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Aktuell: Trump verschiebt angeblich Entscheidung über Zölle gegen EU um 6 Monate

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Nach einem Bericht aus Kreisen verschiebt Donald Trump die Entscheidung über die Einführung von Zöllen gegen die EU um 6 Monate. Der Dax und vor allem die deutschen Auto-Werte sowie der Euro daraufhin höher, die US-Aktienmärkte ebenso. Bestätigt ist der Bericht von Insidern jedoch noch nicht..

Wolfgang Müller hatte heute darauf hingewiesen, dass Trump wohl die Entscheidung darüber, ob er Zölle einführen werde, vom Stand der Aktienmärkte abhängig mache, siehe hierzu seinen Artikel „Die nächste Zollentscheidung naht – wagt Trump die nächste Eskalationsstufe?“

Offenkundig will Trump den Aktienmarkt schonen – und einen „Zwei-Fronten-Krieg“ vorerst vermeiden, weil er einen längeren Handelskrieg gegen China erwartet! Im Umkehrschluß heißt das: die Fronten werden sich gegen China, das Trump als den einzigen echten Konkurrenten ausgemacht hat, wahrscheinlich verhärten:

22 Kommentare

22 Comments

  1. BG

    15. Mai 2019 16:38 at 16:38

    Da hat es der Donald mal wieder geschafft. Die Freude über die Gerüchte einer möglichen Verschiebung der Autozölle (die keinen die letzten Wochen interessiert hat) überwiegt jetzt allem anderen. Chinazölle, negative Industrieproduktion oder Negative Einzelhandelsumsätze sind völlig egal. Solange immer der Strohhalm einer positiven Nachricht/ Hoffnung da ist, geht es immer wieder nach oben.

  2. Christoph

    15. Mai 2019 16:46 at 16:46

    ein absoluter Witz! Verschiebung bedeutet ja nicht, sie kommen nicht und erst recht nicht, dass er bald nicht damit drohen wird. Reaktion total überzogen!
    Bald ist die ganze Börse nur noch eine Vielzahl an Algos, die alle möglichen Tweets scannen und dann wild handeln. Traurig.

  3. Shong09

    15. Mai 2019 17:05 at 17:05

    Das ist doch zum Jubeln für alle Nachdenkenden.
    Solche Situationen geben einem doch gerade die Möglichkeit einzusteigen. Ohne Fehlbewertung würde Börse doch gar keinen Spaß machen

    • Columbo

      15. Mai 2019 17:33 at 17:33

      @Shong09
      Welche “Nachdenkenden” steigen da eigentlich ein?
      Obwohl ich hätte da eine Geschäftsidee:
      „Werden Sie reich mit dem neuen Aktien-Trump-Twitter-Sparprogramm(ATTS). Wir kaufen für Sie bei jedem Trump-Tweed ein Aktienpaket unserer Wahl. Sie müssen nichts mehr machen, nichts mehr analysieren. Sie werden mit unserem System bei jedem Trump-Tweed reicher und reicher. Schon mit zehn Euro sind Sie beim ATTS(Aktien-Trump-Twitter-Sparprogramm) dabei“.

      • ShortLongDong09

        16. Mai 2019 00:54 at 00:54

        @Columbo, ich denke nach, ich denke voraus, ich denke quer und hin und her, doch der Einstieg fällt mir schwer. Ihre Geschäftsidee des ATTS hat mich überzeugt. Auf welches Konto darf ich Ihnen die 10 Euro überweisen? Ich gehe von einer Vertausendfachung p.a. aus und wäre gerne bis zur Wiederwahl und im Falle eines triumphalen Sieges noch weitere 4 Jahre länger mit im Programm 😉

  4. Columbo

    15. Mai 2019 17:07 at 17:07

    Warum sollte er sich auch mit allen gleichzeitig anlegen? Es kommen alle dran, einer nach dem andern.

