Devisen

Aktuell: Streß an den Märkten – Dollar/Yuan über 6,90, Euro-Dollar an der 1,15er-Marke. Und ein Spendenaufruf für die deutsche Autoindustrie..

Kaum ist Oktober, herrscht Volatilität. Nicht gerade untypisch für diesen Monat! Kein anderer Monat ist – historisch gesehen – auch nur annähernd so volatil wie eben der Oktober.

Auslöser ist heute vor allem Italien, sind vor allem Aussagen italienischer Politiker. So etwa von Di Maio, Chef der Cinque Stelle und Vize-Regierungschef, der in einem Radio-Interview meinte, dass Merkel und Macron zweifellos eine Ablösung der derzeitigen italienischen Regieurung wünschten. Dann der Finanzexperte der Lega, Claudio Borghi, der auch der Haushaltskommission im italienischen Parlemant vorsteht: er sei ehrlich davon überzeugt, dass Italien seine Probleme lösen könne, wenn es eine eigene Währung hätte. Um dann wenig später aber zu sagen: natürlich plane die italienische Regierung keinen Ausstieg aus dem Euro..

Und ansonsten, das wissen wir vom DDR-Genossen Ullbricht, hat auch niemand die Absicht gehabt, eine Mauer zu bauen..

Dann der Rechtsausleger der italienische Koalition und Innenminister Italiens, Matteo Salvini: er sei inzwischen bereit, von der EU Schadensersatz zu fordern für deren Kommentare, die die Märkt verunsicherten und die Renditen für italienische Staatsanleihen nach oben treiben. Also „Markt-Terrorismus“, wie gestern Di Maio meinte..

Italiens Banken ca. 3%im Minus – man fürchtet eine Herabstufung Italiens durch Ratingagenturen, was die mit Italiens Staatsanleihen vollgesogenen Banken schwer treffen würde. Die Anleiherendite der 10-jährigen italienischen Anleihe zwischenzeitlich über der Marke von 3,4%, der Renditaufschlag zu deutschen Anleihen (spread) nun so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr:

 


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Heute vormittag handelt der Euro in der Nähe der 1,15er-Marke und damit so tief wie seit dem 21.August nicht mehr:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Und der Yuan ebenfalls unter Druck – Dollar-Yuan (Offshore) steigt erstmals seit Wochen wieder über die Marke von 6,90:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Der Dax heute ebenfalls unter Druck – nur die deutschen Autobauer laufen ordentlich, weil die deutsche Regierung so ungemein hart gegen sie im Diesel-Skanal vorgeht. Das grenzt ja schon fast an Brutalität!

Daher unser dringender Hinweis: Spenden für die von der Merkel-Regieurung so schwer gestrafte, bettelarme deutsche Autoindustrie bitte auf das Konto von finanzmarktwelt.de überweisen – wir leiten das dann direkt an die deutschen Auto-Konzerne weiter. Ganz fest versprochen..



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10 Kommentare

  1. Hallo, Hr. Fugmann! Man könnte ja fast über ihren ironischen Spendenaufruf für die deutsche Automobilindustrie lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Wohl ziemlich einmalig in einem sog. Rechtsstaat, dass von Regierungsseite gegen das Strafrecht vertoßende Unternehmen geschützt werden. Wäre neugierig wie der Verfassungsgerichtshof darüber urteilen würde wenn ein kleineres Unternehmen gewerbliche, betrügerische Machenschaften betreibt und bei einer wohl nicht zu vermeidenden Klage die Verfassungsrichter anruft, weil man ja offensichtlich das Gleichheitsrecht mit einer solchen Klage gebrochen hätte????????????

