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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Erzeugerpreise höher als erwartet

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Die US-Erzeugerpreise (August) sind mit +0,1% zum Vormonat ausgefallen wie erwartet (Prognose war +0,1%; Vormonat war +0,2%). Zum Vorjahresmonat stiegen die Erzeugerpreise jedoch stärker als erwartet, nämlich um +1,8% (Prognose war +1,7%; Vormonat war +1,7%).

In der Kernrate (ohne Nahrung und Energie) sind die Erzeugerpreise ebenfalls höher als erwartet mit +0,3% zum Vormonat (Prognose war +0,1%; Vormonat war +0,2%) und mit +2,3% zum Vorjahresmonat (Prognose war +2,2%; Vormonat war +2,1%).

Wirklich Null Inflation, Donald?

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Konjunkturdaten

Welthandel: Erholung im 4.Quartal? Eher nicht

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Wird sich der Welthandel und damit die Weltwirtschaft im 4.Quartal erholen? Bislang waren die Finanzmärkte davon ausgegangen, dass die Weltwirtschaft nach einer Delle dann im 4.Quartal wieder an Fahrt gewinnen wird. Heute hat die Welthandelsorganisation WTO neue Zahlen zum Welthandel präsentiert, das sogenannte „Goods Trade Barometer“. Dieses Barometer zeigt zwar einen leichten Anstieg (96,6) im Vergleich zu den letzten Zahlen aus dem August diesen Jahres (95,7), bleibt aber unter dem Trendwachstum, das bei 100 liegt.

Folgende Grafik zeigt die abnehmende Wachstums-Dynamik im Welthandel – im 3.Quartal lag der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresquartal nur noch bei 0,2% (im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch +3,5%):

Stabilisierungen sind erkennbar in den Bereichen Exportaufträge (97.5), Autoprodukte (99.8) und container shipping (100.8) – während Internationaler Flugzeugtransport (93.0), Elektrokomponenten (88.2) und Roh-Materialien (91.4) weiter nach unten tendieren:

Der Welthandel und seine Sektoren

Elektronikkomponenten sind derzeit im Welthandel im freien Fall

(Alle Grafiken: WTO)

Die schwache Zahl bei den Elektronikkomponenten ist besonders interessant, denn zu dieser Kategorie gehören auch Halbleiter, also faktisch Chips für Desktop-Computer, Smartphones etc. Sieht man sich an, wie in diesem Jahr diese Halbleiter-Werte an den Börsen bewertet werden (mit einem Anstieg von über 50% seit Jahresbeginn), so kommt der begründete Verdacht auf, dass die Märkte gelegentlich an der Realität vorbei Bepreisungen vornehmen:

 

So oder so: die besonders stark betroffenenen Sektoren dürften vor allem von den Zöllen belastet worden sein, wie die WTO vermutet („possibly reflecting recent tariff hikes affecting the sector“). Die Organisation hatte erst im September ihre Wachstumsprognosen für den Welthandel im Jahr 2019 deutlich gesenkt: im April ging man noch von +2,6% im Vergleich zum Vorjahr aus, im September dann nur noch von +1,2%. Der Grund aus Sicht der WTO: abnehmendes Wachstum der Wirtschaft, mehr und mehr Zölle, Brexit-Unsicherheit und – man höre und staune – die dovishe Wende der Notenbanken („substantial deceleration to slowing economic growth, increased tariffs, Brexit-related uncertainty, and the shifting monetary policy stance in developed economies“).

Insgesamt also sieht man in einigen Bereichen eine Stablisierung oder gar Verbesserung (vor allem im Container-Bereich), aber auch das vierte Quartal dürfte keine substantiellen Verbesserungen bringen, wie die WTO formuliert:

„The latest barometer reading suggests that goods trade will likely remain below trend in the third quarter and into the fourth quarter“.

Aber vielleicht geschehen ja doch noch Wunder – an den Aktienmärkten jedenfalls scheint man an das Wunder nach wie vor und unabhängig von jeder Evidenz zu glauben. Besonders drastisch sichtbar vor allem sichtbar im SOX (Philadelphia Semiconductor Index), der auf einem Allzeithoch handelt, während das faktische Handelsvolumen in diesem Bereich weiter im freien Fall ist..

