Devisen

Aktuell im Fokus: Öl so tief wie seit November 2016, Pfund schwächelt nach Absage der Zinswende

FMW-Redaktion

Der Dax hat sein Gap geschlossen und notiert momentan wieder auf dem Schlusskurs vom Vortag. Da lohnt es sich mitten im Handelstag einen Blick auf Öl und Pfund zu werfen. Der Ölpreis sackt nämlich immer weiter durch nach den letztlich enttäuschenden Beschlüssen der OPEC vom 25. Mai. Seitdem fällt beispielsweise WTI-Öl von 52 Dollar auf aktuell 43,25 Dollar, was ein Minus von 16,8% darstellt in gerade mal 3 Wochen!

Aktuell notiert Öl so tief wie seit November 2016 nicht mehr. Damit hat man nun auch die vermeintliche technische Unterstützung bei 43,77 vom 4. Mai nach unten durchbrochen. Technisch wertvoll könnte eine nächste Unterstützung aus Sommer 2016 sein rund um die 40 Dollar (blauer Kreis im Chart). Schlagartig sackte der WTI-Ölpreis heute ab von 11:30 Uhr bis 12:10 Uhr von 44,25 auf 43,12 Dollar.

Es sieht so aus, dass die Initiative dieses Mal vom Brent-Kontrakt ausging mit plötzlich deutlich höheren Handelsumsätzen in dieser Zeitspanne. Der WTI-Kontrakt schloss sich an. In Finanzkreisen munkelt man, dass Hedgefonds möglicherweise keine Lust mehr hatten mit ihren offenen Long-Positionen immer weiter in die Verlustzone zu rutschen. Also, womöglich gab es ruckartige Verkäufe, und vielleicht oben drauf noch eine Drehung der Position auf Short? Die plötzlich ausgeweiteten Kontrakt-Volumen deuten aber auch auf automatische Handelsprogramme (ALGOS). Die Tatsache, dass der Kurs bis jetzt nicht wieder gestiegen ist, sondern dort unten knapp über 43 Dollar im WTI verharrt, zeigt momentan (!) die tatsächliche Schwäche des Ölpreises!


WTI-Öl seit Anfang 2015.

Britisches Pfund

Das britische Pfund zeigt aktuell Schwäche. Es fiel gegen den US-Dollar heute sehr zügig um 9:30 Uhr von 1,2750 auf 1,2670 (aktuell 1,2662). Grund dafür ist die Rede von Marc Carney, dem Chef der Bank of England. Er begann ab 9:30 Uhr mit einer Rede. In dieser hat er de facto allen Hoffnungen auf eine Zinswende erstmal einen kräftigen Dämpfer verpasst.

Bei der letzten Zinsentscheidung der Bank of England aus letzter Woche, die keine Veränderung brachte, waren die Entscheider des Notenbank-Rats fast unentschlossen. So stimmten 5 Mitglieder für die Beibehaltung von 0,25% Leitzins, aber 3 dagegen. Das schürte letzte Woche massiv die Hoffnung, dass die Stimmung bei der Notenbank jetzt umschwenkt Richtung Zinsanhebung bei nächster Gelegenheit.

Carney aber sagte heute deutlich, dass er immer noch besorgt sei über die Auswirkungen des Brexit auf die britische Wirtschaft. Jetzt sei nicht die Zeit Zinsen anzuheben, so Carney heute. Das reichte dem Markt, das Pfund fiel. Die Unterstützung der Wirtschaft durch niedrige Zinsen bleibt also auf der Insel erst einmal wichtiger als die Eindämmung der immer stärker werdenden Preissteigerungen für die Verbraucher.

Beim Pfund sieht man gut im Chart, dass es gegen den US-Dollar kurz davor steht wieder zurückzufallen auf Niveaus von 1,26 oder tiefer aus April.


Pfund vs Dollar seit Ende 2016.



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