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Aktuell: Warum der WTI-Ölpreis unter 100 Dollar gerutscht ist

Öl-Quelle vor Sonnenuntergang

Brent-Öl fällt seit heute früh um 5 Dollar auf aktuell 105 Dollar. Der amerikanische WTI-Ölpreis fällt von 106 Dollar heute früh auf 99,78 Dollar vor wenigen Minuten (aktuell 100,16 Dollar). Gegenüber Freitag Abend ist es sogar ein Verlust von 9 Dollar! Was ist hier passiert? Wir hatten heute Mittag bereits berichtet – vor allem die Hoffnungen auf Verhandlungen, Waffenstillstand und Frieden im Ukraine-Krieg lassen derzeit die Preise purzeln. Weniger Angst vor einer Angebotsverknappung bei Öl lässt den Ölpreis eben fallen. Vorhin gab es aus den Verhandlungen zu hören, dass sie auf morgen verschoben wurden. Die begleitenden Äußerungen kann man – je nachdem wie man sie lesen will – positiv oder negativ auslegen. Ein Verhandlungserfolg ist natürlich möglich, aber für uns Außenstehende ist das derzeit reines Rätselraten! Kommt der Erfolg, könnte der Ölpreis spürbar weiter fallen.

Weitere Faktoren, die aktuell den Ölpreis fallen lassen

Chinas Börsen haben es heute schon eingepreist – die extrem wichtige Stadt Shenzhen wird abgeriegelt und geht in den völligen Corona-Lockdown. Dies schürt Ängste. Weniger Produktion, unterbrochene Lieferketten, weniger Verkehr in China etc lassen vermuten, dass dort aktuell auch die Nachfrage nach Öl geringer ausfällt. Dies ist logischerweise ebenfalls ein Effekt, der den Ölpreis fallen lässt.

Aktuelle Berichte aus Indien zeigen, dass Russland offenbar versucht zu Rabatten sein Öl loszuwerden. Die indische Regierung scheint derzeit geneigt zu sein das Angebot anzunehmen. Wenn es so kommt, bedeutet dies: Russisches Öl schwappt doch noch auf den Weltmarkt, während westliche Käufer sich eine Art „Selbstsanktionierung“ aufgelegt haben, wie die Analysten der Saxo Bank es dieser Tage ausdrücken. Wenn Indien billiges Öl aus Russland kauft, braucht es weniger Öl andernorts einkaufen. Und dieses Öl wiederum wird dann an anderen Stellen auf den Planeten angeboten, und so kann ein weltweiter Abwärtsdruck auf den Ölpreis ausgeübt werden. Der Terminmarkt preist dieses Szenario – wie man sieht – sofort ein in Form fallender Kurse.

Ein deutlich fallender Ölpreis – das hört der Aktienmarkt gerne. Sinkende Kosten für Treibstoffe sind gut für die Wirtschaft, also gleich mal rauf mit den Aktienkursen? Egal was da gerade in der Ukraine los ist…. man lässt den Dow Jones in den letzten 90 Minuten mal gute 260 Punkte ansteigen, der Dax steigt im selben Zeitraum 120 Punkte.

Ölpreis seit 22. Februar TradingView Chart zeigt WTI-Ölpreis auf CFD-Basis seit dem 22. Februar.



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3 Kommentare

  1. „… die extrem wichtige Stadt Shenzhen wird abgeriegelt und geht in den völligen Corona-Lockdown.“

    Echt blöd wenn man seine so erfolgreiche Psyop doch so dämlich eingefädelt hat, das man nun selber drüber fällt. Da hat Xi aber nicht gut aufgepasst. Das geht besser.

  2. Hübsche Grafik ,sieht aus ,als das er auf dem Weg nach Süden alles zermalmt.

  3. @thinkself,das ist immernoch nicht raus ,wie dämlich.ich rätsele schon sehr lange .Ich muss zugegeben ,ich bin immernoch ohne Ergebniss. Mich beschleichts,daß das überhaupt nicht dämlich ist.Ich sehe 4 Spieler und immermalwieder called mich ein anderer an . Ich konnte bis dato den Chipleader noch nicht wirklich festmachen.
    NeNe mit Nichten ,die sind richtig gut. Es bleibt spannend.

    Ich halte es mit Hape Kerkeling „Das gaaanze Leben isss ein Quiz und wir sind nur die Kandidaten“

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