    • BG

      15. Mai 2019 17:42 at 17:42

      @Columbo Zwei Fronten kann er sich nicht erlauben. Wenn jetzt Europa auch keine Sojabohnen mehr kaufen würde, wäre Trump seine Wähler los. Wie sie so schön sagen, einer mach dem anderen. Wenn sich das Verhältnis zu China bessert ist wieder Europa dran. Eine Partei braucht man immer um die Aktienmärkte mit Hoffnung hoch zu treiben.

  5. Ranzentier

    15. Mai 2019 17:20 at 17:20

    …ich wundere mich bloß, dass er diese erfreulichen Nachrichten nicht per Twitter veröffentlicht, sondern das es auf inoffiziellen Wegen ans Tageslicht kommt…ich warte sekündlich auf ein Dementi…

    • Michael

      15. Mai 2019 19:58 at 19:58

      Inoffzielle Wege besitzen eben das Geheimnisvolle, den Hauch von Insiderwissen, während die Seriosität der Tweets derzeit langsam zu erodieren beginnt. Das schafft den Anschein anderer, neuer Quellen, um dann demnächst wieder mit voller Wucht twittern zu können. Für die Dämlacks an den Börsen reicht das 🙂

  6. Macwoiferl

    15. Mai 2019 17:56 at 17:56

    @Markus Fugmann:
    Was mich wundert: Ihr habt das Zinssenkungsthema nicht auf dem Schirm!?
    Trump MUSS die Kurse treiben – Mitarbeiter des Jahres bei der NYSE.
    Gehen nun Handel und Konsum wegen China zurück, MUSS etwas passieren.
    QE 4? Zinsen runter? Tax reform 2?
    Was wird kommen?
    Mein Tipp – die 22.000 aus Dezember sehen wir nicht wieder!

    • Markus Fugmann

      15. Mai 2019 18:27 at 18:27

      @Macwoiferl, weil Trump hier schlicht keine Handhabe hat! Er hat versucht, zwei Zinssenker in die Fed zu bringen und ist damit krachend gescheitert.
      Es müssen schlicht die Konjunkturdaten noch ganz stark absaufen – oder eben die Wall Street – bis die Fed die Zinsen senken wird. Das wird auf jeden Fall noch längern dauern, bis es so weit ist!

      • Macwoiferl

        15. Mai 2019 18:34 at 18:34

        @Markus Fugmann, da bin ich skeptisch.
        Jerome Powell hat NULL Rückgrat.
        Im Dezember jämmerlich eingeknickt.
        Und es geht um des Politikers liebstes Kind:
        die WIEDERWAHL.

        • Markus Fugmann

          15. Mai 2019 18:46 at 18:46

          @Macweoiferl, aber Powell wird nicht gewählt, sondern hat eine definierte Amtszeit – der Präsident kann dann eine 2.Amtszeit genehmigen, aber er hat faktisch keine Handhabe, einen Fed-Chef abzusetzen oder ihmm zu diktieren, was er zu tun hat!

          • Macwoiferl

            15. Mai 2019 19:38 at 19:38

            Allein die DROHUNG mit dem FED-Reserve Act wird genügen!
            „Bei gewichtigem Grund“ ist eine Absetzung möglich!
            Sinkende Kurse sind Grund genug to „remove for cause by the President“.
            Deswegen auch der 180-Grad-Bückling im Dezember.
            Ich bin ganz bei Ihrem Kollegen Müller, der schreibt:
            Trump wird JEDES Mittel nutzen um die Kurse zu stützen.
            JEDES!
            Drei, vier Wochen, dann wird das Z-Wort durch die Medien geistern.
            Ich werde dann an meinen Post erinnern…

          • Markus Fugmann

            15. Mai 2019 19:44 at 19:44

            @Macwoiferl, der „wichtige Grund“ ist eine „kriminelle Verfehlung“, die zur Absetzung eines Fed-Chefs führen kann, also etwas strafrechtliches! Aber selbst dann müssen US-Senat und US-Abgeordnetenhaus der Absetzung zustimmen – und eine dieser Kammern halten die Demokraten!
            Dass Trump versucht, die Kurse oben zu halten, ist ja klar – aber Sie überschätzen hier völlig seine Möglichkeiten zur Absetzung Powells. Und die Fed und Powell werden Trump schon daher keine Gefallen tun, weil Trump die Fed und besonders Powell so scharf kritisiert und daher ein Nachgeben durch die Fed als absolute Schwäche interpretiert würde!

