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Aktuell: UK-Finanzaufsicht zieht CFD-Regulierung drastisch an – wegweisend auch für Deutschland?

Die Regulierung für CFD-Anbieter mit Sitz in Großbritannien wird drastisch verschärft, wobei es vor allem um die Maximal-Hebel geht. Hierbei geht es der FCA nach eigener Aussage vor allem um den Schutz der Kunden, da nach einer FCA-Analyse 82% der Kunden…

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Wir hatten es prognostiziert. Nachdem vor Kurzem die nur auf den ersten Blick unbedeutende zypriotische Finanzaufsicht CySec ihre Regulierung für Forex und Binäre Optionen angezogen hatte, folgt heute die britische Finanzaufsicht „Financial Conduct Authority“ (FCA). Sie widmet sich mit dem Oberbegriff „Contracts for Difference“ (CFD), dem mit hohen Hebelwirkungen durchgeführten Handel in Aktien, Indizes und Währungen. Die Regulierung für CFD-Anbieter mit Sitz in Großbritannien wird drastisch verschärft, wobei es vor allem um die Maximal-Hebel geht. Hierbei geht es der FCA nach eigener Aussage vor allem um den Schutz der Kunden, da nach einer FCA-Analyse 82% der Kunden im CFD-Trading Geld verlieren würden.

cfd-regulierung-trading
Aktiver Aktienhandel. Foto: Andyhill8/Wikipedia /Gemeinfrei

Bevor wir weitermachen, eine Frage an uns alle: Wo hört vernünftige Regulierung auf, und wo beginnt die Gängelung von Anlegern, frei entscheiden zu können, wie wo wann und was sie anlegen oder traden? Denn beim CFD-Trading handelt es sich fast zu 100% um Privatanleger, die ohne Anlageberater ganz alleine mit ihrem eigenen Geld Tradingentscheidungen treffen wollen. Wie sehr sollte ein Staat diese Menschen von ihrem Glück/Unglück abhalten? Wäre es nicht viel sinnvoller sich beim Anlegerschutz auf die Bürger zu konzentrieren, die von Banken und Anlageberatern in „Anlageprodukte“ geführt werden? Sollte man sich nicht hierauf konzentrieren? Aber gut, jetzt zum aktuellen Inhalt.

Die FCA spricht vom notwendigen Schutz von immer mehr Kunden, die Produkte wie CFDs handeln würden, ohne sie wirklich zu verstehen. Das mag im Einzelfall auch so sein. Vier konkrete Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass Kunden von CFD-Brokern mit Sitz in Großbritannien besser geschützt werden.

1)
Standardisierte Risikohinweise und verpflichtende Offenlegungen, wie bei CFDs bisher das Verhältnis von Gewinnen zu Verlusten ausgesehen hat. So eine Art Warnhinweis wie auf Zigarettenschachteln? Du darfst weiter rauchen, aber hey, schau mal hin was mit Dir passieren kann.

2)
Unerfahrene Neu-Einsteiger im CFD-Handel mit einer Erfahrung von weniger als 12 Monaten im aktiven Handel sollen einen maximalen Hebel von 25 nutzen dürfen (wer entscheidet eigentlich, was ein noch ein angemessener Hebel ist? Warum nicht bei 23 oder 27?).

3)
Für alle Privatkunden (also auch die Erfahrenen) wird ein maximaler Hebel von 50 verbindlich. Niedrigere Maximal-Hebel werden je nach riskanteren Einzelmärkten eingeführt. Die FCA verweist darauf, dass bisher teilweise Hebel von bis zu 200 Privatkunden zugänglich gemacht werden. Und in der Tat: Wer ihn ausnutzt und falsch im Markt liegt, hat verdammt schnell verdammt hohe Verluste. Andersrum natürlich genau so.

4)
Genau wie auf Zypern wird den Anbietern von CFDs verboten Bestandskunden und auch Neukunden Bonus-Anreize zu bieten. Denn wie schon die CySec vor Kurzem ausführte, ist man davon überzeugt, dass gerade die Neukunden durch Bonus-Versprechen animiert werden kräftig drauf los zu traden, um Mindestanforderungen für den Bonus zu erreichen. Die Vermutung vieler Aufseher ist aber, dass bis dahin viele Kunden ihre Einlagen durch das aktive Trading schon durchgebracht haben.

