Die Google-Mutter Alphabet will sich 80 Milliarden Dollar für die weitere KI-Expansion beschaffen. Die Art der Geldbeschaffung ändert sich nun offenbar im großen KI-Rennen. Nicht mehr über Anleiheemissionen wie in den letzten Monaten. Jetzt sollen die Aktionäre direkt über eine Kapitalerhöhung Geld geben. Und der Mega-Investor Berkshire Hathaway ist mit 10 Milliarden Dollar gleich mit an Bord. Man kann aktuell fast sagen: SpaceX steht an mit einem Mega-Börsengang, wo man 75 Milliarden Dollar Eigenkapital vom Markt „absaugen“ wird. Dann kommt bald auch Anthropic dazu, und wohl im Herbst OpenAI. Auch sie werden wohl dutzende Milliarden aufnehmen. Und jetzt Alphabet mit 80 Milliarden Dollar, die dem Markt entzogen werden. Stehen bald Amazon, Meta, Oracle und andere KI-Konzerne Schlange, um auch „noch schnell“ Eigenkapital statt Fremdkapital aufzunehmen, bevor Investoren langsam abwinken? Zumal die Rally an der Börse enden könnte, was Anleger bei Kapitalerhöhungen und Börsengängen schlagartig defensiver werden lassen könnte!
Alphabet mit 80 Milliarden Dollar Kapitalerhöhung
Was aus der Veröffentlichung von Alphabet bekannt ist: Es gibt öffentliche Emissionen mit Emissionsgarantie im Umfang von 30 Milliarden US-Dollar, bestehend aus 15 Milliarden US-Dollar in Form von Hinterlegungsaktien, die zwangswandelbare Vorzugsaktien repräsentieren. Dazu kommen 15 Milliarden US-Dollar in Form von Stammaktien der Klasse A und Kapitalaktien der Klasse C. Und es gibt ein sogenanntes „At-the-Market-Angebotsprogramm“im Umfang von 40 Milliarden US-Dollar für Stammaktien der Klasse A und Kapitalaktien der Klasse C über einen längeren Zeitraum, das voraussichtlich im dritten Quartal 2026 beginnen wird. Dazu kommt noch eine Privatplatzierung. Dazu hat Alphabet bereits eine Vereinbarung über den Verkauf von Aktien im Wert von 10 Milliarden US-Dollar an Berkshire Hathaway geschlossen, bestehend aus 5 Milliarden US-Dollar an Stammaktien der Klasse A zu einem Preis von 351,81 US-Dollar pro Aktie und 5 Milliarden US-Dollar an Kapitalaktien der Klasse C zu einem Preis von 348,20 US-Dollar pro Aktie.
Erste Warnzeichen? Capex explodiert – Free Cash Flow bricht ein. Genau jetzt will #Alphabet 80 Milliarden $ aufnehmen… pic.twitter.com/3PYybC0YDf
— Philipp Mattheis (@PhilippMattheis) June 2, 2026
„Es wird zu Marktverwerfungen kommen, die es uns ermöglichen werden, zu handeln“, sagte Buffett-Nachfolger Greg Abel vor vier Wochen auf der HV – und kauft nun für $10 Mrd. Alphabet-Aktien nahe Allzeithoch. Kann man machen, passt aber nicht so recht zu den Berkshire-Narrativen.
— Christian W. Röhl (@CWRoehl) June 2, 2026
Mittelverwendung
Was will Alphabet genau machen mit diesem 80 Milliarden Dollar Erlös? Man beabsichtigt laut eigener Aussage, den Nettoerlös aus den gleichzeitig stattfindenden öffentlichen Emissionen mit Emissionsgarantie und der gleichzeitigen Privatplatzierung für allgemeine Unternehmenszwecke zu verwenden, einschließlich Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur und der globalen Rechenkapazitäten. Ein Teil des Nettoerlöses aus den Emissionen von Hinterlegungsaktien wird insbesondere zur Deckung der Kosten der nachstehend beschriebenen Capped-Call-Transaktionen verwendet. Alphabet beabsichtigt, den Nettoerlös aus dem ATM-Programm in erster Linie dazu zu verwenden, für einen bestimmten Zeitraum eine administrative Änderung der Art und Weise zu ermöglichen, wie das Unternehmen seinen Steuerverpflichtungen im Zusammenhang mit der Unverfallbarkeit von Mitarbeiteraktienprämien nachkommt. Das Unternehmen geht davon aus, dass etwa 30 Milliarden US-Dollar des Erlöses aus dem ATM-Programm zur Erfüllung dieser Steuerverpflichtungen für das Kalenderjahr 2026 verwendet werden. Etwaige zusätzliche Erlöse werden für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet.
