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Aktuelle Daten zu Einzelhandelsumsätzen und Erwerbstätigkeit: Erläuterungen wegen Irritationsgefahr

FMW-Redaktion

Das Statistische Bundesamt hat heute früh die Daten für die Einzelhandelsumsätze im Monat April bekanntgegeben. Sie fielen mit -0,9% gegenüber April 2016 erschreckend schwach aus bei +2,9% im März und eine Erwartung für heute bei +2,3%. Dazu zwei wichtige Erläuterungen an dieser Stelle.

Erstens die Frage zu dem unerwarteten Absturz. Die Antwort ist statistisch begründet. Zitat:

Die Geschäfte hatten im April 2017 an 23 Verkaufstagen offen, drei Tage weniger als im April 2016. Dies hängt mit der Lage des Osterfestes zusammen, das in diesem Jahr in den April, im Vorjahr dagegen in den März fiel. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im April 2017 preisbereinigt 1,3 % und nominal 2,8 % mehr um als im April 2016.

Zweitens, ganz wichtig: Es geht bei dieser heutigen Zahl um die Einzelhandelsumsätze, also das Volumen. Sie haben nichts mit den Einzelhandelspreisen zu tun, die ja maßgeblich für die Verbraucherpreise/Inflation eine Rolle spielen. Also keine Angst, ein Anzeichen für eine plötzliche Deflation ist nicht in Sicht!

Diese Grafik seit 2010 zeigt bei den Umsätzen einen lang gezogenen kontinuierlichen Anstieg.

Erwerbstätigkeit und Erwerbslosenquote

Auch wurden heute die April-Daten für die deutsche „Erwerbstätigkeit“ und „Erwerbslosenquote“ veröffentlicht. Wie jeden Monat sehen wir uns genötigt auf den unglaublich großen Unterschied zwischen Erwerbslosigkeit und Arbeitslosigkeit hinzuweisen. Die Erwerbslosenquote lag im April bei offiziell 4,2% (im März 4,0%), wobei die offizielle (!) Arbeitslosenquote bei 5,8% liegt. Bei der Erwerbslosenquote werden tatsächlich Arbeitslose aus der Statistik gestrichen, weil man der Meinung ist sie würden sich nicht aktiv genug um Arbeit bemühen. Zitat Statistisches Bundesamt von heute in Kurzform:

Die ausgewiesene Erwerbslosigkeit darf deswegen nicht mit der registrierten Arbeitslosigkeit verwechselt werden, die von der Bundesagentur für Arbeit entsprechend dem Sozialgesetzbuch veröffentlicht wird. Für die Berechnung der Erwerbslosenquoten werden im Europäischen Statistischen System einheitlich die Ergebnisse der Arbeitskräfteerhebung zugrunde gelegt.

Die Zahl der Erwerbstätigen legt um Jahresvergleich kräftig zu. Zitat:

Im April 2017 waren nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 43,9 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Gegenüber April 2016 nahm die Zahl der Erwerbstätigen um 655 000 Personen oder 1,5 % zu.



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1 Kommentar

  1. Da fragt man sich doch, wieso bei drei Verkaufstagen weniger als im Vorjahresmonat ein Plus von 2,3% erwartet wurde und der Rückgang überrascht. Merkwürdige Erwartungshaltung.

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