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Aktuell: Wirecard-Aktie kollabiert! Das ist der Grund

Claudio Kummerfeld

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am

Die Wirecard-Aktie kollabiert aktuell, und das aber kräftig. Schnelle Kursbewegungen sieht man gerade in der Aktie. Gegenüber gestern Abend sind es aktuell minus 51 Prozent auf 50,99 Euro. Ein Debakel! Und das hat einen handfesten Grund. Für heute früh war seitens Wirecard (nun endlich) der Geschäftsbericht für 2019 erwartet worden, und zwar samt Testat! Es kam nichts. Dann sollten die Ergebnisse samt Live-Schalte im Laufe des Vormittags kommen. Und jetzt ganz aktuell verkündet Wirecard, dass man den Veröffentlichungstermin für den Jahres- und Konzernabschluss 2019 verschiebt, und zwar wegen Zitat „Hinweisen auf Vorlage unrichtiger Saldenbestätigungen“ (hier die offizielle Mitteilung). Genau so was braucht der bullische Wirecard-Aktionär derzeit am aller wenigsten!

Das Vertrauen in das Unternehmen bricht damit in sich zusammen, so möchte man es sagen. Einen neuen Termin kann man noch nicht nennen. Und noch schlimmer: Man schreibt aktuell, dass Kredite für Wirecard in Höhe von 2 Milliarden Euro gekündigt werden können, wenn das Unternehmen bis zum morgigen 19. Juni keinen Abschluss vorlegt. Tja, die Aktie verabschiedet sich derzeit Richtung Keller. Hier aus der aktuellen Mitteilung des Unternehmens im Wortlaut:

Der Abschlussprüfer der Wirecard AG, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat die Wirecard AG darüber informiert, dass über die Existenz von im Konzernabschluss zu konsolidierenden Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro (dies entspricht in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme) noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren.

Es bestehen Hinweise, dass dem Abschlussprüfer von einem Treuhänder bzw. aus dem Bereich der Banken, welche die Treuhandkonten führen, unrichtige Saldenbestätigungen zu Täuschungszwecken vorgelegt wurden, damit dieser ein unrichtiges Vorstellungsbild über das Vorhandensein der Bankguthaben bzw. die Führung von Bankkonten zugunsten der Wirecard-Gesellschaften erhalte. Der Vorstand arbeitet mit Hochdruck daran, den Sachverhalt in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weiter aufzuklären.

Vor diesem Hintergrund wird die Abschlussprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2019 nicht wie geplant bis zum 18. Juni 2020 abgeschlossen sein. Ein neuer Termin wird bekannt gegeben. Wenn ein testierter Jahres- und Konzernabschluss nicht bis zum 19. Juni 2020 vorgelegt wird, können Kredite der Wirecard AG in Höhe von ca. 2 Mrd EUR gekündigt werden.

Die Wirecard-Zentrale in München
Die Wirecard-Zentrale in München. Foto: Kaethe17 CC BY-SA 4.0

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    18. Juni 2020 11:14 at 11:14

    Achtung, gleich kommen die Robin Hood Trader und pushen die Aktie wieder hoch!

    • Avatar

      Faktist

      18. Juni 2020 11:37 at 11:37

      Nein, zuerst muss man Wirecard für Bankrott erklären, dann kommen die Robinhood Trader! LOL

      Alles in allem ein Armutszeugnis, dass eine Wirecard so vorgeht wie eine Hinterhof GmbH welche Ihre Zahlen schön macht um bei der Bank Kredite zu bekommen bzw. zu behalten.