KI sorgt bei Alphabet für einen Expansionsschub, so die Unternehmensaussage. Man verzeichne eine starke Nachfrage nach seinen KI-Lösungen seitens Unternehmen und Verbrauchern, die das verfügbare Angebot des Unternehmens übersteigt. Durch die Ausweitung seiner Investitionen will das Alphabet seine grundlegende Infrastruktur erweitern, um die bevorstehenden bedeutenden Wachstumschancen zu unterstützen. Das Unternehmen schrieb gestern nochmal einige grundlegende Erläuterungen über die Dimension seiner KI-Expansion: „Während seiner Telefonkonferenz zum Ergebnis des ersten Quartals 2026 gab Alphabet bekannt, dass die Investitionsausgaben für 2026 voraussichtlich 180 bis 190 Milliarden US-Dollar betragen werden und dass für 2027 ein deutlicher Anstieg der Investitionsausgaben im Vergleich zu 2026 erwartet wird. Diese Aktienemission ist Teil des Plans von Alphabet, seine Investitionen ausgewogen zu finanzieren und gleichzeitig eine gesunde Bilanz zu wahren. Zu den weiteren Finanzierungsquellen von Alphabet gehören ein starker operativer Cashflow (in den zwölf Monaten bis zum 31. März 2026 erwirtschaftete Alphabet einen operativen Cashflow von 174 Milliarden US-Dollar), und Anleiheemissionen (im letzten Jahr hat Alphabet über 85 Milliarden US-Dollar an Anleihen in sechs wichtigen Währungen und Märkten aufgenommen, wodurch sich die Gesamtverschuldung auf über 100 Milliarden US-Dollar belief).“
Kritische Sichtweise
Der KI-Skeptiker Gary Marcus schrieb heute früh diese wichtigen Gedanken auf X: Warum die Dinge letztendlich auseinanderfallen werden: Jeder, sogar Google, scheint KI zu behandeln, als wäre es eine Art „Winner-takes-all“-Wettbewerb wie bei der Websuche, bei dem Google über 95 %. Aber jeder baut im Wesentlichen dieselbe technische Lösung mit im Wesentlichen denselben Daten auf, also gibt es keinen Burggraben. Wenn es keinen Burggraben gibt, wird niemand 90 % des Marktes erobern. Ohne klare Gewinner kann niemand Monopolpreise verlangen; stattdessen gibt es Preiskriege und Rohstoffpreise. Was bedeutet, dass jeder am Ende überzahlt im Vergleich zu den bescheidenen Gewinnen, die er in einem hochkompetitiven Umfeld erzielen kann. Habe ich etwas übersehen?
Die Jounrnalistin Deirdre Bosa schrieb heute früh: Alphabet erzielte im letzten Jahr über 160 Milliarden Dollar an operativem Cashflow, und dennoch gibt es weiterhin Aktien im Wert von über 40 Milliarden Dollar aus, um KI-Rechenleistung zu finanzieren (einschließlich einer privaten Platzierung an Berkshire). Einer der größten Cashflow-Generatoren in der Tech-Branche verdünnt seine Anteile, um mitzuhalten.
Why things will eventually fall apart:
1. Everybody, even Google, seems to be treating AI as if it were some kind of winner take all competition like web search was, in which Google taking over 95%
2. But everybody is building essentially the same technical solution with… https://t.co/Sjt9arwvoF
— Gary Marcus (@GaryMarcus) June 2, 2026
Alphabet generated over $160b in operating cash flow last year… yet it’s still issuing $40b+ in equity to fund AI compute (including a private placement to berkshire)
One of the biggest cash generators in tech is diluting to keep up https://t.co/FPos5wQ4Dg
— Deirdre Bosa (@dee_bosa) June 1, 2026
Gigantische KI-Investitionen – Geld absaugen noch vor OpenAI und Anthropic?