      • Michael

        15. Mai 2019 20:20 at 20:20

        @Markus, zur Not zwitschert er den Nationalen Notstand aus, um die kommunistisch-terroristischen Feinde von Great and Free America in der FED einen Urlaub in Pelican Bay, San Quentin, Guantánamo Bay oder im Angola in Louisiana zu spendieren 😉

  7. BG

    15. Mai 2019 18:05 at 18:05

    Interessant auch, dass der Nasdaq 100 am meisten steigt wenn es um das Thema Autozölle geht.

  8. Politologe

    15. Mai 2019 18:10 at 18:10

    Ich denke ,dass er die EU im Moment noch in Ruhe lässt, könnte ja sein, dass er nebenbei auch noch einen Krieg anzettelt, dann hätte er ja schon an drei Fronten zu twittern. Zuviele Hunde sind des Hasen Tod.
    Bei einem Konflikt könnte er das Verhalten der EU noch als Druckmittel für seine Autozölle gegen die EU
    ausnützen.

  9. leftutti

    15. Mai 2019 21:21 at 21:21

    Vor kurzem hatten wir das Thema von Märkten und Börsen, die Zukunftsentwicklungen mit höchster Trefferwahrscheinlichkeit einpreisen.
    Freitag ein paar Tweets, und prompt wurde gen Süden eingepreist. Heute unbestätigte Insider-Gerüchte, und alles ist wie am Donnerstag letzter Woche.
    Wie soll man einen psychisch und emotional höchst instabilen Faktor einpreisen? Am besten gar nicht, ab und zu kann es ganz hilfreich sein, dem Hier und Jetzt eine Chance einzuräumen.
    Bis dahin ist alles „covfefe“ (für diejenigen mit Erinnerungsvermögen).

    • Wolfgang M.

      16. Mai 2019 07:34 at 07:34

      @Leftutti. Hallo. Sorry, aber dieser Darstellung muss ich widersprechen. „Vor Kurzem hatten wir das Thema von Märkten und Börsen, die Zukunftsentwicklungen mit höchster Trefferwahrscheinlichkeit einpreisen.“
      Ich sprach davon, dass es keine Methode gibt, die eine höhere Wahrscheinlichkeit für Preisentwicklungen in der Zukunft aufweist, als das Preisfeststellungssystem an den Märkten, aber dass sich diese auch öfters täuschen. Einzelereignisse oder das Verhalten von irrationalen Entscheidern können niemals vorhergesehen werden, denn das Einpreisen von Entwicklungen wird von tausenden Menschen bewerkstelligt, die alle keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen. Dafür liegen sie bei der Bewertung von langfristigen Entwicklungen der Konjunktur erstaunlich gut. Ich habe dazu einen Artikel vorbereitet, der morgen erscheinen wird.
      Viele Grüße

      • leftutti

        16. Mai 2019 12:33 at 12:33

        @Wolfgang M. Ich wollte keinesfalls Ihrer Sicht der Dinge grundsätzlich widersprechen. Bis Oktober 2016 waren die Dinge ja auch noch völlig normal, mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersehbar, Schwarze Schwäne waren noch schwarz und selten und verbreiteten nicht das hektische Gezwitschere eines Singvogels 😉

        Doch dann alleine schon dieser obszöne Anstieg im DOW von 18.000 auf 27.000 Punkte innerhalb eines Zeitraumes von etwa 15 Monaten! 9.000 Punkte, dafür brauchte es zuvor etwa 7 Jahre (von 2009 bis 2016), und das, obwohl der Index damals aus dem Krisental aufstieg wie Phönix aus der Asche.