Der Welthandel wird auch im vierten Quartal unter seinem Trend bleiben

 

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Europa

Deutschland: Abhängigkeit von China und vom Handelsstreit

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Deutschland ist gerade noch einmal einer technischen Rezession entkommen und die Wirtschaftsindikatoren deuten zumindest auf eine weitere Stabilisierung hin. Kann es deshalb 2020 wieder nach oben gehen für das exportorientierte Land – oder müssen andere Regionen mitziehen, damit der Industriesektor des ehemaligen Exportweltmeisters wieder auf die Beine kommt? Vermutlich ja, es braucht der Unterstützung anderer, wie es die folgenden Daten und Fakten nahe legen.

 

Die bisherigen Auswirkungen Wirkungen des Handelsstreits

Klar leidet das Exportland Deutschland stark an den Folgen eines Handelsstreits, der die Industrieproduktion von vielen Ländern ins Schrumpfen gebracht hat: Abzulesen an den Produktionsziffern im Verarbeitenden Gewerbe, die über eineinhalb Jahre gefallen waren. Auf der anderen Seite profitiert man immer noch von der laufenden Konjunktur in den USA, man übernahm quasi einen Teil der Rückgänge aus dem Streit zwischen den USA und China, mit dem Ergebnis eines wachsenden Handelsbilanzdefizits zu den Vereinigten Staaten – sehr zum Missfallen von US-Präsident Trump. Allerdings kann dieser jetzt keinen zweiten Handelskriegsschauplatz aufbauen, knapp ein Jahr vor seinem großen Wahlziel.

 

Die Bedeutung Chinas für Deutschland und die Welt

Der Aufstieg Chinas insbesondere nach der Finanzkrise – im Jahr 2010 wurde man zur Nummer zwei in der Welt – hat viele Staaten in eine wirtschaftliche Abhängigkeit mit dem Riesenreich gebracht. Laut statista betrug der Anteil am kaufkraftbereinigten globalen Bruttoinlandsprodukt der Welt 2018 bereits über 18 Prozent. Für 33 Länder ist China der wichtigste Absatzmarkt und für 66 Länder steht China als Importland an erster Stelle. Das gilt ganz besonders für Deutschland, wie es aktuelle Studien wieder zeigen. Zwar boomt der Konsum auch in Deutschland, er macht in etwa die Hälfte der Wirtschaft in Deutschland aus und damit weniger als in den USA mit ihren viel zitierten 70 Prozent. Aber es gibt noch einen gravierenden Unterschied, wie die Ökonomin vom Bundesverband der deutschen Industrie BDI, Annika Mildner, herausstellt:

Deutschlands Abhängigkeit vom internationalen Handel, also Exporte und Importe zusammengefasst, würden 87 Prozent vom BIP ausmachen – in den USA vergleichsweise niedrige 27 Prozent. Deshalb wähnt man sich auch noch so sicher auf der amerikanischen „Konsuminsel“. Damit ist Deutschlands Wirtschaft auch Haupt-Leittragende, wenn irgendwo Zollschranken aufgebaut werden. Keine sehr neue Erkenntnis – und da wir wieder bei der Bedeutung Chinas für Deutschland:

Nach einer aktuellen Studie der deutschen Handelskammer fühlen sich bereits 83 Prozent der in China tätigen Unternehmen vom Handelsstreit direkt betroffen, 2018 waren es erst 30 Prozent. Hierbei steht die deutsche Automobilindustrie wieder an vorderster Stelle. Fast 70 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung des Marktes 2020.

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Europa

Handelsbilanz der EU: Dramatische Verschlechterung für Donald Trump

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Cointainerschiff Hafen Beispielfoto

Donald Trump hat im großen Bild gesehen mehrere Ziele. Die Mauer zu Mexiko ist wichtig, die Re-Industrialisierung der USA, und vor allem der Abbau des großen Defizits der USA in ihrer Handelsbilanz. Die USA importieren deutlich mehr, als dass sie exportieren – das ist ein Dauerzustand. Daher müssen sich US-Verbraucher, Kommunen und Staat immer mehr verschulden um die Importe bezahlen zu können. Somit fließt konstant Geld aus den USA ab. Die Handelsbilanz der EU für den Warenverkehr mit dem Ausland zeigt seit einiger Zeit eine dramatische Verbesserung gegenüber den USA – so auch heute.

