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Aktuell: Regierung in Norwegen lässt EU-Gaspreis spürbar fallen

Die Regierung von Norwegen stellt die Gas-Hilfe für Europa über die Streiks von Arbeitern. Das Gaspreis fällt deswegen aktuell spürbar.

Gas-Flamme

Die Regierung in Norwegen stellt quasi die europäische Staatsraison über einen gerade erst gestern begonnen Streik von Arbeitern in der dortigen Öl- und Gasindustrie. Und dementsprechend sehen wir heute eine positive Reaktion im für Europa zentral wichtigen Terminmarkt-Gaspreis Dutch TTF. Der Preis fällt nämlich gegenüber dem Schlusskurs von gestern Abend heute früh um 6,1 Prozent auf 155 Euro. Was hatten wir gestern mit hellseherischen Fähigkeiten als Frage in den Raum geworfen? Ob die Hysterie über diesen Streik nicht übertrieben ist, da so ein Streik ja nicht ewig dauern wird. Aber dass sich das „Problem“ innerhalb eines Tages erledigt, hätten auch wir bei FMW nicht gedacht.

Gaspreis fällt – maximale Fördermenge an Gas wird in Norwegen sichergestellt

Das norwegische Arbeitsministerium hat spät gestern Abend beschlossen den Streik, der gerade erst gestern begann, auch gleich wieder zu beenden. Die Regierung in Norwegen will sicherstellen, dass die Gasfelder in der Nordsee gerade jetzt in diesen Zeiten, wo Europa als Alternative zu Russland so viel norwegisches Gas braucht wie nur irgend möglich braucht, auch das maximal Mögliche an Gas fördern. Deswegen hat man nun doch keine Angst mehr vor einer Verknappung der Gas-Liefermenge aus Norwegen – das entspannt den Markt, und der Gaspreis kann wieder etwas zurückkommen nach der Rally der letzten Tage!

In seiner offiziellen Mitteilung schreibt das Arbeitsministerium in Oslo, dass man ein obligatorisches Schlichtungsverfahren vorschlägt, um den Arbeitskonflikt zwischen der Gewerkschaft Norwegian Organisation of Managers and Executives (Lederne) und der norwegischen Öl- und Gasindustrie im Zusammenhang mit dem diesjährigen nationalen Basisabschluss beizulegen. Auf Anregung der Arbeitsministerin Marte Mjøs Persen hätte sich die Parteien darauf geeinigt diesen Streik in Norwegen zu beenden, damit die Arbeiter so schnell wie möglich an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können.

Die Parteien seien nicht in der Lage gewesen eine Lösung zu finden. „Ich habe daher eine obligatorische Lohnschlichtung vorgeschlagen. Die angekündigte Eskalation hat kritische Auswirkungen auf die aktuelle Situation, sowohl in Bezug auf die Energiekrise als auch auf die geopolitische Situation, die wir mit dem Krieg in Europa erleben“, so sagt es die Ministerin für Arbeit und soziale Eingliederung Marte Mjøs Persen.

Hilfe für Europa jetzt wichtiger

Auf der Grundlage der angekündigten Streikzahlen ab dem 9. Juli wäre laut Arbeitsministerium in Oslo mehr als die Hälfte der täglichen norwegischen Gasexporte ausgefallen. Das konnte und wollte man offenbar nicht zulassen. So schreibt man weiter: „Das Ministerium für Erdöl und Energie ist der Ansicht, dass es nicht vertretbar wäre, die Gasproduktion in dem von diesem Streik betroffenen Umfang in den nächsten Tagen einzustellen. Die Produktion geht dramatisch zurück, was in einer Situation, in der die EU und das Vereinigte Königreich vollständig von ihrer Energiepartnerschaft mit Norwegen abhängig sind, äußerst kritisch ist“, so die Arbeitsministerin Marte Mjøs Persen.

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Das norwegische Außenministerium betont laut Mitteilung, dass Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine große Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in vielen europäischen Ländern hat. Es bestehe die unmittelbare Gefahr weiterer Energieengpässe in Europa. Eine Reduzierung der Gaslieferungen aus Norwegen werde die Energiekrise verschärfen, zusätzlich zu den damit verbundenen politischen, finanziellen und gesellschaftlichen Folgen. Norwegen müsse alles in seiner Macht Stehende tun, um die europäische Energiesicherheit und die europäische Solidarität gegen die russische Aggression zu stärken.

Grundsätzlich seien in solchen Fällen die Parteien für die Lösungsfindung verantwortlich, und die Regierung übe normalerweise große Zurückhaltung, bevor man mit einer obligatorischen Lohnschlichtung interveniere. Die schwerwiegenden Folgen der angekündigten Eskalationen hätten die Regierung jedoch zum Eingreifen gezwungen, so wird die Arbeitministerin Marte Mjøs Persen zitiert.



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