  2. Der WIRKLICHE Dieselskandal ist die Politik, die absolut schwachsinnige Werte verlangt. Aus ideologischen und pekuniären (Geldgier) Gründen.
    https://www.autozeitung.de/schadstoffe-feinstaub-co2-klimasuender-189741.html
    Seit dem Jahr 2000 wurden vier neue Abgasnormen eingeführt. Der erlaubte Ausstoß sank bei Diesel um 84%, bei Benzinern um 60%. Bei Norm 5 kommt hinten bessere Luft raus als vorne rein. Wir haben es geschafft! Auto die Reinigungsanlage! Natürlich ist das Grünen noch zu wenig. Lieber Atomkraftwerke für die E-Autos.
    2.) Kreuzfahrtschiffe, Flugzeuge, (Straßen)Baumaschinen sind die wirklich fetten Umweltsünder beim Auspuff-Ausstoß. Aber die läßt man ungeschoren, weil man hier nicht melken kann!
    3.) „Das Frauenhofer Institut stellte bereits 2010 fest, daß die Umweltzonen …..“ nicht nur wirkungslos für die Belastung durch Feinstaub, sondern auch durch Stickstoffdioxid“ sind und die Umweltzonen sogar eine Senkung der Stickstoffdioxidemissionen verhindern. (Fraunhofer-Institut: Zielkonflikt zwischen Feinstaubminderung und Stickstoffdioxidreduzierung, 2010).“
    https://www.aerzteblatt.de/forum/120300/Am-Arbeitsplatz-sind-950-Mikrogramm-NOx-8-h-am-Tag-40-h-die-Woche-zugelassen
    Zitat: „Völlig unverständlicherweise werden Jahresdurchschnittsgrenzwert für NO2 von 40µg/m³ im Verkehr festgelegt, obwohl die Grenzwerte von Schadstoffen in Innenräumen weitaus großzügiger betrachtet werden und der Mensch sich zu 70-80 Prozent des Tages in Räumen aufhält. Höchst offiziell sind am deutschen Arbeitsplatz für Beschäftigte laut Bundesgesundheitsblatt 950 µg/m³ Innenraumluft als „Maximale Arbeitsplatz-Konzentration“ (MAK) erlaubt. 20 x so hoch wie für NO2 auf Straßen – und zwar 8 Std täglich und 40 in der Woche!!!“
    Außerdem: Der Hauptumweltschaden bei Autos entsteht bei der Herstellung! (Ich arbeite dort!) Eine schwedische Studie hat eindeutig gezeigt, daß E-Autos bei der Herstellung mehr Umweltschäden verursachen. Und bei der Abwrackprämie war die Umwelt bei den Politikpharisäern auch extrem egal! Es mußten funktionierende Autos verschrottet werden, durften auch nicht nach Afrika verschenkt werden! Wo waren da die ganzen Umweltpharisäer?

    Ergo, wenn kein Verbrechen, sondern nur Umgehung des Sozialismus und irrer Grenzwerte, warum soll man da ein schlechtes Gewissen haben? Wenn ich in der damaligen DDR die Mauer überquert hätte, hätte mir niemand eins reingeredet! Auch wenn es in der DdR politisch nicht korrekt gewesen wäre!

    1. Hallo, Sabine! Sie arbeiten bei AUDI, wenn ich mich nicht irre und ich finde es toll wie sie die Automobilbranche und damit ihren Arbeitgeber zu schützen versuchen! Es geht hier aber meiner Meinung nach nicht um die von ihnen zu Recht oder Unrecht angeprangerten Schadstoffgrenzen, hier und dort. Es geht zumindest mir persönlich darum, dass bestehende Gesetze ganz bewusst verletzt und durch gezielte Manipulationen den Konsumeten ein Produkt verkauft wurde welches eben nicht den vorgegebenen Gesetzen entsprach. Ich nenne das den Verdacht auf vorsätzlichen, gewerbsmäßigen Betrug. Das ist gemäß der gültigen Strafgesetzordnung ein sog. Offizialdelikt der eigentlich von Amts wegen verfolgt werden müßte. Soll heißen, dass die Staatsanwaltschaft selbstständig Ermittlungen einleiten müßte. Das geschieht aber nicht. Das finde ich einem sog. Rechtsstaat nicht würdig und im hohen Ausmaß gefährlich.

