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Märkte

Aktuell: Ölpreis kollabiert mit -30% gegenüber Freitag! Das gibt Probleme!

Claudio Kummerfeld

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am

Ölpumpe vor Sonnenuntergang

Der Ölpreis bricht heute früh völlig zusammen! Wie schlimm es werden würde, konnte gestern noch niemand abschätzen. Aber dass es schlimm werden würde, war klar. Der WTI-Ölpreis notiert heute früh bei knapp unter 30 Dollar, wobei der Preis im Tief heute früh schon bei 27,46 Dollar lag. Und das bei einem Schlusskurs Freitag Abend von 41,50 Dollar. Vergleichbar ist das Bild im Brent-Öl, wo der Preis übers Wochenende von 45 auf jetzt 33,29 Dollar fällt. Eine Katastrophe für alle Trader, die nach dem extrem gefallenen Ölpreis der letzten Wochen zuletzt auf endlich mal wieder steigende Preise gewettet hatten (noch im Januar lag WTI-Öl bei 65 Dollar!). Da wird es viele Hedgefonds zerlegen! Aber was ist passiert?

Ölpreis kollabiert durch Saudi-Aktion!

Gestern berichteten wir bereits im Detail über die Vorkommnisse am Wochenende. Letzte Woche lehnte Russland es ab gemeinsam mit der OPEC die Öl-Fördermenge kräftig zu senken. Schon in den Tagen zuvor war der Ölpreis wegen dieses drohenden Szenarios gefallen. Durch die russische Verweigerungshaltung war der gesamte Kürzungsdeal der OPEC hinfällig. Wo wir eigentlich dachten, dass Saudi-Arabien im Alleingang mehr Fördermenge vom Markt nehmen könnte, geschah am Wochenende völlig überraschend genau das Gegenteil.

Saudi-Arabien überflutet den Markt offenbar mit zusätzlichem Öl (von 9,7 auf vielleicht 11 oder 12 Millionen Barrels pro Tag), und senkt ab April die Endkundenpreise spürbar! Damit schwenkt man um, und versucht mit einer Art Brutalo-Aktion Konkurrenten wie die Fracker in den USA vom Markt zu fegen, weil die viel höhere Produktionskosten haben, und bei niedrigen Ölpreisen womöglich aus dem Markt ausscheiden. Ähnliches hatten die Saudis bereits 2014 versucht, aber ohne Erfolg. Funktioniert es dieses Mal?

Die Auswirkungen werden furchtbar sein!

Der folgende Chart zeigt WTI-Öl seit Mai 2019. Aktuell wird der tiefste Stand seit dem Jahr 2016 erreicht, wo der Ölpreis nach einer langen Abwärtsphase von über 100 Dollar im Hoch ein Tief erreicht hatte. Was ist an einem stark gefallenen Ölpreis schon so schlimm, mag man sich in Europa fragen? Denn ja, auf den ersten Blick sind wir die Gewinner, denn für Verbraucher und Unternehmen verbilligen sich Kraftstoffe deutlich! Aber die gesamte Öl-Industrie gerät mächtig in Schieflage. Die Fracking-Industrie in den USA beschäftigt Millionen von Menschen, und bezahlt gute Gehälter. Womöglich werden demnächst viele dieser Unternehmen pleite gehen, weil die Förderkosten nun deutlich über dem Ölpreis liegen werden. Kaum vorstellbar, dass Kapitalmarkt und Banken die Fracker weiter volle Pulle mit Cash versorgen? Oder geschieht ein Wunder wie vor sechs Jahren, als die Saudis es auch schon versuchten?

Aber neben den Frackern werden auch die Staatshaushalte der OPEC-Länder brutal getroffen. Venezuela, Saudi-Arabien, VAE und wie sie alle heißen. Dort leben die Staatskassen von den Öl-Einnahmen. Ein so dramatisch fallender Ölpreis pulverisiert die Einnahmen, und diese Länder müssen wohl zahlreiche Wohltaten für ihre Bürger zurückfahren, Steuern erhöhen usw. Und das, wo es in vielen Ländern in der Region eh schon heftige Probleme gibt. Man sehe nur den Iran, Irak uvm. Die instabile Lage in vielen dieser Länder dürfte sich verschärfen. Die theoretische Hoffnung könnte nur sein, dass Russland, wo man ja nun auch deutlich weniger Einnahmen aus Öl haben wird, zurück an den Verhandlungstisch der OPEC kommen wird.

Ölpreis seit Mai 2019 im Chartverlauf

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Anleihen

Aktienmärkte: Ist das das nächste große Ding? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte der Wall Street heute allesamt mit neuen Allzeithochs, während der Dax weiter stagniert und sogar einen leichten Wochenverlust ausweist – und das trotz neuem Optimismus in Sachen Brexit. Aber der Fokus richtet sich nun immer mehr auf die US-Anleihemärkte mit steigenden Renditen, die Zinskurve versteilt sich weiter (gut für Finanz-Aktien, nicht so gut für Tech, daher der Nasdaq heute nur mit kleinen Gewinnen). Sollten die Renditen weiter steigen, werden US-Anleihen wieder zunehmend zur Konkurrenz für die Aktienmärkte. Dort aber herrscht nach wie vor eine „Rundum-sorglos-Stimmung“, vor allem die „Corona-Verlierer“ werden wieder gekauft (der Sektor Energie daher wider mit den größten Gewinnen)..

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Allgemein

Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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Devisen

Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

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Im folgenden Video schaue ich direkt am Chart auf die aktuelle Entwicklung im Dow Jones und seine Reaktion auf die US-Arbeitsmarktdaten. Auch überlege ich, ob im Yen ein interessanter Trade möglich sein könnte.

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