Diese neuen Regeln sind zwar de facto schon beschlossen – offiziell will man aber noch bis zum 7. März 2017 Feedback aus der Branche einholen und auswerten. Dann im Frühjahr 2017 soll die Umsetzung der Regeln erfolgen. Vielleicht dann mit Hebel 35 statt 25? Aber letztlich ist die Marschrichtung klar: Gesetzliche Einschränkung! So oder ähnlich wird wohl demnächst auch die Regulierung in Deutschland aussehen. Maximal-Hebel für Kunden usw. Warum groß eigene Ideen entwerfen, wenn die Briten als Hauptstandort für CFD-Anbieter schon diese konkreten Vorgaben machen. Wie schnell darf man mit BaFin-News zu dem Thema rechnen?

Die FCA verweist unter anderem darauf, dass sie unzufrieden ist mit den bisherigen Risikoaufklärungen und Intransparenz bei Anbietern. Auch erwähnt sie, dass es sich teilweise schon eher um Glückspiel als um Investments handele. Hiermit meint die FCA wohl die nicht wirklich seriös angehauchte Branche für Binäre Optionen, wo wir auch eher von Glückspiel sprechen. Aber was wissen wir schon. Hier die FCA im Original-Zitat zur heutigen Veröffentlichung.


“We have serious concerns that an increasing number of retail clients are trading in CFD products without an adequate understanding of the risks involved, and as a result can incur rapid, large and unexpected losses. We are introducing stricter rules for CFD products to ensure the sector addresses the shortcomings identified, and that firms make sure that retail clients are aware of the high risks involved in trading these complex products.

“The FCA also has concerns that binary bets pose investor protection risks and question whether binary bets meet a genuine investment need.”

On-going supervision work by the FCA over the past six years has identified instances of poor conduct across the CFD sector. This includes firms failing to adequately consider if CFDs are appropriate for their customers, failing to provide adequate risk warnings, and firms offering excessive levels of leverage to retail clients.

The FCA has also observed that binary bets are not transparent enough for investors to adequately value them, and have product features which are more akin to gambling products than investments.

The FCA’s proposed measures are intended to ensure an appropriate level of consumer protection. Several EU member states have already introduced restrictions on CFD retail products.


15 Kommentare

15 Comments

  1. Avatar

    m.d

    6. Dezember 2016 14:13 at 14:13

    die regelung geht in die richtige richtung. bin seit 2 jahren dabei und habe einiges verloren. einen niedrigeren hebel für neueinsteiger wäre mehr wie richtig.
    ausserdem sollten die fx anbieter jedem einsteiger seminare anbieten in welcher man den angehenden trader auf die grundlagen des tradings einübt. und das müsste kostenlos sein.

    • Avatar

      Oliver Berzbach

      7. Dezember 2016 11:08 at 11:08

      ist besser, wenn Du beim Sparbuch bleibst

  2. Avatar

    simi

    6. Dezember 2016 14:24 at 14:24

    ein niedriger Hebel würde dazu führen das die Konten größer werden müssten um handeln zu können, ein Anfänger verspielt dann evtl. im ersten Jahr 10.000€ statt bisher vielleicht 1000…

    • Avatar

      m.d

      6. Dezember 2016 14:43 at 14:43

      ich habe für einsteiger 1:25 gemeint. nach z.b einem jahr auf 1:50 anheben nach 2 jahren 1:100. es geht mir nur um den schutz der anleger welche ihren ersten trade machen.
      noch wichtiger wäre mir das anbieten von kostenlosen seminaren. das seminar kann man ja als bonus anbieten wenn ein konto eröffnet. oder?

  3. Avatar

    Marko

    6. Dezember 2016 14:31 at 14:31

    Ja, und Witz ist, nebendran bei Finanzmarktwelt,sehen wir Werbung eines CFD-Brokers ? ;)

    CFDs sind kein Glücksspiel, werden aber zum Glücksspiel zu überhöhten Hebeln bzw., dann, wenn ich mein Konto „überhebele“.
    Die bekannten CFD-Broker haben übrigens Ihre Margin-Sätze „zurückgefahren“ , nachdem nicht vorhanden „Italexit“….
    Jaja ,die Schweiz und die Folgen… :D

    CFDs sind attraktiv, aber dies nur bei Indizes, Aktien-CFDs z.B. machen keinen Sinn… Ausserdem muss man wissen, mit welchem Broker man handelt, Stichwort Intrasparenz…

    VG

    Marko

  4. Avatar

    Marko

    6. Dezember 2016 14:45 at 14:45

    Und die Werbung sagt :

    Keine Nachschusspflicht ?!