        Im Januar 2018 der erste rapide und massive Absturz um 4.000 Punkte innerhalb weniger Tage, danach hektisches und chaotisches, nicht vorhersehbares Ozillieren für etwa 6 bis 7 Monate, bis endlich Anfang Oktober ein neuer Rekord erklommen wurde. Kurz darauf wieder Chaos und unvorhersehbares Oszillieren für weitere 2 Monate, bevor dann der noch größere Absturz im Dezember 2018 um 4.600 Punkte folgte. Ab Weihnachten 2018 dann die 2-monatige Erleichterungs-Rally auf Basis purer Hoffnung und heißer Luft, seither folgen die Kerzchen mit langen Lunten und Dochten chaotischem Gezwitschere und seltsamen Insiderberichten.

        Man sieht also, es ist alles vorhanden: Utopische, nie dagewesenen Rallies gen Norden, bemerkenswert veritable Abstürze gen Süden, dazwischen und die meiste Zeit massenweise oszillierendes Chaos von West nach Ost. Doch halt, eines fehlt: Konstanz, Berechenbarkeit und Vorhersehbarkeit.

        Was ich also sagen will, ist, dass seit November 2016 nichts mehr so ist, wie es einmal war. Die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Welt ist eine andere geworden, Chaos, Willkür und Unberechenbarkeit haben zusehends Einzug gehalten. Wirtschaftsdaten und Fakten sind seit über 2 Jahren nur mehr eine Randnotiz.

        Zuletzt muss ich noch anmerken, dass es auch nicht verwundern kann, wenn die Wahrscheinlichkeiten für Preisentwicklungen an der Börse am besten mit dem Preisfeststellungssystem der Börsenmärkte auguriert werden können. Die machen ja irgendwie die Preise bzw. Kurse. Das klingt nach einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Bei der Bewertung und Einschätzung längerfristiger Entwicklungen der Konjunktur hingegen stimme ich in hohem Maße zu, auch wenn ich mich des Öfteren frage, ob diese Entwicklungen nicht auch von den Börsen beeinflusst werden.

  10. Wolfgang M.

    16. Mai 2019 13:12 at 13:12

    @Leftutti. Mit dem Zeitraum von Ende 2016 bis heute haben Sie wohl für die USA recht und das liegt vorwiegend an einer Person. Wer beschloss denn bisher im 9. Jahr eines Aufschwungs eine solche Steuerreform, die die Firmengewinne mit 20% explodieren ließ? Zusätzlich die Repatriierung von Auslandgeldern zu besten Steuerkonditionen, die die kurstreibenden Buybacks in die Höhe trieb. Dann der Versuch eines Notenbankers, der mit vier Zinssenkungen eine Normalisierung herbeiführen wollte, die durch den vorherigen „Sugar Rush“ verursacht wurde. Schließlich seine 180-Grad-Wende (auch aus Sorge vor den Konsequenzen), die wiederum Opium fürs Aktienvolk war. Dann die Twitterei eines Präsidenten über kursrelevante Tatsachen, die einen in echte Schwierigkeiten bringen würde. Ja, das sind die Taten eines Mannes, der egozentrisch seine Ziele verfolgt, nach dem Motto: nach mir die Sintflut. Aber die Märkte werden alle Fehlentwicklungen wieder auspreisen, da bin ich mir sicher. Es stellt sich nur die x-fach gestellte Frage, wann? Wir leben auch für die Börsenwelt in äußerst ungewöhnlichen Zeiten. Deshalb haben wir gerade wieder einmal die Situation, in der „die Marktwirtschaft wieder einmal zum Ausbruch des Wahnsinns“ gepusht wurde.
    Viele Grüße

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Nach Bankfilialen verschwinden nun auch die Geldautomaten