      Man kennt dieses Standard vorgehen… wie gesagt glaube keine Zahlen die du nicht selbst geschrieben hast. Fakt ist aber, dass diese Saldenlisten genauso wie die BWAs nahezu bei jedem Unternehmen schön gestaltet werden für die Banken. Ich kenne kaum eine GmbH die reale Daten an die Banken weitergibt… erst mit dem Jahresabschluss wird alles klar, aber meistens wird die Bank ja mit den aktuellsten Daten bezüglich eines Kredits gefragt. Natürlich ist diese nicht mit der Wirecard Geschichte zu vergleichen. Aber interessant wie hoch die Risikos für die Bankenlandschaft eigentlich ist, bei solch einer Lager in Deutschland, wo alle Unternehmenszahlen nur schöngezeichnet werden. Sprich das eigentliche Bankenrisiko ist viel Höher und müsste sich auch demnach bei den Risikoaufschlägen wiederspiegeln. Aber das sind wahrscheinlich alles Hirngespinste von mir der ein paar GmbHs führen muss lol.

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        Scheer

        18. Juni 2020 11:53 at 11:53

        Das ist meiner Meinung nach eher ein gesellschaftliches Problem. Jeder will zeigen das er der größte und erfolgreichste im Wirtschaftsuniversum ist.
        Wenn das nicht so ist tut man alles dafür so zu erscheinen, ohne Rücksicht auf Konsequenzen!

    • Avatar

      thinkSelf

      18. Juni 2020 11:38 at 11:38

      Nein. Wirecard kündigt die Ausgabe von weiteren 10 Billionen Aktien an.
      Die werden dann vollständig von der EZB aufgekauft, weil Systemrelevant.

      • Avatar

        Faktist

        18. Juni 2020 13:51 at 13:51

        Stimmt, die EZB ist unser RobinHooder!!! Number ONE!!!
        …aber die FED wird natürlich auch mitspielen wollen… Also Zentralbanken die neuen Aktionäre! WOW was für eine neue tolle Welt… jetzt muss ich nur noch dafür sorgen GmbH in AG umzuwandeln und irgendwie den Idi..ten die Papiere anzudrehen. Dabei natürlich nur Unternehmen nehmen die auch wirklich nichts wert sind, weil alles andere macht ja kein Sinn. Warum sollte ich jemanden an meinem Unternehmen beteiligen, wenn es was wert ist!? LOL

  2. Avatar

    Marcus

    18. Juni 2020 14:11 at 14:11

    Wer da noch Geld investiert, der ist einfach nur selten dumm! Für mich ist das eine Betrügerfirma mit keinerlei Substanz. Man kann weder die Vorwürfe der FT nachhaltig entkräften, noch eine Bilanz mit Testat vorlegen, dazu kommt hochgradige Intransparenz in allen Bereichen.

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      Panse Jim

      19. Juni 2020 00:59 at 00:59

      So kann betrügerisch sind sie ja nicht. Operativ haben sie 4Euro EPS 2019 verdient und das sogar testiert. Bei den Vermögenswerten gibt da eher die Probleme.

  3. Avatar

    Ranzentier

    18. Juni 2020 16:15 at 16:15

    …ich vermute mal die Aktie ist zu heiß gelaufen und ein paar Dickfische wollen noch zu niedrigen Kursen reinkommen…Perspektive Wirecard siehe Tesla…nächste Woche wird es heißen…alles in Ordnung mit den Zahlen, Programmfehler, alle Unklarheiten konnten entkräftigt werden…jetzt alle Aktien unten eingesammelt und in einem Jahr eine Verdreifachung gesehen…das Geschäftsmodell von Wirecard ist die Zukunft…

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Aktuell: CureVac-Aktie mit 190 Prozent Plus am ersten Handelstag!

Claudio Kummerfeld

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CureVac forscht im Kampf gegen das Coronavirus

Das Unternehmen CureVac aus dem beschaulichen Tübingen hat heute für 213 Millionen Dollar Aktien verkauft, und legt heute auch seinen Börsengang an der Nasdaq in New York hin. Das Unternehmen forscht mit Hochdruck nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Vor wenigen Minuten gab es den ersten Börsenkurs. Nach dem IPO-Preis von 16 Dollar liegt der Aktienkurs jetzt schon mit 190 Prozent im Plus. Starke Schwankungen um die 46 Dollar sieht man derzeit. Der Höchstkurs lag vorhin schon bei 48,88 Dollar, der Erstkurs bei 44 Dollar. Was für ein Hype!

