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Aktuell: Merkel pulverisiert Sinnhaftigkeit der Brexit-Frist

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Gerade erst hatten wir in einem vorigen Artikel noch darüber nachgedacht, ob die EU-Mitgliedsstaaten überhaupt einer Verlängerung des Brexit-Termins (31. Oktober) zustimmen würden, falls die Briten darum bitten würden. Und dieses Szenario ist ja durchaus wahrscheinlich. Und nun kommt aktuell etwas Licht ins Dunkel. Mutti Angela Merkel gibt offenbar ihre Sichtweise auf EU-Ebene vor. Der Guardian enthüllt aktuell, dass Angela Merkel gegenüber den anderen EU-Regierungschefs gesagt habe, dass eine Verschiebung des Brexit-Termins unvermeidbar sei, wenn es jetzt keinen Deal gibt (sinngemäß übersetzt). Im Wortlaut sagt der Guardian:

During private talks at the EU summit, the German chancellor told her fellow leaders they could not pretend an extension would not be offered to the UK if it was requested, according to a source familiar with the discussions.

Was für eine Bevormundung der anderen Regierungschefs durch Angela Merkel. Ob sie sich damit Freunde macht auf EU-Ebene? Der Brexit sei laut enthüllten Aussagen von Merkel eine historische Angelegenheit, und man könne die Briten nicht einfach so ohne Deal aus der EU gehen lassen, wenn sie um eine Verlängerung der Frist bitten. Was sagt uns das? Merkel öffnet damit Tür und Tor für eine endlos lange Brexit-Terminverschiebung in die Zukunft. Immerhin streitet man in London schon seit ganzen drei Jahren um einen Deal, und kommt nicht weiter. Was soll erst passieren, wenn die Politiker in London nun wissen, dass Brüssel ihnen immer wieder eine Verschiebung einräumen wird? Da kann sich jeder seinen Teil denken. Aber mal schauen, ob sich die anderen 26 Regierungschefs der Meinung von Angela Merkel anschließen.

Angela Merkel
Angela Merkel. Foto: Kuhlmann /MSC – https://www.securityconference.de/de/mediathek/munich-security-conference-2019/image/angela-merkel-7/filter/image/ CC BY 3.0 de

4 Kommentare

4 Comments

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    Christoph

    18. Oktober 2019 13:14 at 13:14

    Merkel hat von Verhnadeln keine Ahnung! Man erinnere sich nur an die Aussage: Griechenland wird im Euro bleiben! das Ganze VOR den Verhandlungen mit Griechenland, wo Schäuble schön vorher den Druck aufgebaut hat….
    Gestern machte Junker einen auf Schäuble und Mutti schießt wieder quer…haha

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    Blankeneser Bulle

    18. Oktober 2019 14:06 at 14:06

    Die Liste der offensichtlich aus Inkompetenz resultierenden Verfehlungen dieser talentfreien Kanzlerdarstellerin ist mittlerweile so lang, dass man angesichts der Tatsache, dass sie immer noch im Amt “sitzt”, nur noch resignieren kann. War sie es nicht, die kürzlich BoJo wissen ließ, dass es keinen “Deal” mehr geben würde? Nun wieder eine eigenmächtige und offenbar unabgestimmte Kapriole, die das mühsame Verhandlungsergebnis erneut gefährdet. Wirklich Ohne Worte!

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    Negan

    18. Oktober 2019 23:58 at 23:58

    Sie handelt meiner Meinung nach verantwortlich. Ich bin der Meinung, dass man die Briten letztlich ohne Scheidungsvertrag gehen lassen soll. Ohne Brexit wird es mit ca 50 % der Briten eine zu große Frustration geben, die viele Jahre zu Verwerfungen führen wird. Aber ich habe keine Verantwortung und denke auch recht emotional. Die Briten haben demokratisch für den Brexit gestimmt. Zu Recht fordern sie die Umsetzung nun ein. Aber muss man als verantwortlicher Europäer nicht weiter denken und die Folgen abschätzen. Und wenn es nur darum geht, dass BoJo nicht die Schuld bei der EU abladen kann. Die Einschränkung von Merkel ist ja, dass die Briten um eine Verlängerung bitten. Die Briten sollen doch bitte wählen wie sie ausscheiden möchten. Warum sollen wir entscheiden wie hart die Trennung wird und wer die “Schuld” für die Konsequenzen trägt. Ich glaube Frau Merkel ist in diesem Fall voller Weitsicht. Aber wie gesagt, ich hätte schon viel früher den Fehler gemacht und einen Schlusssticht gezogen. Nur wer hätte dann gewonnen? BoJo?

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    Korrektor

    19. Oktober 2019 11:22 at 11:22

    @Christoph, müsste das nicht heissen „ VERNUDELN“ ?

