verbundenen Einschränkungen partiell negativ beeinflusst. In den von COVID-19 betroffenen Gebieten hat das Unternehmen erhebliche Unterstützung geleistet, etwa durch finanzielle Hilfen, Spenden von Arzneimitteln und Versorgungsgütern, die Bereitstellung von Testgeräten aus seinen Laboren sowie außergewöhnliches Engagement seiner Mitarbeiter.

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktien

Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Aktien

IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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