    Wollen Sie wissen, wieviele CFD-Broker ordentlich in Bredouille kamen, beim „Schweiz-Event“ ?
    Bei so einem „schwarzen Schwan“ haben die CFD-Broker keine Chance (aus verschienden Gründen), das ist und bleibt Fakt.
    Deswegen macht eine einheitliche Hebelbegrenzung für „gierige Privatanleger“ schon Sinn…

    Vg

    marko

  5. Avatar

    Der Katamaransegler

    6. Dezember 2016 15:18 at 15:18

    „Kundenschutz“ ist nur leeres Geschwätz. Im Grunde gehts es um die Vorbereitung für Besteuerung der Round Turns. Und bei den CFD’s guckt Onkel Fiskus halt in die Röhre.
    Wenn der mütterlich sorgende Staat wirklich den ach so armen kleinen hilflosen Trader vor den Krallen der Börsengier würde beschützen wollen, dann dürften erst recht keine Warrants (Optionsscheine) mehr angeboten werden.
    Es gibt noch genügend andere Instrumente, mit denen Unerfahrene und Neulinge ihr Konto zerschiessen können. Hauptsache „Hebel“.
    Nach 25 Jahren im Trading bin ich überzeugt davon, dass viele genau das brauchen.
    Und fast genauso viele sind lernresistent. Das ist weder Zynismus noch Häme – es ist Realität.

  6. Avatar

    Marko

    6. Dezember 2016 15:52 at 15:52

    Um es nochmal ganz klar zu sagen :

    Sie handeln über CFDs indirekt Futures-Kontrakte, es ist egal, ob Sie über ein Market-Maker, oder über einen DMA (Direct-Market-Accsess), also einen sogenannten ECN-Broker, handeln.
    Deshalb dürfte die Werbung mit „keiner Nachschusspflicht“, sehr interessant werden, sollte es zu einem „Black-Swan-Event“ kommen, gerade für die sogenannten Market- Maker? :D

    VG

    Marko

    Die Attraktiviät der CFSs besteht eben darin, dass man dem doofen Privatanleger teilweise zu Billigstkonditionen einen Zugang zum Futuresmarkt ermöglicht, als „Bonbon“ z.B : obendrauf :

    „Wenn Sie 1000 Eur einzahlen, dann erhalten Sie von uns einen 250 EUR-Trading-Bonus“

    zu den Konditionen des CFDs-Anbieters, versteht sich ?

    Na, wer wird da wohl gewinnen ?

    VG

    Marko

  7. Avatar

    Marko

    6. Dezember 2016 16:17 at 16:17

    „Und bei den CFD’s guckt Onkel Fiskus halt in die Röhre.
    Wenn der mütterlich sorgende Staat wirklich den ach so armen kleinen hilflosen Trader vor den Krallen der Börsengier würde beschützen wollen, dann dürften erst recht keine Warrants (Optionsscheine) mehr angeboten werden.“

    Der Witz ist, die Optionsscheine werden von Emittenten (Banken) verkauft, die sich über Futures-Börse absichen müssen. Bei Optionsscheinen gibt es, im Unterschied zu den CFDs einen Unterschied : Garantiert keine Nachschusspflicht.

    Nur das Problem ist, sogenannte Warrants sind für den 08/15 – Kunden so schwer berechenbar (bzw zu verstehen :D ).

    Da sagte man sich, nehmen wir doch mal sogenannte Hebel-Zertifikate auf Gold, Dax usw.

    Das kapieren „Die“ dann, damit können „Wir“ Geld verdienen. :D

    Dann kam z.B. Goldman-Sachs mit ihrem sogenannten Bric-Zertifakten, Faktor-Zertifikate usw.