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Alle Statistiken und vor allem die Aussagen der Banken-Vereinigungen zeigen es. Die Banken (auch Sparkassen und Volksbanken) schließen seit Jahren in großem Umfang Filialen. Die Nullzinspolitik der EZB (geschrumpfte Zinsmarge), der allgemeine Kostendruck und das veränderte Konsumverhalten der jungen Generation (weniger bis gar keine Filialbesuche mehr) sorgen dafür, dass die Banken reihenweise Filialen schließen. Und gerade kleine Sparkassen und Volksbanken auf dem Lande fusionieren vermehrt um Kosten zu sparen, womit noch mehr Standorte dicht gemacht werden. Da verbleiben mancherorts nur  noch die Geldautomaten für die Nahversorgung.

Am Wichtigsten ist ja die Bargeld-Versorgung der Bevölkerung. Und dafür gibt es ja die Geldautomaten, richtig? Richtig! Aber auch dort geht es nun steil bergab. Natürlich verschwinden nicht alle Geldautomaten über Nacht. Aber auf dem Land, wo es in zahlreichen kleinen Ortschaften gar keine Bankfiliale mehr gibt, sondern als Ersatz nur noch Automaten – dort ist es mehr denn je ein Desaster, wenn nun auch noch diese Automaten verschwinden.

Eine aktuelle Statistik der Barkow Consulting bezieht sich auf Daten des Verbands BVR (Volks- und Raiffeisenbanken). Man betont aber, dass die Daten nur geringfügig von den offiziellen Daten der Bundesbank abweichen. In den letzten drei Jahren ist demnach bereits jeder 20. Geldautomat in Deutschland verschwunden. Seit drei Jahren in Folge ist die Zahl der Geldautomaten rückläufig. Das Minus betrug letztes Jahr 1,0%, davor 2,8%, und davor 1,8%.

Aber wie verdammt noch mal, wie soll das denn zukünftig funktionieren, ohne Bankfilialen und ohne Geldautomaten, wenn der Trend so weitergeht? Ja, die Finanzindustrie möchte noch weiter runter mit den Kosten. Und so soll der Konsument gefälligst zukünftig sein Barabhebungen und auch Einzahlungen (!) an der Supermarktkasse beim Bezahlen der alltäglichen Einkäufe erledigen. Das kann ja ein Spaß werden. Wenn das in großem Umfang zunimmt, kann das für alle Verbraucher durchaus (nett formuliert) zu längeren Wartezeiten an der Supermarktkasse führen?

Weniger Geldautomaten
Daten und Grafik: Barkow Consulting GmbH

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YouTube transparent: Ab sofort erkennen Sie, welche Inhalte tatsächlich alle von ARD und ZDF bezahlt werden

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Vor fünf Monaten hatten wir das Thema „FUNK“ besprochen. Lesen Sie den Artikel beim Klick an dieser Stelle gerne in voller Länge. Es ist nämlich bislang extrem schwer erkennbar, welche Inhalte, die man in deutscher Sprache auf YouTube anschauen kann, tatsächlich alle von ARD und ZDF bezahlt werden. Die Produzenten der Kanäle sind zwar offiziell unabhängig und können Inhalte herstellen und online stellen, wie und was sie wollen.

YouTube schafft Transparenz

Aber die Macher der FUNK-Kanäle auf YouTube mussten sich vor dem Start ihrer Formate ja bei FUNK, einer Tochter von ARD & ZDF mit einem inhaltlichen Grundsatzkonzept bewerben, von dem sie wohl kaum abweichen dürfen. Und so droht (darf man das vermuten?) der Entzug der Beitragszahler-Gelder, wenn ein FUNK-Kanal vom Konzept abweicht? Natürlich wollen wir an dieser Stelle kein Fass aller Verschwörungstheorie aufmachen. Bestimmt nicht immer derjenige die Musik, der auch das Geld in die Jukebox wirft? Aber nein, nochmal… dass die „böse Kanzlerin“ oder der ARD-Intendant anruft und dem YouTuber nun wortwörtlich ins Ohr flüstert, welche Vidoes er/sie zu produzieren hat, ist natürlich Quatsch.