Frage: Wollen Sie liebe Anleger auf den Erfolg spekulieren, und hier einsteigen? Wer wirklich ein erfolgreiches Corona-Medikament auf den Markt bringt? Wer weiß das schon zum jetzigen Zeitpunkt? Ist es CureVac, könnte die Aktie natürlich durch die Decke gehen. Es ist eine reine Spekulation. Von den 213 Millionen Dollar IPO-Erlös bei Curevac gehen 150 Millionen Dollar in die Entwicklung des Corona-Impfstoffs. Mit weiteren 50 Millionen Dollar soll die kurzfristige Produktionskapazität ausgebaut werden.

SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp ist Haupteigner und soll es auch bleiben. Nach der Börsengang soll sein Unternehmen Dievini knapp 50 Prozent der Anteile halten. Die deutsche Staatsbank KfW hält knapp 17 Prozent, der Pharmakonzern GlaxoSmithKline knapp acht Prozent. Wird die Aktie der Renner an der Börse? Heute am ersten Tag ist sie es jedenfalls!

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – negative Nachrichten

Redaktion

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Markus Koch meldet sich LIVE im folgenden Video vor dem Handelsstart in New York. Heute gibt es verschiedene negative Nachrichten, welche die Stimmung zum Handelsauftakt eintrüben.

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Antizyklische Idee: Jetzt einen Touristiker kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

juckt Ihnen da schon der Orderfinger? In den vergangenen 12 Monaten rauschte die Tui-Aktie über 50 % in den Keller. Kaum besser das Bild der Lufthansa, deren Aktie in diesem Zeitraum 37 % verlor. Zum Vergleich: Der DAX gewann auf Jahressicht bis dato rund 10 % hinzu.

Sind diese Corona-Opfer jetzt möglicherweise einen Kauf? Nun, die aktuellen Zahlen der Tui sehen nicht nur auf den ersten Blick grausam aus. So schrumpfte der Umsatz im sog. Corona-Quartal um 98,5 % auf kleine 72 Millionen Euro. Gleichzeitig häufte der Touristiker aus Hannover einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro an. Klingt überschaubar, oder? Naja, das ist ungefähr so viel, wie wenn Apple in einem Quartal 500 Milliarden US-Dollar verlieren würde. Der Verlust der Tui entspricht also über der Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung der Aktie.

Bei solchen Relationen werden üblicherweise Insolvenzverwalter hellhörig und geben ihre Visitenkarten beim zuständigen Amtsgericht ab. Im Falle der Tui werden die Insolvenzverwalter allerdings voraussichtlich untätig bleiben, da Vater Staat – ähnlich wie der Lufthansa – rettend einspringen wird.

So stellt die staatliche KfW-Bank rund 3 Milliarden Euro in Form verbilligter Kredite für Tui zur Verfügung. Gleichzeitig schießt der Bund über eine Wandelanleihe 150 Millionen Euro in das Touristik-Unternehmen ein.

Also doch ein antizyklischer Kauf, die Tui-Aktie? Schauen wir uns die Situation bei der kurz zuvor geretteten Deutschen Lufthansa einmal im Detail an. Die Kranich-Linie wurde in einer konzertierten Aktion aus Wien (Austrian Air), Bern (Swiss und Edelweiss), Berlin (Lufthansa selbst) und Brüssel (Brussels Air) gerettet. Eine große europäische Anstrengung, die das Unternehmen und viele Arbeitsplätze retten wird.

Freilich kommt der Staat als Retter nie kostenlos. Beispiel Bern: Dort organisierte und garantiert die Regierung ein vergünstigtes Bankendarlehen in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro für die Lufthansa-Töchter Swiss und Edelweiss. Der Preis für die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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