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Aktuell: Jubel über „stark anziehende“ Industrieproduktion – bitte genauer hinschauen

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Es ist schon merkwürdig. Aber was wissen wir Kleingeistigen schon? Obwohl die deutsche Industrie in der Rezession steckt, schafft sie es ganz aktuell ihr Produktionsvolumen „kräftig zu steigern“. Wir haben es schon oft erwähnt, und betonen es jetzt erneut. Die allermeisten Presseorgane schauen in der Regel auf die Monatsveränderung von Daten, also wie sich eine Zahl zum Beispiel von Oktober auf November verändert hat. Wir halten den Jahresvergleich für viel, viel aussagekräftiger – also wie sich eine Zahl im November 2019 in Relation zu November 2018 entwickelt hat. Das gilt auch für die Industrieproduktion (offiziell Produzierendes Gewerbe).

Aber schauen wir uns die aktuelle Jubelmeldung an. Einige Presseorgane melden aktuell, dass die Produktion „kräftig anziehe“. Die deutschen Unternehmen steigerten derweil ihre Produktion im November so kräftig wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,1 Prozent mehr her als im Vormonat, heißt es unter anderem. Tja, es ist nun mal so. Man schaut auf die Monatsveränderung. Denn heute hat das Statistische Bundesamt in der Tat die Monatsveränderung der deutschen Industrieproduktion im November mit +1,1% veröffentlicht. Also alles wieder in Butter? Sogar für den Oktober 2019 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von nur noch 1,0 % gegenüber September 2019 (vorläufiger Wert: -1,7 %).

Aber wir schauen jetzt mal auf den Jahresvergleich. Und da haben wir nach -4,6% im Oktober für November einen Wert von -2,6%. Im Jahresvergleich ist es also immer noch ein deutliches Minus! Die folgende bis 2011 zurückreichende Grafik zeigt: Ohne die Hausse im Baugewerbe (rote Linie) wäre die Lage im gesamten Produzierenden Gewerbe (blaue Linie) noch weitaus schlimmer. Aber was jammern wir rum. Wir ignorieren jetzt einfach mal die Jahresveränderung, und freuen uns alle gemeinsam am Plus im kurzfristigen Monatsvergleich. Da sieht die Welt doch gleich viel freundlicher aus.

Industrieproduktion im Langfristchart

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Verbraucherpreise Eurozone: Öl-Schock zeigt Wirkung! Südeuropa kurz vor Deflation

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Verbraucherpreise für März veröffentlicht

Soeben haben die Statistiker von Eurostat die Verbraucherpreise für den Monat März als Vorabschätzung veröffentlicht. Sie steigen im Jahresvergleich nur noch um 0,7 Prozent nach 1,2 Prozent im Februar. Der Ölpreis-Crash der letzten Wochen hatte der Inflation in Deutschland (siehe hier) gestern noch nicht zu stark zugesetzt. Die gestiegenen Lebensmittelpreise konnten den Schnitt für Deutschland bei 1,4 Prozent halten. Aber in der Eurozone insgesamt, da knallt der Öl-Schock deutlich rein!

Die Verbraucherpreise für Energie sanken im März im Jahresvergleich nämlich um 4,3 Prozent. Lebensmittel halten mit einem Plus von 2,4 Prozent dagegen, was den Schnitt noch rettet mit 0,7 Prozent! Interessant ist auch der Blick auf die einzelnen Länder. Spanien (+0,2 Prozent), Italien (+0,1 Prozent) und Griechenland (+0,1 Prozent) hängen mit ihren Daten schon kurz vor dem Eintritt in die Deflation!

Statistik der aktuellen Verbraucherpreise in der Eurozone

Daten zur Inflation nach Ländern aufgeteilt

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Arbeitslosigkeit im März sogar gefallen – hier die Erklärung!

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Arbeitsamt Beispielfoto

Ganz aktuell hat die Bundesagentur für Arbeit Daten zur Arbeitslosigkeit für den Monat März veröffentlicht. Und siehe da, die Arbeitslosigkeit ist gegenüber Februar sogar leicht gefallen von 2,39 auf 2,33 Millionen Menschen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 5,3 auf 5,2 Prozent. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit liegt bei 7,1 Prozent nach 7,2 Prozent im Februar. Aber wie kann das sein bei der Coronakrise? Müsste es nicht gerade im März jede Menge neue Arbeitslose geben? Darauf gibt es zwei konkrete Antworten. Hier die erste. Zitat Bundesagentur für Arbeit aus dem ganz aktuellen Bericht:

In den Arbeitsmarktzahlen konnte sich die aktuelle Verschärfung der Corona-Krise noch nicht widerspiegeln, weil die Angaben bis zum 12. März reichen und damit die jüngste Entwicklung nicht umfassen.

