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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände mit +8 Mio Barrels (jetzt 404 Mio) – stärkster Anstieg seit 19 Monaten

Redaktion

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am

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 404 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist ein Plus von 8,0 Mio Barrels, wobei die Erwartungen bei +2 Mio lagen.

Die Benzinbestände wurden mit 227,6 Mio Barrels gemeldet, was im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,5 Millionen Barrels darstellt. Die Erwartungen lagen bei +1,3 Mio Barrels gegenüber der Vorwoche.

Die gestern Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit 0,9 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet bei Erwartungen von +1,5. Die Benzinbestände fielen laut API um 1,7 Mio Barrels. Destillate fielen um 1,2 Mio Barrels.

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit 74,86 Dollar quasi unverändert. Aber ganz kurz war der Preis vorhin schon schnell abgeschmiert um 60 Cents. Gut möglich, dass es gleich erneut bergab geht. Denn der aktuelle Zuwachs ist der größte seit 19 Monaten.

Öl-Lagerbestände
Die Öl-Lagerbestände seit Oktober 2015.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    4. Oktober 2018 00:19 at 00:19

    Und nach dem Abschmieren ging es dann prompt mal eben 2$ nach oben.
    Wie soll man das jetzt erklären? Ich weiß es nicht!

    • Avatar

      Petkov

      4. Oktober 2018 10:29 at 10:29

      Fundamental kann man es nicht erklären, muss man aber auch nicht. Wie so oft in den letzten Jahren wird auch hier ein Markt überwiegend von technischen Faktoren beeinflusst. So gesehen kommt der aktuelle Preisanstieg alles andere als überraschend. Der große Segler (FMW-Leser) würde wahrscheinlich sagen, dass man den Trend vor Tagen bzw. Wochen an den Volumenprofilen ablesen konnte. In der Tat konnte man relativ lang beobachten, dass „große Adressen“ jede Schwäche aufkauften. Besonders gut und gleichzeitig kompakt beschrieben ist dieser Zusammenhang hier (inkl. Literaturangabe: es basiert auf den vielbeachteten Methoden von Richard Wyckoff):

      https://www.investing.com/analysis/gold-oil-and-us-indices-all-in-focus-in-the-us-session-200346742

      Hier der entsprechende kurze Abschnitt: Achtung: die 80$ beziehen sich auf WTI, bei Brent würde die Schätzung eher 90$ lauten.

      Anna Coulling, Okt 2018:
      „Other commodities also benefited from the US dollar weakness with oil continuing to rise and with reduced volumes overhead on the volume point of control, we may see the price of oil continue higher and on towards $80 per barrel and beyond. The monthly chart for oil is a classic one revealing as it does the typical extended accumulation phase as the big operators move to buy and absorb all the selling pressure over several months, before developing the bullish trend away from this phase of price action. This is the Wyckoffian cycle of accumulation and distribution which occurs in all time frames and in all markets, and a perfect example on the long term oil chart.“

  2. Avatar

    Altbär

    4. Oktober 2018 10:13 at 10:13

    @ Gixxer, das Unverständnis der Ölpreisbewegungen teile ich mit Ihnen.Es ist mir aber schon öfter aufgefallen, dass der Ölmarkt der irrationalste von allen Märkten ist u. man als Contrarian oft richtig läge.
    Wir sind uns ja schon einiges gewohnt ( z.B. dass Aktien bei schlechter Wirtschaft wegen Zinshoffnungen stiegen )
    Hatte man bei Ölpreisen von 30 Dollar von noch tieferen Preisen geredet ,hört man jetzt wieder Stimmen von 100 Dollar , obwohl die gleichen Leute immer noch meinen weitere Zinserhöhungen wären für die Wirtschaft nicht erträglich.
    Einen Grund für die unerklärlichen Preisbewegungen vermute ich darin, dass dieser Markt nur von Geopolitik
    u. von wenig grossen Profi-Teilnehmern bestimmt wird.

