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Aktuelles EZB-Szenario zwingt Norwegen mit voller Kraft Richtung Negativzinsen

Redaktion

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FMW-Redaktion

Alles hängt mit allem zusammen. In Norwegen bekommt man das gerade zu spüren. Am Donnerstag wird die EZB aller Wahrscheinlichkeit nach ihre quantitative Lockerung kräftig ausbauen. Negativzinsen noch weiter runterdrücken (auf -0,5%?), monatliches QE-Volumen weiter raufsetzen, und vielleicht statt öffentlicher auch private Anleihen aufkaufen? Das sind drei mögliche Varianten, oder sogar eine Kombination aus verschiedenen Mitteln ist möglich. Wie auch immer, diese Maßnahmen schwächen den Euro.

Im Umkehrschluss heißt das für alle anderen Währungsräume, die keine aufweichenden Maßnahmen ergreifen: Ihre Währung wertet gegen den Euro auf. Diesen Effekt preist der Devisenmarkt seit einigen Tagen auch in der norwegischen Krone schon mal ein. Eigentlich hatte sich die norwegische Notenbank (Norges Bank) das alles wohl anders vorgestellt (gestrichelte rote Linie). Man hatte doch eigentlich vor die Krone zu schwächen (EURNOK-Anstieg) um die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Aber Mario Draghi und seine Kollegen hauen eben viel kräftiger auf die Tube – der Erwartung der EZB-Lockerung lässt EURNOK seit Tagen fallen.

Also fällt der Euro gegen die Krone (EURNOK) vom Hoch am 11. Februar bei 9,74 auf jetzt 9,36. Dabei hätte es (eigentlich) doch anders rum laufen sollen. Am 24. Februar berichteten wir über deutlich schlechter als erwartete Daten aus der norwegischen Öl-Industrie, was in Hoffnungen auf eine schwächere Krone blitzartig EURNOK von 9,47 auf 9,60 steigen lies. Dies war aber nur ein sehr kurzzeitiger Effekt, der von da an durch die täglich steigenden Erwartungen an die EZB-Lockerung in den Schatten gestellt wurde. So sind wir jetzt bei 9,36 angekommen. Der Norges Bank bleibt nur eine Möglichkeit: Sie muss im QE/Währungskrieg nachlegen und ihrerseits ebenso kräftig draufhauen.

Bereits in unserem Bericht vom 24. Februar hatten wir angesprochen, dass es in Norwegen in 2016 in Richtung Negativzinsen gehen kann, aber einige Marktteilnehmer bestätigen, dass ein relativ großer Zinsschritt in Kürze bevorstehen könnte. Noch liegt der Leitzins in Oslo bei +0,75%, ein Rekordtief. Seit Ende 2014 ging es in drei Schritten schon runter von 1,5 auf jetzt 0,75%. Folgt jetzt der Knaller auf 0,25 oder sofort au 0%? Damit könnte man zumindest der EZB-Lockerung entgegenwirken, und die Krone würde nicht all zu stark aufwerten. Aber welcher Effekt stärker auf den Kurs der Krone wirkt, Lockerung durch EZB oder Norgens Bank, das müssen die harten Fakten und danach die Trader unter sich ausmachen.

Die Norges Bank signalisierte im Dezember für dieses Jahr schon zwei Zinssenkungen. Aber die Realität überholt diese zwei möglichen Schritte jetzt schon. Man muss viel mehr machen, Richtung 0 gehen oder sogar Negativzinsen einführen, sonst wird die Krone von der EZB-Lawine überrollt und wertet gegenüber dem Euro immer weiter auf. (EURNOK dann Richtung 9 oder noch tiefer?) Letzte Woche noch sagte der Präsident der Norges Bank Olsen man habe immer noch einigen Spielraum bevor man unkonventionelle Maßnahmen ergreifen müsse – aber so richtig glauben konnte ihm das niemand. Die EZB bringt ihre Entscheidung diesen Donnerstag, die Norges Bank eine Woche später am 17. März.

EURNOK Negativzinsen Norwegen
Der Euro vs. Norwegische Krone seit Oktober.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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