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Aktuell: Öl-Förderkürzung? Russland sagt doch „niet“

Gestern hieß es noch: können wir uns vorstellen, heute sagt Russland „niet“ zur Produktionskürzung – man könne lediglich über eine Einfrierung der (derzeit sehr hohen) Produktion nachdenken..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern hatte der russische Präsident Putin noch gesagt, man könne sich durchaus die Einfrierung oder gar Kürzung der Öl-Produktion vorstellen in Zusammenarbeit mit der OPEC. Aber ganz so ernst scheint das wohl doch nicht gewesen zu sein – zumindest das mit der Kürzung! Denn heute hat der russische Energieminster Alexander Novak eine Kürzung der Produktion eine klare Absage erteilt: man können über eine Einfrierung der russischen Öl-Produktion auf gegenwärtigem Niveau reden, aber über eine Kürzung der Produktion habe man gar nicht erst diskutiert!

Zuvor hatte schon mit dem Chef des größten russischen Öl-Produzent Rosneft, Igor Sechin, einer Kürzung der russischen Produktion eine Absage erteilt.

Und auch die International Energy Agency (IEA) hat den Übermut der Öl-Bullen etwas abgekühlt mit der Feststellung, dass in China das Wachstum der Öl-Nachfrage im dritten Quartal „verschwinde“ („vanish“), während es in den USA im dritten Quartal sich verlangsame. Wenn nun die Öl-Produzenten sich nicht einigten, so die IEA, würde der Angebotsüberhang weit in das Jahr 2017 hineinreichen. Sollte man sich jedoch einigen können, geschehe die Ausbalancierung des Marktes deutlich schneller.

Aber auch die IEA ist euphorisiert von der vermeintlichen Kürzung der OPEC-Produktion:

„The waiting game is over. OPEC has effectively abandoned its free market policy set in train nearly two years ago.“

Aber gleichwohl stellte die IEA heute fest, dass die Produktion der OPEC-Länder im September ein Allzeithoch erreicht habe. Auch wenn andernorts, vor allem in den USA, die Produktion zurück gegangen sei, so die IEA, so sei nach wie vor ein massiver Angebots-Überhang der Fall: „the net result is a massive oil inventory that is keeping the market under pressure“.

Der Ölpreis (WTI) reagiert heute mit schnellen Bewegungen auf die Nachrichtenlage:

oilus11-10-16

Goldman Sachs hatte gestern die Sinnhaftigkeit einer Produktionskürzung der OPEC in Frage gestellt: nicht-OPEC-Länder würden aufgrund der nun gestiegenen Preise versuchen, ihre Produktion weiter hochzufahren – worauf die OPEC dann wiederum eigentlich mit einer weiteren Produktionskürzung reagieren müsste, wenn sie das Überangebot an Öl dann vom Markt nehmen wollte. Und damit würden die OPEC-Länder mehr Geld verlieren, als sie mit der durch die Produktionskürzung ausgelösten Preis-Steigerung verdienen würden. Die Katze beißt sich also einmal mehr selbst in den Schwanz..

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