Angesichts der neuen Finanzierung sagte Mandeep Singh, Analyst bei Bloomberg Intelligence, er gehe davon aus, dass die Investitionsausgaben des Unternehmens im nächsten Jahr 300 Milliarden US-Dollar erreichen könnten. Dieses Ausgabenniveau würde sogar den operativen Cashflow von Alphabet übersteigen, so Singh. Neben der Finanzierung der Investitionsausgaben von Alphabet könnten die neuen Transaktionen potenziell Geld von den Börsengängen der Alphabet-Konkurrenten wie SpaceX, Anthropic PBC und OpenAI abziehen, die alle noch in diesem Jahr an die Börse gehen wollen.
„Es gibt nur eine begrenzte Menge an Kapital, die man zuweisen kann, selbst an den öffentlichen Märkten“, sagte Singh. Er fügte hinzu, dass es den neuen Börsengängen schaden würde, wenn Investoren „ihr Kapital in TPUs investieren, weil sie diesen Bereich aufgrund der Wachstumsaussichten von Google als attraktiv erachten – auch wenn es sich um sehr schnell wachsende Unternehmen handelt.“
FMW/Bloomberg
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Mich würde mal interessieren, wo die Aktien herkommen. Aus dem Artikel wird das nicht ganz klar.
Sind es Wiederverkäufe von zurückliegenden Aktienrückkäufen oder Neuemissionen im Rahmen einer Kapitalerhöhung?
Letzteres schein mir noch bedenklicher…
Meine Sicht darauf ist: Wenn die Nachfrage nach einem Produkt zu hoch ist, ist der Preis für das Produkt zu niedrig. Es gibt allerdings die Annahme, dass man die Kunden einsperren kann, so dass sie später auch bei höheren Preisen nicht mehr abspringen wollen. Ab 1 Juni gibt es höhere Preise. Was man so hört, so fangen einzelne Unternehmen bereits an die Nachfrage zu reduzieren.
Eine Branche die die Nachfrage falsch kalkuliert hat, waren die Hersteller von eAutos. Man wird sehen ob die KI-Unternehmen das besser können.
…es wird zwar immer so getan, als ob diese Beträge so gigantisch wären und das niemals wieder erwirtschaftet werden kann, aber das ist vermutlich nicht so…in den 90igern und 00er Jahren haben die amerikanischen Unternehmen viel Geld investiert (heute erscheint das Geld von damals wenig gewesen zu sein, aber damals war es sehr viel Geld)…da ist es auch nicht schlimm, dass es eine Handvoll Wettbewerber gab…Hauptsache amerikanische Dominanz…am Ende hat sich google durchgesetzt…heute kennen unsere Kinder nur noch google, amazon, meta, usw….es gab in frühen Jahren auch in jedem Land aufsteigende mittlere Unternehmen, die ähnliche Sachen angeboten haben, die haben aber nicht durchgehalten…viele kennen diese Unternehmen auch nicht mehr…das Ziel der großen amerikanischen Unternehmen ist Marktmacht…Monopole in so vielen Regionen der Welt wie möglich…das geht mit Geld…mit viel Geld…sie können damit kleine Unternehmen aufkaufen, gutes Personal weglocken, Ideen übernehmen, usw. kurzum…sie können die Konkurrenz erdrücken…da ist es auch nicht so wichtig, wenn man in den Anfangsjahren etwas zu viel Geld ausgibt…es amortisiert sich über die Zeit…am Ende werden bestimmt viele gute Dinge mit individuellen LLM’s und eigenen KI’s entstehen, aber die Grundlage wird immer die KI eines amerikanischen Unternehmens sein…dafür werden wir alle zahlen mit Abomodellen, Gebühren und natürlich auch mit dem Wissen, dass das Wissen ggf. in den LLM’s angepasst werden kann (nicht muss)…in der aktuellen Phase geht es darum, die Marktmacht zu etablieren…der Gewinn kommt später…
Gemessen an der Marktkapitalisierung von Google sind die 80 Milliarden US Dollar Peanuts…!
Ich muss das ganz klar so sagen !
Ganz anders zum Beispiel die Deutsche Bank… im Jahre 2010 startet die eine Kapitalerhöhung in Höhe von 50 Prozent des Stammkapitals…zur Übernahme der Postbank…Kurs vor der Kapitalerhöhung im April 2010 : 60 Euro und heute…? ( wobei die 60 Euro schon einen Abschlag von 50 Prozent vom Top in 07 beinhalteten…)….
Gucken Sie sich doch beide Charts an…indem Sie die nebeneinander legen..)…!
Wo stand die Deutsche Bank…. 2004… als Google an die Börse ging…?