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Am Freitag ist die Deadline: was passiert an den Märkten nach einem government shutdown?

Die Chancen sind nicht gering, dass es ab Samstag 00:01Uhr zu einem „government shutdown“ kommt – wie so oft in der amerikanischen Geschichte. Aber was bedeutet das für die Aktienmärkte? Ein aufschlußreicher Blick in die Vergangenheit!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Chancen sind nicht gering, dass es ab Samstag 00:01Uhr zu einem „government shutdown“ kommt – wie so oft in der amerikanischen Geschichte. Die Stimmung zwischen den US-Demokraten und US-Präsident Donald Trump ist nach dessen Äusserungen über die „shithole“-Länder mehr als angespannt, und die Demokraten haben wenig Lust, Trump noch mehr Auftrieb zu verleihen, nachdem dieser die US-Steuerreform durchgebracht hat – aus Sicht der Demokraten eine weitere Umverteilung des Wohlstands, weil erwiesenermaßen die Top-Verdiener in den USA nicht nur nominal, sondern auch prozentual davon deutlich stärker profitieren. Und: faktisch wird den US-Unternehmen Geld geschenkt, auf Kosten der US-Steuerzahler, die dafür deutlich höhere Schulden schultern müssen.

Zwischen Demokraten und Trump/Republikanern gibt es einige Konfliktpunkte: Militärausgaben, die DACA-Frage (Menschen, die als Kinder von ihren Eltern illegal in die USA gebracht wurden) etc. – das zeigt schon der gestrige Tweet von Donald Trump

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Es gab bislang mehr als 80 government shutdowns in den letzten Jahrzehnten – also gibt es empirische Daten darüber, wie sich die Märkte entwickelt haben in Zeiträumen unmittelbar nach der Schließung von US-Behörden, die ihren Dienst einstellen, wenn die US-Schuldenobergrenze erreicht worden ist und damit keine Gelder mehr ausgezahlt werden können an viele Staatsbedienstete.

In einigen Marktberichten wurde das gestrige reversal an der Wall Street nach starker Eröffnung mit Sorgen um den government shutdown begründet – und wenn man sich die Vergangenheit ansieht, dann wären diese Verkäufe durchaus „rational“, denn der S&P 500 entwickelte sich in der Vergangenheit in der Woche nach der Schließung deutlich schlechter als im historischen Durchschnitt unter „normalen“ Bedingungen: so verlor der S&P 500 durchschnittlich immerhin -0,3% in der Woche, die auf einen government shutdown folgt – und war dabei nur in 40% der bisherigen Fälle im Plus.

Danach wird es jedoch dann schnell besser – vermutlich weil es in der Vergangenheit stets so war, dass die Schließung nicht lange dauerte. Durchschnittlich gewann der S&P 500 daher nach einem Monat nach dem Beginn des government shutdowns +2,1% und dwar dabei in 80% der bisherigen Fälle positiv!

Besonders gut aber ist die Entwicklung beim Volatilitätsbarometer VIX, das die in den Optionspreisen getaxte Volatilitätserwartung der nächsten 30 Tage bemißt: so stieg der VIX in der Woche nach der Schließung um durchschnittlich +9,7% und war dabei in 75% der bisherigen Fälle positiv. Mit anderen Worten: es steigt die Nervosität an den Aktienmärkten und damit auch die Schwankungsbreite der US-Indizes. Und das ist eine schlechte Nachricht für diejenigen, die laut der Umfrage der Bank of America Merrill Lynch derzeit im „most crowded trade“ inverstiert sind: in Shortpositionen auf den VIX!


Das Kapitol, Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen Demokraten und den Republikanern
Von Diliff – Uploaded by Diliff, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=517895

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    17. Januar 2018 19:39 at 19:39

    Diese kindische kurzfristige Maßnahme erinnert an das „Eckestehen“ im Kindergarten. 5 Minuten erzieherische Maßnahme sorgen wie lange für Besserung? Bis zur Mittagspause oder gar den ganzen Tag? Und was ist morgen, nächste Woche, nächsten Monat?
    Ach ja, gigantische Infrastrukturmaßnahmen im zig-stelligen Milliardenbereich sollen verkündet werden. Wie finanziert? Typische und hinterhältige Lügen-Lücken-Presse-Frage, die finanzieren sich doch von selbst durch die positiven Effekte. Man muss nur bis dahin noch ein wenig mehr Schulden aufnehmen. Falls nicht bis dahin ohnehin schon die positiven Effekte der großartigsten Steuerreform aller Zeiten Billionen in die Staatskassen gespült haben werden.
    Vielleicht springt dann sogar im 1. Halbjahr auch noch die große Südmauer mit raus, wie auch immer, wir lassen uns die Feier nicht vermiesen :)

  2. Avatar

    Christoph

    18. Januar 2018 11:44 at 11:44

    Warum braucht Trump überhaupt die Demokraten dafür. Die Republikaner haben doch die Mehrheit im Kongress.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      18. Januar 2018 11:50 at 11:50

      @Christoph, für eine längerfristige Anhebung der Schuldengrenze braucht es im US-Senat 60 Stimmen, also mehr als die Republikaner im Senat haben..

  3. Avatar

    Michael

    18. Januar 2018 12:26 at 12:26

    Ich befürchte dennoch, dass ein paar Luschis im letzten Moment wieder einbrechen. Ein paar Anrufe, ein paar Gratifikationen, ein paar Drohungen, Überzeugungsarbeit halt.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

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Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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am

Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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