    2. Nachtrag! Ich muss mich insoferne korrigieren, dass natürlich Ermittlungsverfahren eingeleitet und auch durchgeführt wurden (Hausdurchsuchungen, etc)und das finde ich auch i.O. Was mich aber jetzt so sehr stört, sind die Verhandlungen der Politik mit den Herstellern. Das ist m.E. „Schattenboxen“. Die Politik sollte das eingeleitete Strafverfahren abwarten und dies auch entsprechend kommunizieren. Die Staatsanwaltschaften sollen Anklage erheben, Klage führen und die Gerichte über notwendige Schadensersätze, Strafen gegen Verantwortlichen, etc. urteilen. Wenn es der Politik gelingt (ich zweifle nur daran) außergerichtliche Schadensersatzzahlungen zu erwirken so wäre das begrüßenswert, was jedoch niemals die Unabhängigkeit der Justiz und die damit verbundene Urteilsfindung beeinträchtigen darf.

      1. @Kritisch on fire. Jetzt haben Sie doch noch die Kurve gekriegt. Natürlich hat die StA das Legalitätsprinzip angewandt und Ermittlungen durchgeführt. Bei Hausdurchsuchungen sind auch richterliche Anordnungen erforderlich, da bei diesen langwierigen Ermittlungen sicherlich keine Gefahr im Verzuge gegeben war. Wo sich die Gerichte in Wirtschaftsstrafsachen immer schwer tun, ist Vorständen nachzuweisen, dass sie vorsätzlich (mit Wissen und Wollen) gehandelt haben. Daran scheitert es oft. Fahrlässiges Handeln ist ja nur strafbar, wenn dies ausdrücklich im Gesetz bestimmt ist. Das ist die strafrechtliche Seite, die zivilrechtliche eine andere. Allerdings fällt es schon schwer, dass man hier die bewusste Erregung eines Irrtums durch Unterdrückung wahrer Tatsachen zur Erreichung eines rechtswidrigen Vermögensvorteils nicht beweisen kann. Vw und Audi hätten doch nie so viele Autos bei Offenlegung der echten Emmissionswerte verkauft – Sinnhaftigkeit dieser Emmissionsgrenzen hin oder her. Der große Witz für mich ist, dass der promovierte Ingenieur Martin Winterkorn, der sich zum Schrecken seiner Mitarbeiter für jedes Detail interessierte, immer noch sein Unwissen über die Herkunft der guten Abgaswerte beteuern kann.
        Viele Grüße

        1. @Wolfgang.M!
          Ja, Ja, Ja – manchmal geht es mit mir durch, wenn ich mir den ganzen Mist sowohl der Politik wie auch der Hersteller anhören muss, mit dem Wissen, dass wie immer am Ende der Kleine die Zeche bezahlt! Man denkt jetzt sogar noch darüber nach Sonderrabatte einzuführen um das „Bescheiß-Fahrzeug“ gegen ein neues austauschen zu können und dafür natürlich noch einmal kräftig in die Tasche greifen darf – eine Ungeheuerlichkeit oder eigentlich geniale Marketingstrategie wie sie eigentlich nur Politikern einfallen kann.

  3. Ahoi Herr Fugmann, warum so hämisch über Italien?
    Di Maio und Co. haben völlig recht!
    Statt Austerität zum Wohle von Goldman Sachs lieber Geld zum Wohle der Bürger.
    Endlich mal jemand, der Klartext redet- RESPEKT!
    Bin gespannt wie lange die durchhalten.
    Den Herrn Tsipras hat ja Barack Obama seinerzeit telefonisch zerschreddert.
    Plötzlich ward aus dem Salonlinken dann ein griechischer Bankenvertreter.
    Eu-Junta und Mainstream-Medien versuchen nun das gleiche bei Italien.
    Schade, dass Sie ins selbe Horn stoßen!

  4. Und schwuppdiwupp hat Ministerpräsident Conte dementiert, dass man aus dem Eurosystem austreten wolle. Wie kann man denn ernsthaft in Erwägung ziehen, dass so etwas ohne langfristige Planung umsetzbar wäre, ohne ein Chaos auszulösen. Lehman 2.0 in größerer Dimension. Das größere Kapital hätte in Stunden das Land verlassen, die italienischen Banken wären auch ohne Bankrun erledigt, andere aus den Südländern ernsthaft gefährdet. Durch die internationale Vernetzung der Banken fegte ein Taifun über die Finanzmärkte. Die italienische Wirtschaft geriete sofort in der Rezession, mit heftigen Folgen. Da wäre der Verlust der Target 2-Salden noch das geringere Problem. Italienische Unternehmen hätten schnell doppelt so hohe Auslandsschulden (das ginge sogar noch schneller als aktuell mit der türkischen Lira), man mag sich das gar nicht alles ausmalen. Ein Italexit ginge m.E. nur mit einer international abgestimmten Aktion.