    VG

    Marko

    • Avatar

      Der Katamaransegler

      6. Dezember 2016 17:34 at 17:34

      Hallo Marko,
      Meine Meinung zu Optionsscheinen will ich hier nicht niederschreiben. Es ist erstens vertane Zeit und zweitens müsste ich mit einer Anzeige rechnen, würde ich mich verständlich ausdrücken. Weder sind sie berechenbar, noch kann man stops setzen …
      Im Lauf der Zeit häufte sich die Kritik und hatte sich in den Foren der Zocker-Szene herumgesprochen. Es folgte von den Emittenden eine neue, geradezu geniale Konstruktion, die man euphemistisch „Zertifikate“ nannte. Der Ausdruck suggeriert die geballte Seriosität einer Teppichetage.
      Die Nachfrage ist enorm. In der Schweiz werden sie mit ganzseitigen Anzeigen in grossen Zeitungen beworben. Unglaublich.
      Anzeigen, so grossformatig wie jene von BMW oder Daimler. Und es kommt immer irgendwo das Wort „garantiert“ vor.
      Das sagt viel. VG

      • Avatar

        Marko

        7. Dezember 2016 23:40 at 23:40

        Hallo Herr Katamaransegler,

        der Punkt ist doch folgdender, natürlich sind Optionsscheine, nebst Zertifakten, nebst allen CFDS im Amiland verboten. Warum ?
        Na ganz einfach darum weil der Emittent, der die Dinger verkaft, das Sagen hat.

        Nur, kann mann, wenn man Ahnng hat, mit optionsschenen „spielen“, das können die allerwenigsten, weil „die“ doch wissen, dass 90 %der CFD, Zeritifakte-Player , also diese Leute mit den Heblrodukten verlieren werden. Ausserdem gibt es bei den Hebelprodkten die „richtige Börse“, Futures, Optionen usw, aber : das sind entweder die Eintrittskriterien zu hoch (Futures) oder die Sache wird so komplizuert , dass sich Otto-Normalverbraucher darauf niemals einlässt.

        Ein Beispiel, eine Mail eines bekannten CFD – Brokers :

        „hiermit informieren wir Sie darüber, dass die einschränkenden Tradingoptionen rund um das „Marktereignis“ Italien-Referendum aufgehoben sind…

        Alle unsere Tradinginstrumente sind wieder handelbar.
        Die Marginanforderungen für unseren Bestseller DAX30 CFD sind auf das gewohnte Level (Hebel auswählbar bis 200 (!!!!!!) ) zurückgekehrt….

        Die wenigen Kunden, die aufgrund heftiger Marktbewegungen und Gaps bei Admiral Markets UK in einen negativen Kontostand gerutscht sind, haben wir wie gewohnt mit eigenen Mitteln kompensiert, unserer Negative Balance Compensation Policy folgend.

        Obwohl wir rund um das Ereignis „Italien Referendum“ keine besonders nennenswerten, abnormalen Marktbewegungen gesehen haben, ist im Jahr 2016, insbesondere rund um die anderen Markt-Events „Trump Wahl“ und „Brexit“, die Rate der negativen Kontostände der Kunden signifikant gestiegen (!!!!!)

        . Für Ihr und unser Risikomanagement werden wir deshalb für einige europäische Index-CFDs & Anleihe CFDs die Marginanforderungen bis auf weiteres erhöhen.

        Alle oben genannten Handelsinstrumente beinhalten eine längere, tägliche Handelspause, was gehäufter zu größeren Gaps führen kann. Das generelle Weekend-Gaprisiko gilt hier natürlich ebenso, wie grundsätzlich für alle handelbaren Werte.“

        Lustig !!!

        Das ist eben die Gier der Menschen, mit einem Hebel von 200 den Dax zu handeln…

        VG

        Marko

  8. Avatar

    Michael

    6. Dezember 2016 21:43 at 21:43

    Welcher normale Mensch braucht einen Hebel von 100? Wer sowas ausreizt hat sein Konto schneller geerdet als er gucken kann.

