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Aktuell: Warum deutsche und italienische Banken fallen, Tesla-Bonds Allzeittief

Was ist heute los bei europäischen Bankaktien? Deutsche und italienische Banken sehen heute echt mies aus. Das hat aber verschiedene Gründe. Auch bei Tesla möchten wir auf eine intressante Entwicklung hinweisen. Gehen wir zunächst einmal ein auf das aktuelle deutsche Banken-Problem.

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Die Deutsche Bank fällt heute auf ein Allzeittief von 6,29 Euro. Grund dafür sind die von den deutschen Aufsichtsbehörden frisch verkündeten zusätzlichen Kapitalanforderungen (wir haben heute schon darüber berichtet). Um insgesamt 5 Milliarden Euro müssen alle in Deutschland tätigen Banken innerhalb von 12 Monaten zusätzlich ihr Kapital aufstocken, um für Krisenzeiten noch mehr Puffer zu haben. Tja, also muss die DB mal wieder einen weiteren Kraftakt stemmen, den Banken in London oder Paris nicht mitgehen müssen. Die Commerzbank-Aktie fiel heute mit 6,51 Euro auf den tiefsten Stand seit März. Im Jahr 2016 notierte sie im Tief bei 5,17 Euro. Somit hat also noch Luft nach unten (Scherz).

Die italienischen Banken fallen seit gestern Abend, weil neue Gerüchte aufgekommen sind. Angeblich plant die EU-Kommission in den nächsten Tagen ein zweites Strafverfahren gegen Italien wegen Nichteinhaltung der vereinbarten Defizit-Ziele. Dass Brüssel die Daumenschrauben erneut anlegt, ist durchaus wahrscheinlich. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der siegestrunkene Vize-Premier Matteo Salvini von der Lega nach seinem Wahlsieg am Sonntag gleich verkündete, dass eine Lockerung der europäischen Defizitregeln angebracht sei. Diese Gemengelage gefällt den Börsianern nicht. Und so fällt die UniCredit-Aktie heute um 2,2%. Gestern fiel sie auch schon spürbar. Die sonstigen italienischen Bankaktien fallen ebenfalls.

Banken in Frankfurt
Deutsche Banken leiden unter der zusätzlichen staatlichen Kapitalanforderung in Deutschland. Foto: Epizentrum – Opera propria CC BY-SA 3.0

Tesla

Die Tesla-Aktie ist in den letzten Tagen kräftig gefallen (190 Dollar niedrigster Stand seit drei Jahren). Mehrere Investmentbanken hatten kurz nacheinander ihre „worst case“-Szenarien veröffentlicht mit dramatisch niedrigen Kurszielen. Tesla verbrennt in enormem Tempo Geld. Aber man hatte sich ja gerade erst Anfang Mai zwei Milliarden Dollar frisches Kapital von der Börse geholt. Dennoch: Hier weiß auch niemand, wie schnell dieses Geld verbrannt sein wird. Wer die Wahrscheinlichkeit ablesen will, wie sehr Finanzexperten mit der Pleite eines Unternehmens rechnen, der kann dies vielleicht bei Aktienkursen, aber viel präziser bei Anleihekursen tun. Je weiter der Kurs unter dem Nominalwert von 100% fällt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Anleihe am Ende der Laufzeit nicht zurückgezahlt wird.

Denn: Notiert die Anleihe zum Beispiel nur noch bei 90% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten), so kann man schon eine gewisse Vorsicht der Anleger annehmen. Denn je weniger der aktuelle Neu-Käufer für die Anleihe ausgibt, desto höher ist bei gleichbleibendem Zins seine Rendite. Die steigende Rendite verlangt der Käufer als „Risikoprämie“ für das steigende Risiko einer Firmenpleite, was gleichbedeutend wäre mit einem teilweisen oder vollständigen Zahlungsausfall. Der Experte der „Welt“ Holger Zschaepitz hat aktuell diesen interessanten Bond-Chart von Tesla veröffentlicht. Eine noch sechs Jahre laufende Anleihe notiert jetzt nur noch bei 81% (Allzeittief), womit die Rendite für Neu-Anleger in dieser Anleihe bei 9,2% liegt. Liebe Leute, möchten wir da sagen: 9,2% Rendite für eine Anleihe im aktuellen Zinsumfeld, das ist Junk-Niveau!



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1 Kommentar

  1. Markus Krall läßt grüßen…

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