  3. Avatar

    Lausi

    4. Oktober 2018 10:46 at 10:46

    Iran bzw. der Konflikt Iran-USA ist möglicherweise der Preistreiber beim Öl. Gestern gab es auch eine neue Meldung dazu:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-beenden-freundschaftsabkommen-mit-iran-aus-dem-jahr-1955-a-1231422.html

  4. Avatar

    Beobachter

    4. Oktober 2018 12:26 at 12:26

    Das Iran – Öl wird auf irgendeinem Weg über ein US- feindliches Land ( gibts ja immer mehr ) auf den Markt kommen u.plötzlich haben wir wieder eine Ölschwemme.

    • Avatar

      Petkov

      4. Oktober 2018 13:03 at 13:03

      Also mit China spricht der Iran bereits. Sogar ganz offiziell. Der Trumpy sah sich sogar damals zu einem entsprechenden Tweet genötigt :-)
      Was wir nicht vergessen dürfen, ist, dass in all den Jahren niedriger Ölpreise kaum Instandhaltungsinvestiotionen getätigt wurden. Die Produktion kurzfristig hochzufahren, könnte also an ganz banalen technischen Voraussetzungen scheitern. Natürlich nur kurzfristig.

  5. Avatar

    Beobachter

    4. Oktober 2018 14:03 at 14:03

    @ Petkov, Da habe ich keine Bedenken, die Anlagen ,die anscheinend fähig waren in 2015-2016 eine Riesen- Überproduktion zu meistern sind da u. müssen nur aktiviert werden. Es braucht keine neuen Bohrungen.Zudem sind die Fracking- Anlagen zu diesen Preisen wieder rentabel.Nebst der Selbsversorgung könnten die Amis sogar zum Exporteur werden.Das würde dem Dealmaker doch gefallen.
    Zudem waren die Preise nur ca. 2 Jahre unter den 10Jahresdurchschnitt gefallen, was kein Grund war die Anlagen total zerfallen zu lassen.
    Zudem denke ich dass in kurzer Zeit Alle einen Tesla fahren u. der Benzinverbrauch fast auf Null geht ? ?

    • Avatar

      Petkov

      4. Oktober 2018 16:37 at 16:37

      @Beobachter ;-) Sollten alle in kurzer Zeit in der Tat Tesla fahren, müssen wir schnellstmöglich zusehen, dass wir zu dem Zeitpunkt in Braunkohle- und Atomkraftwerken investiert sind. Und beten, dass die Strominfrastruktur standhält ;-)

      Ansonsten könnten Sie natürlich Recht haben: Vielleicht gelingt es den Ölproduzenten doch leichter als vermutet, die Produktion hochzufahren. Denen traue ich es jedenfalls eher zu als Elon ;-)
      Aber ohne Zweifel müssen die ganzen Anlagen gewartet werden und meines Wissens wurde das zuletzt insbesondere in Russland vernachlässigt (auch sanktionsbedingt, (noch) nicht alle Ersatzteile kann man in China kaufen).

      Allerdings bleibe ich bei meiner Überzeugung, dass diese fundamentalen Faktoren kurzfristig nicht die entscheidenden Preistreiber sind. Da würde ich mich eher an Meister Wykoff halten (s. mein Posting weiter oben). Es sei denn, der Trumpy entscheidet sich, den Iran militärisch zu zertrumpen, woran ich aktuell nicht glaube.

      Schaue mir gerade die heutige Bewegung bei Brent an und muss schmunzeln: Hr. Born würde bestimmt sagen, dass der Kurs ziemlich wackelig nach unten unterwegs ist :-)

      Viele Grüße

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Konjunkturdaten

Aktuell: Verbrauchervertrauen Uni Michigan – Sieg von Biden erwartet

Markus Fugmann

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Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (1.Veröffentlichung für Oktober) ist mit 81,2 etwas besser ausgefallen als erwartet (Prognose 80,5; Vormonat war 80,4).