    1. Die EU-Reaktion auf Italien ist nicht sehr überzeugend, schon gar nicht Junckers Drohgebärden. Da war man bei Griechenland schon mutiger. Im Grunde weiß jeder, daß es ihn morgen auch erwischen könnte, also läßt man den Südstaaten ihre Defizite. Die EZB wird gute Miene machen, ist halt wieder so ein Experiment, eh schon eine Art Helikoptergeld, was da veranstaltet wird. Wie es ausgehen wird, wissen nur die Götter(und die Crashpropheten). Man kann nur beten, daß es nicht einen weltweiten Konjunktureinbruch gibt, denn dann…

  5. @Macwoiferl, wie gut nur, dass wenigstens Sie nie ins selbe Horn stoßen!
    Der böse Obama damals, die kriminelle EU, die weltumspannenden Mainstream-Medien. In jedem Kommentar, immer und immer wieder, dieser populistische, nie bewiesene oder je zu beweisende kindische Unsinn. Echt jetzt?!
    Glauben Sie wirklich, dass all die Rechts-Linkspopulisten bis hin zu den radikalen Fraktionen irgendwelche Lösungen parat haben, die Probleme zum sog. Wohle der Bürger lösen können oder würden?
    Glauben Sie wirklich, dass der Herr Tsipras von einem Ami seinerzeit telefonisch zerschreddert wurde? Hätte er nicht einfach auflegen können ;) Ist er nicht die Nr. 1 eines souveränen Staates?

    Könnte es nicht sein, dass all die großmäuligen Populisten ganz simpel und grausam einfach nur an der Realität scheitern, sobald sie aufgrund ihrer Lügen und falschen Versprechungen an die Macht gewählt werden? Dass die Realität Tausende und Abertausende von weiteren Facetten, Fragen und Aufgabenstellungen für unsere rechten Helden in petto hat, von denen sie ganz einfach überfordert sind?
    Wenn man nur Deutschland betrachtet: Noch nie waren all die Super-Maulhelden der AfD so angenehm ruhig, wie seit den Zeiten, zu denen sie nun auch utopische Monatseinkommen, dazu sensationelle Diäten und eine veritable Summe für die Zukunft einschieben dürfen.

    Betrachten Sie nur einmal die Unfähigkeit der großen Briten, aus einem Vertrag geordnet auszutreten. Chaos pur, Hoffnung auf Rosinenpicken, zwei Drittel inzwischen für einen Exit aus dem Brexit.
    Wenn ich mir das Szenario nun bei vergleichsweise zu den Briten heißblütigen, emotionsgesteuerten und erstmals an der Macht schnuppernden italienischen Politikern aus der Kasperl- und/oder Mafiaszene vorstelle, WOW!!!

    Ich höre, sehe und lese trotz meines 12-Stunden-Arbeitstages regelmäßig unzählige Nachrichten jeglicher Couleur, von radikal links über gemäßigt bis radikal rechts. Es gibt keine alles beeinflussenden Mainstream-Medien mehr im Zeitalter der globalen Informationsmöglichkeiten.
    Es gibt höchstens noch faule, tumbe, voreingenommene oder übersättigte Menschen, die nicht mehr willens sind, das gewaltige Spektrum an Informationen aufzurufen, aufzunehmen und objektiv zu verarbeiten.

    Es gibt (und gab praktisch so gut wie nie) Politiker, die irgendetwas nach ihren haltlosen Wahlversprechungen zum Wohle der Bürger getan haben. Klartext REDEN, schön und gut. Den Klartext zu durchdenken, nun ja… Klartext umzusetzen, au weia!!!

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