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Pläne von Merkel, Macron, EZB: “Brandgefährlich” für unser Geld

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Thomas Mayer war ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank und ist heute für Flossbach von Storch tätig. Aktuell hat er Mission Money ein Interview gegeben, in dem die neuen Vorschläge von Angela Merkel und Emmanuelle Macron besprochen werden. Sie wären eine neue Ära der Eurozone in Sachen Verschuldung, so Thomas Meyer. Wie schon nach der Gründung des Euro werde es auch diesmal keine Anpassungsprozesse in den Südländern der Eurozone geben, sondern es gebe halt nur neue Schuldentöpfe, die aufgemacht und angezapft werden (unsere Wortkreation). Es brauche laut Thomas Mayer Punkte wie Deregulierung und flexiblere Arbeitsmärkte in diesen Ländern. Warum Macron auf dem Schuldentrip sei? Thomas Mayer ist der Meinung, dass Frankreich sich nach der Coronakrise nun den Südländern zugehörig fühle, weil die Krise das Land wirtschaftlich viel härter treffe als Deutschland. Auch nennt Meyer Gründe, warum Angela Merkel wohl beim Plan für EU-Schulden und quasi Geschenke Richtung Südländer mitmacht. Aber schauen Sie selbst!

Merkel und Macron
Merkel und Macron. Foto: Kremlin.ru CC BY 4.0

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EZB-Bilanz explodiert immer weiter – zu großer Hunger auf deutsche Papiere

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Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Seit gestern liegt die EZB-Bilanz für den Stichtag 29. Mai vor. Am Ende dieses Artikels drucken wir die Übersicht der Aktiva ab, woraus auch die gigantischen Anleihekäufe der EZB ersichtlich sind. Die gesamte Bilanzsumme wuchs binnen einer Woche um 40,8 Milliarden auf 5,596 Billionen Euro! Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. Tja, das Geld für all die aufzukaufenden Staatsschulden und für die Kredite an die Banken muss irgendwo her kommen. Euros aus dem Nichts erschaffen, das bläht die Bilanzsumme auf! Die zu “geldpolitischen Zwecken gehaltene Wertpapiere” (Anleihekaufprogramme) haben jetzt ein Volumen von 3,019 Billionen Euro erreicht – ein Plus von 24 Milliarden Euro in nur sieben Tagen.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Kredite an Banken) wuchsen um 18 Milliarden Euro im Vergleich zur Vorwoche. Die EZB-Bilanz macht nun 47 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Abgesehen von der Summe ist auch diese prozentuale Relation ein Rekord! Interessant ist auch, dass die EZB derzeit offenbar mehr deutsche Staatsanleihen aufkauft, als es nach dem Kapitalschlüssel angedacht wäre. Schon mal vorsichtshalber viele deutsche Papiere aufkaufen, bevor es der Bundesbank nach dem Urteil aus Karlsruhe endgültig verboten wird an den Anleihekäufen der EZB mitzuwirken? Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf der EZB-Bilanz seit der Entstehung der Zentralbank.


source: tradingeconomics.com

EZB-Bilanz mit Stand 29. Mai

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Coronakrise und das Sparverhalten der Menschen

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Die Volkswirtschaften taumeln rund um den Globus in der Coronakrise. Notgedrungen halten sich die Menschen mit ihren Konsumausgaben zurück. Sei es aus Gründen der Einkommenseinbußen oder aus dem Umstand, dass bestimmte Formen des Shoppings in Zeiten der Sicherheitsmaßnahmen wegen Covid-19 einfach weniger Freude bringen. Aber wie verhält es sich eigentlich mit dem Sparverhalten der Menschen in diesen Zeiten? Gibt es ein Umdenken in deutschen Landen?

Das Geldvermögen der Deutschen und die Coronakrise

Trotz der Konzentration des Gesamtvermögens der Deutschen auf das obere Zehntel, „die oberen Zehntausend“, hält in der Breite der Bevölkerung ein Trend an: Man misstraut der „riskanten“ Aktienanlage und spart vorwiegend in kurzfristigen und „sicheren“ Bankeinlagen. So stieg das Geldvermögen der Deutschen innerhalb der letzten fünf Jahre von 5,36 auf 6,46 Billionen Euro, knapp 40 Prozent davon in Form von Bargeld und Bankeinlagen.

Zum Vergleich: Der Wert aller deutschen Dividendentitel im DAX, M-Dax, Tech-Dax u.s.w. beträgt gerademal um die zwei Billionen Euro und davon befindet sich ein erheblicher Anteil auch noch in ausländischen Händen.

Obwohl die Zinsen bereits seit 2012 oft real unter null liegen und seit 2016 permanent, ignoriert man den schleichenden Kaufkraftverlust. Seit 2012 ist dies ein dreistelliger Milliardenverlust, egal welche Schätzung man zu Rate zieht.

