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Aktuelle Entwicklungen am Ölmarkt

Die OPEC macht unterdessen weiter mit ihrer Fördermengen-Kürzung, die laut Saudis wohl nur bis Mai anhalten wird. Gestern hat man in der OPEC-Zentrale in Wien das „Joint Ministerial Monitoring Committee“…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Jetzt wird die Zuwendung Russlands Richtung Asien greifbarer. Oder ist es eine Zuwendung von China Richtung Russland? Wie dem auch sei. Nach offiziellen russischen Angaben hat man im Jahr 2016 1,05 Millionen Barrels Öl pro Tag nach China exportiert. Das ist gegenüber 2015 ein Zuwachs von satten 24%. Auf der einen Seite machen die westlichen Sanktionen es gefühlt eh leichter sein Öl woanders unterzubringen. Saudi-Arabien als bisheriger größter Öl-Lieferant Chinas ist gerade dabei seine gesamte Fördermenge spürbar zurückzufahren, weil man ja auf globaler Ebene die Fördermenge drosseln will (bis Mai soll das anhalten). Dementsprechend sank die 2016er-Tagesmenge der Saudis, die nach China exportiert wurde, auf 1,02 Millionen Barrels. Somit ist Russland jetzt der wichtigste Lieferant Chinas. Verstärkt wird dieser Trend auch durch den Bau einer neuen Pipeline über den Landweg von Sibirien nach China.


Das OPEC-Logo. Foto: Gemeinfrei

Autark vom Ausland?

Wie man aus Finanzkreisen hört, soll es derzeit bei mehreren OPEC-Staaten Bedenken geben, dass Donald Trump Ernst machen könnte mit der jahrzehntealten Ansage jedes neuen US-Präsidenten, dass die USA sich unabhängig von ausländischem Öl machen würden. Wir kennen es alle. Bush, Obama und alle Vorgänger verkündeten alle großspurig, dass die USA autark sein müssten. Durch die Fracking-Technologie ist man seit fast 10 Jahren in der Lage diesen Traum in die Realität umzusetzen. Dafür müssten die Fracker in den USA aber die Fördermenge drastisch hochfahren. Das darauf folgende Fernbleiben der ausländischen Lieferanten am US-Markt würde dafür sorgen, dass sie ihre Produktion auf dem restlichen Weltmarkt versuchen würden unterzubringen.

Ein global drastisches Überangebot an Öl wäre die Folge, mit kräftig sinkenden Ölpreisen. Die aber kann weder der Saudi noch der US-Fracker gebrauchen. Mal wieder beißt sich die Katze in den Schwanz. Jeder würde gerne mehr fördern, mehr Geld machen. Aber niemand will einen fallenden Ölpreis… aus der Historie sieht man, dass die USA bisher immer Netto-Importeur von Öl waren, zuletzt mit immerhin noch satten grob geschätzt 3 Millionen Barrels pro Tag. Aber wie gesagt: Durch Trump und seine angekündigte völlige Deregulierung im Fracking-Sektor kann die Fördermenge in der Praxis schnell hochgefahren werden.

OPEC

Die OPEC macht unterdessen weiter mit ihrer Fördermengen-Kürzung, die laut Saudis wohl nur bis Mai anhalten wird. Gestern hat man in der OPEC-Zentrale in Wien das „Joint Ministerial Monitoring Committee“ (JMMC) gegründet. (endlich eine neue Abkürzung!) Dies ist das am 30. November angekündigte „Überwachungskomitee“ bestehend aus den drei OPEC-Staaten Algerien, Kuwait und Venezuela, sowie den beiden Nicht OPEC-Staaten Russland und Oman. Diese Gruppe soll sicherstellen, dass auch wirklich alle Teilnehmer an der Kürzungsvereinbarung so reduzieren wie vorgesehen. Bis Mai soll eine Reduzierung von insgesamt 1,8 Millionen Barrels entstehen. Man will der Öffentlichkeit gegenüber monatlich Bericht erstatten. Hier die Maßnahmen im Originalzitat:


Reaffirming its commitment to joint cooperation for the achievement of a lasting stability in the oil market in the interest of oil producers and consumers, the Committee agreed to full and timely conformity to the agreement with the following stipulations:

The OPEC Secretariat will present a monthly production data report on OPEC Member Countries’ crude oil and of the participating non-OPEC oil liquid production to the JMMC by the 17th of each upcoming month.

Evaluation of conformity to the respective country production adjustment will be based on production data only.

Each of the five member countries of the JMMC will nominate one technical contact person, to form a Joint Technical Committee (JTC), which shall include the Presidency of the OPEC Conference and shall assist the respective Ministers. The JTC will regularly cooperate with the OPEC Secretariat in preparing the monthly report for the JMMC and meet on a monthly basis before submitting their report to the JMMC.

The JMMC will communicate monthly, after the 17th of each upcoming month, to consider the reports presented by the JTC and the OPEC Secretariat, as well as meet after the 17th of March 2017 and before the OPEC Conference in May 2017.

The JMMC will issue a monthly press release on the progress towards the implementation of the OPEC 171st Ministerial Conference Decision and the Declaration of Cooperation.

The JMMC will report to the Conference on the effect of the implementation of the OPEC 171st Ministerial Conference Decision and the Declaration of Cooperation on the market.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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