In diesem Zusammenhang möchte man aktuell sagen: Leute, bitte, dass niemand die folgenden Daten dem Donald Trump heute früh auf den Schreibtisch legt. Dann könnte er spontan auf die Idee kommen zum Beispiel jetzt Autozölle gegen die EU einzuführen. Denn die bösen Europäer wie auch die bösen Chinesen haben ja die armen Amerikaner seit Jahrzehnten mit ihren Exporten über den Tisch gezogen!?! Die Amerikaner wurden also genötigt deutsche Autos und chinesische Fernseher zu kaufen? Naja, aber genug davon. Zu den Zahlen.

Handelsbilanz dramatisch verschlechtert für die USA

Eurostat veröffentlicht für die Handelsbilanz im Warenverkehr gegenüber einzelnen Handelspartnern immer Year to date-Zahlen, also von Jahresanfang bis zum aktuellen Zeitpunkt. Letzten Monat lag der Überschuss der EU in der Handelsbilanz gegenüber den USA von Januar-August bei 102,7 Milliarden Euro nach +90,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Heute haben wir die Zahlen für Januar-September erhalten, also ein größerer Bezugszeitraum. Hier liegt der EU-Überschuss gegen die USA bei 115,2 Milliarden Euro nach 101,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Wie gesagt, dass bloß niemand Donald Trump davon erzählt!

Übrigens: Was die EU bei den Amerikanern „abzwackt“, verliert man an die Chinesen. Das EU-Defizit in der Handelsbilanz mit Waren gegenüber China liegt für Januar-September bei 145,5 Milliarden Euro nach -131,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Auch hier verschlechtern sich die Werte gegenüber dem Zeitraum Januar-August. Vereinfacht gesagt nur bezogen auf die drei großen Blöcke USA, China und EU kann man sagen: China produziert die große Masse der Waren. EU und USA sind übelst defizitär gegenüber China. Aber die EU kann dieses Defizit zu großen Teilen ausgleichen, in dem man kräftig in die USA exportiert. Die Amerikaner können ihr China-Defizit aber nicht ausgleichen, und sind deftig im Minus!

Handelsbilanz EU Januar-September

Hier weitere aktuelle Daten zur aktuellen Handelsbilanz von Eurostat im Wortlaut:

Nach ersten Schätzungen lagen die Warenausfuhren des Euroraums (ER19) in die restliche Welt im September 2019 bei 196,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 5,2% gegenüber September 2018 (186,5 Mrd.). Die Einfuhren aus der restlichen Welt beliefen sich auf 177,6 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 2,1% gegenüber September 2018 (173,9 Mrd.). Infolgedessen registrierte der Euroraum im September 2019 einen Überschuss von 18,7 Mrd. Euro im Warenverkehr mit der restlichen Welt, gegenüber +12,6 Mrd. im September 2018. Der Intra-Euroraum-Handel belief sich im September 2019 auf 163,4 Mrd. Euro, ein Anstieg von 0,9% gegenüber September 2018.

Im Zeitraum Januar-September 2019 beliefen sich die Warenausfuhren des Euroraums in die restliche Welt auf 1 741,9 Mrd. Euro (ein Anstieg von 2,9% gegenüber Januar-September 2018) und die Einfuhren auf 1 586,3 Mrd. (ein Anstieg von 2,7% gegenüber dem Vorjahr). Infolgedessen verzeichnete der Euroraum einen Überschuss von 155,5 Mrd. Euro, gegenüber +147,3 Mrd. im Zeitraum Januar-September 2018. Der Intra-Euroraum-Handel belief sich im Zeitraum Januar-September 2019 auf 1 470,9 Mrd. Euro, ein Anstieg von 1,4% gegenüber JanuarSeptember 2018.

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