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Aktuell: Putin mit Order zu Rubel-Zahlungen für Gas – UPDATE 16:38 Uhr

Wladimir Putin

Gestern ergab ein Gespräch zwischen Wladimir Putin und Olaf Scholz, dass die Gazprom-Bank Euro annehmen und dann in Rubel umtauschen solle für Gas-Lieferungen nach Deutschland. Jetzt gibt es erste Aussagen zu einer aktuellen Putin-Anweisung. Laut einigen aktuellen Meldungen müssten Gas-Käufer ihre eigenen Währungen (also vor allem Euros) an eine russische Bank überweisen, die dann wiederum die Devisen in Rubel umtauscht. Dies werde ab dem morgigen Freitag wirksam. ForexLive kommentiert es aktuell so: „Putins Anordnung besagt, dass Gaskäufer Devisen auf ein „spezielles K“-Konto bei einer russischen Bank überweisen sollen und die russische Bank dann Rubel kaufen wird. Das klingt eigentlich nach einer nicht so großen Sache. Sie sind nicht gezwungen, die Rubel selbst zu beschaffen.“

Berichte wie zum Beispiel auf ZeroHedge sprechen aktuell davon, dass Wladimir Putin doch nicht geblufft habe. Denn Käufer von russischem Gas müssten auch ein Konto bei der Gazprom-Bank eröffnen. Auch ist die Sprache von Putins Forderung, dass in Rubel bezahlt wird, sonst würden die Gaslieferungen eingestellt.

Es ist verwirrend. Wo soll denn das Problem sein, wenn die Europäer Euros an eine russische Bank überweisen, die dann für die Konvertierung in Rubel zuständig ist? Aber können die Kunden aus Europa denn – wenn sie ein Konto bei der Gazprom-Bank eröffnen würden – dort in Euro einzahlen, oder nur in Rubel? So richtig klar wird nicht, was Putin nun erwartet. Vor wenigen Minuten hörte man aber von europäischen Offiziellen, dass man hart bleiben wird, und weiterhin nur in Euro bezahlen will. Die Unsicherheit ist im Markt, und der europäische Terminmarkt-Gaspreis Dutch TTF legt in den letzten Minuten um 9 Euro auf 122,50 Euro zu.

UPDATE 16:38 Uhr:

Die Verwirrung über das entscheidende Detail ist da! Vergleicht man aktuelle Berichte, ist man sich auch bei den großen deutschen Medienhäusern offenbar nicht einig. Laut Spiegel müssten ausländische Kunden „Rubel-Konten“ bei russischen Banken eröffnen. Laut der Tagesschau müssen „Konten“ eröffnet werden. Und weiter heißt es von der Tagesschau, dass zunächst unklar gewesen sei, ob die Staaten selbst bereits in Rubel zahlen müssen oder eine Euro-Zahlung direkt konvertiert wird.

FMW: Ja, genau um diese knifflige Frage dreht es sich derzeit wohl. Sollen die Europäer bereits mit Rubel antanzen bei der Gazprom-Bank (die sie nicht haben), oder können sie dort auch in Euro einzahlen?



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6 Kommentare

  1. Je nach dem, wie diese K-Konten genau ausgestaltet sind, geben die Einzahler der Gazprom-Bank direkt bei der Einzahlung den Auftrag, die eingezahlten Devisen in Rubel umzutauschen, eröffnen also ein Fremdwährungskonto, oder die Konten dienen nur der Nachvollziehbarkeit für Russland, und die Bank tauscht selbst in Rubel um. In beiden Fällen stellt sich die Frage, woher die Rubel kommen sollen? Was immer geht, ist der Kauf bei der Zentralbank von Russland. Das würde aber die Sanktionen unterlaufen. Denkbar ist auch, dass jemand etwas an Russland gegen Rubel verkauft und diese Rubel der Gazprom-Bank anbietet. Auch das würde die Sanktionen unterlaufen. Ich denke, dass unser Kanzler sich das schriftlich geben läßt, damit ihm jemand seine Arbeit erklärt. Und die lautet: „entscheide, ob Du weiter Rohstoffe von Russland willst, oder nicht“.

  2. Geschickt arrangiert. Deutschland müsste zwei Konten bei der Gazprombank eröffnen. Ein Euro Konto und ein Rubelkonto. Die Überweisung erfolgt zunächst in EURO auf das entsprechende Konto und wird von der Gazprombank in Rubel getauscht und auf dem Rubelkonto gutgeschrieben. Von dort erfolgt dann die Überweisung durch den deutschen Gasempfänger an Gazprom. Erfolgte die Zahlung nun in EURO oder in Rubel? Wird sich die deutsche Regierung darauf einlassen? Fragen über Fragen.

  3. Hier ein Auszug, Quelle: https://ria.ru/20220331/gaz-1781111890.html

    „Мы предлагаем контрагентам из таких стран (недружественных. — Прим. ред.) понятную и прозрачную схему. Чтобы приобрести российский природный газ, они должны открыть рублевые счета в российских банках. Именно с этих счетов будет вестись оплата газа, поставленного начиная с завтрашнего дня, с 1 апреля текущего года“,

    Übersetzt:

    „Wir bieten Auftragnehmern aus solchen Ländern (unfreundlich. – Red.) ein klares und transparentes System an. Um russisches Erdgas zu kaufen, müssen sie Rubelkonten bei russischen Banken eröffnen. Von diesen Konten wird das ab morgen gelieferte Gas bezahlt , ab 1. April des laufenden Jahres,

  4. Sorry, da ändert sich an den Verträgen gar nix, solche Verträge werden immer demontiert in EUR / oder USD abgeschlossen (weil das nun mal sogenannte Weltleitwährungen sind und auch bleiben), wie gesagt : Russland / Gazprom und ist und bleibt ein verlässlicher Gas-Lieferant, nebst Öl-Lieferant.

    alles andere würde mich äußert überraschen. Ansonsten könnte Russland den Ukraine-Krieg, bzw. die „Spezialoperation“ bezüglich irgendwelchen Neonazis nicht mehr finanzieren.

    Nach 6 Wochen wäre Ruslland platt wie eine Pflunder…

  5. hier mal ein Lächeln im Krieg: :D

    https://www.n-tv.de/politik/Wenn-der-Bauer-den-russischen-Panzer-klaut-article23221055.html

    Und genau das, was die Russen veranstalten, ist doch einfach nur noch peinlich.

    Sputnik at ists best.

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