Es ist zu erwarten, dass der Arbeitsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie in den kommenden Monaten stark unter Spannungen geraten wird.

Kurzarbeit als Rettung vor der Arbeitslosigkeit

Und der zweite Grund heißt Kurzarbeit. Zahlreiche Unternehmen halten die Belegschaft im Betrieb, und ein auf 60 Prozent reduziertes Gehalt wird für mehrere Monate vom Arbeitsamt gezahlt. Quasi eine versteckte Art von Arbeitslosigkeit – aber ein gutes Instrument, damit die Betriebe nach der Krise wieder sofort ihre Produktion hochfahren können, und die Menschen mit einem blauen Auge durch die Krise kommen. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlich in ihren Monatsberichten Daten zur Kurzarbeit immer mit zwei Monaten Verzögerung. Also haben wir jetzt Daten für Januar, wo für 108.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt wurde, nach 89.000 im Dezember und 42.000 im Januar des Vorjahres. Zur aktuellen Lage sagen die Statistiker der Agentur Zitat:

Aktuelle Daten zu den geprüften Anzeigen liegen für den Februar vor und umfassen damit nicht die Verschärfung der Corona-Krise. Danach wurden im Februar für 41.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt, nach 42.000 im Januar. Auf Basis der geprüften Anzeigen ist zurzeit keine verlässliche Schätzung der tatsächlichen Inanspruchnahme am aktuellen Rand möglich.

Also, wird ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland in Folge der Coronakrise erst Ende April sichtbar, oder werden hunderttausende Arbeitnehmer durch das Instrument der Kurzarbeit von der Arbeitslosigkeit (erst einmal) verschont? Wir tippen auf Variante 2. Ein eventuell ganz leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit, dafür ein sehr starker Anstieg bei der Kurzarbeit!

Statistikdaten zur aktuellen Arbeitslosigkeit

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Verbraucherpreise März veröffentlicht – ein erstaunliches Ergebnis

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Brieftasche Beispielfoto - aktuelle Verbraucherpreise wurden veröffentlicht

Soeben hat das Statistische Bundesamt für Verbraucherpreise für den Monat März als Vorabschätzung veröffentlicht. Im Vergleich zu März 2019 sind sie um 1,4 Prozent gestiegen nach 1,7 Prozent im Februar und 1,7 Prozent im Januar. Wie bitte? Wie kann das sein? Strom – und Ölpreise stürzen so richtig übel in den Keller, und der Gesamtschnitt der Verbraucherpreise sinkt nur minimal? Das muss man sich im Detail anschauen. Im Jahresvergleich sind die Verbraucherpreise für Energie (Strom und Öl) um 0,9 Prozent gesunken. Folgt hier der große Absturz für die Verbraucher erst mit Verzögerung im April?

Den Gesamtschnitt hochgehalten haben die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel mit aktuell +3,7 Prozent. Im Februar waren es bereits +3,3 Prozent. Also, ein ganz klein wenig scheinen die Preise im Lebensmittelhandel durch die Coronakrise doch angezogen zu sein – aber halt nur ein wenig. Bis jetzt reicht das aus um den Gesamtschnitt der Verbraucherpreise mit 1,4 Prozent Steigerungsrate erstaunlich stabil zu halten. Kommt im April der Rutsch nach unten, falls der Ölpreis-Crash dann voll an den Tankstellen durchschlagen sollte? Abwarten. Die Statistiker haben aktuell noch Folgendes anzumerken. Zitat:

Die Datenerhebung für die Verbraucherpreise im März 2020 war in den Statistischen Ämtern – von einigen regionalen Engpässen abgesehen – nur geringfügig durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt, da die Preise grundsätzlich in einem Zeitraum von mindestens einer Woche um die Monatsmitte erhoben werden. Daher ist die Datenqualität weiterhin gut. Die endgültigen Ergebnisse für März 2020 werden am 16. April 2020 veröffentlicht.

Details der aktuellen Verbraucherpreise

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