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Ölpreis vor Anstieg? Hinweis zur Macht der OPEC gegenüber den Industrienationen

Öl-Pumpe

Der Ölpreis (WTI) steigt in den letzten Minuten um gut 1 Dollar an. Geht es gleich weiter bergauf? Gut möglich. Der Generalsekretär des „International Energy Forum“ (IEF) Joseph McMonigle mit Sitz in der saudischen Hauptstadt Riad, hielt vorhin ein Onlinemeeting ab mit einem Offiziellen des japanischen Außenministeriums. Dazu gibt es vom IEF auch eine offizielle Mitteilung (siehe hier). Das wichtigste daraus:

Er erwarte, dass die OPEC+ an den derzeitigen Plänen festhalten werde, wonach man jeden Monat 400.000 Barrels pro Tag mehr Öl liefert. Angesichts der aktuellen Prognosen von verschiedenen Seiten für einen Öl-Überschuss im ersten Quartal des nächsten Jahres gehe er davon aus, dass die Energieminister der OPEC+ an ihrem derzeitigen Plan festhalten werden, dem Markt schrittweise mehr Öl zur Verfügung zu stellen. Bestimmte „unvorhergesehene externe Faktoren“ wie die Freigabe strategischer Öl-Reserven oder neue Lockdowns in Europa könnten jedoch eine Neubewertung der Marktbedingungen erforderlich machen.

Im Klartext: Greifen die großen Industrienationen USA, Japan oder China auf ihre nationalen Öl-Reserven zurück um den Ölpreis zu drücken, werden die OPEC und ihre externen Partner diese monatlich konstante Zunahme der Fördermengen nicht mehr so fortsetzen, sondern weniger stark ansteigen lassen – oder ein Anstieg bleibt sogar ganz aus – so zumindest seine Aussage. Kommt es so, würde man das Angebot wieder verknappen, welches die Industriestaaten mit ihren Reserven derzeit womöglich ausweiten wollen. Sind seine Worte als inoffizielle Ansage an die Industriestaaten zu verstehen nach dem Motto „glaubt ja nicht, dass ihr euch bei uns einmischen könnt beim Regulieren der Preise“? Spricht Joseph McMonigle denn für die OPEC oder Russland? Das IEF hat 71 Mitglieder, darunter nicht nur Öl-Förderländer, sondern auch Abnehmer auch Deutschland, China, Frankreich oder Großbritannien. Als offizielle Drohung der OPEC selbst ist seine Aussage also nicht zu verstehen – aber vielleicht als „Hinweis“?



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1 Kommentar

  1. langfristig werden die Rohstoffe und Öl gerade jetzt in den Winter/Anfang des Jahres stark steigen.
    Die Inflation wird vorerst auf jeden Fall nicht mehr zu stoppen sein,auch nicht mit Lockdown oder
    Corona Horrorzahlen.Insofern stellt sich dann erneut die Frage: CO2 Abgaben als „nachhaltiges“
    Verdienstmodell ? Keiner wird es zur Zeit wirklich eindeutig beantworten können.
    Privater Konsum ? Das war es wohl vorerst.Viele private Anschaffungen sind noch vor Weihnachten
    gemacht worden in der Angst vor Lockdowns und verschärften Corona Massnahmen.
    Rein psychologisch: Wer wird sich,wenn er nicht muß in eine enge U-Bahn drängen,in ein Stadion oder
    zu einer Weihnachtsfeier gehen,ob geimpft oder ungeimpft ? All das ist die ideale Kombination die
    Volkswirtschaft in der Form,wie wir sie kennen komplett zu zerstören.
    Eine neue Wirtschaftsform a la Frydays for Future,wenn sie dann weiter forciert werden sollte,wird das
    Öl allerdings mittel-und langfristig in die Höhe schnellen lassen.Es sei denn,es wird uns eine praktikable
    Energie Alternative präsentiert.Ich rede hier sicher nicht von Wind oder Sonnenkollektoren.

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