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Allianz und Telekom mit Quartalszahlen – Dax-Stütze gegen Nvidia?

Tolle Zahlen von Nvidia können nicht überzeugen, und bedrohen auch den Dax. Telekom und Allianz haben frisch gemeldet - ein Gegengewicht?

Telekom-Laden
Foto: Krisztian Bocsi/Bloomberg

Kurz gesagt: Die Nvidia-Quartalszahlen und der Ausblick von heute Nacht waren richtig gut – aber wohl nicht gut genug? Flüsterschätzungen beim Ausblick wurden nicht ganz erreicht. Das reichte über Nacht, um Gewinne abschmelzen zu lassen. Geht es weiter bergab, zieht das auch die US-Indizes und damit den Dax runter? Heute gibt es zwei Faktoren, die den Dax aber stützen könnten. Die Dax-Schwergewichte Allianz und Deutsche Telekom haben heute früh Quartalszahlen gemeldet, die überzeugen. Dies kann für Tage und Wochen eine Stütze für den Index sein, wenn Anleger der Meinung sind, dass die gute Profitabilität solcher wichtiger Akteure ein nachhaltiger Faktor ist. Steigende Gewinn verbilligen ja auch das KGV!

Deutsche Telekom übertrifft mit Prognose die Erwartungen

Die Deutsche Telekom prognostiziert für 2026 Gewinne, die die Schätzungen der Analysten übertreffen, da Europas größter Telefonanbieter neue Kunden in seinem Heimatmarkt und in den USA gewinnt. Dazu berichtet Bloomberg: Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasingverträgen wird in diesem Jahr auf etwa 47,4 Milliarden Euro steigen, so die Mitteilung der Telekom. Analysten hatten laut Daten von Bloomberg für dieses Jahr ein bereinigtes Ebitdaal von 46,4 Milliarden Euro erwartet.

Die Deutsche Telekom hat sich in den letzten Jahren besser entwickelt als der Rest des Marktes, unterstützt durch ihre Mehrheitsbeteiligung am US-amerikanischen Betreiber T-Mobile US Inc. Das Geschäft hat ihr geholfen, dem intensiven Wettbewerb in Deutschland und anderen europäischen Märkten standzuhalten.

In Deutschland, dem zweitgrößten Markt nach den USA, gab die Deutsche Telekom bekannt, dass sie 584.000 Haushalte hinzugewonnen hat, die eine Glasfaserleitung nutzen, und nun mehr als 2 Millionen aktive Kunden für diesen Dienst hat. Im vergangenen Jahr verlor sie 49.000 Breitbandkunden, obwohl sich dieses Geschäft stabilisiert hat und sie im letzten Quartal 2.000 Kunden hinzugewonnen hat. Die Mobilfunkumsätze in Deutschland stiegen im vierten Quartal um 2,4 %, wobei 282.000 neue Markenverträge abgeschlossen wurden.

Der Konkurrent Vodafone wuchs im letzten Quartal in Deutschland langsamer als erwartet, trotz eines Großhandelsvertrags mit dem kleineren Betreiber 1&1 AG, durch den sein Netzwerk um etwa 12 Millionen Kunden erweitert wurde.

T-Mobile, das Anfang dieses Monats seine Zahlen veröffentlichte, gewann im vierten Quartal weniger Mobilfunkkunden hinzu als von Analysten erwartet. Für das nächste Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Zuwachs von 1 Million Vertragspaketen. Der schwache Dollar hatte laut Deutsche Telekom im letzten Quartal einen negativen Einfluss auf das bereinigte Ebitda der Gruppe in Höhe von rund 600 Millionen Euro.

Das bereinigte Ebitdaal der Deutschen Telekom stieg im vierten Quartal um 1,9 % auf 10,8 Milliarden Euro. Analysten hatten 10,7 Milliarden Euro prognostiziert. Die Serviceumsätze des Konzerns stiegen um 2,1 %. Das EBITDAAL ist eine in der Branche weit verbreitete Rentabilitätskennzahl und eine Variante des EBITDA, bei der die Auswirkungen von geleasten Vermögenswerten, wie z. B. Funktürmen, auf das Ergebnis herausgerechnet werden. Die Kennzahl soll einen klareren Überblick über die Betriebskosten von Unternehmen geben, die in hohem Maße auf Leasingverträge angewiesen sind, die anders als eigene Vermögenswerte bilanziert werden.

