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Aktuell: Warum deutsche und italienische Banken fallen, Tesla-Bonds Allzeittief

Claudio Kummerfeld

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Was ist heute los bei europäischen Bankaktien? Deutsche und italienische Banken sehen heute echt mies aus. Das hat aber verschiedene Gründe. Auch bei Tesla möchten wir auf eine intressante Entwicklung hinweisen. Gehen wir zunächst einmal ein auf das aktuelle deutsche Banken-Problem.

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Die Deutsche Bank fällt heute auf ein Allzeittief von 6,29 Euro. Grund dafür sind die von den deutschen Aufsichtsbehörden frisch verkündeten zusätzlichen Kapitalanforderungen (wir haben heute schon darüber berichtet). Um insgesamt 5 Milliarden Euro müssen alle in Deutschland tätigen Banken innerhalb von 12 Monaten zusätzlich ihr Kapital aufstocken, um für Krisenzeiten noch mehr Puffer zu haben. Tja, also muss die DB mal wieder einen weiteren Kraftakt stemmen, den Banken in London oder Paris nicht mitgehen müssen. Die Commerzbank-Aktie fiel heute mit 6,51 Euro auf den tiefsten Stand seit März. Im Jahr 2016 notierte sie im Tief bei 5,17 Euro. Somit hat also noch Luft nach unten (Scherz).

Die italienischen Banken fallen seit gestern Abend, weil neue Gerüchte aufgekommen sind. Angeblich plant die EU-Kommission in den nächsten Tagen ein zweites Strafverfahren gegen Italien wegen Nichteinhaltung der vereinbarten Defizit-Ziele. Dass Brüssel die Daumenschrauben erneut anlegt, ist durchaus wahrscheinlich. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der siegestrunkene Vize-Premier Matteo Salvini von der Lega nach seinem Wahlsieg am Sonntag gleich verkündete, dass eine Lockerung der europäischen Defizitregeln angebracht sei. Diese Gemengelage gefällt den Börsianern nicht. Und so fällt die UniCredit-Aktie heute um 2,2%. Gestern fiel sie auch schon spürbar. Die sonstigen italienischen Bankaktien fallen ebenfalls.

Banken in Frankfurt
Deutsche Banken leiden unter der zusätzlichen staatlichen Kapitalanforderung in Deutschland. Foto: Epizentrum – Opera propria CC BY-SA 3.0

Tesla

Die Tesla-Aktie ist in den letzten Tagen kräftig gefallen (190 Dollar niedrigster Stand seit drei Jahren). Mehrere Investmentbanken hatten kurz nacheinander ihre „worst case“-Szenarien veröffentlicht mit dramatisch niedrigen Kurszielen. Tesla verbrennt in enormem Tempo Geld. Aber man hatte sich ja gerade erst Anfang Mai zwei Milliarden Dollar frisches Kapital von der Börse geholt. Dennoch: Hier weiß auch niemand, wie schnell dieses Geld verbrannt sein wird. Wer die Wahrscheinlichkeit ablesen will, wie sehr Finanzexperten mit der Pleite eines Unternehmens rechnen, der kann dies vielleicht bei Aktienkursen, aber viel präziser bei Anleihekursen tun. Je weiter der Kurs unter dem Nominalwert von 100% fällt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Anleihe am Ende der Laufzeit nicht zurückgezahlt wird.

Denn: Notiert die Anleihe zum Beispiel nur noch bei 90% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten), so kann man schon eine gewisse Vorsicht der Anleger annehmen. Denn je weniger der aktuelle Neu-Käufer für die Anleihe ausgibt, desto höher ist bei gleichbleibendem Zins seine Rendite. Die steigende Rendite verlangt der Käufer als „Risikoprämie“ für das steigende Risiko einer Firmenpleite, was gleichbedeutend wäre mit einem teilweisen oder vollständigen Zahlungsausfall. Der Experte der „Welt“ Holger Zschaepitz hat aktuell diesen interessanten Bond-Chart von Tesla veröffentlicht. Eine noch sechs Jahre laufende Anleihe notiert jetzt nur noch bei 81% (Allzeittief), womit die Rendite für Neu-Anleger in dieser Anleihe bei 9,2% liegt. Liebe Leute, möchten wir da sagen: 9,2% Rendite für eine Anleihe im aktuellen Zinsumfeld, das ist Junk-Niveau!

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Columbo

    28. Mai 2019 16:51 at 16:51

    Markus Krall läßt grüßen…

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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