Europa

Aktuell:Eurozone – Geldmenge zieht an, Kreditvergabe auch – warum dann mehr QE?

FMW-Redaktion

Die Geldmenge in der Eurozone ist stärker gestiegen als erwartet. So stieg die Geldmenge M3 auf 5,3% und damit stärker als prognostiziert. Auch der M3-Durchschnitt zwischen den Monaten August bis Oktober stieg mit +5,1% (Prognose war +4,9%) stärker als prognostiziert. Auch die Geldmenge M1 legte deutlich zu auf 11,8%. Die Geldmenge M3 umfasst den Bargeldumlauf, den Zentralbankgeldbestand der Banken, die Sichteinlagen der Nicht-Banken, Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zu zwei Jahren und Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten, Anteile an Geldmarktfonds, Repo-Verbindlichkeiten, Geldmarktpapiere sowie Bankschuldverschreibungen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren.

Aber nicht nur die Geldmenge steigt, sondern auch die Kreditvergabe in der Eurozone: im Oktober stieg die Kreditvergabe auf +1,0%, im September waren es noch 0,6% gewesen. Die Kredite an nicht-Finanzunternehmen sind um 0,6% gestiegen – hier lag die Prognose nur bei 0,4%, nachdem es im September nur 0,1% gewesen waren.

Diese Daten werfen die Frage auf, warum die EZB unter allen Umstände das QE ausweiten will und auch den Einlagzins noch weiter absenken sollte. Laut Eigendarstellung der EZB soll durch das QE vor allem die Kreditvergabe stimuliert werden – und genau das geschieht ja auch, wie die Daten zeigen. Es drängt sich daher immer mehr der Eindruck auf, dass der EZB vor allem um einen schwachen Euro geht, wobei die vermeintlich zu tiefe Inflation vorgeschoben wird, um den Euro weiter unter Druck zu halten. Die geringe Inflation aber ist, darauf hat Bundesbankchef Weidmann zurecht hingewiesen, eine Folge der tiefen Energiekosten, die wiederum jedoch einen stimulierenden Effekt auf die Konjunktur haben. Faktisch also scheint es der EZB doch darum zu gehen, im Abwertungswettkampf den Sieg davon zu tragen, komme was da wolle. Sieht so eine verantwortliche Poltiik einer Notenbank aus?



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4 Kommentare

  1. „Sieht so eine verantwortliche Poltiik einer Notenbank aus?“

    Ja, auf jeden Fall! Denn auch wer den Krieg nicht selbst angefangen hat, muss ja versuchen, ihn zu gewinnen, oder?

    1. Kann man einen Krieg gewinnen?

      Gewinner gibt’s eher nach einem Krieg, wirtschaftlich vor allem.

      USA wurde durch und hauptsächlich nach dem letzten Weltkrieg zur Supermacht und hat erst dadurch die Möglichkeit bekommen, sich so zu gebaren und zu verschulden.

      @ Mario und die anderen kriminellen europäischen Handlanger: Je mehr ihr in diesem „Krieg“ kaputt macht, desto mehr kann Europa anschließend wieder wachsen….oder demokratischer geschrieben: ….man muss das Geld beim Fenster rauswerfen, damit es bei der Tür doppelt und dreifach wieder reinkommt…….blöd wird’s erst dann wenn es zwar ein Fenster, jedoch keine Tür gibt.
      Noch haben wir keinen Krieg, abgesehen davon, dass nur wenige von vielen viel zu viel kriegen….und erst nach diesem „kriegen“ dürfen wir weiter und anders wachsen.

  2. Das geht so lange, bis der deutsche Michel aufgrund der vielfach gepriesenen Alternativlosigkeit zu Aktieninvestments in solche getrieben wurde, damit die großen Adressen beruhigt aussteigen können. Und wer ist dann wieder der Dumme?
    Genau, der der zu Beginn mit seinem sauer ersparten alles bezahlt hat und als er dann auch ein Stuck vom Kuchen haben wollte, der, der so „gierig“ investiert hat.

  3. Der Währungskrieg ist schon lange ausgebrochen. Verlierer sind die Sparer.

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