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Indizes

Am heutigen Verfallstag – Märkte vor kurzfristiger Richtungsentscheidung

Entweder Dreifachhoch in den US-Indizes mit gewaltigen Abwärtspotential – oder ein Short Squeeze aufgrund der Performance-Not der Fondsmanager

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die aktuelle Umfrage von Bank of America Merril Lynch hat es zutage gebracht. Die 179 Vermögensverwalter, die man zu ihrer Aktiendisposition befragt hatte, sind so skeptisch wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr.

Aber was könnte dies nach dieser ereignisreichen Woche bedeuten?

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Das Problem des Markttimings

Die Fondsmanager haben nach den Erhebungen der Bank aktuell eine Untergewichtung von 21 Prozent gegenüber den Vergleichsindizes. Eine Quote wie zuletzt im März 2009, inmitten der Finanzkrise. Damit zeigen die Finanzprofis eine erhebliche Skepsis gegenüber der amerikanischen Konjunktur und gegenüber den Gewinnen der Unternehmen. Darum geht es à la longue bei der Börsenbewertung, wenn die Gewinne zurückgehen, fallen auch die Aktienkurse.

Dazu braucht man sich nur einen Chart über die Jahrzehnte ansehen, in dem der Indexstand und die akkumulierten Gewinnen abgebildet sind. Wenn es zu Übertreibungen kommt wie 2000, 2007 oder vielleicht aktuell, kommt es zur schmerzlichen Regression zum Mittelwert mit Kurseinbrüchen bis zu 52 Prozent, am Beispiel der USA. Das war der größte Indexrückgang (in den Jahren 2008/2009) seit dem zweiten Weltkrieg. Demzufolge könnten die Großanleger ein gutes Näschen beweisen mit ihrer Cashquote und sie wären beim Einbruch dann die großen Gewinner.

 

Die Sachzwänge der Geldbranche

Im Versuch des Markttimings liegt aber immer eine Gefahr inne, nämlich eines unerwarteten Ereignisses, welches zu plötzlichen Kurssteigerungen führt, wie eine „dovishe“ Kehrtwende der Fed, oder ein plötzliches Umschalten von Donald Trump in seiner Handelsstrategie. Was langfristig nicht die große Rolle spielt, setzt die Manager gewaltig unter Druck, denn sie haben aufgrund der Gebührenstruktur der aktiven Fondsbranche eine Bringschuld gegenüber den billigen Exchange Traded Funds.

 

Die aktuelle Lage

Die amerikanischen Indizes haben nach der Fedentscheidung neue Allzeithochs erreicht, die passiven Fonds sind teilweise nicht dabei und laufen der Benchmark hinterher. Besonders delikat der heutige Verfallstag bei neuen Hochs, die nach der Lehre der Charttechnik ein Kaufsignal generieren.

Damit ergibt sich eine unglaublich spannende Situation. Entweder bildet sich ein Dreifachhoch in den US-Indizes aus mit einem gewaltigen Kurspotenzial nach unten oder es entsteht aus der Performance-Not der Fondsmanager wieder einmal eine immer der Fundamentallogik widersprechender Short Squeeze, der Eindeckung von Leerverkäufen und dem „Aufspringen auf einen fahrenden Zug“.

Um nicht missverstanden zu werden: Ich rede hier nicht von einem neuen Aufwärtstrend, sondern nur von einer speziellen Situation, die entsteht, wenn sich größere Anlegergruppen festgelegt haben, wie im geschilderten Fall.

Der Aufschwung hat meines Erachtens nach kein langes Leben mehr.

 

 

CC-BY-SA-.0https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243386

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Indizes

Rüdiger Born: Nachbesprechung für Nasdaq-Szenario

Rüdiger Born

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Gestern hatte ich im Video und im Trade des Tages ein Aufwärtsszenario im Nasdaq besprochen. Heute folgt sozusagen die Nachbesprechung. Wie geht es weiter im Nasdaq? Mehr dazu in diesem Video.

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Allgemein

Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

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Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Netflix und Tesla bringen gute Laune

Redaktion

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am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Netflix hat gestern Abend tolle Zahlen geliefert, und bei Tesla gibt es ein neues hohes Kursziel.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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