  9. Avatar

    Adiceltic

    7. Dezember 2016 11:59 at 11:59

    Ich finde diese Entscheidung mehr als überfällig!!! Endlich mal eine vernünftige Entscheidung zum Schutz und Gemeinwohl aller. Wobei ich mich eh frage warum der Statt bei diesen Geschäften so lange tatenlos zugesehen hat, trotz Banken- und Finanzkrise. Eigentlich eine Schande für die Politik…

  10. Avatar

    Marko

    9. Dezember 2016 22:54 at 22:54

    „Das Verlustrisiko ist bei CFDs mit Nachschusspflicht für den Anleger unkalkulierbar. Aus Verbraucherschutzgründen können wir das nicht akzeptieren“, erläutert Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele das Einschreiten der Aufsicht.

    Exakt, mit anderen Worten : CFDs sind in Wirklichkeit „kleine Futures“ für die „kleinen Frau bzw. Mann“, um jene abzuzocken…

    Was anderes sind die „echten Futures“, das sind die Eintritsbarrieren wesentlich höher, das sind in der Regel Profis, die sowas in Sachen unbegrenzter Nachschusspflicht kaufen. Aber : die Profis kaufen dann doch lieber keine CFDs, lieber das Underlying… :D

    VG

    Marko

    • Avatar

      Der Katamaransegler

      10. Dezember 2016 19:30 at 19:30

      Hallo Marko,
      Die „Unkalkulierbarkeit des Risikos bei CFD’s “ ist
      1.) Wasser auf die Mühlen der etablierten Warrnt Emittenden
      2.) Gibt dem BaFin seine Existenzberechtigung – Das Wort Papiertiger benutze ich natürlich nicht ;-)
      Mit diesem Feldzug schägt das BaFin gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe:
      – Es trifft publikumswirksam den Nerv der breiten nicht informierten Masse
      – Es geriert sich als Retter und Beschützer der Hilflosen
      – Es bereitet den Boden für die Round Turn- Besteuerung
      – Es unterstützt die etablierten Warrant-Emittenden
      – Es kann sagen: „Verbieten tun wir nichts “ (was ja auch stimmt)
      – Es zeigt der Bevölkerung, dass dieser bisher zahnlose Tiger neuerdings im Besitz einer Zahnprothese ist und sie voller Stolz allen präsentiert.
      Wer näher hinsieht, der bemerkt bald:
      Die neuen Zähne des BaFin sind nur Bangemacherei. Zubeissen können sie nicht.
      Immerhin, als Wurfgeschoss erfüllen sie leidlich hren Zweck.
      VG und Handbreit

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Wollen Sie einmal Gewinne mitnehmen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

Sie kennen diese Situation. Da halten wir im Depot eine oder mehrere echte Kursraketen, die uns in den vergangenen Jahren prozentual dreistellige Buchgewinne gebracht haben. 200, 300 oder vielleicht sogar 400 %! Ein ganz schöner Anblick.

Da sind doch einmal Gewinnmitnahmen angeraten, oder? Schließlich wissen wir als Börsianer durchaus, ein Buchgewinn ist nicht in Stein gemeißelt. Trotzdem tun wir uns aus psychologischen Gründen mit dem Verkauf einer solchen Position schwer. Denn irgendwie haben wir diese Aktien, die wir seinerzeit so perfekt ausgewählt haben, liebgewonnen. Außerdem haben wir die Sorge, wenn wir jetzt verkaufen, macht der Titel nochmals 50 %, und wir sind dann nicht mehr dabei. Ein Dilemma!

Hier gibt es ein probates Mittel, um uns aus unserer „Not“ zu helfen, der sog. Teilverkauf. Ganz konkret: Hat sich eine Position einmal verdoppelt oder gar verdreifacht, veräußern Sie einfach einmal ein Drittel oder die Hälfte dieser Aktie.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie wandeln Buchgewinne in echte Gewinne um und nehmen einmal Kapital aus dem Feuer. In der derzeitigen Marktsituation ist das bestimmt kein Fehler. Andererseits profitieren Sie dennoch, wenn der Titel noch weiter zulegen sollte.

Außerdem agieren Sie mit einem solchen Vorgehen antizyklisch. Das heißt, Sie „teilverkaufen“ genau jene Positionen, die wahrscheinlich etwas heiß gelaufen sind. Studien haben gezeigt, dass solche gezielten Teilverkaufe die Stabilität im Depot erhöhen und sich oftmals auch noch gewinnsteigernd auswirken, sofern man die freien Mittel gezielt in…..

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