Aber grundsätzlich wäre es schon gut zu wissen, wer auf YouTube frei nach Schnauze Videos postet, und wer innerhalb eines festgelegten Konzepts Videos hochlädt. Es war bisher fast unmögich zu bemerken, welche Kanäle auf YouTube aus Rundfunkbeiträgen finanziert wurden, wo sich die Kanalbetreiber letztlich an ein von ihnen einmal eingereichtes Format-Grundkonzept halten müssen. Nur wer die Videos wirklich bis zur allerletzten Sekunde durchschaut und jede Sekunde mit offenen Augen auf den Schirm guckt, konnte bislang ganz am Ende der Videos einen kurzen Hinweis auf FUNK finden, und dass dies ein Format von ARD und ZDF ist. So wissen bis heute wohl die allermeisten Follower zahlreicher „hipper“ Formate gar nicht, dass hier ein Channel-Betreiber mit festen Drehkonzept zu ihren spricht, und kein unabhängiger YouTuber, der einfach so frei drauf los dreht, was ihm/ihr gerade in den Sinn kommt.

Hier eine Übersicht aller FUNK-Kanäle auf YouTube.

Seit Tagen und Wochen vor allem im Zuge der anstehenden Wahl zum EU-Parlament versprechen die großen Plattform-Betreiber für mehr Transparenz zu sorgen, damit der Wähler über Social Media-Kanäle möglichst nicht durch böse ausländische Mächte etc beeinflusst werden kann. Und YouTube hat nun eine einfache Maßnahme umgesetzt, die aber wirklich grundsätzlich für Transparenz sorgt. Das erste große „Opfer“ dieser Maßnahme ist FUNK, also die Channels von FUNK auf YouTube. Unter den Videos steht nun ein gut sichtbarer grauer Balken mit dem Text „Funk ist Teil des deutschen Öffentlich Rechtlichen Rundfunks“. Schauen Sie zum Beispiel hier das Video von Rayk Anders (bitte anklicken und neuen Browser nur mit dem Video öffnen).

Aber die neue Transparenz bei YouTube beschränkt sich natürlich nicht auf die Öffentlich Rechtlichen Medien in Deutschland. Auch beim Sender „RT Deutsch“ und seinen Videos auf YouTube verweist man mit einem Hinweis unter den Videos darauf, dass RT Zitat „ganz oder teilweise von der Regierung Russlands finanziert wird“. Sehen kann man den Hinweis wie gesagt erst, wenn man die Videos anklickt und es im Browser direkt auf YouTube schaut. Direkt unter den Videos sind die Hinweise nicht übersehbar. Ein guter Beitrag in Sachen Transparenz, so finden wir!

Aber auch diese ganz neue Hinweis-Funktion von YouTube ist wohl noch nicht perfekt umgesetzt. Denn einige FUNK-Kanäle wie zum Beispiel das extrem hochwertige (Scherz) FUNK-Format namens „Auf Klo“ wurden noch nicht mit diesem Hinweis versehen. Oder unterlässt YouTube den Hinweis bei solchen mit dem Rundfunkbeitrag finanzierten Trash-Formaten, weil sie politisch in keinster Weise relevant sind? Das ist durchaus möglich.