Eine Umfrage des Bankenverbandes ergab, dass 53 Prozent der Sparer nicht bereit sind, für eine höhere Rendite ein größeres Risiko einzugehen. Diese Einstellung vererbt sich anscheinend von Generation zu Generation. Nach einer Berechnung der ING Deutschland hat sich das Finanzvermögen der Bundesbürger in den letzten 20 Jahren glatt verdoppelt – was aber nicht an den üppigen Zinsen lag, sondern daran, dass man einfach die Sparrate erhöht hat, insbesondere nach Krisen (das dürfte in der Cornakrise nicht anders sein!). Seit 2014 sei jeder zweite Spar-Euro in Bankeinlagen geflossen. Mit real unangenehmen Folgen, schließlich schlägt die Geldentwertung in jedem Jahr mit ein bis zwei Prozent zu. Auch wenn die Geschichte von negativen Realzinsen nicht wirklich neu ist – in den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder solche Phasen, allerdings verschleiert durch positive Zinssätze – so gibt es derzeit kein Entrinnen.

Die besondere Lage in den USA

Im Gegensatz zu den Deutschen legen die Amerikaner nicht so viel zur Seite, die Sparquote betrug jahrelang um die sieben Prozent. Allerdings sind einer Studie der Notenbank zufolge fast die Hälfte der Bevölkerung nicht einmal in der Lage 400 Dollar für Ersatzbeschaffungen oder Reparaturen aufzubringen. Da müsste man eigentlich bei derzeit über 41 Millionen Arbeitslosen das Schlimmste befürchten. Aber die wöchentlichen Schecks von 600 Dollar pro Woche durch die US-Regierung sorgen für eine Sondersituation: Niedriglöhner mit mehreren Jobs haben derzeit mehr in der Tasche als vor der Coronakrise.

In den USA ist im April die Sparrate sprunghaft auf 33 Prozent gestiegen, es ist der höchste je gemessene Wert seit man diesen Wert ermittelt – in den 1960-ern. Die bisher höchste Quote stammt aus dem Mai 1975 mit 17,3 Prozent.

Anscheinend spart der Durchschnittsamerikaner einen Teil der Summe, den er von Seiten des Staates erhält für die kommende Zeit oder er zockt am Aktienmarkt, wie es Markus Fugmann kürzlich in einem Video dargestellt hat.

Coronakrise: Italien sorgt sich um seine Sparer

Eine ebenso ungewöhnliche Situation für Sparer ergibt sich derzeit in dem sehr durch die Coronakrise gebeutelten Italien. Das italienische Finanzministerium hat in der letzten Woche eine Anleihe aufgelegt, die eine Positivrendite von 1,4 Prozent oberhalb der Inflationsrate garantiert – Laufzeit bis Mai 2024. Der Umfang der Emission lag auf rekordverdächtigem Niveau von 22 Milliarden Euro, gezeichnet von Privatanlegern und Institutionellen. Dieses Papier ist für den Staat damit erheblich teurer, als man es über den ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) hätte haben können, wahrscheinlich um die 1,6 Milliarden Euro bis Laufzeitende. Ein eindeutiges Geschenk für italienische Sparer, denn Ausländer kamen nicht zum Zuge.

Fazit

Egal ob Coronakrise oder andere Krisen, ob die Zinsen hoch oder niedrig sind: die Deutschen sind und bleiben Geldsparer. Sinken die Zinsen, erhöht man, wenn man es kann, ganz einfach die Sparrate. Solange der Nominalbetrag nicht schrumpft und der Normalverbraucher den realen Verlust nicht auf seinem Kontostand sieht. Aber was wird passieren, wenn das Sparen Verluste einbringt? Aus unzähligen Untersuchungen der Psychologen weiß man, dass Verluste in unserem limbischen System (dem Gefühlszentrum) sehr viel mehr schmerzen, als Gewinne Freude bereiten, der Fachbegriff ist Verlustaversion. Wird es in Deutschland nach der Coronakrise eine Umorierentierung in riskantere Anlageformen geben? Schnell bestimmt nicht, allerdings gab es auf dem Höhepunkt der Coronakrise bei der ING Deutschland anscheinend Rekordzahlen bei den Abschlüssen von Sparplänen auf Fonds und ETFs. Das niedrige Kursniveau hatte nicht wenige zu diesem Schritt animiert. Geworben wird für die Aktienanlage in unzähligen Artikeln auf Wirtschaftsseiten der Zeitschriften sowieso und auch in vielen Fernsehbeiträgen. Mal sehen, ob daraus ein Trend wird, die Zinsen dürften so schnell nicht steigen, aus ebenfalls x-fach dargelegten Gründen.

Auch in der Coronakrise wird fleißig gespart

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