Allianz-Gewinn steigt – neuer Aktienrückkauf startet

Die Allianz hat für das vierte Quartal einen Gewinn gemeldet, der den Erwartungen der Analysten entspricht, da Vorstandsvorsitzender Oliver Baete plant, mehr Kapital an die Investoren zurückzugeben. Dazu meldet Bloomberg: Der Münchner Versicherer, zu dem auch der Anleihemanager Pacific Investment Management gehört, verzeichnete laut einer aktuellen Erklärung einen Anstieg des Konzernbetriebsgewinns um 3 % auf 4,3 Mrd. Euro, was auf bessere Ergebnisse seiner Schaden- und Unfallversicherungssparte zurückzuführen ist.

Die Allianz schlug vor, die Dividende um 11 % auf 17,10 € pro Aktie zu erhöhen. Außerdem wird sie ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 2,5 Mrd. Euro starten, das zu den Rückkäufen im Wert von rund 16 Mrd. Euro hinzukommt, die das Unternehmen seit Anfang 2017 durchgeführt hat.

Baete, der seit seinem Amtsantritt bei der Allianz vor etwa einem Jahrzehnt einige M&A-Transaktionen im Versicherungsbereich verfolgt hat, hat auch nach Wachstumschancen im Bereich der Vermögensverwaltung gesucht. Er erwog den Kauf eines dänischen Kreditmanagers und die Zusammenlegung seines Vermögensverwalters Allianz Global Investors mit Amundi SA, berichtete Bloomberg. Die Vermögensverwaltung macht etwa ein Fünftel des gesamten Betriebsgewinns der Allianz aus und trägt dazu bei, das Unternehmen über den Versicherungsbereich hinaus zu diversifizieren.

Pimco zog im letzten Quartal des vergangenen Jahres 43 Milliarden Euro von externen Kunden an, während AGI Zuflüsse von Dritten in Höhe von 3 Milliarden Euro verzeichnete. Für 2026 strebt die Allianz einen Betriebsgewinn von 17,4 Milliarden Euro an, „plus oder minus 1 Milliarde Euro”, wie es hieß.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. Software-Anbieter Deutsche Telekom als Dax-Stütze eine Momentaufnahme?

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Begann der Aufwärtstrend im deutschen Leitindex im März des Jahres 2003 …bei den 2166 ? Oder im März des Jahres 2009…. bei den 3588?

    Sie können sich was aussuchen…!

    Laut Buffet Indikator drehte die Börse nachhaltig im März 09 nach oben…mustergültig liegt ein Hoch über dem Nächsten das Gleiche gilt für die Tiefpunkte…!
    Rein vom Volumen her ist es der größte Aufwärtstrend der Geschichte denn er umfasste alle Sektoren, Aktien, Anleihen, Immobilien, Gold und Silber, kryptographische Währungen, Platin und Palladium, Ackerland und Grundstücke,Unternehmensanleihen, Staatsanleihen, Kunstwerke, seltene Erden, Rohstoffe wie Kupfer, Zinn und Zink aber auch Lebensmittel wie tief Orangensaft, Kaffee und Kakao.
    Alles läuft nach dem Motto : Diese Blase darf nicht platzen. Denn wenn die Blase platzt, will niemand in der Nähe sein.
    Deshalb kauft die FED schon wieder Staatsanleihen obwohl die Märkte praktisch auf All Time High stehen, deshalb interveniert die EZB indem Lagarde durch eine geldpolitische Taube ersetzt wird ( wahrscheinlich einer der PIIGS) deshalb intervenieren die Chinesen am dortigen Immobilienmarkt, deshalb erklärt die Bank of England die Inflation sei besiegt was sie aber nicht ist.
    To big to fail. Die Blase die nicht platzen will ist einfach schon zu groß geworden.
    Alles ist Spekulation auch die Edelmetalle sind Spekulation waren immer Spekulation. Aber sie sind auch Rebellion gegen ein bestehendes Finanzsystem.
    Das Geld ist vorsieht. Das die No Bail Out Klausel aufhebt um den Euro zu retten, das Kriege führt und finanziert….
    Trump kann doch den Iran angreifen…er hat doch die FED die im Hintergrund interveniert. Wenn die Märkte nervös werden wird halt interveniert.
    Ganz einfach.
    Diesmal ist alles anders? Ja sicher, früher haben die Notenbanken die Märkte atmen lassen..jetzt wird bei jedem Furz gleich interveniert, verbal und nonverbale Kommunikation…und wenn’s nicht reicht wird die Bazooka ausgepackt oder wie Draghi sagte die Dicke Bertha..

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