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Bundesbank: „Zweigeteilte Konjunktur“, weiterer Industrie-Abschwung

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Die Bundesbank hat soeben ihren aktuellsten Monatsbericht veröffentlicht. Sie bespricht den Konjunkturabschwung im letzten Jahr sowie den Anstieg der Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2019, wo das BIP um 0,4% gegenüber dem Vorquartal gestiegen war. Wo viele Ökonomen nach dieser „Delle“ jetzt wieder die Rückkehr zum Wirtschaftswachstum sehen, bietet die Bundesbank ein differenzierteres Bild. Denn das Plus im 1. Quartal sei vor allem durch Sondereffekte zustande gekommen. Zitat Bundesbank:

Ihrer Einschätzung nach verliehen die nach der Jahreswende in Kraft getretenen expansiven Fiskalmaßnahmen dem privaten Konsum zusätzlichen Schub. Auch nachgeholte Pkw-Käufe gaben zusätzliche Impulse, heißt es im Monatsbericht. Im zweiten Halbjahr 2018 waren Autokäufe aufgrund von Angebotsengpässen infolge der Einführung des neuen Abgastestverfahrens WLTP (Worldwide harmonized Light-duty vehicles Test Procedure) zu einem erheblichen Teil aufgeschoben worden. Nicht zuletzt ermöglichte laut Bundesbank die günstige Witterung im Februar und März 2019 eine lebhafte Bautätigkeit während des ersten Quartals. „Die konjunkturelle Grundtendenz ohne diese Sondereinflüsse blieb allerdings wie schon seit der Mitte des vergangenen Jahres insgesamt schwach“, schreiben die Autorinnen und Autoren.

Wir haben es in unseren Artikeln in den letzten Monaten immer wieder versucht herauszuarbeiten (schlecht verstecktes Eigenlob). Die deutsche Wirtschaftsleistung wird seit einiger Zeit getragen von dem gigantischen Bauboom sowie der Binnennachfrage bei Dienstleistungen. Die Industrie hat mit rückläufigen Aufträgen zu kämpfen. Ohne die Boom-Faktoren wäre die Konjunktur nur bei Betrachten der Industrietätigkeit schon richtig im Eimer! Dazu schreibt die Bundesbank aktuell:

Unterstützt von den Sondereffekten sorgten neben dem Baugewerbe das Gastgewerbe und der Einzelhandel für konjunkturellen Auftrieb. Auch die unternehmensnahen Dienstleistungen dürften nach Ansicht der Bundesbank spürbar zugelegt haben. Der breit angelegte Abschwung der Industrie hielt hingegen an. Auf der Nachfrageseite fungierte der private Konsum den Ökonominnen und Ökonomen zufolge vermutlich als wichtigste Wachstumskraft. Er überwand damit die Flaute des zweiten Halbjahres 2018.

Und die Aussicht für das aktuell laufende zweite Quartal? Es könnte vom Wachstum her eine Null-Nummer werden. Die Bundesbank benutzt die Formulierung „Zweigeteilte Konjunktur“, was wir sehr passend finden. Die sehr schwache Industrie auf der einen Seite, und alle anderen Sektoren als stützende Faktoren auf der anderen Seite. Die von den Wirtschaftsforschungsinstituten herbei geredete Rückkehr zum Aufschwung könnte ausfallen. Zitat Bundesbank:

Die Bundesbank geht davon aus, dass das Muster einer zweigeteilten Konjunktur, welches das Wirtschaftsgeschehen in Deutschland seit dem Sommer 2018 prägt, im Frühjahr 2019 voraussichtlich erhalten bleiben wird: „Einerseits wird sich der Abschwung in der Industrie fortsetzen, andererseits sind die Auftriebskräfte der stärker binnenwirtschaftlich orientierten Branchen weiterhin intakt.“ Die deutsche Wirtschaftsleistung werde nach Einschätzung der Fachleute das durch Sondereffekte begünstigte Niveau vom Winter im zweiten Quartal wohl kaum überschreiten. Sie gehen davon aus, dass die Sondereffekte auslaufen oder sich sogar umkehren könnten. So seien die Nachholprozesse bei den Pkw-Käufen wohl weitgehend abgeschlossen. „Vor diesem Hintergrund ist eine allmähliche Belebung der Wirtschaftstätigkeit erst im Einklang mit einer Erholung der globalen Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte zu erwarten“, heißt es im Bericht.

Bundesbank
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Kandschwar CC BY-SA 3.0

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