Die Einschätzung der aktuellen Lage dagegen schwächer als erwartet, sie liegt bei 84,9  (Vormonat war 87,9)

Die Konsumentenerwartung liegt bei 78,8  (Vormonat war 73,3)

 

Dazu schreibt Richard Curtin, der die Umfrage verantwortet:

„Slowing employment growth, the resurgence in covid-19 infections, and the absence of additional federal relief payments prompted consumers to become more concerned about the current economic conditions. Those concerns were largely offset by continued small gains in economic prospects for the year ahead. The Current Conditions Index recorded its second small reversal, the first being in June, but even at its best, it has never come close to its December peak, being still down by 26.5%. The Expectations Index, despite the recent gain, is still down by 14.4% from its February peak. How much has the presidential electioneering influenced this twist in consumer sentiment? Consumers were not asked whom they will or had voted for or their preference, but who they expected to win the election to determine the election’s potential influence on economic expectations. Among all consumers, Biden’s advantage in early October grew to 7 from 1 percentage point in the July to September surveys (see the chart). While self-identified Democrats and Republicans heavily favored the candidate from their own party, that proportion grew by 8 points among Democrats and shrunk by 5 percentage points among Republicans. Most elections are decided by those who are non-aligned with either party; the views of Independents remained unchanged and nearly equal, giving Trump a slight advantage of 2 or 3 points. When the difference in the Expectations Index was calculated by party identification, Trump still held an advantage over Biden with some interesting twists: Trump’s advantage on the Expectations Index greatly narrowed among Republicans (from 31.1 in July to September to 13.9 in October) and only a slight narrowing among Democrats (from 4.0 to 1.6), but it widened among Independents (from 20.9 to 24.4).“

 

 

 

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Einzelhandelsumsätze stark

Redaktion

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Die US-Einzelhandelsumsätze (September) sind mit +1,9% besser ausgefallen als erwartet (Prognose war +0,7%; Vormonat war +0,6%). Ohne Autos liegen die Umsätze bei +1,5% (Prognose war +0,4%).

Die control group (also der Teil der US-Einzelhandelsumsätze, der direkt in die Berechnung des US-BIP einfließt) liegt bei +1,4% (Prognose war +0,2%; Vormonat war -0,1%, nun auf -0,3% nach unten revidiert).

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Deflation im Westen – Inflation nur in Osteuropa

Redaktion

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Soeben wurden für die Eurozone für den Monat September die Verbraucherpreise veröffentlicht (2.Veröffentlichung). Sie gehen im Jahresvergleich um -0,3 Prozent zurück, nach -0,2 Prozent im August und +0,4 Prozent im Juli. Auffallend: Inflation gibt es nur im Osten, während der Westen eher unter Deflation leidet.
Zum Vormonat steigen die Verbraucherpeise um +0,2%, ebenso in der Kernrate (ohme Nahrung und Energie) um +0,2%.

Dazu schreibt Eurostat, das die Daten erhebt:

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im September 2020 bei -0,3%, gegenüber -0,2% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 0,8% betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im September 2020 bei 0,3%, gegenüber 0,4% im August. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2% betragen. .
Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Griechenland (-2,3%), Zypern (-1,9%) und Estland (-1,3%) gemessen.
Die höchsten jährlichen Raten wurden in Polen (3,8%), Ungarn (3,4%) und Tschechien (3,3%) gemessen.

Die Verbraucherpreise in den jeweiligen Ländern

 

Gegenüber August ging die jährliche Inflationsrate in dreizehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in sieben unverändert und stieg in sieben an.
Im September kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,34 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,24 Pp.), Industriegütern ohne Energie (-0,08 Pp.) sowie Energie (-0,81 Pp.).

Die Verbraucherpreise in der EU und der Eurozone

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