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Aktuell: Untersuchung gegen Chef der nationalen Statistikbehörde Chinas eingeleitet – Machtgefüge Chinas erschüttert

FMW-Redaktion

Diese Nachricht hat echte Spengkraft: wie soeben bekannt wurde, wird gegen den Chef des National Bureau of Statistics in China, Wang Bao’an, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Vorwurf lautet „ernsthafte Verletzung der Disziplin“, wie die Antikorruptionsbehörde mitteilte. Normalerweise wird der Vorwurf der „ernshaften Verletzung der Disziplin“ erhoben, wenn es um Korruptionsvorwürfe geht.

Dass nun diese Vorwürfe gerade jetzt erhoben wurden, ist besonders pikant, weil Wang Bao’an noch vor genau zwei Stunden eine viel beachtete Pressekonferenz gegeben hatte. Darin hatte er unter anderem gesagt, dass der Yuan auch deshalb schwach sei, weil Chinas Wirtschaft starken Abwärtsdruck erlebe.

Der ehemalige Vize-Finanzminister Chinas (2012 bis 2015) war im April letzten Jahres in das Amt des Leiters der Statsitikbehörde gelangt – also jener Behörde, die das für die Welt und vor allem für Chinas Machthaber so eminent wichtige BIP des Landes berechnet und kommuniziert.

Der Vorwurf dürfte die Machtelite Chinas erschüttern: er trifft eine der wichtigsten politischen Persönlichkeiten des Landes. Was wirklich hinter den Vorwürfen steht, ist natürlich kurzfristig nicht zu ermitteln – aber es dürfte um deutlich mehr gehen als „Verletzung der Disziplin“. Die nun praktisch sichere Absetzung von Wang Bao’an dürfte damit den ohnehin vorhandenen Trend zur „Maoisierung“ des immer mächtiger werdenden Staatschef Xi Jinping noch verstärken..

Eine Kurzbiografie von Wang Bo´an finden Sie hier: http://www.chinavitae.com/biography/4667

Kurz zuvor war bei der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua ein Artikel erschienen, in dem es heißt:

„China ist ein verantwortungsvoller Akteur, der versprochen hat, keinen Abwertungswettlauf auszutragen, um seine Exporte anzukurbeln (..) China kann seine Währung verteidigen gegen Spekulanten, deren banaler Trick es ist, Gerüchte zu streuen und ihre Vorhersagen einer ‚harten Landung‘ zu wiederholen, wenn die Marktstimmung schlecht ist“. Anzeichen für Short-Verkäufe im Yuan hätten sich zuletzt mehr und mehr verflüchtigt und das potenzielle Risiko von Verwerfungen an den chinesischen Märkten sei übertrieben worden.

Es ist daher zu vermuten, dass die Vorwürfe gegen Wang Bao’an mit seinen auf der Pressekonferenz getätigten Aussagen zum Yuan und zum Zustand der chinesischen Wirtschaft zusammen hängen…



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